Da hat man gerade erst ins Jahr 2024 gefunden, schwupps ist es auch schon wieder um. Einmal mehr stehen wir damit auch schon wieder an einem Punkt, um auf das zu blicken, was uns die letzten 12 Monate im Gaming Bereich beschäftigt hat. Das ist nämlich eine ganze Menge! Leider aber überschattete eine Kündigungs- und Schließungswelle das Jahr, wie wir es kaum für möglich gehalten haben. Bereits 2023 war hier ein dunkles Kapitel. Doch das schien nur der Vorgeschmack zu sein. Zehntausende Menschen verloren ihren Job. Eine Katastrophe für die Branche und für die Menschen, die Spielball einer teils orientierungslosen und profitgierigen Unternehmenspolitik wurden. Man kann nur hoffen, dass das bald ein Ende findet.
Januar 2024 – DER Überraschungshit
Im Januar gab es nur ein Thema: Die Pals erobern die Welt! Als „Pokémon mit Knarren“ erlangte Palworld schnell Aufmerksamkeit im Netz. Doch aus Aufmerksamkeit wurde Hype! Innerhalb weniger Tage verkaufte sich das Spiel millionenfach. Ein Erfolg, mit dem in der Form niemand gerechnet hat. Tag für Tag durften neue Verkaufsrekorde verzeichnet werden und schnell war die Zahl verkaufter Spiele zweistellig. Die Mischung aus Fangen, Kämpfen, Survival, Crafting, Erkunden und Prozessautomatisierung löste einen regelrechten Hype aus. Doch ein Thema war Teil dessen: Die Pals gleichen dem Desgin vieler Pokémon verdächtig! Die Tatsache, dass die immensen Ähnlichkeiten einher gehen mit Aussagen des Studios, in denen man sich überschwänglich positiv zu KI in der Spieleentwicklung äußerte, löste Bedenken aus. Aber es rief auch Nintendo auf den Plan.
Denn gegen ein Patent verstieß das Studio sehr offensichtlich: Das Fangen von Wesen mit Bällen. Auch gerichtlich gewann Nintendo in diesem Streitpunkt und mittlerweile wurde diese Animation in Palworld gelöscht. Wie es um das strittige Thema steht, bei dem Pals sehr den Pokémon ähneln, bleibt unklar. Indes feierten Kritiker noch im Januar den Release von Tekken 8 und Prince of Persia: The Lost Crown. Letzterer Titel verkaufte sich jedoch leider nicht so gut, wie von Ubisoft erhofft und das Team dahinter wurde, wie sollte es anders sein, aufgelöst. Trotz unseres NAT-Awards! Immerhin wurden die Leute auf andere Projekte aufgeteilt. Anders jedoch bei Microsoft, Eidos, Riot Games, Twitch, Discord und Unity. Überall dort wurden Kündigungen ausgesprochen und Tausende mussten bereits zum Jahresbeginn auf Arbeitssuche gehen.
Februar 2024 – Viele Flops und ein Hoffnungsschimmer
Selbstverständlich ging das „Leute vor die Tür setzen“ auch im Februar weiter. Allen voran Sony und Electronic Arts, sodass nochmal über 1500 Menschen arbeitslos wurden. Dabei hatte zumindest Sony einen eigentlich guten Monat. Denn mit Helldivers 2 gelang ein Erfolg auf ganzer Linie. Das Spiel eroberte im Schnellverfahren PC und Konsole und ließ im Koop-Modus die Bildschirme glühen. Es zeigte aber auch, dass es kein Vollpreisspiel und auch keine übermäßigen Mikrotransaktionen braucht, um ganz gut Geld zu machen. Auch Final Fantasy 7: Rebirth erschien und wusste zu überzeugen und sahnte bei den Game Awards einige Nominierungen ab. Doch bei Sony tut sich viel mehr. Es steht ein Führungswechsel an und ein Thema bei Sony ist die Optimierung der bislang mäßigen Margen. Ein Eckpfeiler dazu soll sein, die Spiele auch zukünftig alle gleichzeitig auf den PC zu bringen.
Man wolle sich hier von absoluten Exklusivitäten lösen. Gleiches wurde auch die Lehre bei Square Enix, nachdem kein Playstation-exklusives Spiel der jüngeren Vergangenheit die Erwartungen erfüllte. Ein besonderer Fall ist da sicherlich Foamstars. Das Live-Service Game enttäuschte nach einem sehr kurzen Hype und selbst die Umstellung von einem Bezahlmodell auf Free to Play änderte nichts. Noch schlimmer: Square Enix gab nun sogar bekannt den Live Service beenden zu wollen. Die Server würden zwar noch weiter laufen, doch eine Abschaltung scheint jetzt nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Ebenfalls enttäuschte Suicide Squad von Rocksteady, nachdem Publisher Warner scheinbar heftige Einschnitte machte.
Auch in unserem Test fiel uns hier wenig Positives auf. Das sahen die Fans ähnlich und das Spiel floppte brachial. Der noch bekanntere Flop wurde dann aber Skull & Bones. Nachdem bereits zuvor die Open Beta zerrissen wurde, kaufte sich kaum jemand mehr das finale Spiel. Trotz eines kostenlosen Gaming-Wochenendes wollte sich einfach niemand mehr mit dem Spiel befassen. Ein Millionengrab. Das Spiel floppte bei Kritikern und schließlich auch an den Kassen. Es ist für Ubisoft eine von vielen Pleiten.
März 2024 – Die Spieleflut beginnt
Der März ist auch immer ein Erwachen aus dem Winterschlaf. Ob WWE 2K24, Planet Zoo, Palia, Dragon’s Dogma 2, Rise of the Ronin oder Alone in the Dark. Der März war voll mit neuen Games. Das meiste davon auch durchaus erfolgreich und beliebt, ohne aber ganz wilde Ausreißer nach oben zu haben. Lediglich Alone in the Dark konnte leider nicht an den Kassen überzeugen und auch die Meinungen der Spielepresse gingen hier auseinander. Ich für meinen Teil mochte das Spiel aber durchaus und finde es schade, dass das Team dahinter auch bereits aufgelöst wurde und wir so schnell kein Comeback sehen werden.
Aber zuvor verkündeten bereits Activision und Sega zahlreiche Entlassungen, sodass auch der März unterm Strich wieder ein großer Rückschlag für die Branche war. Leider. Aber es gab auch gute Nachrichten. Saber Interactive kaufte sich nämlich von der Embracer Group frei. Die erlangten dadurch Unabhängigkeit und gleichzeitig konnte die Embracer Group etwas liquide Mittel sicherstellen.
April 2024 – Durchhänger
Der April war weniger von großen Releases geprägt. Mit Sand Land erschien ein zunächst heiß erwarteter Titel, der jedoch bereits im vergangenen Jahr auf der gamescom eher gemischte Gefühle bei uns hinterließ. Letztlich fiel auch das finale Spiel eher durchschnittlich aus und war auch kein wirklicher Kassenschlager. Immerhin begeisterte Stellar Blade und war letztlich auch auf den Game Awards in den Nominierungen zu finden. Der Action-Schnetzler überzeugte vor allem durch sein Kampfsystem. Bei manch anderen eher aus…ästhetischen Gründen.
Weniger erfreulich war die Tatsache, dass Nintendo die Online-Services für Wii U und 3DS beendete, wodurch nicht nur Online-Mechaniken entfielen, sondern auch rein digitale Titel einfach von der Bildfläche und für immer verschwanden. Ebenso traurig war die Ankündigung von Take Two, dass man bis Jahresende 5% der Gesamtbelegschaft entlassen wollen. Immerhin gab es aber auch ein kleines filmisches Highlight, bzw. eine Serie. Nämlich die zu Fallout! Die Amazon-Produktion konnte richtig überzeugen und gilt jetzt schon als eine der besten Videospieladaptionen. Da darf Staffel 2 gerne kommen!
Mai 2024 – Kleine Überraschungen
Fangen wir erstmal mit den positiven Nachrichten an, bevor wir wieder über Studioschließungen sprechen. Mit Animal Well und Indika erschienen zwei Titel, die den Indie-Markt aufwirbelten. Insbesondere Animal Well konnte auch auf den Game Awards einige Nominierungen erzielen. Auch unser Redakteur Maarten ist großer Fan des Titels und bezeichnet es sogar als für sich „monumentalen Meilenstein in der Videospielgeschichte“. Eine Steam-Wertung von 96% spricht hier denke ich für sich. RPG-Fans hatten derweil die Möglichkeit in einen Game Cube Klassiker einzutauchen. Paper Mario: Die Legende vom Äonentor war ein immens gefeierter Titel für die Würfelkonsole und auch die Neuauflage für die Switch fing die Stärken des Originals gekonnt ein.
Weniger Liebe als das Original erfuhr das Sequel zu Hellblade. Der zweite Teil war zwar ein audio-visuelles Meisterwerk, doch musste sich das Spiel vieler spielerischer Kritik stellen. Auch die Geschichte fällt für viele Fans hier ab, im Vergleich zum Erstling. Das Spiel entpuppte sich somit nicht als erhoffter Durchbruch für Microsoft. Mehr zu feiern hatte Ubisoft. Denn der Release von XDefiant war ein voller Erfolg und die Server rappelvoll. Dass die Freude nicht lange anhalten sollte, wissen wir ja bereits. XDefiant entpuppte sich schnell als wenig gespielter Shooter. Die Konsquenz war leider letzten Endes, dass auch bereits das Ende des Spiels verkündet wurde. Anfang Juni 2025 werden die Server geschlossen.
Wo wir schon wieder bei „geschlossen“ wären. Microsoft schloss die Studios Arkane Austin und Alpha Dog Games. Erstere kennt man vom missglückten Spiel Redfall, während Alpha Dog Games eher im Mobile Sektor zuhause war. Deren letztes Spiel Mighty Doom floppte und Microsoft zog hier sehr schnell die Reißleine, anstatt hier möglicherweise Änderungen herbeizuführen. Ein drittes Microsoft Studio, Roundhouse Studios, wurde ebenfalls geschlossen. Immerhin aber wurde die Belegschaft zu Zenimax Online Studios transferiert. Übrigens wurde im Mai ein gewisses Spiel mit dem Namen „Concord“ angekündigt. Mehr dazu aber später.
Juni 2024 – Der Monat der Ankündigungen
Ihr kennt das Spiel mittlerweile. Erstmal die „Nicht-Schließungen-News“. Das Summer Game Fest 2024 fand statt und damit einher gingen natürlich wieder zahlreiche Ankündigungen, auf die wir uns freuen durften. Ob Metroid Prime 4 oder auch Anno 117, es gab zahlreiche spannende Games, die gezeigt wurden und die auf uns 2025 warten. Weniger erfreulich war die News, dass Sony auch 2024 der gamescom fern bleiben wird. Wir hatten aber trotzdem Spaß. Ätsch! Aber dazu mehr im August. Mit Still Wakes the Deep erschien im Juni auch ein Horror Game, welches durchaus solide Wertungen erhielt und Nerven strapazierte. Noch besser gelang aber das dem Spiel Chained Together. Das kooperative Climbing Game entpuppte sich zum Twitch-Hit, weil es das Potenzial hat auch engste Freundschaften zu zerstören.
Für seelischen Bruch sorgte auch Shadow of the Erdtree. Die Erweiterung für Elden Ring brachte massig Content mit und entfachte einen erneuten Elden Ring Hype, bei dem viele Leute auch wieder den Game Over Screen sahen. Angesichts der dramatischen Lage der Branche erspare ich mir hier eine zynische Überleitung. Microsoft schloss (Überraschung!!) ein weiteres Studio. Leider traf es Tango Gameworks, die das herausragende Hi-Fi Rush im letzten Jahr veröffentlichten. Schade, denn das Team kreierte damit einen absolut herausragenden Titel, der noch mehr Aufmerksamkeit verdient!
Aber props an Krafton. Die haben sich kurzerhand das Team geschnappt und übernahmen Tango Gameworks im August. Auch Take Two bekleckerte sich nicht mit Ruhm und schloss Intercept Games, während Sumo 250 Leute entließ. Auch das Just Cause Studio feuerte einen Teil der Belegschaft. Während Take Two aber auf der einen Seite Leute vor die Tür setzte, kaufte man Gearbox Entertainment von der schwächelnden Embracer Group ab für ca. 460 Millionen US-Dollar.
Juli 2024 – Sommerloch? Von wegen!
Der Sommer ist ja eigentlich immer als Zeit bekannt, in der gar nicht soooo viel passiert. Aber was soll ich sagen, der Juli 2024 hatte andere Pläne. Zunächst gab es extrem viele Releases! Once Human wurde bereits von vielen erwartet, wurde dann auch zahlreich gespielt, aber so richtig überwältigt sind die Leute nicht. Das Spiel muss sich vielen negativen Kritikpunkten gegenüberstellen, auch wenn die Spielerzahlen mittlerweile immer noch recht ordentlich sind. Positiv lief es für Dungeons of Hinterberg, welches tolle Wertungen erhielt und dank des Charmes und der Spielmechaniken auch außerhalb von Gaming Websites viele Fans fand. Anders erging es Flintlock: The Siege of Dawn. Miese Technik, wenig ausgefeiltes Handling in den Kämpfen und ein uninspiriertes World Building kamen hier zusammen und hauten niemanden vom Hocker. Eine Enttäuschung für Action-RPG Fans.
Währenddessen feirte EA Sports College Football einen gigantischen Erfolg und zeigte, dass das Interesse am College Football immens ist! Zumindest in den USA. Der Titel entpuppte sich als einer der erfolgreichsten Sport-Titel des Jahres. Ein persönliches Highlight, welches jedoch deutlich weniger Aufmerksamkeit bekam, war Kunitsu Gami: Path of the Goddess. Ein tolles Spiel von Capcom, welches andersartig, kreativ, aber auch sehr spielenswert ist. Strategie-Fans konnten außerdem noch in den F1 Manager 2024 springen, der einige Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr brachte. Positiv war ebenfalls die Nachricht, dass sich unter Blizzard erstmals eine Gewerkschaft mit ca. 500 Angestellten in den USA formten. Das ist dort, insbesondere in der Videospielindustrie, sehr unüblich, aber begrüßenswert!
Leider lief im Juli nicht alles rund. Die Übernahme von Bungie durch Sony tat dem Studio wohl nicht so gut und 220 Leute wurden dort im Juli entlassen. Zudem mehrten sich Berichte über chaotische Zustände. Aus deutscher Sicht ist zudem die Schließung von Piranha Bytes sehr zu beklagen. Das Kultstudio aus dem Pott stand bereits seit geraumer Zeit auf wackligen Beinen und der Zugehörigkeit zur Embracer Group gab hier wenig finanziellen Rückhalt. Leider. Immerhin formten einige Leute aus dem Team, die schon quasi seit Anbeginn bei Piranha Bytes werkelten, mit Pithead ein neues Studio. Wir drücken die Daumen!
August 2024 – Das „g“ in August steht für gamescom
Unsere liebste und anstrengendste Zeit im Jahr. Der August. Die gamescom. Die Kölner Messehallen luden auch dieses Jahr ein um zahlreiche Spiele auszuprobieren oder einfach um Leute zu treffen, die man noch nie oder lange nicht mehr gesehen hat. Die gamescom ist zwar wieder extrem voll, aber doch irgendwie eine Pilgerstätte auf die wir uns auch 2025 wieder freuen. Wenn ihr nochmal überblicken wollt, was wir dort alles gesehen haben, wir haben eine eigene Kategorie auf unserer Website mit unfassbar vielen Beiträgen. Aber es gab noch so viel mehr, als die gamescom. Valorant fand im August endlich den Weg auf die Konsole, genau wie Green Hell im Falle der Xbox Series und PS5.
Zudem sorgte Black Myth: Wukong für Aufruhr und eroberte die Steam Charts. Das zugängliche Souls-like fand schnell viele Fans. Leider aber ignorierte das Studio Game Science die misogynen Anschuldigungen, die IGN präsentierte. Etwa, dass das Studio keine Bewerbung übergewichtiger Frau erhalten wolle oder dass man zu allen weiblichen Figuren masturbieren könne. Der Diskurs fand jedoch nicht wirklich in China statt, wo das Spiel entwickelt wurde. Dort gab es kaum Kritik an den verstörenden Aussagen.
Der August war aber auch ein Monat des Scheiterns. Concord wurde zu einem der größten Flops der Videospielgeschichte. Das Spiel wurde nach nur 2 Wochen wieder vom Markt genommen und da Sony das Studio dahinter zuvor erst aufkaufte, gibt es Berichte darüber, dass das ganze Projekt mit einem Verlust von ca. 400 Millionen US-Dollar einher ging. Nahezu beispiellos. Nicht ganz so schlimm, aber auch nicht gut, lief es weiter für Ubisoft. Denn die veröffentlichten Star Wars: Outlaws, welches sich nicht so verkaufen wollte, wie erhofft. Das lag vielleicht an der mäßigen Open World, vielleicht auch am schwachen Missionsdesign, aber vielleicht auch an den ganzen Bugs. Es ließ das Unternehmen in eine immer tiefere Krise schlittern.
Noch schlimmer stand es um Game Informer. Eines der traditionsreichsten Videospielmagazine musste sich vom Markt verabschieden. Die Eigentümer dahinter: Gamestop. Dann wird einiges klar. Außerdem schloss Meta das Studio Ready at Dawn, was manche vielleicht noch durch das Spiel „The Order: 1866 kennen“.
September 2024 – Lasset die Spiele beginnen
Je mehr es auf den Herbst zuging, umso turbulenter wurde der Release-Kalender. Natürlich müssen wir hier Astro Bot hervorheben, welches letztlich auch bei den Game Awards als Game of the Year ausgezeichnet wurde. Pure Kreativität, purer Spaß. Ein Videospiel so frisch und doch so traditionell. Davon gerne mehr in Zukunft! Weniger Begeisterung konnte jedoch das Quidditch Game im Harry Potter Universum auslösen. Das Spieldesign war nicht so wirklich zufriedenstellend für die Meisten, weswegen heute auch niemand mehr über das Spiel spricht. Deutlich besser lief es aber für viele andere Games. Age of Mythology: Retold war eine extrem gelungene Neuauflage eines Klassikers, Warhammer 40K: Space Marine 2 sorgte für Gears of War Flair, The Plucky Squire entführte in eine kunterbunte und schöne Bilderbuchgeschichte und mit The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom gelang Nintendo einmal mehr ein hervorragendes 2D-Zelda, in dem die Prinzessin erstmals sogar die Hauptrolle spielen durfte.
Besonders erfolgreich lief es auch für Balatro. Das Deck-Building Spiel erlebte einen Hype und wurde sogar mehrfach bei den Game Awards nominiert. Das Indie Game erlebte ein enorm erfolgreiches Jahr. Strategiefans durften sich zudem noch über Frostpunk 2 freuen. Für Gesprächsstoff sorgte aber vor allem die Ankündigung der Playstation 5 Pro. mit einem Preis von 799€ sprengt sie jegliche Preisgrenzen. Eine Entwicklung, die wir auch bei uns in der Redaktion sehr kritisch beäugen.
Oktober 2024 – Der Monat der Ankündigungen
Noch einmal Luft holen. Weil der Oktober war wild! Zum einen gab es Grund zum Feiern! Mario schmiss wieder eine Party und mit „Jamboree“ sogar eine sehr erfolgreiche! Jamboree verkaufte sich in der ersten Woche in UK 35% besser als der Vorgänger und auch in Japan war man mit den Verkäufen sehr zufrieden. Nikoderiko war nicht von Nintendo, aber hätte es irgendwie auch sein können. Fans von Crash und Donkey Kong haben hier die ultimative Hommage in Form eines neuen Spiels erhalten. Dabei stellte sich das Spiel sogar richtig kompetent an und hat den Test als würdiger Crash & Donkey Kong Klon erfolgreich bestanden.
Ebenfalls gut lief es für Neva. Das malerische Abenteuer von den Gris-Machern sahnte traumhafte Wertungen ab und entführte abermals in eine wundervolle Welt. Das Indie Game wurde von vielen gefeiert. Gleiches gilt auch für Metaphor: Re-Fantazio. Klar steckt hier eine Menge Persona drin, aber das ist auch etwas Gutes! Das XXL-Spiel kam extrem gut an und wurde gleich mehrfach bei den Game Awards nominiert.
Sehr erfolgreich war auch Dragon Ball: Sparking! Zero. Das Spiel erntete zwar „nur“ ganz solide Kritiken, verkaufte sich jedoch hervorragend. Es gab allerdings viel Kritik an der Überkomplexität der Steuerung, weswegen das allgemeine Interesse auch wieder relativ schnell nachließ. Schwer fällt es mir die Begeisterung für Silent Hill 2: Remake nachzuvollziehen, aber das Spiel war kommerziell und bei den Kritiken extrem erfolgreich. Das Spiel stellte viele Elemente des Vorgängers auf den Kopf und übertrug das Spiel in eine Third-Person-Ansicht, wie etwa in Resident Evil 2 Remake. Kontrovers fiel auch die Kritik zum neuen Dragon Age aus. Hierzu haben wir auch eine eigene Podcast-Folge aufgenommen, in der wir ebenfalls attestieren: Nettes Action Game, kein gutes Dragon Age.
Außerdem durften sich Adventure-Fans auf ein neues Life ist Strange freuen und natürlich gab es in diesem Jahr auch wieder ein neues Call of Duty. Zumindest die Kampagne war aber durchaus anders, als man es bisher gewohnt war. Achso, natürlich wurde auch wieder ein Studio geschlossen. Dieses Mal durch Netflix. Es betraf „Team Blue“, ein Studio mit AAA-Ambitionen.
November 2024 – Das Jahr neigt sich dem Ende zu
Der November war erstmal eine kleine Erholungspause für die vielen Releases der vorangegangenen Wochen. Das heißt aber nicht, dass nichts los war! Mit Planet Coaster 2 erschien der nächste Freizeitpark-Builder, mit dem man verrückte Achterbahnen und sonstige Fahrgeschäfte errichten kann. Doch die Fans sind mit dem Spiel noch nicht so richtig zufrieden. Es wird als unfertig bezeichnet, aber dennoch gibt es bereits mehrere DLC’s. Praktiken, die wie leider seit Jahre zu oft in der Videospielbranche sehen. Ebenfalls durchwachsen lief es für die Kooperation zwischen LEGO und Horizon. Das gemeinsame LEGO Game wollte auch nicht so richtig zünden. Viele Mechaniken wollte nicht richtig Spaß aufkommen lassen, die Story blieb hinter den Erwartungen, die Gegner-Variation war dünn und die Optimierung war unzureichend. Das ist auch die perfekte Überleitung. S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl hat nämlich auch so manch unvollständige Momente im Spiel.
Einie Bugs, eine Ungereimtheiten und die Performance ist nicht immer so wie gewünscht. Dahinter verbirgt sich zwar ein insgesamt gutes Spiel, aber die technischen Mängel müssen mit der Zeit ausgemerzt werden. Einen runderen, wenn auch nicht perfekten Abgang, zeigten Mario & Luigi in Brothership. Das humorvolle und brüderliche RPG sorgte für gewohnt spaßige Dynamiken zwischen den beiden sympathischen Helden. Außerdem durften wir in der Redaktion erstmals eine VR-Brille testen! Die PICO 4 Ultra war bei uns zu Besuch und entführte uns in die Welt der Mixed-Reality!
Dezember 2024 – Zwei Highlights zum Jahresende und ein Early Access Hit
Helden-Shooter in Arenen sind out? Overwatch spielt kein Mensch mehr, Concord ist gefloppt. Aber irgendwo aus dem Nirgendwo erscheint Marvel Rivals zum Jahresende und mischt die Szene auf. Das kostenlose Spiel katapultiert sämtliche Marvel-Helden in actionreiche Arenenkämpfe mit unterschiedlichen Modi. Das Spiel des chinesischen Studios NetEase ist zudem extrem erfolgreich. Ob der Hype allerdings lange anhält wird sich zeigen. Der Erfolg solcher Spiele zeigt sich eben auf Dauer. Einen ebenfalls erfolgreichen Release feierte Indiana Jones und der große Kreis. Das Abenteuerspiel mit dem ikonischen Entdecker entführt uns in mehrere Ecken der Welt und Machine Games beweist hier, dass sie es einfach können.
Die Macher der Wolfenstein Games schaffen auch hier eine spannende Geschichte zu erschaffen, die sich um ein gelungenes Gameplay hüllt. Das zeigen auch die äußerst positiven Wertungen des Spiels. Fans dürfen sich außerdem im kommenden Jahr auf einen Story-DLC zum Spiel freuen. Fans von Action-RPG’s hatten zudem die Möglichkeit erstmals im Early Access in Path of Exile 2 rein zu schauen. Die ersten Stimmen sind sehr positiv! Aber es steht natürlich noch eine Menge Arbeit an, denn der finale Release ist tatsächlich erst irgendwann 2025 zu erwarten.
Natürlich standen auch die Game Awards im Fokus, wo Astro Bot den Award für Game of the Year abräumte. Die überraschendsten Trailer sahen wir zum kommenden Witcher 4, zum neuen Naughty Dog Game Intergalactic: The Heretic Prophet, und zum Nachfolger von Okami, an welchem Serienschöpfer und Bayonetta-Erfinder Hideki Kamiya werkelt. Dass diese Spiel 2025 erscheinen werden ist aber äußerst unwahrscheinlich. Aber es erscheint auch so schon genug.
Fazit zum Spielejahr 2024
2024 war sicherlich ein gutes, aber kein sehr gutes Spielejahr. Es gab viele „gute“ Titel, aber wenig herausragende Ausreißer, wie etwa im vergangenen Jahr. Und doch sollte für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein. Es gab viele tolle und gefeierte Spiele, wie Astro Bot, Indiana Jones, Metaphor, Zelda, Palworld oder Final Fantasy 7: Rebirth. Aber insbesondere die vielen guten AA Games müssen wir mal hervorheben. Denn wir haben in den vergangenen Jahren eine krasse Verschiebung zu immer größeren AAA Games gesehen und eben dem Gegenstück dazu, den Indie Games. Space Marine 2, Astro Bot, Zelda: Echoes of Wisdom, Helldivers 2 oder Kunitsu Gami zeigten, dass es durchaus Raum für diese Spiele gibt und die auch echt was Können.
Ich persönlich bin ein ganz großer Fan von AA Games und hoffe, dass der Trend in diese Richtung weiter fortgeführt wird. Ein Ende sollte allerdings das elendige Verfeuern von Devs sein. So viele Kündigungen und Studioschließungen wie 2024 sind leider einsame Spitze. Nachdem bereits 2023 hier erschreckend war, hat dieses Jahr nochmal alles in den Schatten gestellt. Ein absolut düsteres Kapitel.
Das kann ja wohl kaum daran liegen, dass plötzliche alle Leute nicht mehr entwickeln können. Es ist die Habgier, die Profitorientierung und das Betrachten von Kunst als Mittel zur Bereicherung. Kunst kann nur gelingen, wenn ein Team zusammen passt und den nötigen Raum erhält sich darin zu entfalten. Nur dann wird es gut. Auch, bzw. gerade wegen dieser angespannten Zeiten muss das noch klarer sein. Dann können Videospiele gut sein. Nur dann können die Menschen da draußen diese Games genießen. Auch kann man dann man auch wirklich Geld damit machen. Nur weil es Ausnahmen gibt, heißt es nicht, dass das falsch ist. Aber blicken wir mal optimistisch nach vorn ins Jahr 2025! Es liegen nämlich aufregende Monate vor uns, in den auch wir wieder über alles in der Spieleindustrie berichten. In dem Sinne: Kommt gut ins neue Jahr! Euer NAT-Games Team.













