Wie Warcraft 3 die Welt des Gamings verändert hat

Das neue Jahr steckt noch in den Kinderschuhen, doch in der Welt des Gamings erwartet uns bereits im Januar Großes: Warcraft 3: Reforged. Ein vollwertiges Remake von einem der beeindruckendsten Spiele der hochkarätigen Bibliothek Blizzards, einer der prägenden Titel der vergangenen Dekaden. Ein Titel, der sowohl sein eigenes Gerne der Echtzeit-Strategie revolutioniert, als auch vollkommen neuen Spiel-Ideen den Weg geebnet hat. Alle Einflüsse und Meilensteile von einem Videospiel diesen Formats zusammenzufassen ist schwierig, aber wir haben uns anlässlich des bevorstehenden Release von Warcraft 3: Reforged am 29. Januar in die Weiten des Internets aufgemacht, um euch eine Vorstellung davon zu verschaffen, wie sehr Warcraft 3 die Gaming-Welt verändert hat.

 

The Art of Storytelling

Nachdem die Entwickler von Blizzard bereits mit den ersten beiden Teilen der Warcraft-Reihe eine überaus phantasievolle und beliebte Geschichte rund um die vor Magie strotzende Welt von Azeroth aufbauen konnten, entschlossen sie sich mit Warcraft 3 den nächsten Schritt zu machen. Neue Haupt- und Nebencharaktere, die Einführung von Handlungssträngen, die selbst nach 18 Jahren noch ausdiskutiert werden und eine technische Umsetzung, die insbesondere in Sachen Soundkulisse bis heute mithalten kann. Und das alles im Genre der Echtzeit-Strategie in der solche Qualitäten Mangelware waren und bis heute oftmals noch sind. Dabei entfernte sich das grundlegende Setting von Warcraft 3 etwas von den einzelnen Fraktionen und deren rassenfeindlich motivierten Kriegen und bewegte sich in eine mythischere Fantasy Richtung. Figuren wie der Lichkönig, die Rückkehr der brennenden Legion und die Ausarbeitung ikonischer Charaktere à la Illidan, Sylvanas oder Jaina, eroberten das Herz der Spielergemeinde im Sturm. Das alles und noch viel mehr ebnete nicht nur den Weg für das eines der größten Fantasy-Franchises unserer Zeit, sondern bildete gleichzeitig die Basis für das Gaming-Phänomen, welches als Word of Warcraft bekannt werden würde. Heutzutage ist es kaum vorstellbar, dass ausgerechnet ein Strategiespiel das wohl beliebteste MMORPG aller Zeiten hervorgebracht hat, doch nicht weniger darf sich Warcraft 3 auf die Fahne schreiben.

 

Die Welt von Warcraft

In Zeiten von Fortnite, Minecraft und Co. vergisst man schnell, dass es in den 2000er Jahren eine noch gewaltigere IP gab, die in den Köpfen vieler Menschen schon fast als Synonym mit dem Thema Gaming verknüpft war – World of Warcraft. Das weltbekannte Massively Multiplayer Online Role-Playing Game, welches sich zum Release von Warcraft 3 noch in Entwicklung befand, baute die epochale Geschichte des Strategiespiels und seiner Erweiterungen aus und zog so eine ganze Generation neuer Gamer auf. Da sich die Entwickler von Blizzard auf ein bereits existierendes Universum stützen konnten, hatten sie die Möglichkeit ikonische Orte, Städte und Charaktere mit einer unvergleichlichen Detailverliebtheit in dieses neue Genre zu portieren. Doch nicht nur das Storytelling von Warcraft 3 hatte einen maßgeblichen Einfluss auf WoW, auch Gameplay Elemente wurden adaptiert. Das seinerzeit innovative Helden-System, samt individuellen Ausrüstungsgegenständen und freischaltbaren Fähigkeiten, bot die perfekte Grundlage für die Art der Charakterentwicklung die World of Warcraft perfektionieren sollte. Eine Grundlage, die nicht “nur” das das Genre der MMORPG’s beeinflussen, sondern auch ein völlig neues Genre hervorbringen sollte.

 

Rise of the MOBA’s

Wenn ich an meine persönliche Zeit mit Warcraft 3 zurück denke, wird mir klar, wie wenig Spielstunden ich im eigentlichen Hauptspiel verbracht habe und wie viele davon in den zahllosen Mods der Community. Doch während ich mit Freunden die gigantische Sammlung an Mods nach Tower Defence-Modi durchforstete, machte sich ein ganzes Team aus kreativen Köpfen daran, ein eigenständiges Genre zu kreieren. Die Rede ist natürlich vom Multiplayer Online Battle Arena-Genre, genauer gesagt von der Defense of the Ancients-Mod, die den Grundstein für diese Art von Spiel legen sollte. Anders als in herkömmlicher Strategie-Manier traten hier fünf Spieler in jeweils einem Team gegeneinander an, wobei jeder einen einzelnen Helden kontrollieren konnte. Jeden dieser Helden musste man im Verlauf einer Partie stetig aufleveln und mit neuen Fähigkeiten ausstatten, um so Synergien mit den Teamkameraden aufzubauen und schließlich die gegnerische Basis zu zerstören. Damit war die Mod geboren, die im Verlauf der Frozen Throne-Erweiterung immer mehr an Aufmerksamkeit und Beliebtheit gewinnen sollte und letztlich die E-Sport-Szene im Sturm eroberte. Aus Moddern wurden Entwickler und aus der Defense of the Ancients-Mod wurde 2013 mit DotA 2 ein eigenständiger Titel. So entstand aus einer einfachen Warcraft 3-Mod ein komplett neues Genre, welches heutzutage zwar nicht mehr von DotA selbst angeführt wird, aber mit League of Legends einen der größten und bekanntesten E-Sport-Titel beheimatet.

 

Overwatch und Co. dank Warcraft 3?

Zugegeben, ein existentieller Einfluss von Warcraft 3 auf das Genre der Heldenshooter ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber vor Gericht könnte man dem Strategiespiel zumindest eine Mittäterschaft unterstellen. Obwohl sich moderne Titel wie Overwatch oder Paladins ihre Qualitäten hauptsächlich bei Team Fortress 1 und 2 abgeguckt haben, kann man gewisse Grundideen der Heldenkonzepte zu Warcraft 3 zurückverfolgen. Zwar hatte Blizzard weder Helden als Zentrum einer Spielmechanik, noch deren Umsetzung und Struktur erfunden, aber in ihrer üblichen Manier auf Hochglanz poliert und salonfähig gemacht. So salonfähig, dass sich seit dem ursprünglichen Release von Warcraft 3 zahllose Entwicklerteams an dem Konzept bedient und es weiterentwickelt haben. Wie bereits erwähnt, verschwimmt im Laufe der Jahre die Verbindung zwischen Warcraft 3 und einem Team-Shooter wie Overwatch, aber wir sprechen hier schließlich auch von Einflüssen und nicht von direkter Abstammung. Klar ist, dass Team Fortress höchstwahrscheinlich auch ohne Warcraft 3 entwickelt worden wäre, moderne Heldenshooter in ihrer heutigen Form könnte man allerdings vergeblich suchen.

 

Wir fassen zusammen

Wie sehr hat Warcraft 3 die Gaming Welt verändert? Unserer Meinung nach dürfte ohne Warcraft 3 nicht nur Blizzards Spielebibliothek deutlich kleiner ausfallen. World of Warcraft würde vielleicht gänzlich anders aussehen, League of Legends oder DotA 2 wären nie erschienen und auch Heldenshooter hätten eventuell nie das Tageslicht erblickt. Von Titeln wie Hearthstone oder Teamfight Tactics ganz zu schweigen. Somit dürfte klar sein, das Warcraft 3 die Gaming Welt, wie wir sie heute kennen, maßgeblich beeinflusst hat. Grund genug also, sich auf den bevorstehenden Release von Warcraft 3: Reforged zu freuen und ein Stück Videospielgeschichte Revue passieren zu lassen. Und falls euch das als Grund nicht reichen sollte, sei noch am Rande erwähnt, das Warcraft 3 auch einfach ein saugutes Spiel war und noch bis heute ist!

Warcraft 3 - Reign of Chaos (BestSeller Series)
  • Detaillierte, bunte 3D-Grafik
  • Vier verschiedene Rassen
  • Gelungenes Missionsdesign im Einzelspielermodus
  • Grandioser Mehrspielerpart
  • Starke Rollenspielanleihen
 

 

2 Kommentar

  1. Habe gestern zufällig gelesen, dass Warcraft III Reforged bald rauskommt. Innerhalb von 2 Minuten war es vorbestellt. Ich habe nich die letzten Jahre auf kein Spiel so sehr gefreut wie auf dieses! Ich zähle die Stunden bis zum Release 😀

    Reply
  2. Ich sags ja. Ein enorm einflussreiches spiel, was ich leider noch nie angeschaut habe außer die von euch angesprochenen Mods im Tower Defense Modus. Sehr schön geschrieben und ausgearbeitet 🙂

    Reply

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Passwort vergessen?

Bitte gebe deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse ein. Du erhälst per E-Mail einen Link zum Erstellen eines neuen Passworts.