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Test: Marathon

Nie fiel mir ein Test so schwer

Marathon ist einer am heißesten diskutierten Shooter. Das liegt an den Umständen in der Gaming-Landschaft, aber auch weil es das nächste große Spiel von Bungie ist. Die Spieleschmiede hat mit den Ursprüngen von Halo, als auch Destiny 1 & 2, stets den Shooter-Markt auf den Kopf gestellt und Verkaufsschlager veröffentlicht. Nach einiger Wartezeit, Verschiebungen, Berichten über Entlassungen und dennoch hohen Erwartungshaltungen, erschien nun endlich der neue Extraction-Shooter. Ich wusste aber nicht, dass Marathon mein vielleicht schwierigster Test werden soll, an den ich mich je ran gesetzt habe.

 

Schwieriger Start?

Marathon hatte es zugegebenermaßen nicht einfach. Live-Service-Games haben auch teilweise einen sehr schlechten Ruf und viele von Ihnen scheitern eher brachial, als dass sie das nächste ARC Raiders werden. Sei es im Falle Concord, oder aber auch zuletzt bei Highguard. Auch Marathon wurde oft das gleiche Schicksal vorhergesagt. Aber vielleicht belehrt uns der Shooter auch eines besseren. Für die weitere Einordnung muss ich aber klarstellen: Bisher habe ich noch keinen Extraction-Shooter gespielt, der mir wirklich gefallen hat. Im Falle Marathon war es die Neugier, insbesondere wegen des Art Styles und der Tatsache, dass es ein Bungie-Spiel ist. Aber auch, weil ich es für mich als ultimativen Test ausmachen wollte: Liegt es am Genre oder lag es an den Games und was macht der Bungie-Shooter vielleicht anders, sodass es mir gefällt? Ich habe meine Antwort mittlerweile, aber ich kann nicht sagen, dass es mir hier einfach gemacht wurde.

Marathon

Nur noch ein Extraction-Shooter? Oder DER Extraction-Shooter? | Bild: 2026 © Bungie/ SIE

 

Es sieht so gut aus!

Marathon ist, surprise, wieder ein Sci-Fi-Shooter, welcher nach dem Prinzip eines Extraction-Shooters funktioniert. Sprich: Es gibt ein gewisses Ziel oder eine bestimmte Mission zu erfüllen und anschließend muss man den Weg für die Flucht ebnen. Marathon sticht gegenüber Genre-Kollegen hervor, weil es sehr anders aussieht. Das Art -und World Design präsentiert sich nämlich nicht nur klassisch futuristisch, sondern auch bunt, düster, mal verspielt, aber definitiv immer einzigartig. Ich war im Vorfeld reichlich skeptisch, ob mir das Design gefallen würde. Mittlerweile muss ich sagen: Es ist eine der größten Stärken des Spiels! Die Ästhetik ist zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mich doch recht schnell verliebt und sie sticht eben heraus, weswegen der Titel in der Hinsicht schon einmal sehr einzigartig ist.

MArathon

Das Art Design macht richtig was her! | Bild: 2026 © Bungie/ SIE

 

Eine Kiste voller Kram

Doch bevor man überhaupt dazu kommt in die Welt einzutauchen, hält uns das Spiel erst einmal sehr viel Lore entgegen. Das ist etwas ungewöhnlich für diese Art von Spiel, aber Marathon bemüht sich ein wenig Kontext zur Welt zu geben. Das passiert allerdings auch nur in Form von Monologen, die durch irgendwelche KI’s gehalten werden, bzw. durch Text. Somit bleibt es hier für mich eher bei einem Versuch mir erzählerisch irgendwas interessanten vorzusetzen. Danach erklärt uns ein Tutorial die Grundlagen des Spiels. In genretypischer Manier bewegt man sich durch die Welt und insbesondere die merkwürdig anmutenden Container beherbergen so manche Tasche oder Kiste mit Loot. Es mag jetzt vielleicht überraschen, aber da beginnt der Teil, der für mich das größte Problem des Spiels ausmacht und wo ich für mich gemerkt habe: Nein, Marathon ist leider eher nichts für mich.

Marathon

Auch in Marathon scheint nicht immer die Sonne. | Bild: 2026 © Bungie/ SIE

 

Marathon ist ein UI-Desaster

Und nicht nur Marathon, sondern Extraction-Shooter per sé. Denn bereits nach kürzester Zeit werde ich quasi mit Items bombadiert. Mein Inventar ist bereits voll und dennoch liegen Unmengen von Gegenständen umher. Das fühlt sich zunächst unfassbar inflationär an, weil ich mag es eher mir Items zu erspielen, etwas dafür zu leisten und mich dann am Ende belohnen zu lassen. Marathon schmeißt mir aber mehr Loot entgegen, als es die Karnevalisten im Rheinland mit Süßigkeiten machen. Das fühlte sich für mich direkt unbefriedigend an. Doch das noch größere Problem ist, dass es die glaube ich schlimmste Menüführung hat, die ich aus dem Kopf in einem Videospiel erlebt habe. Denn öffne ich die Übersicht über die Gegenstände, erstreckt sich ein Meer aus Symbolen. Man wird regelrecht erschlagen und das Wort „Übersicht“ ist hier gänzlich fremd.

Das liegt aber auch daran, dass Spiel optisch nicht differenziert, wie gut manche Gegenstände ist. Denn Marathon hat nicht etwa einen Standard-Wert für ein Item und hat dann verschiedene Abstufungen in Selten oder Legendär, die ebenfalls je einen festen Wert haben. Ich kann rein optisch 5 Mal den gleichen Gegenstand im Inventar haben, aber ich muss erst über einen der vielen Gegenstände drüber hovern, um zu sehen, dass alle Gegenstände unterschiedlich sind, obwohl sie das gleiche Symbol haben und sonst keine Unterscheidung. Und dazu ist die Schriftgröße so klein, dass ich mich instant 50 Jahre älter fühle. Ein Übersichts-Albtraum.

Marathon

Die Menüführung ist wirklich anstrengend. | Bild: 2026 © Bungie/ SIE

 

Moment, ich muss das erst noch lesen

Das führt dazu, dass ich ständig im Menü erst über Gegenstände hovern und dann lesen muss. Das wäre okay, wenn Items eher mit Bedacht und etwas seltener in meine Hände fallen. Aber die Menge an Gegenständen führt dazu, dass ich ständig aus dem Spiel gerissen werde und lesen muss. Somit ist das nicht nur ein Problem der Übersicht, sondern auch ein spielerisches. Denn stoße ich dann auf einige Gegner und habe ein paar Schüsse abgekommen, möchte ich mich selbstverständlich heilen.

Gehe ich dann an eine Kiste um etwas aufzusammeln, während mein Inventar eh schon voll ist, muss ich mich erst wieder durch die Miniatur-Schriftzeichen wühlen, um den Gegenstand zu finden, der mir jetzt konkret in dieser Phase hilft. Aber das Spiel läuft im Hintergrund ja weiter und so stelle ich währenddessen ein leichtes Ziel für Feinde da. Das nervt und zerstört für mich das gesamte Pacing. Die Ui ist etwas, woran Bungie dringend arbeiten muss. Sie scheint auch im Netz der größte Vorwurf des Spiels zu sein. Ich bin gespannt was sich da tut.

Marathon

Die in Nebel getauchte Anlage birgt viele Gefahren. | Bild: 2026 © Bungie/ SIE

 

Ich bin nicht die Zielgruppe

Doch ich habe im weiteren Verlauf einfach gemerkt: Ich und Extraction-Shooter? Das wird glaube ich nichts mehr. Das Prinzip der Extraktionsmissionen, gepaart mit ein paar Gegnern in den Arealen, ermüdete sich bei mir relativ zügig und so hatte ich das Gefühl, immer wieder mein Spielerlebnis zu wiederholen, ohne dass es sich für mich frisch anfühlte. Ich möchte aber betonen: Ich sehe durchaus, warum genau das aber für andere voll aufgehen kann! Denn es kristallisieren sich natürlich Muster und Strategien heraus, wie man den Auftrag bestmöglich erfüllen kann. Insbesondere wenn man mit Freunden los zieht und sich abstimmen kann, entsteht eine sehr andere Dynamik.

Bei mir hat sie leider nicht funktioniert, aber Marathon bietet das Fundament, um es Fans des Genres zu ermöglichen damit Spaß zu haben. Allerdings muss man sich auch darauf einstellen, dass es weniger einsteigerfreundlich ist. Man braucht tatsächlich einige Anläufe, weil es spielt sich schon eher wie ein Hardcore-Extraction-Shooter, der sehr fordert und dir auch taktisch einiges abverlangt. Es benötigt ein gewisses Spielverständnis, um so richtig aufblühen zu können. Doch damit geht der Shooter auch in eine Nische des Genres, in der sich noch kein Spiel so richtig breit gemacht hat.

Marathon

Das Gunplay ist eine der großen Stärken des Spiels. | Bild: 2026 © Bungie/ SIE

 

Marathon ist ein Gunplay-Segen

Unterstützt wird das Ganze natürlich vom Gunplay. Aber was soll ich sagen: Hier merkt man einfach, dass Bungie dahinter steht. Das Handling der Waffen fühlt sich absolut herausragend an. Die können das einfach. Das hat das Studio ja auch bereits mit Halo und Destiny bewiesen. Die Waffen fühlen sich knackig, präzise und wuchtig an. Die Schüsse haben genau den richtigen Impact, sodass sich Marathon in der Hinsicht ganz leicht an Genrekollegen vorbei mogelt. Movement und Gunplay sitzen einfach!

Schade ist allerdings, dass ich keine Möglichkeit habe die Waffen vorab auszuprobieren oder irgendein Gefühl dafür bekomme, was ich da jetzt gerade für ein Schusseisen mit auf die Reise nehme. Ein Schießstand würde da helfen. Sogar allein die Möglichkeit zwei Waffen direkt miteinander zu vergleichen würde schon Abhilfe schaffen. So fühlt sich das Ausprobieren sehr sperrig an, weil ich das nur innerhalb eines Matches tun kann, aber dann den direkten Vergleich nicht ziehen kann.

Marathon

Von denen stellen sich sehr viele in den Weg. | Bild: 2026 © Bungie/ SIE

 

Der NAT-TÜV hat nichts zu beanstanden

Dass ich den Art Style toll finde, habe ich ja schon erwähnt. Aber auch sonst präsentiert sich Marathon als schickes Spiel, welches besonders gut mit Lichtstimmungen spielt und dabei sogar auch mal durchaus atmosphärisch daher kommt. Auch wenn das Spiel stets relativ scharf wirkt, dient der darüber liegende Filter der gesamten Ästhetik und erzeugt ein sehr stimmiges Ganzes. Dabei läuft der Shooter auch sehr rund und während meiner Sessions hatte ich weder Ruckler, noch Verbindungsabbrüche. Ich kann jedoch verstehen, wenn man den Look nicht so ganz fühlt. Er ist speziell. Aber gerade das macht es so spannend in meinen Augen.
Der Soundtrack stach für mich nicht als Highlight hervor, sondern unterstützte eher sehr gekonnt den Vibe, den Marathon vermitteln möchte. Das reicht von ruhig und fast schon stumm, bis hin zu brachial verzerrt. Aber der Mix ist sehr gelungen und passt zum Spiel.

Fazit zu Marathon

Wie bewerte ich ein Spiel, in dem ich viele Dinge sehe, die gut funktionieren und in der Zielgruppe auch wahrscheinlich genau den richtigen Nerv treffen, während ich selbst aber merke: Das ist hier ist einfach nicht meins! Marathon hat ein exzellentes Gunplay und das gesamte Handling wirkt wie aus einem Guss. Dazu sieht es großartig aus und insbesondere das Art Design begeistert mich total. Marathon ist ein Shooter, der knackig ist und der es auch mal schafft Atmosphäre aufzubauen, trotz dass es eben ein Multiplayer Game ist.
Aber: Ich sehe diese Dinge und kann sie für das was sie sind und für das, was sie für andere sind, wertschätzen. Doch für mich funktioniert es einfach nicht. Die Abläufe ermüden mich leider nach einigen Runden und es wiederholt sich ein Muster, welches für mich wenig Dramaturgie in den Matches aufbaut. Das ist natürlich eine sehr persönliche Geschichte. Was aber unmöglich anders gesehen werden kann: Die UI! Die ist leider eine Vollkatastrophe und raubt mir jegliche Übersicht. So zwingt mich dazu viel mehr Zeit im Menü zu verbringen, als ich wirklich will, weil man nichts erkennt und die ganze Menüführung sperrig und unintuitiv ist. Und das noch, während eigentlich gerade Schussgefechte zugange sind. Eine sehr merkwürdige Dynamik, die sich aber patchen ließe.

Marathon ist rein handwerklich und auf spielerischer Ebene gesehen ein guter Shooter, der aber noch unter so mancher Anfangskrankheit leidet. Man muss sich auch bewusst machen, dass es weniger einsteigerfreundlich ist, als etwa ARC Raiders. Aber für die, die nach noch mehr Feintuning in den Matches suchen, könnte es genau das Richtige sein. Aber durch Marathon ist mir selbst nun endlich klar geworden: Extraction Shooter und ich? Das wird in diesem Leben nichts mehr…

Christian Koitka (Redakteur)

Positiv:

Großartiges und einzigartiges Art Design
Hervorragend knackiges Gunplay
Durchaus taktisch geprägt und anspruchsvoll
Stellenweise richtig atmosphärisch
Insbesondere die Lichtstimmung weiß zu begeistern

Negativ:

UI und Menüführung aus der Hölle....
Nicht sonderlich zugänglich zu Beginn
Präsentation der Lore etwas uninspirierend
Nach gewisser Zeit zeigen sich repetitive Muster, auch in der Szenerie
(Gilt nur für mich: Inflationär viele Items, die mich beim Looten eher demotivieren)

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Wenn euch der Server-Slam gefallen hat, dann könnt ihr definitiv zugreifen. Ansonsten solltet ihr nur zuschlagen, wenn ihr echte Extraction-Shooter-Fans seid.

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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