Das Damengambit – Netflix und das juristische Schachspiel

Wer hätte gedacht, dass “Das Damengambit” abgesehen von einer Fortsetzungsmeldung nochmal die Schlagzeilen unsicher macht. Und es sieht gar nicht mal so rosig um die Erfolgsserie von Netflix aus. Aufgrund von angeblich verleumdenden Aussagen gegenüber der ehemaligen Schachweltmeisterin Nono Gaprindaschwili steht der Streamer vor Gericht.

 

Gericht lässt Klage gegen Netflix “Das Damengambit” zu

Die US-Bezirksrichterin Virginia A. Phillips entschied zugunsten der Schachgroßmeisterin. Nona Gaprindaschwili war eine überaus erfolgreiche Schachspielerin in den 1960er und 70er. Über einen Zeitraum von 16 Jahren konnte sie ihren Weltmeister-Titel verteidigen. Im letzten Jahr verklagte sie Netflix wegen falscher und angeblich diffamierender Aussagen aus “Das Damengambit”. Dort hieß es, dass sie in ihrer aktiven Zeit nie gegen Männer angetreten sei. Gaprindaschwilis Ansicht nach sind die getätigten Aussagen sexistisch und würden sie und ihren Erfolg herabsetzen. In Wahrheit spielte sie bis 1968 gegen insgesamt 59 männliche Schachspieler. Dem gegenüber argumentierte Netflix, dass “Das Damengambit” als fiktionales Werk einen weiten künstlerischen Freiraum genieße. Das Gericht entschied jedoch dagegen und ließ die Klage zu.

 

Netflix muss sich auf so einiges gefasst machen

Dem Gericht nach, schließt ein fiktionales Werk nicht die die Möglichkeit einer Diffamation aus. Netflix hatte auf ihrer Seite zwei größere Punkte genannt. Einerseits zogen sie Schachexperten zurate während der Produktion, welche für die Detailtreue sorgen sollten. Andererseits hatte Netflix gehofft, eine Entscheidung eines anderen Falls könnte die Situation in ihre Richtung lenken. Olivia de Havilland versuchte gegen die Serie “Feud” vorzugehen, ohne Erfolg, da das Gericht in diesem Fall den Verantwortlichen den künstlerischen Freiraum gewährte. Auswirkungen auf Richterin Phillips hatte das keine. In ihrer Entscheidung heißt es, dass “Das Damengambit” Geschlechterbarrieren aufzubrechen versuchte, aber durch die Aussagen gegen Gaprindaschwili würde genau das Gegenteil bewirkt. Dementsprechend sieht es für Netflix nicht allzu schön aus. Bis jetzt legt diese Entscheidung aber nur fest, dass der Klageweg offen ist. Was am Ende rumkommt lässt sich nicht so einfach sagen. Wie viele Gerichtsbarkeiten das noch durchlaufen wird ebenfalls nicht.

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Quelle: Variety

Titelbild: Netflix

 

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Geschrieben von Alexander Weinstein
Hat den Kesselflug in weniger als 10 Parsec geschafft
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