Angespielt: Blacksad – Under the Skin (EGX Berlin 2019)

Bei Blacksad handelt es sich um eine Comic-Reihe im Stile des Films Noir. Gleichzeitig ist es eine Fabel, denn alle Charaktere sind Tiere. Unser Protagonist John Blacksad ist eine Katze und führt ein Detektivbüro, wo er alle möglichen Aufträge annimmt. Bereits auf der gamescom 2019 durften wir erstmals selbst Hand an das Spiel legen und in rund 45 Minuten das Abenteuer ausgiebig ausprobieren. Seitdem sind bereits gute zwei Monate vergangen, der Release steht fast vor der Tür und wir konnten auf der EGX in Berlin erneut eine Runde Blacksad spielen.

 

Ein Mordfall und die Wahrheit

Blacksad ist ein Adventure im Stil der Telltale-Spiele. Ihr unterhaltet euch mit NPCs, interagiert mit eurer Umgebung und müsst ab und zu einige Quick Time Events bestreiten. Auf der gamescom haben wir vor allem die Ungenauigkeit bemängelt, die dazu führte, bestimmte Szenen immer wieder wiederholen zu müssen. Da es sich um die exakt gleiche Demoversion handelte, war ich erst skeptisch, ob der französische Entwickler Microïds das Gameplayelement bereits korrigiert hat. Doch siehe da, die Buttons bzw. das Klicksystem wurden überarbeitet und lassen sich nun wesentlich einfacher im richtigen Moment auswählen. Für einige Besucher der EGX ist diese Lockerung allerdings nicht unbedingt nachvollziehbar gewesen. Das Spiel sei nun “zu leicht”, wurde mir in einem kurzen Gespräch gegenüber vermittelt. Ob es ggf. verschiedene Schwierigkeitsgrade geben wird, werden wir in rund zwei Wochen nach dem Release wissen.

Die Stärke des Spiels liegt aber sowieso eher im Erkunden der Gebiete und dem Schlussfolgern, mit welchem ihr an den zu lösenden Mordfall herangeht. Ich sage hier Mordfall, streng genommen wird zu Beginn von einem Selbstmord ausgegangen. Das Spiel spielt in New York, Anfang der 1950er Jahre. Joe Dunn, Besitzer eines Boxclubs, wird tot aufgefunden. Zur gleichen Zeit verschwindet auch noch der aufstrebende Box-Star Robert Yale, der in Kürze für den wichtigsten Kampf seiner Karriere in den Ring steigen soll. Sonia Dunn, Joes Tochter, übernimmt vorerst die Leitung des Clubs und sieht sich mit dessen desaströser finanziellen Lage konfrontiert. Sie beauftragt Privatdetektiv John Blacksad, das Verschwinden von Yale zu untersuchen und den Mann möglichst schnell zu finden.

 

Schärft eure Katzensinne

Für die Ermittlungen, Spurensuche, Kämpfe und Zeugenbefragungen stehen euch die Katzensinne von Blacksad zur Verfügung. Wir können uns genau auf die Umgebung konzentrieren, mit unseren guten Augen kleine Details ausmachen und mit unseren Ohren Geräusche besonders gut hören. Hab wir genug Indizien gesammelt, können wir sie in unserem Kopf zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Mit den daraus entstandenen Informationen öffnen sich in bestimmten Gesprächen neue Dialogoptionen.

Einen weiteren Vergleich, den man mit Telltale-Adventures ziehen kann, sind die Entscheidungen, die man treffen kann. Ein ausgeprägtes Dialog- und Entscheidungssystem sorgt für die notwendige Abwechslung und Entscheidungsfreiheit. Am Ende sollen sich daraus sechs mögliche Enden ergeben, je nachdem wie ihr euch verhalten habt. Genau wie die gleichnamige Comicserie kommt der 50er Film-Noir-Flair nicht zu kurz und lässt sowohl die Spielwelt als auch die Charaktere in eine unheimlich düstere Abenteueratmosphäre abtauchen. Das Spiel wurde zudem auf Deutsch komplett lokalisiert und sogar eingesprochen. Auch hier wurde gute Arbeit geleistet.

 

  • Blacksad - Under the Skin
    “Auf der gamescom gab es noch einige Schwierigkeiten mit der spielbaren Version. Davon war auf der EGX in Berlin aber kaum noch etwas zu spüren. Die Clicktime-Events bekamen bereits ihr nötiges Update und auch sonst wirkten die gezeigten Szenen noch einen Tick flüssiger. Die vielen Dialogmöglichkeiten und Hinweise waren im Bruchteil der kurzen Spielzeit selbstverständlich nicht alle auswählbar, laut den Entwicklern soll der Fall am Ende nach rund zehn bis 14 Stunden aber aufgeklärt werden. Wer Bock auf ein außergewöhnliches Adventure im Stile der Telltale Games mit seinem eigenen Charme erleben möchte, sollte in den nächsten zwei Wochen unbedingt zu Blacksad greifen.”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur
Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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