Die Entlassungswellen in der Gaming-Industrie reißen nicht ab. Wie aus sozialen Netzwerken und Branchenkreisen bekannt wurde, hat es beim Entwicklerstudio Warner Bros. Montréal eine nicht näher bezifferte Anzahl an Kündigungen gegeben.
Warner Bros. Games streicht weitere Stellen
Mehrere ehemalige Angestellte von Warner Bros. Montréal gaben auf LinkedIn bekannt, dass ihre Positionen bereits am vergangenen Freitag (13. März) gestrichen wurden. Die Entlassungen erstreckten sich dabei über verschiedene Abteilungen, darunter Narrative Design, Game Design und Produktionsmanagement. Das Studio, das für Titel wie Gotham Knights und Batman: Arkham Origins bekannt ist, stand in den letzten Jahren mehrfach im Fokus von Umstrukturierungen. Bereits im Jahr 2024 hatte das Unternehmen einen Stellenabbau bekannt gegeben, von dem 99 Mitarbeiter betroffen waren.
Unsicherheit im Zuge der Milliarden-Übernahme
Die aktuellen Einschnitte erfolgen vor dem Hintergrund eines gewaltigen Konzernumbaus. Warner Bros. Discovery steht kurz vor einer Übernahme durch Paramount Skydance, nachdem sich der Streaming-Riese Netflix aus dem Bieterwettstreit zurückgezogen hatte. Paramount hatte zuletzt ein Angebot über mehr als 110 Milliarden US-Dollar vorgelegt, das den Zuschlag erhalten soll.
Die Zukunft der Warner Bros. Games-Sparte unter dem neuen Eigentümer ist bislang ungewiss. Paramount-CEO David Ellison hatte bei einer Investorenpräsentation die Gaming-Abteilung des Übernahmekandidaten nur am Rande erwähnt und lediglich von „hochmodernen Gaming- und interaktiven Content-Fähigkeiten“ gesprochen. Auf die Frage nach geplanten Verkäufen von Unternehmensteilen antwortete Ellison lediglich: „Sehr einfach, wir haben derzeit keine Veräußerungen geplant.“
Schwierige Marktlage und Fokussierung auf Kernmarken
Die Spieleabteilung des Konzerns, zu der namhafte Studios wie Rocksteady (Batman: Arkham), NetherRealm (Mortal Kombat) und TT Games (LEGO) gehören, durchläuft eine schwierige Phase. Erst im vergangenen Jahr wurden mit Monolith Productions (Mittelerde: Mordors Schatten) und Player First Games (MultiVersus) gleich zwei Studios geschlossen. Zuvor hatte der Flop Suicide Squad: Kill the Justice League für Schlagzeilen gesorgt und wurde auch bei uns in der Redaktion abgestraft.
Um die Wende zu schaffen, konzentriert sich der Publisher nun auf vier Hauptmarken: Harry Potter, Game of Thrones, Mortal Kombat und DC. Man darf allerdings an der Standhaftigkeit zweifeln, wenn nun ein Studio von Entlassungen betroffen ist, welches mit DC ja an eine der Hauptmarken arbeitet.
Der Unternehmensbereich „Studios“, der auch das Gaming-Geschäft umfasst, verzeichnete zuletzt einen Rückgang von 14 Prozent im Jahresvergleich und steht insbesondere durch die Übernahme mehr unter Druck denn je.
Quelle: Gamesindustry.biz
Bild © Warner Bros. Games




