Auf der gamescom 2025 führte mich mein Weg zum Stand von Focus Entertainment, wo ich MIO: Memories in Orbit ausprobieren konnte. Das Metroidvania hat durch seinen futuristischen Stil und einige Eigenheiten im Art Style seinen ganz eigenen Charme. Aber reicht das um zu überzeugen?
Die Magie des Art Styles
MIO erwacht auf der Vessel, einer gigantischen Arche, die ebenso majestätisch wie verlassen wirkt, überwuchert von wucherndem Grün und Schatten der Zivilisation. Jeder Raum fühlt sich handgezeichnet an – als würde man durch ein Aquarell-Tableau wandeln, das von Sci-Fi-Elementen durchzogen ist. Das visuelle Design wirkt gleichzeitig nostalgisch und frisch – ein Mix aus Anime-Ästhetik, Comic-Einfluss und technologischer Dystopie. Diese Mischung hat irgendwas sehr Faszinierendes an sich und gerade, wenn ich mal neuartige Art Styles entdecke, packt mich sowas schon atmosphärisch auf eine eigene Art und Weise.
Das etwas andere Movement
In der Demo durfte ich mich mit MIO durch eine frühe Sektion der Vessel bewegen. Mio unterscheidet sich im Movement sehr deutlich von anderen Metroidvanias, was sicherlich auch eines der größten Alleinstellungsmerkmale sein dürfte. Das gleitende Fortbewegen, das Wandspringen und Klettern mit tentakelartigen Beine – alles wirkt organisch und cool verbunden. Dadurch entsteht zudem ein sehr schöner Flow, gerade in Bezug auf die Platforming-Elemente. Das liegt aber auch daran, dass Mio trotz seiner Tentakel, sich sehr präzise steuern lässt. Durch das Movement ergeben sich manchmal auch Optionen in der Spielwelt, an die man vielleicht zunächst gar nicht denkt. Doch mit der Zeit wird man mit den Möglichkeiten etwas vertrauter und probiert dann auch mal die Möglichkeiten, die einem das Spiel gibt.
Das Metroidvania-Prinzip lebt hier richtig aus. Die Vessel ist kein langer Korridor, sondern ein vernetztes Organ, in dem man Wege entdeckt – sofern man auch das Movement voll ausreizt. In der Demo entdeckte ich geheimen Bereich, ergründete komplexe Räume, traf auf Gegnergruppen und einen knackigen Boss, den ich allerdings nicht bezwingen konnte. Aus zeitlichen Gründen natürlich. *hust*. Aber MIO ist tatsächlich auch kein ganz so einfaches Spiel und fordert einem Mächtig was ab!
Geheimtipp?
MIO ist eigentlich somit auch ein sehr schöner Kontrast. Das Setting und der Look haben sehr einladendes. Gerade weil MIO auch sehr bunt sein kann, in Kombination mit dem schraffierten Comic-Look, vermutet man im ersten Moment vielleicht nicht zwangsläufig, dass manche Platforming-Passagen und Kämpfe nicht unbedingt im ersten Moment machbar sind. Dazu passen aber die Sci-Fi-artigen Lo-Fi-Beats, die auch etwas Melancholisches mitbringen.
MIO: Memories in Orbit ist ein etwas anderes Metroidvania. Zwar ist es in seiner grundlegenden Struktur natürlich seinem Genre treu, doch ein sehr grundlegender Kniff macht es dann doch eigen. Das Movement, mittels der Tentakel, fühlt sich nicht nur sehr anders an, es eröffnet auch neue Möglichkeit. Der gute Flow wirkt sich auf das Platforming und die Kämpfe aus, sodass sich MIO durchaus auch von Genrekollegen abhebt. Zudem sorgt der knackige Schwierigkeitsgrad für die gewisse Challenge. Ob es für einen Geheimtipp reicht? Das wird sich zeigen, wenn Progression, Level Design und Gegner-Design genug Abwechslung mitbringen. Das können wir natürlich heute noch nicht final einschätzen, aber die Tendenz zeigt: Daumen nach oben!




