Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wenn ein Indietitel so erfolgreich ist, dass sich ein Nachfolger lohnt. So auch geschehen mit Planet of Lana, dessen zweiter Teil „Children of the Leaf“ heißt und die Geschichte von Lana und dem kleinen Katzenwesen Mui weitererzählt. Wir haben den malerischen Puzzle-Platformer natürlich gespielt und sagen euch, was die Fortsetzung besser macht als der erste Teil.
Nicht Aliens sind die Gefahr, sondern Menschen
Wir werden zu Beginn von Planet of Lana 2 an die Geschehnisse des ersten Teils erinnert. Eine Invasion von robotischen Aliens auf dem Planeten Novo wurde dank Lanas Bemühungen und der Hilfe des katzenähnlichen Tierchens Mui, welches elektronische Geräte hacken und Tiere hypnotisieren kann, gestoppt. Zwei Jahre später haben sich die Stämme auf Novo die Technologie der Aliens zunutze gemacht. Lana sinnt inzwischen sehr danach, mehr über die Vergangenheit der ersten Menschen herauszufinden und wie sie mit den Robotern koexistiert haben. Doch nach einer weiteren Erkundungstour mit ihrer Nichte Anua wird diese sehr schwer krank, da sie einem giftigen Gestein ausgesetzt wird. Es liegt nun an Lana, Zutaten für Anuas Medizin in den verschiedenen Biomen des Planeten zu finden.
Die Geschichte wird mal wieder hauptsächlich durch die Hintergründe und Umgebungen erzählt, alle Figuren im Spiel sprechen wie auch im ersten Teil eine fiktive Sprache, die man nach und nach aber tatsächlich ein wenig durch Kontext und Gestiken zu verstehen beginnt. So geht trotz fehlender Dialoge nichts von der Emotionalität der Geschichte verloren, welche auch von einem erneut phänomenalen Soundtrack aus der Feder von Taskeshi Furukawa untermalt wird. Das Mysterium um die ersten Menschen rückt durch die Rettungsmission ein wenig in den Hintergrund, findet aber unter anderem durch Rückblenden in die Vergangenheit immer noch statt und wer weiß, vielleicht bietet die Geschichte ja genug Material für einen dritten Teil.

Familie ist das Wichtigste und so ist die Rettung unserer Nichte Anua auch die Hauptmission mit voller Priorität. | Bild: 2026 © Wishfully
Alles beim Alten und doch irgendwie neu
Hat man den Vorgänger gespielt, so fühlt sich Planet of Lana 2 direkt sehr vertraut an. Am Gameplay wurde nahezu gar nicht gerüttelt, lediglich die Tatsache, dass Lana sich ein bisschen flüssiger steuert, fällt positiv auf. Im Kern bleibt auch Planet of Lana 2 ein Puzzle-Platformer, bei dem ihr verschiedene Rätsel löst, um euren Weg im aktuellen Gebiet voranzuschreiten. Es gibt ebenfalls wieder Schleichpassagen mit feindlich gesinnten Tieren, Menschen und Maschinen, Fluchtsequenzen bei denen vor allem eure Platforming-Fähigkeiten auf die Probe gestellt werden und natürlich viele Schiebe- und Logikrätsel.
Mit an eurer Seite, wie eh und je, das kleine Wesen Mui. Dieses könnt ihr separat steuern und wie in einem Point’n’Click Anweisungen geben. Die Koordiantion mit den unterschiedlichen Aktionen ist wichtig und sehr oft ist richtiges Timing gefragt. Mui kann mal wieder bestimmte elektronische Gerätschaften aktivieren, Tiere übernehmen und sehr hoch springen, aber natürlich auch einfache Aktionen wie Knöpfe drücken und Seile anknabbern gehören zu seinen Spezialitäten.
Planet of Lana 2 ist ein wenig kniffliger als Teil 1
Waren die Rätsel im ersten Teil noch sehr leicht, sodass Fans dies als einen der wenigen Schwachpunkte ausgemacht haben, so haben die Entwickler*innen vorn Wishfully auf diese Kritik gehört und den Schwierigkeitsgrad der Puzzles ein wenig angehoben. Wirklich unlösbare Kopfnüsse muss man zwar dennoch nicht erwarten, aber man wird an einigen Stellen durchaus etwas gefordert, vor allem im späteren Spielverlauf. Vor allem das Multitasking zwischen Lana und Mui erfordert einiges an Geduld und manche Rätsel arten teilweise im Trial & Error aus, da euch bestimmte Mechaniken auch nicht genau erklärt werden. An einigen Punkten scheint das Spiel vorauszusetzen, dass ihr den ersten Teil gespielt habt, denn einige Mechaniken aus dem ersten Teil tauchen einfach so auf und es wird einfach angenommen, dass ihr bereits Bescheid wisst. Natürlich kann Mui diese schwarzen Tentakel aktivieren, aber wer das nicht weiß, der wird an der entsprechenden Passage vielleicht ein wenig länger nach der Lösung suchen. Zugutehalten kann man Planet of Lana 2, dass die Rücksetzpunkte immer fair und reichlich gesetzt sind. Rückschläge, die euch elendig lange zurückwerfen, gibt es einfach nicht.
Unterwasserlevel sind immer eine gute Idee
Lana und Mui haben im zweiten Teil tatsächlich ein paar neue Tricks erlernt. So kann Lana jetzt auch auf Tauchgänge gehen und Unterwasser ebenfalls Rätsel lösen. Und wie wir alle wissen, lieben Gamer Unterwasserlevel. Na gut, so schlimm wie der Ruf von solchen Tauchabschnitten auch ist, so schlimm ist es in Planet of Lana 2 zum Glück nicht. Ihr findet immer genug Möglichkeiten, um Luft zu holen und auch im tiefen Nass steuert sich Lana recht gut. Lediglich das an Land klettern ist manchmal etwas hakelig. Zu meinen Lieblingsabschnitten gehören die Unterwasserrätsel aber jetzt trotzdem nicht.
Da gefallen mir die neuen Ideen, die für Mui umgesetzt wurden, deutlich besser. Das Kätzchen konnte ja bereits im ersten Teil bestimmte Wesen bezirzen, nun übernehmen wir an bestimmten Punkten sogar direkt die Kontrolle über kleine Kreaturen. So steuern wir entweder kleine Fische umher, die mit einer schwarzen Wolke fiesen Feinden die Sicht versperren können oder wir rollen mit kleinen Fellwesen die Wände entlang, während wir eine entzündbare Spur hinterlassen, mit der wir Hindernisse abbrennen können. Wishfully hat mit Planet of Lana 2 auf jeden Fall gezeigt, dass ihnen bei kreativen Puzzles nicht die Ideen ausgehen.
Malerisch und atmosphärisch
Es war direkt beim ersten Trailer von Planet of Lana der Fall und ist auch bei Planet of Lana 2 wieder einer der größten Pluspunkte: Das Spiel sieht einfach nur wunderschön aus. Handgezeichnete Grafiken, flüssige Animationen, diverse Eindrucksvolle Gebiete von verschneiten Einöden über tropische Gewässer bis hin zu düsteren, giftigen Höhlen und dreckigen Fabriken, Die Präsentation schafft es jederzeit, die passende Atmosphäre zu schaffen. Die Reise durch die Welt ist eben genau DAS, eine Reise zum Genießen und Mitfiebern.
Es liegt dabei an euch, wie lange ihr in dieser Welt verbringen möchtet. Ein extrem langes Spiel ist Planet of Lana 2 nun wirklich nicht, es lässt sich durchaus in guten sechs Stunden durchspielen. Es gibt aber auch wieder ein paar versteckte Abschnitte, wo ihr Objekte sammeln könnt. In Teil 1 waren es Steintafeln, nun sind es Teile eines Holograms. Sucht ihr gründlich nach ihnen, dann könnt ihr auch noch ein wenig mehr Zeit auf Novo verbringen.
Titelbild: 2026 © Wishfully
Fazit zu Planet of Lana 2
Planet of Lana 2 ist eine sehr gute Fortsetzung. Sie nimmt alles, was den ersten Teil so gut gemacht hat und dreht es nochmal eine Stufe auf. Die Atmosphäre ist mal wieder zum Genießen und die Geschichte schafft es trotz einer Fantasiesprache Emotionen zu vermitteln. Einzige leichte Kritikpunkte sind vielleicht, dass die Geschichte um das Mysterium der ersten Menschen ein wenig in den Hintergrund rückt, dass manche Abschnitte zu Trial & Error verkommen und dass Lana, auch wenn sie sich insgesamt deutlich besser steuert, manchmal Probleme hat aus dem Wasser zu kommen. Das ist wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau, denn außer dass auch dieser Teil ein recht kurzer Spaß ist, gibt es an Planet of Lana 2 wirklich nichts auszusetzen.
Positiv:
Negativ:
Online Multiplayer
Couch-Koop / Splitscreen
Mikrotransaktionen
Lootboxen
Onlinezwang
Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs
Planet of Lana 2 erhält den NAT-Games-Award

Ab in die Sammlung?
Wenn ihr den ersten Teil gespielt und gemocht habt, dann spricht wirklich nichts dagegen, dass ihr auch die Fortsetzung spielt. Und wenn ihr Teil 1 noch nicht gespielt habt… dann solltet ihr das dringend nachholen, damit ihr dann im Anschluss diese gute Fortsetzung spielen könnt.




