Eine neue Analyse zeigt, dass PlayStation mit PC-Ports seit fünf Jahren ein Milliardengeschäft macht. Doch die Verkäufe der neuesten Blockbuster lassen deutlich nach, was eine Wende für die Strategie des Konzerns bedeuten könnte.
Erste Zahlen zum PC-Geschäft von Playstation
Seit Sony damit begonnen hat, seine exklusiven PlayStation-Spiele auch für den PC zu veröffentlichen, hat der japanische Technologieriese nach Schätzungen des Analyseunternehmens Alinea Analytics etwa 1,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 1,37 Milliarden Euro) auf der Vertriebsplattform Steam umgesetzt. Die Summe, die sich über einen Zeitraum von fünf Jahren angesammelt hat, ist beeindruckend, wird jedoch durch die schiere Größe des PlayStation-Geschäfts relativiert: Allein im letzten Quartal erzielte die gesamte PlayStation-Sparte einen Umsatz von rund sieben Milliarden Dollar. Laut dem Bericht muss Sony etwa 30 Prozent der Einnahmen aus den Steam-Verkäufen an Valve, den Betreiber der Plattform, abführen. Nach diesem Abzug verbleiben dem Konzern netto schätzungsweise 1,2 Milliarden Dollar.
Helldivers 2 als klarer PC-Spitzenreiter
Den Prognosen der Datenfirma zufolge ist der kooperative Shooter „Helldivers 2“ bei weitem der erfolgreichste Titel, den Sony auf dem PC veröffentlicht hat. Es folgen die Ports von „Horizon Zero Dawn“ und „God of War“.
Doch die aktuellen Daten deuten auf ein Problem hin: Die Fortsetzungen der etablierten Franchises schneiden auf PC deutlich schlechter ab als ihre Vorgänger. Alinea Analytics geht davon aus, dass „Horizon Forbidden West“ dreimal langsamer verkauft wurde als Aloys erste Reise in „Zero Dawn“. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei „God of War Ragnarok“ und „Marvel’s Spider-Man 2“ ab. Dieser Abwärtstrend legt nahe, dass sich der Neuigkeitseffekt abnutzt. Die Ankündigung, dass ein ehemaliges PlayStation-Exklusivtitel nun auf dem PC erscheint, hat nicht mehr die gleiche Zugkraft wie zu Beginn der Initiative.
Kürzere Wartezeiten als mögliche Lösung
Um die Verkäufe wieder anzukurbeln, könnte Sony die Zeitspanne zwischen der Veröffentlichung auf der eigenen PS5-Konsole und der PC-Version verkürzen. Dies wäre jedoch ein zweischneidiges Schwert, denn der Konzern müsste sorgfältig abwägen, ob dadurch nicht die Attraktivität seiner Konsole leidet. Ein durchaus sensibles Thema angesichts der anstehenden Neuauflage der „Steam Machine“ von Valve und der Ankündigung von Microsoft, das Xbox-Ökosystem weiter zu öffnen.
In jüngster Zeit gab es Gerüchte, dass Sony seinen Fokus auf den PC-Markt wieder verringern könnte. Ob diese zutreffen, wird sich erst an den zukünftigen Veröffentlichungsterminen zeigen.
Fest steht vorerst: Selbst wenn die Schätzungen von Alinea Analytics exakt zutreffen, ist Steam für Sony ein lukratives Zusatzgeschäft, aber bei weitem nicht die Haupteinnahmequelle. Der PC bleibt das Sahnehäubchen – nicht der Hauptgang.
Quelle: Alinea Analytics
Bilder © Sony Interactive Entertainment



