Es ist das Jahr der Fun-Racer! Neben Mario und Kirby steigt auch Sonic Racing: CrossWorlds in den Ring…äh die Strecke. Die Reihe hatte zuletzt zwar einen schwierigeren Stand, aber SEGA geht nun mit CrossWorlds All In. Jetzt schon stehen DLC’s mit namhaften Charakteren in den Startreihen, etwa mit Spongebob oder Minecraft. Aber kann das Spiel auch auf der Strecke überzeugen? Wir konnten es auf der gamescom 2025 anspielen!
Eine Dimension weiter, bitte!
Sonic Racing: CrossWorlds entpuppte sich während meiner Anspiel-Session auf der gamescom als deutlich ambitionierter Arcade-Racer, der sich als deutlich verbessert gegenüber seinen Vorgängern präsentiert. Schon im ersten Rennen beeindruckte das Spiel mit seiner „CrossWorlds“-Mechanik, bei der Dimensionsportale die Streckenführung buchstäblich auf den Kopf stellen. Plötzlich wechselte die Route von einer klassischen Museumspiste – vorbei an übergroßen Propellern und Laserfallen – zu einem Urzeit-Level, in dem Wasserfälle und Dinosaurier als Hindernisse fungieren.
Tolles Streckendesign
Die Strecken sind spektakulär aufgebaut und setzen jede Menge visuelle Effekte ein: enge Kurven, bewegliche Boost-Felder, Sprungabschnitte und Passagen, in denen das eigene Fahrzeug zur Flug- oder Wasserform transformiert wird. Das bringt ein enormes Tempo ins Rennen und macht jede Runde extrem abwechslungsreich – insbesondere, weil der Führende am Ende der ersten Runde über Dimensionsportale die Streckenwahl für alle ändern darf. Die Streckenstruktur hat mich wahrscheinlich am Meisten überrascht, weil die Pisten nicht nur optisch ein Spektakel bieten, sondern sich auch sehr abwechslungsreich und rasant spielen lassen. Da muss sich Sonic nicht vor Mario verstecken!
Da blüht der Tuner in mir auf
Was mir besonders auffiel, war die taktische Tiefe: Vor jedem Rennen entscheidet man sich nicht nur für einen Charakter, sondern auch für spezifische Fahrzeug-Typen wie Speed, Robustheit oder Beschleunigung. Durch gezielte Modifizierungen an Karosserie, Reifen und Extras lässt sich das Fahrverhalten deutlich beeinflussen. Extras wie Beschleunigungsbooster oder kurze Erholungsphasen nach Treffern machen bei engen Duellen oft den Unterschied aus. Individualisierung wird echt groß geschrieben.
Nicht nur lassen sich die Karts in ihren Werten mit zig verschiedenen Optionen aufwerten, auch lassen sich sogar die Autos mit Aufdrucken optisch frisieren. Das bringt mal frischen Wind in das Fun-Racing-Genre. Am Ende stellt sich natürlich die Frage, ob das Ganze nicht zu komplex ausfällt und das Balancing negativ beeinflusst. Aber um das zu beurteilen, bräuchte es deutlich mehr Zeit. Allerdings fiel mir auf, dass das Handling der Karts sich einen Hauch schwammiger anfühlt, als in Mario Kart. Vielleicht lag es an der Kartwahl, vielleicht am grundsätzlichen Handling. Aber das müssen dann mehr Durchgänge beweisen.
Volles Roster
CrossWorlds hebt sich durch sein Rivalen-System ab: Für jede Grand-Prix-Runde wird ein individueller Kontrahent zugeteilt, der mit einzigartigen Herausforderungen für zusätzliche Spannung sorgen soll. In meinen 4 Rennen stellte sich das Feature jetzt aber noch nicht als besonders große Bereicherung heraus, sondern eher als nettes Gimmick. Aber vielleicht sind im fertigen Spiel ja noch tiefgreifendere Mechaniken versteckt. Besonders lobenswert ist die Auswahl an Charakteren – nicht nur Sonic und Freunde sind dabei, sondern auch überraschende Gaststars wie Hatsune Miku, Joker und sogar Minecraft-Figuren. Nach und nach werden weitere Gastcharaktere angekündigt, was für Langzeitmotivation sorgen dürfte. Aber: Natürlich hat der Spaß auch seinen Preis!
Copy & Paste?
Es gibt, trotz einiger Unterschiede, auch sehr viele Parallelen zu Mario Kart. Der Start ist eine Frage des Timings, beim Driften sammelt man mit dem Stick-Wiggel weitere Boosts, sogar Zweifach-Items gibt es hier. Es enthält jedoch immer kleine Abwandlungen: Beim Start hat man bspw. eine Anzeige, bei der man per Knopfdruck die Nadel beim kleinen, grünen Feld stoppen muss, um einen Boost zu bekommen. Auch Stunts bei Rampen gibt es. Doch anders als in Mario Kart, wo man beim Absprung eine Taste drücken muss, gilt es hier mit dem linken Stick das Kart um jeweils 180° in sämtliche Himmelsrichtungen zu drehen. Das kann man soweit mit Drehungen kombinieren, dass damit 360°, 720° und mehr erreichen kann. Je mehr man sich in der Luft dreht, desto mehr Boost. Das spielt sich frisch und etwas interaktiver!
Positive Überraschung – Sonic Racing macht echt Laune!
Das Spiel läuft butterweich und setzt die Streckenwechsel ohne merkbare Ladezeiten um – gerade bei den CrossWorlds-Momenten entstand ein echter „Wow“-Effekt. Die Farbpracht ist knallig und es ist optisch stets ein Effektfeuerwerk, dennoch bleibt das Geschehen im Großen und Ganzen übersichtlich. Dank Splitscreen und Online-Modus (Crossplay) können bis zu zwölf Spieler gegeneinander antreten.
Mit seinen kreativen Dimensionen-Wechseln, einer Fülle an Individualisierungsmöglichkeiten und einem bunten Cast macht Sonic Racing: CrossWorlds bereits jetzt den Eindruck, sowohl für Serien-Fans als auch Racing-Veteranen einiges zu bieten. Der Arcade-Fun-Faktor ist enorm hoch – und es bleibt spannend, wie sich die finale Version im umfangreichen Netzwerk-Test und nach Release schlägt. Doch jetzt schon zeigte sich, dass CrossWorlds ein durchaus würdiger Konkurrent für den bärtigen Klempner ist.






