Die gamescom 2020 setzte konsequent auf digitale Langeweile (Sonntagsputz)

Passend zu dem Event des Jahres, der gamescom 2020 digital, starte ich mit einem neuen Format quasi in den neuen Monat. Im Sonntagsputz nehme ich mir ab sofort regelmäßig die aktuellsten Themen der Gaming-Branche in einer Kolumne zur Brust. Wie passend, dass gerade heute die erste rein digitale gamescom ein Ende findet.

Normalerweise strömen mehr als 350.000 Besucher im August durch die Kölner Messehallen, um sich stundenlag in einer Schlage anstehend, die neusten Videospiele anzuschauen. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Durch die Covid-19-Pandemie ist es untersagt, Großveranstaltungen noch bis Ende des Jahres in ihrer bekannten Art durchzuführen. Auch eine Messe in solch einer Größe stand somit vor dem Aus. Rein digital sollte die gamescom 2020 also in diesem Jahr werden. “100% digital – 100% kostenlos – 100% Heart of Gaming”, versprach die Koelnmesse auf der offizielle Webseite. Doch drei Tage und einen Abend später wissen wir: das gigantische Feeling einer Messe in Köln konnte dieses Online-Event definitiv nicht übermitteln.

Wieso die digitale gamescom 2020 aufgezwungen wirkte

Fangen wir aber mal bei der gamescom Opening Night Live vom Donnerstagabend an. Nachdem Geoff Keighley vorab via Twitter verkündete, dass die meisten gezeigten Spiele bereits bekannt seien, wurde die Hoffnung auf großartige Neuankündigungen geringer. Mit über 35 Spielen war die rund zweistündige Show vollgepackt mit diversen Titeln, die ein breites Spektrum an Genres bediente. Doch während sich einige Präsentationen unfreiwillig komisch zeigten und aufregendes Gameplay abrupt endete, wurde langsam klar: dieses Event wirkt zu sehr aufgezwungen. Spätestens während der ersten Schaltung zu Sydnee Goodman von IGN war dies auch bei den Zuschauern im Chat dank Fragezeichen zu merken. Während solch eines Streams ohne großartige Erklärungen Awards für Titel zu vergeben, die allesamt für den Spieler Zuhause bisher nicht annähernd greifbar bzw. spielbar sind, ist es weder förderlich für die Glaubhaftigkeit des Preises, noch passt es in dieser Art in dieses Eröffnungsformat. Wo es bei den Game Awards im Dezember eben genau um Preisverleihungen geht und Ankündigungen als Beiwerk dienen, kam die Verleihung hier mehr als ungelegen. Während der aktuellen Situation dann noch Crash Bandicoot mit Maske durch Köln und dessen leeren Messehallen laufen zu lassen, setzte dem Event schlussendlich die deprimierende Krone auf und zeigte einmal mehr, dass in diesen Zeiten auf Krampf eben nicht alles funktioniert.

Tägliche Livestreams mit bekannten Moderatoren von Gamestar und Gamepro sind zwar immer nett anzusehen, heben sich aber eben nicht von den sonst im Jahr stattfindenden Events seitens Webedia ab. Sowohl beim Studio als auch beim Overlay und Inhalt erkannte man die Parallelen der sonst stattfindenden Messebegleitung der Magazine. Um eine solch große und beliebte Veranstaltung digital ins Internet zu hieven braucht es am Ende eben mehr als nur ein kleines Studio aus dem Keller einer großen deutschen Gamingredaktion. Zumal die Inhalte und Einspieler eben auch nicht alle live, sondern als Aufnahme gestreut wurden.

Am Ende stellt sich mir die Frage: Wo war die große Showbühne, welche die Besucher bereits am Bahnhof Messe/Deutz von außen aus hören können? Oder die etlichen Verlosungen mit Contests, Wettbewerben und Turnieren? All dies macht die gamescom normalerweise aus und lockt jährlich die vielen tausend Fans in den Ruhrpott. Und sind wir mal ehrlich: Wenn es ein paar YouTuber und Streamer innerhalb weniger Wochen schaffen, ein ganzes Wochenende voller Liveprogramm am Angelsee auf die Beine stellen zu können, dann sollte es die Messeleitung in Zusammenarbeit mit den großen zugesagten Publishern und Entwicklern doch eigentlich auch hinbekommen, eine große Bühne mit etlichen Inhalten in die Wohnungen der sonst anwesenden Besucher zu streamen.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich von der digitalen Messe und wünsche allen einen schönen Start in die neue Woche.

 

Crash Bandicoot™ 4: It's About Time - [PlayStation 4]
  • Es wird Zeit - für ein wumptastisches neues Crash Bandicoot-Spiel! Crashe mit deinen Lieblings-Beuteldachsen vierwärts in ein Abenteuer, das die Grenzen der Zeit sprengt.
  • Neo Cortex und N. Tropy stiften schon wieder Ärger mit einem Großangriff, der diesmal nicht nur unser Universum, sondern das ganze Multiversum treffen soll! Zum Glück sind Crash und Coco auch noch da und fest entschlossen, die vier Quantum-Masken zu vereinen, mit denen sie die Regeln der Realität verändern können.
  • Neue Fähigkeiten? Check. Mehr spielbare Charaktere? Logisch. Andere Dimensionen? Keine Frage. Übertriebene Bosse? Klar. Abgefahren wie immer? Worauf du deine Jeans-Shorts wetten kannst. Hä? Sowas gibt's? Nicht in diesem Universum!

 

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