Animal Crossing: New Horizons – Ausgelutscht oder immer noch unschlagbar auf der Switch? (Unsere Meinung zu Tom Nook’s Inselparadies)

Wir schreiben das Jahr 2020. Das Corona-Virus macht einen fetten Strich durch all unsere Urlaubspläne und Quarantäne, sowie Social Distancing stehen auf der Tagesordnung. Es scheint so, als müssten wir ein komplettes Jahr auf das langersehnte Urlaubsfeeling, Sonne, Strand und Meer verzichten. Doch nicht mit Nintendo! Sie liefern uns mit Animal Crossing: New Horizons das vermeintlich perfekte Spiel für die tristen Sommermonate. Nie hat es sich besser angefühlt, unser Zelt auf einer idyllischen Insel aufzuschlagen, Fische zu angeln, im Grünen Insekten zu fangen und uns mit unseren Freundinnen und Freunden zu „treffen“.

Rund zweieinhalb Jahre sind seitdem vergangen. Urlaube sind größtenteils wieder möglich und auch unsere Freundinnen und Freunde können wir im realen Leben wieder in die Arme schließen. Animal Crossings Ableger auf der Nintendo Switch wurde mittlerweile um zahlreiche kostenlose Updates und ein kostenpflichtiges DLC erweitert. Doch wie sehr hat der Zahn der Zeit tatsächlich an der Lebenssimulation genagt? Macht New Horizons auch nach zwei Jahren immer noch so viel Spaß oder werden Tom Nook, Melinda und Co. mittlerweile eher links liegen gelassen? Hier liefern euch zwei Redakteure zwei Meinungen.

 

Animal Crossing: New Horizons hat seinen Zenit überschritten (meint Lukas Runde)

Vorneweg möchte ich eins klarstellen: Animal Crossing: New Horizons ist ein großartiges Spiel mit vielen Möglichkeiten. Es hat mich zu seinem Release vor rund zweieinhalb Jahren komplett in seinen Bann gezogen und ich würde die Lebenssimulation jedem empfehlen, der sie noch nicht gespielt hat. Doch darum soll es in dieser Kolumne nicht gehen. Die Frage, die ich mir stelle, lautet viel mehr: „Reizt mich Animal Crossing: New Horizons immer noch?“ Und auf diese Frage lautet die Antwort definitiv: nein.

Jetzt fragt ihr euch mit Sicherheit, welche Spiele denn überhaupt nach über zwei Jahren noch interessant sein können. Für mich sind es zum einen Dauerbrenner wie Super Smash Bros., Mario Kart und Mario Party, die ich alle paar Wochen mal anschmeiße und jedes Mal aufs Neue eine gute Zeit habe. Zum anderen können aber auch Single-Player-Titel wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Hollow Knight, Ori and the blind Forest, Witcher 3 oder Super Mario Odyssey einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass sich mit etwas Abstand ein zweites, drittes oder viertes Mal durchspielen definitiv lohnt.

Lasst mich euch nun erklären, warum ich im Gegensatz zu den oben genannten Spielen, Animal Crossing auf der Nintendo Switch allzu schnell nicht wieder anschmeißen werde. Nach zweieinhalb Jahren hat sich Animal Crossing: New Horizons für mich auserzählt. Jeder Fisch wurde geangelt, jedes Insekt wurde gefangen, die jährlichen Events wurden mehrfach miterlebt und auch die Jagd nach den besten Rübenpreisen hat seinen Reiz schon längst verloren.

Der immer gleiche Winter ist längst kein Anreiz mehr.

 

Die Bewohner erwarten euch mit einer Predigt

Stattdessen denkt man sich bei jedem Spielstart, dass man in einer Version von „Täglich grüßt das Murmeltier“ gefangen ist. Man spricht mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Insel, schaut in den Shops vorbei, buddelt Fossilien aus und erntet Früchte, ehe am nächsten Tag wieder alles von vorne beginnt. Während am Anfang die Ausflüge mit den Meilentickets eine willkommene Abwechslung waren und Nintendo die Spielerinnen und Spieler mit regelmäßigen Updates bei Laune gehalten hat, plätschert Animal Crossing: New Horizons mittlerweile nur noch so vor sich hin.

Könnte man doch wenigstens mit den Gegenständen ein wenig mehr interagieren, dann wäre ich wahrscheinlich noch interessiert daran, meine Sammlung zu erweitern. Ich weiß zwar, dass die Möglichkeit, nicht nur sein Haus sondern auch seine Umgebung mit Gegenständen zu dekorieren, ein Meilenstein für Animal Crossing-Spiele war, doch was nutzen mir Fahrräder, Fußbälle und Videospielautomaten, wenn ich so gar nichts mit ihnen anfangen kann?

Der wohl jedoch bedeutendste Aspekt, weshalb ich die Lebenssimulation bereits seit längerer Zeit nicht mehr angeschmissen habe, sind die NPCs auf meiner Insel. Zum einen hängen mir die immer gleichen Dialoge so langsam aus den Ohren raus und zum anderen weiß ich, dass mir jeder Einzelne von ihnen beim nächsten Spielstart ein schlechtes Gewissen machen wird, warum ich mich denn so lange nicht habe blicken lassen. Darauf kann ich aktuell getrost verzichten. Achja – und vom Osterhasen möchte ich, in Gedanken an das kommende Jahr, gar nicht erst anfangen.

Die Bewohner sind von meiner Abwesenheit schon ganz schockiert.

 

Animal Crossing: New Horizons bietet das ganze Jahr lang Stimmung (meint Tobias Liesenhoff)

Den Standpunkt meines Kollegen Lukas kann ich direkt damit widerlegen, dass es schlichtweg durchgängig einiges auf der eigenen Insel zu erledigen gibt. Wer das Ziel verfolgt, seine eigene Insel langfristig zu unterstützen, wird bereits mit dem vielen Unkraut eine Menge zu tun haben. Dieses gilt es nämlich auch während der Aufbau- und Optimierungsphase stets zu jäten, um den Inselwert dauerhaft hochzuhalten. Da wären wir auch schon direkt beim nächsten Wiederspielwert, den Animal Crossing: New Horizons bietet. Berühmten Stars rollt man im realen Leben den roten Teppich aus. Kaum verwunderlich also, dass der berühmte Musiker K.K. erst bei einem Inselimage von min. 3 Sternen den langen Weg zu uns sucht.

Doch was passiert danach? Wer mit fünf von fünf Sternen bewertet werden möchte, muss sich ordentlich ins Zeug legen. Pflanzen kreuzen, dekorieren, Wege bauen, Läden errichten, unzählige Objekte sammeln und aufstellen. All dies kostet nicht nur Zeit, sondern sorgt im NookPhone immer für einen gewissen Reiz, seine Item-Übersicht zu vervollständigen. Dabei lassen sich einige Katalogartikel nur zu bestimmten Events, Jahreszeiten oder Herausforderungen freischalten. Ein weiterer Grund, regelmäßig vorbeizuschauen. Alleine die vier Jahreszeiten bieten jedes Mal neue Anleitungen, Möglichkeiten zum Basteln und schalten neue Insekten, Meeresbewohner und Fossilien frei. Für frischen Wind wird also stets gesorgt. Einige dieser Objekte können ausschließlich mit NookMeilen bezahlt werden. Um sich davon welche zu verdienen lohnt es sich, jeden Tag im Spiel die neuen täglichen Herausforderungen anzuschauen und zu erledigen.

Die Anleitungen aus der Flaschenpost erwecken immer noch Neugier.

 

Wie bekommt man eigentlich neue Obstsorten in Animal Crossing?

Dank der Fluggesellschaft Dodo können im Spiel auch andere Inseln besucht werden. Auf diesen finden sich dann wiederum weitere unentdeckte Lebewesen, Früchte, Pflanzen oder Items, die ebenfalls die Sammlung vergrößern. Besonders die neuen Obstsorten der anderen Inseln bringen nicht nur andere Bäume auf die eigene Inseln, sondern sorgen für ein gut gepolstertes Portemonnaie. Schließlich sind importierte Waren deutlich mehr Geld wert, als die Dinge vor der eigenen Haustür.

Ferienhäuser stehen ebenfalls auf den Inseln, die dank des Happy Home Paradise-DLC’s sogar selbst eingerichtet werden können. Hier gilt eine eigene Währung und als Dank für die Arbeit gibt es außergewöhnliche und seltene Items als Geschenk. Wenn die inseleigenen Projekte also mal nerven, kann man zum Ausgleich auf anderen Inseln einfach mal den Home-Designer spielen und neue Anregungen für die eigenen vier Wände sammeln.

Wahrlich hätte ich noch so manche Punkte mehr aufzuzählen, um Animal Crossing weiterhin interessant zu machen. Seien es die Bewohner*innen auf der Insel, die täglichen Luftballons mit Geschenken, Flaschenpost mit Bastelanleitungen oder einfach die Tatsache, dass man hier der realen Welt entkommen, abschalten und ein wenig den Feierabend genießen kann. Denn wenn das eigene Leben mal wieder viel zu stressig ist, kann Animal Crossing dafür sorgen, die vielen Gedanken zu verdrängen und die virtuelle Welt, welche es selbst zu kontrollieren gilt, in den Vordergrund zu stellen. Es ist immer toll, was gemacht wird – findet selbst Tom Nook.

Bei allem Lob gibt es für die Spielereihe aber auch ein paar Punkte, die es leider nicht auf die Inseln geschafft haben. Früher war Tom Nook größer aufgestellt. Es gab einige Läden mehr auf der Insel, der Friseur sorgte für eine neue Frisur und das Verbinden mit Freunden für den Austausch neuer Früchte / Objekte war ein ähnliches Freudenfest wie das Link-Kabel für die Pokécenter. Hier gilt es, ein klares ‘schade’ in den Raum zu werfen, dass Nintendo den Support nach knapp zwei Jahren einstellte.

Angebot
Nintendo Switch Animal Crossing: New Horizons
  • Altersempfehlung: ab 5 Jahren.
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

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Redaktionsteam-Lukas-Runde-Foto-2021
Geschrieben von Lukas Runde
Egal ob Mario oder Donkey Kong - Hauptsache Hyrule!
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