Brauchen wir wirklich die Nintendo Switch Lite?

Als 2017 die Nintendo Switch auf den Markt kam, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Nintendo 3DS durch die neue Konsole abgelöst werden würde. Auch wenn es von offizieller Seite nie der Plan gewesen ist, den 3DS durch die Switch zu ersetzen, war es letztendlich aber unvermeidbar. Dies dachte Nintendo wohl nun auch und bringt am 20. September 2019 die Nintendo Switch Lite auf den Markt. Eine reine Handheld-Version der Nintendo Switch für 230 Euro – ein teurer Spaß. Doch brauchen wir diese Konsole überhaupt?

 

Marco’s Meinung

Ich bin ein riesiger Handheld Fan und immer noch meiner Vita treu. Daher ist es wohl auch keine Überraschung, dass ich meine Switch hauptsächlich als Handheld nutzte. Die Nintendo Switch Lite ist jetzt enthüllt und sollte eigentlich genau Spieler wie mich ansprechen. Mich spricht die Switch Lite aber irgendwie überhaupt nicht an. Grund Nummer eins dafür ist, dass mit einem Preis von 230 € die Lite einfach zu teuer ist. Man bekommt ein kleineres Display und der Akku ist kleiner, auch wenn er dank des kleineren Displays länger hält. Einige Titel werden zudem nicht mehr ohne Zubehör funktionieren und wie oft wissen Eltern denn genau Bescheid, auf was man achten muss, damit die Kids das Spiel auch auf der Lite spielen können. Wenn man dann noch ein Set Joy Cons und einen Tischstand dazu rechnet, ist die Ersparnis weg und dann braucht man ja auch noch einen Charge Grip für die Joy Cons. Davon mal abgesehen ist das Design an sich zwar nicht schlecht, die Farbauswahl lässt die Lite aber eher wie ein Billigprodukt aussehen. Nintendo hätte so viele Möglichkeiten coole Designs anzubieten. Für mich ist die Lite vollkommen uninteressant, auch wenn ich die TV Funktion nur selten nutze, ist die Option doch viel wert.

 

Jasmin’s Meinung

Da ich schon Besitzer einer Switch bin, werde ich mir die Lite-Version nicht zulegen. Sie war eine Überlegung wert, als Zweitkonsole in meinen Haushalt einzuziehen, doch für den Preis sind meines Erachtens der Wegfall wichtiger Funktionen nicht gerechtfertigt. Kein HD-Rumble, kein IR-Sensor und der Wegfall der abnehmbaren Joy Cons. Durch die fehlenden Joy Cons wirkt die Lite-Version zwar robuster als ihre große Schwester, dafür sind einige Titel aus dem Hause Nintendo nicht mit der Lite kompatibel. Teilweise bezahlt man für die Standardversion der Switch kaum mehr als für die Lite, kauft man sich dann noch zusätzliche Joy Cons oder einen Tischständer, gleicht sich der Preis wieder aus. Vielleicht wird die Lite-Version für mich in einem Sale noch einmal attraktiver, besonders die türkise Farbe hat es mir angetan, doch so lasse ich erst einmal die Finger von der nicht-switch-fähigen Konsole.

 

Yvonne’s Meinung

Der Grundgedanke einer abgespeckten Switch-Version ist doch erstmal sehr löblich: Eine kostengünstige Alternative für Familien, Kinder und Nintendo-Fans, die weniger Budget zur Verfügung haben und auch nicht allzu viel Wert auf technischen Schnickschnack legen. Nintendos Umsetzung eben dieser Idee ist dann allerdings etwas fragwürdig. Die Switch Lite schlägt in Deutschland mit guten 230 Euro zu Buche, was immer noch satten 75 Prozent des Originals entspricht und damit wohl kaum erschwinglich ist. Und was bekommt man nun für eine Preisreduktion von gerade einmal 70 Euro? Nicht allzu viel, wie es scheint, denn all die Features die doch insbesondere für die Zielgruppe gemacht scheinen, wurden einfach wegrationalisiert: kein Nintendo-Labo, keine abnehmbaren Joy-Cons, keine Bewegungssteuerung und folglich keinen lokalen Multiplayer. Und das Beste? Aufgrund der reduzierten Hardware lassen sich natürlich auch nicht alle hauseigenen Spiele auf der Konsole spielen. Ja, ihr habt richtig gehört, der Aufschrei an den Kassen und unterm Weihnachtsbaum wird groß sein, wenn Eltern und Kinder plötzlich verzweifeln, weil sie das ersehnte Switch-Spiel nicht auf ihrer Switch spielen können. Für Verwirrung ist dann also schon mal gesorgt (Grüße an die WiiU!). Selbstverständlich könnt ihr neue Joy-Cons jederzeit nachkaufen und so einen Großteil der fehlenden Features ausgleichen – bei einem Preis von 70 Euro das Stück, ist der ursprüngliche Preisvorteil dann aber ganz schnell wieder Geschichte. Alles in allem ist die Switch Lite sicherlich ein nettes Stück Hardware, das zwar mit einer sehr schönen Optik und einigen Optimierungen glänzen kann, aber dann doch etwas an der Zielgruppe vorbeischlittert. Gerade Familien sollten sich überlegen, lieber die rund 70 Euro mehr zu investieren, um den Familienfrieden zu wahren.

 

 

Maarten’s Meinung

Dass die Switch Lite kommt war ja kein wohlbehütetes Geheimnis, die Leaks waren so dermaßen offensichtlich, sodass die Ankündigung in keinster Weise überraschend kam. Persönlich finde ich den Ansatz nicht wirklich schlecht, Abnehmer gibt es durchaus. In meinem Bekanntenkreis habe ich mindestens eine Person, die mit der Switch ausschließlich im Handheld-Modus gespielt hat und er kündigte auch an, sich die Mini-Version zu besorgen, da seine alte Switch abhanden gekommen ist. Dennoch muss ich sagen, dass der Preis für das, was geboten wird, nicht angebracht ist. Keine TV-Modus-Unterstützung, kein HD-Rumble und natürlich durch die nicht abnehmbaren Joy-Cons keine Bewegungssteuerung und dann dennoch ein Preis von 230 €? Kann man die Switch Lite denn als vollwertige Konsole bezeichnen oder doch nur ein Handheld? Ich wage dennoch eine mutige Prognose: Verkaufen wird sie sich definitiv, wenn auch vielleicht erst nach einem Preissturz.

 

Jennifer’s Meinung

Die anhaltenden Gerüchte um eine simplifiziertere Version von Nintendos aktueller Heimkonsole manifestierten sich unlängst in der Ankündigung der Nintendo Switch Lite. Ein Handheld-System in seiner Reinkultur, das in die Fußstapfen des verstorbenen Nintendo 3DS treten soll.  Mit der minimalen Preisdifferenz und der gebündelten Fokussierung auf ein robustes und leichtes Stück mobile Hardware schaffte es Nintendo vorgeblich genau die Spielerschaft zu verstimmen, die überhaupt nicht Teil der Zielgruppe sein sollte. Kurz nach der Bekanntgabe wurden abrupt zahlreiche Stimmen innerhalb der Spielgemeinde laut, die über die Notwendigkeit und den Nutzen der reduzierten Konsole monologisierten. Eine Konsole, deren fehlende Features angeblich weder den Namen noch den unwesentlichen Preissturz rechtfertigten. Worte, die vermeintlich  von Besitzern der herkömmlichen Hybrid-Konsole, vorwiegend Heimspielern sowie lokalen Multiplayer-Enthusiasten erfasst werden – und damit genau die Spielgemeinde zu unfairen Äußerungen verleitet, an die sich die Lite-Fassung der Nintendo Switch gar nicht erst zu richten vermag. Das mobile Stück Hardware bleibt lediglich eine Option. Eine reliable Alternative für alle Viel-Reisenden und das jüngere Publikum, dem es nicht nur an finanziellen sondern auch räumlichen Vermögen mangelt. Gleichsam wie Gewohnheit keinesfalls zur Begründung werden darf, sollten Optionen niemals als Angriff gewertet werden. Die Nintendo Switch Lite scheint mit seiner Preisdifferenz von ca. 100 Euro zwar keinem konventionellen “Schnäppchen” zu entsprechen und gleichzeitig dank teils-fehlender Software Unterstützung recht konträr zur definierten Zielgruppe zu agieren, die Daseinsberechtigung  einer zusätzliche Option sollte man allerdings weder Nintendo selbst noch dem eigentlichen Klientel absprechen dürfen.

 

Panten’s Meinung

Ich bin ehrlich gesagt etwas zwiegespalten, was die Nintendo Switch Lite angeht. Ich finde es zwar gut, dass sie eine günstigere Alternative anbieten. Jedoch ist dafür, dass die Controller fest installiert sind und es keinen TV-Modus gibt der Preis von ca. 230 € ziemlich stolz. Es wirkt ein wenig so, als wolle man den Leuten was verkaufen, was sie entweder schon haben, oder erst gar nicht brauchen. Aber mal abwarten, wie sich das entwickelt. Immerhin hat es mit dem Nintendo 3DS ja auch irgendwie funktioniert. Warum auch immer.

 

Kevin B’s Meinung

Die Nintendo Switch Lite, eine Konsole, die weniger kann als ihre große Schwester, die Nintendo Switch, aber auch ein paar Euro weniger kostet. Die Kontroller sind nicht abnehmbar, die HD-Rumble-Funktion fällt weg und die Konsole kann nicht mehr an den Fernseher angeschlossen werden. Alles sind vertretbare Einbußen, aber warum nicht für ein paar Euro mehr die Features behalten. Wie sagt man so schön: “Haben ist besser als brauchen!”. Die Farben der Nintendo Switch Lite sind klasse und ein Blickfang. Für das jüngere Publikum ist die Tatsache, dass die Kontroller mit der Konsole verschmolzenen sind, ein positiver Punkt für Langlebigkeit. Ob eine Anschaffung bei vorhandener Switch sinnvoll ist, muss man letztenendes für sich selbst entscheiden. Wenn man noch keine Switch besitzt, aber zum Beispiel im Zug auf dem Weg zur Arbeit spielt, wäre die Lite-Version eine sinnvolle Investition. Für mich persönlich kommt ein Kauf bei einem solch geringen Preisunterschied nicht in Frage.

 

 

 

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

1 Kommentar

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