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Test: Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake

Lohnt sich die Neuauflage des Horror-Klassikers?

Fatal Frame, bzw. Projekt Zero, hat es nie geschafft, den Rang eines kürzlich veröffentlichten Resident Evils zu erreichen. Das mag sicherlich auch daran liegen, dass die Reihe so manche Dinge sehr anders macht. Auch ich habe erst kürzlich zu Fatal Frame gefunden und mich von dem verstörend, einzigartigen Flair anstecken lassen. Ich habe mich jetzt also mit der Frage beschäftigt, was das Remake zu Teil 2 jetzt so anders macht. Gehen die Neuerungen auf? Wie gut spielt es sich heute noch? Bleibt der Charme erhalten? Es ist irgendwas dazwischen.

Das Remake interpretiert den Klassiker vollständig mit neuen Storyinhalten und komplett neuen Spielmechaniken und mehr. Es ist ein Spiel, das sich für langjährige Fans in mancher Hinsicht vertraut anfühlt, aber auch genug neue Gründe bietet, diesen Klassiker erneut zu besuchen. Oder etwa nicht?

 

Das Dorf im Wald

Fatal Frame II beginnt damit, dass Mio und ihre Zwillingsschwester Mayu an einem Ort aus ihrer Vergangenheit verweilen, bevor eine mysteriöse Kraft Mayu in ein Dorf zieht, das in ewige Dunkelheit getaucht ist: Minakami Village. Die Geschichte ist dieselbe wie 2003, und das ist gut so. Die Prämisse ist fesselnd, unabhängig von der eigenen Erfahrung mit der Reihe. Hier dient der zweite Teil, trotz seiner Nummerierung, als völlig eigenständige Geschichte. Dementsprechend benötigt ihr keinerlei Vorkenntnisse und müsst auch nicht Teil 1 gespielt haben.

Die Handlung ist bewusst vage und manchmal verwirrend gehalten, doch sie ist trotzdem fesselnd und folgt den jungen Mädchen dabei, wie sie sich mit den Schrecken des Dorfes, seiner Geschichte und einem nahenden mörderischen Ritual auseinandersetzen, das sie vollziehen sollen. Wer sich darauf einlassen kann, wird belohnt. Die Story überzeugt erneut, was an den besseren Charakterausdrücken, der neuen Händchen-Halte-Mechanik und einer etwas weniger klischeehaft wirkenden Synchronisation liegt, als auch an der schönen Inszenierung. Nur die zu vielen Textschnipsel sind insgesamt etwas too much.

Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake

Über die vielen Dokumente bekommt man einen Eindruck davon, was in dem Dorf vor sich geht. | Bild © 2026 Koei Tecmo

 

Schick, aber nicht so schicke Performance

Das Spiel läuft auf der Katana-Engine, derselben Engine die hinter Rise of the Ronin, Wild Hearts und Nioh 3 steckt. Crimson Butterfly Remake ist dadurch stimmungsvoll und atmosphärisch dicht. Das Licht ist düster, die Schauplätze orientieren sich klar am Original und das begrüße ich auch. Auch wenn Fatal Frame II unter modernen Gegebenheiten natürlich ein hübsches Spiel ist, so habe ich noch ein wenig mehr Faszination übrig für den alten PS2-Look. Der wirkt noch etwas „dreckiger“, rauer und finsterer, was eine persönliche Präferenz ist.

Technisch gibt es aber einen echten Dämpfer: Auf Konsolen läuft das Spiel mit festen 30 Bildern pro Sekunde, die auch noch ins Stottern geraten. Wer ein Spiel mit dem Wort „Remake“ im Titel kauft, würde wohl eine breitere Auswahl an grafischen Optionen erwarten, so wie es heute in Spielen eigentlich üblich ist. Denn das Spiel sprengt bei Weitem nicht die technischen Grenzen, sodass 60fps eigentlich Pflicht gewesen wären. Auf dem PC sieht die Sache deutlich besser aus.

Die Soundkulisse ist dagegen erneut ein Brett. Die Welt ist unheimlich atmosphärisch, was auch an den teils sehr verstörenden und verzerrten Sounds liegt, die sich sogar nochmal von Resident Evil oder Silent Hill unterscheiden. Geräusche hinter einem, Schritte neben einem, das Flüstern aus einem leeren Raum. Charaktere bewegen sich langsam, fast wie in Zeitlupe, selbst beim Laufen. Mechanisch steigert das die Spannung, weil man nie das Gefühl hat, den Geistern wirklich entkommen zu können.

Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake

Die Atmosphäre weiß zu überzeugen! | Bild © 2026 Koei Tecmo

 

Ab in die Moderne

Statt der festgesetzten Kameraperspektive, wie in Horrorspielen vergangener Tage, bietet das Remake jetzt eine Third-Person-Perspektive, ähnlich wie bei den moderneren Genrevertretern. Das fühlt sich von der ersten Minute an absolut zugänglich an. Im Original war die Steuerung generell ungelenkiger, sorgte im Gegenzug aber auch für eine gewisse Hilflosigkeit. Das funktionierte für mich genauso gut, vielleicht im Kontext des Spielkonzepts sogar noch minimal besser. Hier ist Mio viel natürlicher zu steuern, was das Spielgefühl sehr verändert und eben eine andere Interpretation ist, die jedoch für mich ebenfalls toll funktioniert.

Die neue Händchen-Halte-Mechanik erlaubt es, Mayus Verhalten aktiv zu steuern, anstatt sie einer unberechenbaren KI zu überlassen, und bietet dazu noch Heilung und Willenskraftregeneration in schwierigen Momenten. Das klingt nach einem kleinen Detail, ist es aber nicht. Im Original musste man die Bindung der Schwestern zwischen den Zeilen lesen. Hier fühlt man sie ganz konkret.

Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake

Manchmal steht auch unerwarteter Besuch vor der Tür. |  Bild © 2026 Koei Tecmo

 

Einmal lächeln, bitte

Das Herzstück des Spiels war und ist die Camera Obscura. Um die Feinde im Spiel zu besiegen, müssen sie mit der sonderbaren Kamera fotografiert werden Die Grundidee ist auch hier unverändert: Ruhig bleiben, Geist im Sucher halten, im letzten Moment abdrücken. Wartet man so lange, bis kurz bevor man angegriffen wird und knipst dann los, macht man den meisten Schaden. Aber wo man früher um Geister herumkreisen konnte, zwingen neue Verhaltensweisen und veränderte Nachlade-Geschwindigkeiten dazu, die Strategie anzupassen.

Neu sind verschiedene Kamerafilter mit eigenen Fähigkeiten im Kampf und bei der Erkundung. Andere neue Mechaniken ermutigen dazu, einen Geist zuerst zu erschüttern, bevor man ein Fatal Frame ausführt, was dann einen neuen Modus namens Fatal Time freischaltet, der mehrere schnelle Fotos zum Stapeln von Schaden ermöglicht. Das klingt zunächst verwirrend, macht den Kampf aber durchaus abwechslungsreich. Ich habe mich trotzdem erwischt, dass mir das Ganze im klassischen Modus am besten gefallen hat.

Koei Tecmo hat kurz nach Launch einen Balance-Patch veröffentlicht, der die Kämpfe etwas verkürzt. Denn zum Start zogen die sich teils mehrere Minuten, weil die Geister sich zig Mal heilen konnten, während man selbst nicht genügend Schaden gemacht hat. Das Kampfsystem funktioniert für mich nach wie vor. Die Neuerungen haben aber nicht ganz den Impact, damit es sich besser spielt, als das Original.

Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake

Oldschool-Kamera, statt Samrtphone. Per Bild lassen sich Geister besiegen. | Bild © 2026 Koei Tecmo

 

Hätten die Neuerungen sein müssen?

Das Remake führt Schleichen als neue Mechanik ein. Naja, ganz neu ist es nicht. Man kennt es aus neueren Teilen. Man kann die Taschenlampe ausschalten, sich ducken und bestimmten Geistern ausweichen, anstatt ihnen ins Gesicht zu fotografieren. Die Idee dahinter ist klar: Man wollte mehr Komplexität, Strategie und Spannung in das Spiel zu bringen. Gelungen ist das aber nicht. Denn das Spiel war und ist nicht für diese Mechanik gebaut, dass man plötzlich ein Stealth-Abenteurer vor sich hat. Denn die Level-Architektur war nie darauf ausgelegt und auch spielerisch hat man keine wirklich sinnvollen Stealth-Mechaniken zur Verfügung.

Die Notwendigkeit, sich vor Geistern zu verstecken und Licht und Geräusche auf ein Minimum zu reduzieren, passt auch nicht ganz zu einem Spiel, bei dem der Horror eigentlich daraus entsteht, dass man Geister nah herankommen lässt, damit die Kamera maximalen Schaden anrichten kann. Das wirkt relativ gegensätzlich und somit wirkt es, als hätte man die letzten Neuerungen der Reihe einfach hier reinpressen wollen. Deswegen mein Tipp: Einfach wie das Original angehen.

Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake

Euer wichtigstes Werkzeug im Spiel. | Bild © 2026 Koei Tecmo

 

Fazit zu Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake

Ich mag Fatal Frame als Reihe wirklich sehr. Ich mag auch speziell die Story aus Teil 2, ich mag die dichte Atmosphäre, ich mag die Soundkulisse und mir gefällt auch, dass es in seinem Kampfsystem grundsätzlich unkonventionell ist. Mir gefällt auch die Grafik des Remakes, auch wenn ich als alter Mensch die raue Optik des Originals sogar noch ein wenig mehr mag. Aber auch die Neuauflage macht mir insgesamt Spaß und schafft es erneut mich mit seinem Vibe abzuholen.

Das Remake versucht aber gerade spielerisch neue Features einzubauen, für die der zweite Teil aber offensichtlich nicht ausgelegt war. Das merkt man leider, weil dadurch irgendwie einiges zusammengewürfelt wird, aber keines dieser neuen Features wirkt komplett durchdacht. Weniger wäre hier mehr gewesen. Wenn man sich aber einfach davon ein wenig loslöst und Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake eher klassisch spielt, dann wird man nichtsdestotrotz eine gute Zeit hiermit haben. Auch, weil es glücklicherweise kein Vollpreistitel ist, sondern mit 49,99€ an den Start geht.

Christian Koitka (Redakteur)

Positiv:

Dichte Atmosphäre
Spannende Geschichte, in die man auch ohne Vorkenntnisse einsteigen kann
Detaillierte, neue Optik für Fans des modernen Looks
Spielprinzip -und struktur faszinieren auch noch heute

Negativ:

Spielerische Neuerungen leider ohne Mehrwert
Auf Konsolen nur in 30 FPS

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Wer keine Möglichkeit hat das Original zu spielen oder Retro-Optik nicht mag, bekommt hier einen soliden Einstieg in die Reihe.

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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