Angespielt: V Rising (Early Access)

Vampire scheinen wieder in zu sein! V Rising ist seit Mitte Mai im Early Acess auf Steam erschienen und lädt euch dazu ein nach einem langem Schlummer ein eigenes Schloss zu errichten und die verblasste Macht der Vampire wiederherzustellen. Ob V Rising es schafft das durch Twilight angekratzte Image der Vampire wieder aufzupolieren und ob es sich bereits jetzt im Early Acess lohnt, erfahrt ihr hier in unserem Angespielt.

 

Keine Ruhe für die Verdammten

Die Geschichte von V Rising ist schnell erzählt und wird auch zu Beginn des Spiels kurz in einer netten Videosequenz vorgestellt. Einst herrschten mächtige Vampire über das Land, angeführt von Graf Dracula. Letztendlich wurden er und seine Gefolgsleute jedoch von den Menschen des Kontinents Vardoran mit der Hilfe des Lichts besiegt. Während die Vampire vernichtet oder in Grüfte verbannt wurden, konnten die Menschen endlich wieder ihr Leben ohne Angst genießen. Bis jetzt.

Bevor ihr euch jedoch daran machen könnt eurer eigenes Schloss zu errichten und euch an ein paar Menschen gütlich zu tun müsst ihr zunächst entscheiden, ob ihr all das im PVP oder PVE tun wollt. V Rising kann nämlich auf offenen Servern mit bis zu 60 Leuten gleichzeitig gespielt werden, die sich dort auch untereinander bekämpfen oder zusammen in Clans schließen können. Erstellt ihr einen eigenen Server könnt ihr über Steam eure Freunde einladen und vor Beginn allerhand verschiedene Einstellungen treffen. So kann der Host bestimmen wie viele Ressourcen man beim Sammeln erhält, wie lang der Tageszyklus sein soll, wie stark die Gegner oder die Vampire sind und und und.

Habt ihr einen Server gefunden oder erstellt gehts los! Also fast, ihr könnt erst noch euren Vampir erstellen und ihm oder ihr einen Namen geben. Dabei habt ihr die Auswahl zwischen ganz hübschen oder wirklich beängstigenden Gesichtern, verschiedenen Haarfarben, Frisuren und Accessoires. Grundlegend stehen männliche und weibliche Körper zur Auswahl, die Frisuren sind jedoch für alle zu haben. Außerdem könnt ihr jederzeit im Spiel euer Aussehen, inklusive Geschlecht, ändern indem ihr in eurer Burg einen Spiegel baut und mit ihm interagiert. Frisur sitzt? Ohrschmuck ausgewählt? Dann gehts jetzt aber wirklich los!

 

Graf von und zu Baumeister

Wie bereits gesagt wurden die Vampire ziemlich niedergeknüppelt, was vielleicht erklärt warum ihr das Spiel so gar nicht standesgemäß in zerfetzten Lumpen beginnt. Doch keine Sorge, das Spiel selbst zeigt euch wie ihr eure erste Rüstung aus Knochen herstellt und führt mit dem Journal Schritt für Schritt an das Sammeln von Ressourcen und das Bauen des Schlosses heran und schaltet dadurch auch mehr Bauprojekte frei. Wer das nicht nötig oder schon einmal absolviert hat, kann auch das in den Servereinstellung ausschalten. Für frischgebackene Vampire ist das jedoch ein sehr gutes Tutorial.

Und was euch das Spiel zu Beginn lehrt werdet ihr auch die meiste Zeit machen, sammeln, kämpfen und bauen. Mit dem richtigen Werkzeug lassen sich bestimmte Ressourcen schneller abbauen, diese müssen verarbeitet werden um dann wiederum an einer Handwerkstation benutzt werden zu können. Diese Handwerks- und Verarbeitungsstationen platziert ihr um das Herz eures Schlosses herum, was passenderweise ein großes Becken voller Blut ist. Füttert ihr es mit genug Blutessenz, die ihr von besiegten Gegnern erhaltet, laufen eure Mühlen und Sägewerke automatisch durch verfluchte Magie, während ihr schon im nächsten Dorf auf Beutejagd seit. Sollte das Blut jedoch aufgebraucht sein verfällt das Schloss, also immer genug der köstlichen Substanz bereithalten!

Das Bauen in V Rising macht Spaß und gestaltet sich schon jetzt im Early Acess vielfältig. Es gibt einiges an optischen Verschönerungen wie Vasen und Statuen, verschiedene Bodenbeläge und auch allerhand notwendige Bauten zum Handwerken. Die Möbel und Schlosswände selbst sind in dem schönsten Gothic-Stil gehalten, den man sich für Vampire vorstellen kann und sehen wirklich toll aus. Wer also gerne seine eigene Basis designt wird hier seinen Spaß haben. Richtig angenehm ist außerdem, dass ihr Möbel jederzeit ohne großen Aufwand umstellen und auch mit Rückerstattung abreißen könnt.

 

Klauen, Blut und Schwerter

Als Vampir müsst ihr natürlich auch ab und zu ein wenig des süßen, roten Nass schlürfen und das macht ihr, indem ihr Gegner weichklopft und dann per Tastendruck aussaugt. Jeder Gegner hat außerdem eine andere Blutgruppe und eine bessere oder schlechtere Blutreinheit, was verschiedene Boni mit sich bringt. Bevor man verdurstet tuts auch mal eine Ratte für zwischendurch, die bringt dann aber keinen Bonus. Außerdem solltet ihr euch bei der Jagd stets vor der Sonne in Acht nehmen und tagsüber vielleicht lieber die Burg bauen, um dann nachts zuzuschlagen.

Um die Gegner so weit zu bekommen oder um sie für Beute umzulegen habt ihr Zugriff auf verschiedene Nahkampfwaffen wie Schwerter, Äxte und Sensen. Fernkampf ist nur mit der sehr langsamen Armbrust und Magiefähigkeiten möglich, von denen ihr gleichzeitig aber nur zwei plus eine Ultimative Fähigkeit ausrüsten könnt. Neue Fähigkeiten, Baupläne und Gestaltwandlungen erhaltet ihr, indem ihr so genanntes V Blut trinkt, also Blut von besonderen Persönlichkeiten. Diese spürt ihr mit eurem Blutaltar auf und folgt einfach ihrem Duft, der durch rote Schwaden in der Luft angezeigt wird. Nach einem fordernden Kampf kann dann von ihnen getrunken werden.

Je mehr Gegner ihr besiegt und je mehr Ressourcen ihr sammelt, umso bessere Ausrüstung könnt ihr herstellen. Denn in V Rising hängt eure Kampfkraft alleine von eurer Ausrüstung ab, der Vampir selbst wird nicht gelevelt. So könnt ihr euch in immer neue Gebiete wagen um bessere Ausrüstung zu suchen oder vielleicht auch ein Zweitschloss anzulegen, vielleicht mit Blick auf eine Stadt voller saftiger Bürger.

 

Es ist nicht alles Blut, was rot glänzt

Alles in allem macht V Rising vieles richtig und damit auch verdammt viel Spaß. Das Bauen ist toll und angenehm gestaltet, die Kämpfe sind fordernd und je nach Gegner anders. Und wem das zu schwer ist, der kann alles mit einem privat erstellten Server anpassen. Aber natürlich hat das Spiel auch seine Macken.

Zum einen ist da der ziemlich krasse Grind. Um so eine einzige Schlosswand zu bauen, brauch man schon eine ganze Menge an Steinziegeln, für die man eine ganze Menge rohen Stein braucht, die relativ lange von einer Mühle verarbeitet werden müssen. Gesammelt werden muss wirklich sehr viel und die Zeiten für die automatische Verarbeitung des ganzen kommt dann nochmal oben drauf, was je nach Endprodukt Stunden dauern kann. Oder wenn ihr Menschen zu untoten Untertanen gemacht habt und sie auf Missionen schickt, sind sie mindestens zwei Stunden unterwegs, die Erfolgschancen werden aber erst ab 16 Stunden so richtig erhöht. Die Timer mögen auf den öffentlichen Server auch nach dem ausloggen weiterlaufen, dem ist aber bei privaten Servern nicht so.

Ebenfalls schade ist, dass bei privaten Servern der Host immer anwesend sein muss. Ihr könnt also nicht ohne den Host euer gemeinsames Schloss weiterbauen, denn wenn dieser sich ausloggt fliegt ihr mit raus. Außerdem fehlt völlig unverständlicher Weise die Möglichkeit private Server zu löschen, sodass man, wenn man mit den Einstellungen rumtestet, schnell eine unnötig lange Serverliste durch scrollen muss. Spieler ohne Englischkenntnisse seien außerdem gewarnt, eine deutsche Übersetzung ist zwar vorhanden, manche Textzeilen sind jedoch noch auf Englisch.

Im Grunde macht V Rising aber mega Spaß und vieles ist ja auf privaten Servern nach Belieben einstellbar. Trotzdem sehen wir hier noch ungenutztes Potienzial, vor allem das Endgame muss einfach noch mehr Motivation bieten, denn wenn der letzte Gegner gefallen ist bleibt nicht mehr viel zu tun. Alles in allem erwartet euch mit V Rising jedoch eine verdammt gut Zeit in richtig schöner makabererer und klassischer Vampir Optik.

  • Angespielt: V Rising (Early Access)
    Fazit zu V Rising

    V Rising hat mir vom ersten Moment an richtig Spaß gemacht. Eine richtig schön schaurige Darstellung, die wieder klassische Vampire in ihren dunklen und prunkvollen Schlössern darstellt. Gerade mit Freunden macht es Laune durch die Welt zu streifen, sein Schloss zu bauen und Sterbliche nach Lust und Laune auszusaugen. Ganz perfekt ist es natürlich nicht und ich hoffe noch auf ein wenig mehr Content, gerade in den späteren Abschnitten des Spiels. Ansonsten kann sich V Rising aber mit seinem wilden Mix aus Survival, Action und einer Prise MMO sehr gut sehen lassen!

    Tobias Mehrwald, Redakteur

 

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Geschrieben von Tobias Mehrwald
entkommt in unter fünf Minuten aus der Unterwelt.
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