Wer Goat Simulator 3 kennt, weiß bereits, dass der Begriff „Simulation“ in diesem Fall eher ein Running Gag als eine ernsthafte Genrebezeichnung ist. Mit Baadlands: Furry Road geht Coffee Stain North jedoch noch einen Schritt weiter und reißt die Ziege Pilgor kopfüber in ein postapokalyptisches Chaos, das irgendwo zwischen Mad Max, Fallout und „Was passiert, wenn wir einfach alles erlauben?“ angesiedelt ist. Wir haben den Besuch nach Baadlands gewaagt und verraten euch nun in unserem Test, ob der DLC nach dem Universe of Nonsense genauso lohnenswert ist.
Die Baadlands sind größer, dreckiger und überraschend motivierend
Die riesige Wüstenkarte zeigt sich von der ersten Sekunde an als liebevoll überzeichnete Parodie und doch steckt hinter dem anarchischen Humor überraschend viel spielerischer Tiefgang. Die Erweiterung wirft dich ohne Tutorials oder klare Struktur in ein neues Gebiet und erwartet von dir, dass du Chaos erzeugst, Quests entdeckst, Geheimnisse lüftest und dein Ziegenleben nach deinen eigenen Regeln gestaltest – also quasi alles wie immer! Und doch ist Baadlands ein riesiger Sandkasten, der nicht nur zum Experimentieren einlädt, sondern es aktiv fordert. Die spielerische Grundidee bleibt hierbei allerdings unverändert.
Du rennst, springst, schleuderst, schleckst, headbuttest und stolperst durch eine offene Welt, in der fast jeder Gegenstand interagierbar ist. Doch die neue Karte ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern spielerisch erstaunlich dicht gestaltet. Überall verbergen sich Quests, Instinkte, NPCs und Orte, die zu experimentellen Aktionen einladen. Vom Zerstören von Raider-Lagern bis hin zum improvisierten Pizzaofen, in dem man so gut wie alles zu einem Topping verarbeiten kann. Man folgt keinem roten Faden, sondern springt von Fund zu Fund, stolpert in Quests hinein, entdeckt neue Mechaniken und hat das Gefühl, in der Wüste ständig etwas Neues zu erleben. Hier setzt Baadlands auf das bereits gewohnte Spielprinzip vom Hauptteil der Reihe.
Der Apokalypse einen Sinn geben
Einer der zentralen neuen Spielbestandteile der Baadlands ist das Motorrad, das Pilgor durch einen einzigen Pfiff herbeiruft. Es verleiht dem Spiel ein völlig neues Gefühl von Geschwindigkeit und Movement. Gleichzeitig bietet es ein völlig neues Level an Chaos. Die Steuerung ist absichtlich übertrieben und wirkt manchmal, als würde das Motorrad eher gegen dich arbeiten als für dich. Gerade am Anfang landet man häufiger in einer Düne, in einem Felsen oder in einem explodierenden Fahrzeug, als einem lieb ist. Doch je länger man damit spielt, desto klarer wird, dass dieser Mix aus Unberechenbarkeit und Upgrade-Optionen genau das Ziel dieses neuen Items ist. Upgrades, die im Camp freigeschaltet werden, verbessern Handling und Performance sichtbar, und spätestens wenn man durch Raiderhorden brettert oder einen sandvergrabenen Wurm verfolgt, ergibt das Motorrad ein stimmiges Gesamtbild.
Das Scrap-System ist vielleicht die sinnvollste spielerische Neuerung von Baadlands. Scrap fungiert als zentrale Währung, mit der Camp-Features, Händler-Gegenstände, Ausrüstung und Motorrad-Upgrades freigeschaltet werden. Dadurch entwickelt die eigentlich ziellose Sandbox eine strukturierte Progression, die perfekt zur Philosophie des Spiels passt. Scrap bekommt man zwar durch Zerstörung fast aller Objekte, doch durch das Kopierer-Feature entsteht schnell ein cleverer, humorvoller und absichtlich alberner Exploit, der das Farmen erleichtert. Upgrades wie Garage, Werkstatt oder neue Crafting-Möglichkeiten schaffen ein Gefühl von Wachstum, das überraschend gut funktioniert und sogar zum langfristigen Erkunden motiviert. Der finale Anreiz, den mysteriösen Vault 55 freizuschalten, wirkt schon etwas nach Endgame.
San Angora in seiner absurden Endzeitform
Die neue Wüstenkarte wirkt gleichzeitig vertraut und fremd. Man erkennt zerstörte Überreste von San Angora, während überall neue Siedlungen, Raider-Lager, bizarre Farmen oder mutierte Früchte lauern. Diese Mischung erzeugt einen postapokalyptischen Stil. Quests wie das Pizza-Crafting, das Sandwurmreiten oder die neuen Radio-Turm-Puzzles erweitern das Spektrum der Goat-Reihe deutlich. Die Radio-Türme sind ein gutes Beispiel für die neuen Designansätze. Dies sind kleine Schalterrätsel, die spielerisch simpel bleiben, aber durch die chaotische Physik und Stromschläge automatisch zur „Goat-Comedy“ werden. Es ist diese ständige Balance zwischen Herausforderung und Scheitern, die Goat Simulator 3 so besonders macht. Selbst dann, wenn eine Quest frustriert, etwa weil die Steuerung bei Platforming-Passagen nicht mithalten kann, bleibt der abgedrehte Humor stets im Vordergrund.
Technisch bleibt Goat Simulator 3 in den Baadlands auf dem Level des Hauptspiels. Mit solider Performance, stabiler Bildrate, gute Lesbarkeit und ein Design, das ganz bewusst nicht realistisch sein will. Die Steuerung ist weiterhin bewusst unpräzise, was in vielen Situationen Teil des Spieldesigns ist. Platforming ist nie die Stärke von Goat Simulator gewesen, wodurch man dank abrutschender Ziegenfüße und der überzogenen Physik häufig die Nerven. Auf der anderen Seite sorgt genau dieses unberechenbare Verhalten für die ikonischen Momente der Reihe, die den Spielspaß überhaupt erst definieren. Im Koop funktioniert das Ganze reibungslos, bis man beschließt, sich fünfzigmal zu duplizieren, was aber eher als Feature gesehen werden kann.
Fazit zu Goat Simulator 3: Baadlands Furry Road
Baadlands ist das ultimative Chaos-Buffet für Goat-Simulator-Fans Baadlands
Furry Road ist die Art Erweiterung, die sich nicht neu erfinden muss. Und das liegt vor allem daran, weil Goat-Fans genau wissen, was sie wollen. Mehr Chaos, mehr Absurdität, mehr physikalischer Nonsens und vor allem einen neuen Spielplatz, der diese Elemente nochmals verstärkt. Die Wüste bietet unzählige Geheimnisse, neue Mechaniken wie Scrap und Camp-Aufbau bringen frischen Wind ins Progressionsmodell und das Motorrad sorgt für einen albernen und spaßigen Bewegungsschub.
Wer den Humor des Goat Simulators liebt, bekommt hier eine absolut gelungene Erweiterung. Wer mit der Reihe bisher nichts anfangen konnte, wird auch hier nicht überzeugt. Dafür ist das Konzept zu speziell und zu bewusst chaotisch. Doch für Fans bietet dieser DLC die langersehnten frischen neuen Inhalte, die den Spielspaß über weitere drei bis vier Stunden tragen – und das wie immer im Koop-Modus mit bis zu vier Ziegen.
Positiv:
Negativ:
Online Multiplayer
Couch-Koop / Splitscreen
Mikrotransaktionen
Lootboxen
Onlinezwang
Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs
Ab in die Sammlung?
Wer Goat Simulator 3 liebt, bekommt mit Baadlands: Furry Road ein herrlich durchgeknallten Pflichtkauf, der für wenig Geld enorm viel Chaos, Humor und neuen Spielspaß liefert.






