HELA gehört zu den Spielen, die man auf einer Messe fast übersehen könnte – kein greller Shooter, kein Blockbuster mit riesigem Stand, sondern ein kleines, charmantes Indie-Projekt. Auf der gamescom 2025 durfte ich selbst Hand anlegen und habe mich ein wenig verliebt: Dieses Mäuse-Abenteuer könnte ein kleiner Indie-Koop-Geheimtipp sein!
Klein, aber oho
In der Demo von HELA übernehmen wir die Rolle einer Maus, die für eine kranke Hexe unterwegs ist. Die Prämisse ist simpel, aber stimmig: Zutaten müssen gesammelt, Tränke gebraut und Aufgaben erledigt werden, damit die Hexe wieder gesund wird. Was auf dem Papier nach einer überschaubaren Aufgabe klingt, entfaltet sich in der Praxis zu einer extrem unterhaltsamen Spielerfahrung. Und ganz so einfach ist es auch nicht, schließlich ist man ja eine kleine Maus! Die von skandinavischer Folklore durchzogenen Welt bietet verwunschene Wälder, kleine Bäche, alte Bergpfade. Dazu passt die Perspektive perfekt: Aus der Sicht einer Maus wirkt die Welt groß, aber dennoch einladend und jedes Hindernis wird wahrlich zur Herausforderung.
Spider-Maus
Die Demo begann in einem kleinen Hub-Bereich, der wie ein Tutorial funktioniert. Dort konnte ich die Steuerung kennenlernen, die sofort intuitiv wirkte. Besonders spaßig war das Schwingen mit einer Liane, fast wie ein kleiner Mäuse-Spider-Man – eine Mechanik, die sofort Lust machte, die Welt zu erkunden. Mit der Liane kann man flexibel an nahezu sämtlichen höher gelegenen Objekten entlang schwingen. Auffällig war, dass es kaum künstliche Begrenzungen gab. Stattdessen durfte ich frei umherlaufen, verschiedene Wege ausprobieren und kleine Geheimnisse entdecken. Zwar ist die Welt dann für sich gesehen nicht riesig, doch die Entwickler haben es verstanden, jeden Abschnitt lebendig und sinnvoll wirken zu lassen. Allein die Bewegung durch die Spielwelt funktioniert so gut! Man kann sogar von höher gelegenen Objekten herab gleiten. Dazu hält man den Rucksack quasi gegen den Wind und schon fliegt man durch die Spielwelt. Es macht das Movement so viel dynamischer und abwechslungsreicher.
Let them cook!
Ein Highlight war eindeutig das Brauen eines Tranks. Klingt banal, ist es aber nicht, denn es kam auf das genaue Befolgen der Anweisungen an: mehrmals umrühren, den Blasebalg betätigen, den Gong schlagen – aber alles nur in der richtigen Reihenfolge und ohne Übertreibung. Machte ich einen Fehler, musste der Vorgang neu starten. Dieses Minispiel wirkte liebevoll umgesetzt und passte wunderbar zum Flair der Geschichte. Dazu kamen kleine Sammelobjekte wie Eichel-Hüte, die optisch nett sind, aber keinen spielerischen Zwang erzeugen. Durch die Augen einer Maus wirken nämlich alle Objekte auch so unfassbar groß und werden plötzlich zur Herausforderung, aber auf eine liebevolle Art!
Nie ohne mein (Mäuse-) Team
Besonders interessant war auch der Koop-Modus. Auf der Messe spielte ich zu zweit im Splitscreen, und das funktionierte überraschend gut. Gerade weil die Steuerung so eingängig ist, bot sich die Möglichkeit, das Spiel sofort gemeinsam zu erleben. Das Spiel soll zwar auch genauso gut solo funktionieren, aber man merkt schon, dass es spielmechanisch einfach etwas besser greift, wenn man sich koordiniert und Aufgaben zu zweit angeht. Manche Rätsel sind nun mal so konzipiert, dass man dafür eine zweite Maus braucht. Dafür kann man aber eine Silhouette einer Maus beschwören, wenn man etwa einen Schalter an einer anderen Stelle aktivieren muss. Ist eine bestmögliche Alternative, aber eben nicht das Gleiche. Final sollen bis zu vier menschliche Spieler*innen zusammen spielen können. Die Demo lief grundsätzlich rund, bis auf einige kleinere Ruckler, aber die Entwickler betonten, dass daran gearbeitet wird. Immerhin handelte es sich hierbei auch um eine Pre-Alpha-Version. Wir sind also noch ein gutes Stück von der fertigen Version entfernt! Aber dafür lief die schon echt richtig gut und insbesondere die Steuerung funktionierte angesichts des Entwicklungsstatus sehr präzise.
Jetzt schon ein kleines Messe-Highlight
Mein Fazit nach der Anspiel-Session fällt entsprechend positiv aus. HELA ist ein Spiel, welches mich schnell aufgrund seines Stils aus Cuteness inmitten einer realistisch anmutenden Welt packte. Atmosphärisch punktet das Spiel auf ganzer Linie. HELA vermittelt das Gefühl, in eine kleine, märchenhafte Welt einzutauchen, die nicht bedrohlich, sondern warm und freundlich wirkt. Dazu überzeugt mich besonders das vielseitige Movement und all die Koop-Mechaniken, die bereits in der Demo gut ineinander griffen. Wenn das Niveau gehalten wird und die Technik am Ende passt, könnte HELA eine kleine Indie-Überraschung werden.





