Angespielt: Drone Swarm (gamescom 2020)

Die gamescom 2020 war in vielerlei Hinsicht ungewohnt, allerdings vor allem in Bezug auf die vollkommen digitale Umsetzung, die wir der Corona-Pandemie zu verdanken haben. Das heißt aber nicht, dass wir nicht trotzdem die Gelegenheit bekommen haben, uns den ein oder anderen Titel anzuschauen. Einer dieser Titel war Drone Swarm, ein Echtzeitstrategiespiel der ganz anderen Art – von den Machern der Bus-Simulator-Reihe und mit Unterstützung des Michael Bay-Comic Studios 451. Eine ungewöhnliche Konstellation, die allerdings richtig gut zu harmonieren scheint. Was das einfallsreiche Strategiespiel so kann und wie es uns gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Angespielt.

 

Drone Swarm ist die spielgewordene Schwarmintelligenz

Astragon Entertainment und Stillalive Studios sind eigentlich für ihre langjährige Zusammenarbeit rund um die gemütliche Bus-Simulator-Reihe bekannt. Mit ihrer neuesten IP möchte sich das österreichische Entwicklerstudio allerdings im Genre der Echtzeitstrategie etablieren und das mit einer erfrischend neuen Spielidee. Denn in Drone Swarm gibt es keine dröge Ressourcenschöpferei und kein nullachtfünfzehn Basenbau oder Schere-Stein-Papier Einheitensystem, nein, ihr befehligt einen Schwarm von Drohnen. 32.000 Drohnen um genau zu sein. Der namensgebende Drohnenschwarm stellt sowohl den spielerischen als auch den narrativen Kern der neuen IP dar.

Kommen wir erst einmal zur Geschichte. Drone Swarm entführt euch in eine postapokalyptische Zukunft. Im Jahr 2118 liegt die Erde, wie wir sie kennen, in Trümmern, nachdem ein mysteriöser Drohnenschwarm die Menschheit überfallen und an den Rand der Ausrottung getrieben hat. Natürlich reagierte die Welt zunächst mit dem nuklearen Hammer, sodass die Erde zu einer radioaktiven Hölle verkommen ist. Einige der letzten Überlebenden fanden jedoch einen Weg, die Drohnen unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Grunde genommen haben es diese Individuen geschafft, ihren Geist in die Drohnen zu “laden”. Insgesamt waren 32.000 Menschen zu dieser ungewöhnlichen Symbiose in der Lage. Der Angriff der feindlichen Drohnen konnte mithilfe dieser Armee abgewandt werden, unser Planet war jedoch nicht mehr zu retten. Also muss ein neuer her!

Hier kommt ihr als Spieler ins Spiel. Ihr kommandiert als Captain Carter die Argo, einen gigantischen Raumkreuzer, der gleichzeitig die letzte Heimat und Hoffnung der Menschheit repräsentiert. Umringt vom friedlichen Drohnenschwarm macht ihr euch auf die Reise, eine neue Welt zu finden. Selbstverständlich trefft ihr auf eurer Reise auf diverse außerirdische Rassen, von denen euch nur die wenigsten freundlich gesinnt sind. Klassische Sciencefiction also. Diese Geschichte wird euch in einer kurzen grafischen Sequenz gleich zu Beginn des Spiels erzählt. Eine comichafte Sequenz, die aus der Feder des oben erwähnten Comic Studios 451 stammt – Michael Bay lässt grüßen. Neben dem Intro ist das Studio auch für sämtliche Zwischensequenzen im Spielverlauf verantwortlich. Zugegeben, die kleinen Story Happen, die uns im Verlauf der Präsentation angeboten wurden, haben uns noch nicht vom Hocker gerissen, allerdings haben diese bislang auch nur die Ausgangsgeschichte erzählt.

Drone Swarm Intro

Zwischensequenzen im Comic-Stil.

 

Strategische Schwarmbildung

Das Herzstück von Drone Swarm und der bei Weitem interessanteste Punkt ist jedoch das Gameplay. In kurzen planetarischen Szenarien müsst ihr euch mit der Argo und den Drohnen gegen unterschiedliche Gefahren wehren. Dabei stehen euch für jede einzelne dieser Missionen die 32.000 konvertierten Drohnen zur Verfügung, die ihr offensiv und defensiv einsetzen müsst, um das Mutterschiff zu verteidigen. Mit kurzen Tastenbefehlen und Mausgesten könnt ihr die Drohnen zu Verteidigungswällen formen, Gegner oder Objekte aus der Bahn werfen oder Angriffsmuster vorgeben. Jede dieser Aktionen verbraucht eine gewisse Anzahl der Drohnen. Es gilt also, die 32.000 verfügbaren Maschinen zu verwalten, denn im Eifer des Gefechts schrumpft diese zunächst beeindruckende Zahl erschreckend schnell. Laut den Entwicklern werdet ihr im Verlauf der Kampagne immer neue Drohnen-Fähigkeiten erlernen und aufwerten können. In der Demo-Version sind bislang drei Fähigkeiten verfügbar: Angriff, Verteidigungswall und eine “Push”-Fähigkeit, mit der ihr Objekte wegstoßen könnt. Allein schon diese drei Optionen lassen das beachtliche strategische Potenzial von Drone Swarm erkennen. Besonders in den etwas hektischeren letzten Missionen der Demo kommt ihr beim Jonglieren eurer Drohnen schnell ins Schwitzen und lernt auf die harte Tour, dass ihr Prioritäten setzen müsst, um zu überleben.

Aber macht denn das Ganze auch Spaß? Definitiv, wenn ihr uns fragt! Schon in diesen frühen Missionen faszinieren die unglaublich flüssigen Bewegungen eures gehorsamen Schwarms, der an eurem Mauszeiger zu kleben scheint. Anders als in gewöhnlicheren Echtzeitstrategiespielen sorgt die Liquidität des Drohnenschwarm für ein Spielgefühl, welches wir so noch nicht gesehen haben. Ohne Zweifel ein Spielgefühl, welches Lust auf mehr macht. In der Demo fehlte es uns persönlich noch an echten Herausforderungen, allerdings gaben uns die Entwickler zu verstehen, dass die Komplexität der Missionen im Verlauf der Kampagne deutlich zunehmen soll.

Drone Swarm Screenshot

Ein Drohenwall hier, ein Drohnenspeer da. Eurer Arsenal ist mehr als flexibel.

 

Liebe zum Detail

Laut dem Team von Stillalive Studios befindet sich Drone Swarm mittlerweile schon seit fünf Jahren in Entwicklung. Eine lange Zeit, die dem schwer umzusetzenden hohen Anspruch des Projekts geschuldet ist. Denn von Anfang an sollte jede einzelne der 32.000 Drohnen individuell dargestellt werden, um ein möglichst authentisches Schwarm-Gefühl zu kreieren. Ein Ansatz, der sich als große Herausforderung erwiesen hat. Erst ein Update der grundlegenden Grafikengine Unity konnte für den Durchbruch sorgen. Zweifelsohne erkennt man ab der ersten Spielminute, wie viel Liebe zum Detail in den Schwarm geflossen ist. Jede einzelne Bewegung der Drohnen gleicht einem Fischschwarm. Diese Detailverliebtheit sucht man allerdings im Rest des Spiels vergebens. Sowohl die Hintergrundelemente des Weltalls als auch die unterschiedlichen Modelle der gegnerischen Raumschiffe sind eher durchschnittlich umgesetzt.

Zum Umfang lässt sich derweil noch wenig sagen. Die Entwickler versprechen eine Spielzeit von 10 bis 15 Stunden. Im Verlauf sollt ihr auf unterschiedliche Alienrassen treffen, die mit jeweils drei Raumschiffklassen und unzähligen Waffenarsenalen aufwarten. Die Kampfschauplätze sollen in den späteren Missionen ebenfalls diverser ausfallen. Von elektrischen Raumwolken über Asteroidenfelder bis hin zu extraterrestrischen Konstruktionen, die Entwickler versprechen hier viel Abwechslung.

Bleibt nur noch die Frage des Preises und der Veröffentlichung. Drone Swarm soll am 20. Oktober 2020 für den PC erscheinen und wird in zwei Versionen angeboten. Die Basisversion des Spiels wird euch 19,99 € kosten, die Premiumversion hingegen 29,99 €. Wenn ihr allerdings vorbestellen möchtet, könnt ihr euch die Premiumversion aktuell für 19,99 € sichern. Diese schaltet euch direkt drei Drohnenfähigkeiten frei und beschert euch den eigens komponierten Soundtrack und eine PDF-Datei des Comic Prologs von Comic Studio 451.

Bus Simulator
  • 8 Offiziell lizenzierte Busse von 4 namhaften Herstellern asynchroner und synchroner multiplayer-modus (für bis zu 4 Spieler) eine ca. 15 km große Karte mit 12 authentischen stadtteilen inklusive umfangreichen managementpart und progressionsystem für Einsteiger und Profis: Spiele im vereinfachten oder realistischen Modus unterschiedliche wetterverhältnisse und Tag- und nachtfahrten eine Vielzahl an Ereignissen im Bus wie z.B. Schwarzfahrer oder laute Musik herausfordernde verkehrssituationen wie z.B. Busbahnhof, uberlandfahrten, schlaglöcher, staus und Unfälle

 

  • Drone Swarm
    “Drone Swarm könnte sich mit seinem innovativen Ansatz als kleine Perle der Echtzeitstrategie etablieren. Das Befehlen des namensgebenden Drohnenschwarms macht schon in den simplen Tutorial-Missionen der Demo unglaublich viel Spaß. Sollten die späteren Missionen, wie von den Entwicklern versprochen, im Verlauf der Kampagne knackiger werden, fallen mir nur wenig Gründe ein euch Drone Swarm nicht zu empfehlen.”
    Maximilian Apel, Redakteur

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