Interaktive Filme – Was fasziniert uns so sehr daran?

Immer größer, immer weiter, immer besser. Wir leben in einer Zeit in der Spiele von Jahr zu Jahr immer bombastischer und umfangreicher werden und wir teilweise schier unendlich große Welten erkunden können. Wie können interaktive Filme, die im Vergleich dazu eher kleine Titel darstellen, mit einer solchen Masse konkurrieren? Wie können sie Spieler, die schon bei einer Spielzeit von etwa 20 Stunden der Meinung sind, das Spiel sei sein Geld nicht wert, mit ihrem meist zwischen 6 und 10 Stunden andauernden Gameplay überzeugen? Einige der großen Stärken, die solch lineare Titel mit sich bringen und was sie und ihre Spielerfahrung so besonders macht, ist in den nachfolgenden Abschnitten aufgeführt.

 

Ein starker narrativer Fokus lässt uns tief in die Geschichte eintauchen

Zwar wird in interaktiven Filmen zugunsten der Geschichte gern an den Gameplaytechniken gespart, doch wird so auch der Fokus eher auf die Handlung gerichtet. Diese steht bei solchen Titeln stets im Vordergrund. Wo man sich beim Erkunden einer Open World in ihrer Größe und den unzähligen optionalen Quests und Orten schnell verlieren kann und so oft die eigentliche Erzählung völlig aus den Augen verliert, folgt man in Spielen wie Life is Strange oder Tell me Why einem streng linearen Ablauf. So werden Storybrüche vermieden und dafür gesorgt, dass der Spieler sich mental und emotional völlig in der Geschichte verlieren kann. Auch wird durch ihre ständige Präsenz schnell eine starke Beziehung zu den Charakteren aufgebaut, sodass ihr Schicksal den Spieler stärker berührt. Damit liegt ein wesentlicher Reiz der so genannten interaktiven Filme in ihrer fesselnden Geschichte, bei der man mitfiebert und alles andere um sich herum vergisst.

Tell me Why

Tell me Why erzählt uns eine ergreifende Geschichte über Zwillinge, die sich mit den tragischen Ereignissen ihrer Vergangenheit auseinandersetzen müssen.

 

„Ich hätte das locker überlebt!“

Wer kennt es nicht? Besonders in Horrorfilmen oder Thrillern ist man als Zuschauer meist der Ansicht, dass man, sollte man selbst in eine solche Situation geraten, völlig anders entschieden hätte und niemals dem Täter zum Opfer gefallen wäre. Oft wirken die Entscheidungen, die die Protagonisten treffen in den Augen eines Unbeteiligten sinnfrei und irrational. Man selbst würde totsicher völlig anders handeln. Das Genre der interaktiven Filme lässt uns das unter Beweis stellen.

Hier ist man nicht mehr unbeteiligter Zuschauer, sondern übernimmt die Rolle des Protagonisten und erlebt die Ereignisse aus erster Hand. Damit nicht genug wird man auch vor schwierige Entscheidungen gestellt, bei denen man nicht immer die Zeit hat ausführlich darüber nachzudenken. Oft läuft ein Timer ab und lässt dem Spieler nicht die Zeit für eine fundierte Entscheidung. So muss man auf sein Gefühl vertrauen und manchmal impulsiv handeln. Doch ob unter solchen Bedingungen immer die beste Wahl getroffen wird? Interaktive Filme zeigen uns, dass es einen schwerwiegenden Unterschied macht, ob man Zuschauer oder Beteiligter einer brenzligen Situation ist.

Dark Pictures: Little Hope

In Dark Pictures: Little Hope müssen wir in brenzligen Situationen schnell die richtigen Entscheidungen treffen.

 

Hoher Wiederspielwert durch die Frage „Was wäre wenn….?“

Die Frage „Was wäre wenn…?“ beschäftigt uns nicht nur bei fiktiven Entscheidungen in Filmen und Spielen. Wir stellen sie uns auch im alltäglichen Leben. Was wäre wenn ich sie/ihn angesprochen hätte? Was wäre wenn ich meine Meinung gesagt, anstatt den Mund gehalten hätte? Was wäre wenn ich ein Risiko eingegangen wäre? Es gibt unzählige Situationen in denen wir uns fragen, was wohl passiert wäre, wenn wir uns anders entschieden hätten. In interaktiven Filmen haben wir die Möglichkeit es herauszufinden. Zwar treffen wir im ersten Durchlauf meist die Entscheidungen, die wir in diesem Moment als richtig oder gut erachten, doch liegt der Reiz dieser Art von Spielen auch darin, dass man es immer und immer wieder spielen kann.

Dann treffen wir im zweiten Durchlauf beispielsweise immer die entgegengesetzte Entscheidung und sehen wohin uns das führt. Oder wir sind einmal besonders masochistisch und treffen stets die aus unserer Sicht schlechteste Wahl. Die Auswirkungen, die unsere Entscheidungen auf den Verlauf der Geschichte haben und die Möglichkeit eine Antwort auf die „Was wäre wenn“-Frage zu bekommen, lassen jeden erneuten Anlauf zu einer einzigartigen Erfahrung werden. Damit haben interaktive Filme einen sehr hohen Wiederspielwert. So wird aus der ursprünglich 6 bis 10 Stunden langen Spielerfahrung schnell das Doppelte/Dreifache/Vierfache, bis wir wirklich jede mögliche Entscheidung und ihre Konsequenzen erlebt und jedes Ende gesehen haben.

Detroit: Become Human

Detroit: Become Human zeigt uns beispielsweise nach jeder abgeschlossenen Episode ein Baumdiagramm aller möglichen Entscheidungen und Enden.

 

Ein neuer interaktiver Thriller erwartet uns

Nachdem bereits im Sommer diesen Jahres Tell me Why erschien, bereichert uns Dontnod Entertaiment am 01. Dezember 2020 mit einem weiteren interaktiven Titel, Twin Mirror. In diesem psychologischen Thriller begleiten wir den Protagonisten Samuel auf seiner emotionalen Reise. Auf der Suche nach der Wahrheit über die dunklen Seiten seiner Heimatstadt bestimmen unsere Entscheidungen nicht nur seine Beziehung zu den Bewohnern der Stadt, sondern auch seinen Platz im Leben. Können wir ihm Erlösung gewähren und ihm helfen sich selbst wieder zu finden?

Worin liegt für euch die große Stärke dieser Spiele? Was bringt euch dazu euch immer wieder aufs Neue mitreißen zu lassen? Lasst uns gern einen Kommentar dazu da und schreibt uns eure Meinung!

Angebot
Life is Strange 2 [Playstation 4]
  • Disc enthält Episode 1-4. Episode 5 erhalten Sie separat im Playstation Store über den beiliegenden Gutscheincode
  • Zusätzlich enthalten: Bonus-Episode "Captain Spirit" und "Arcadia Bay"-Aufnäher (digitale Inhalte)
  • Original-Soundtrack von Jonathan Morali, dem Komponisten des ersten Life is Strange…
  • …sowie lizenzierte Songs von Phoenix, The Streets, Sufjan Stevens, Bloc Party, First Aid Kit und anderen
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

 

1 Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Passwort vergessen?

Bitte gebe deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse ein. Du erhälst per E-Mail einen Link zum Erstellen eines neuen Passworts.