Brauchen wir wirklich Lootboxen?

Das Thema Lootboxen ist spätestens seit Star Wars: Battlefront 2 ein heikles Thema in der Branche geworden. Mit einer immer mehr werdenden Monetarisierung innerhalb der Spiele sinkt auch die Stimmung der Spieler. Schließlich bekommt man schon länger nicht mehr den vollen Inhalt für sein Vollpreis. Doch ist das eigentlich gerechtfertigt? Publisher und Entwickler investieren schließlich Millionen in ihre Entwicklungen, die heutzutage wesentlich mehr Geld verschlingen, als noch vor 15 Jahren. Wir haben uns der Frage gestellt: Brauchen wir wirklich Lootboxen?

 

Tobias Meinung

Wann habe ich zuletzt ein Spiel gesehen, welches ohne Ingame-Käufe veröffentlicht wurde? Das muss noch während meiner Gamecube-Zeit gewesen sein. Mal im Ernst: Lootboxen sind nichts anderes als das wöchentliche Lottospiel, Boosterpacks oder Stickertüten kaufen. Fragt doch mal eure Großeltern, was sie jeden Sonntagnachmittag im Fernsehen schauen – das gute alte BINGO. Da wären wir mal wieder bei der Glücksspiel-Diskussion. Der eigentliche Aufreger ist allerdings auch nicht die Ingame-Monetarisierung an sich, sondern wie sie schlichtweg in das Spiel integriert wird. Denn sobald ein gekaufter Inhalt, der durch eine Lootbox mit Glück verteilt wird, einen entsprechenden Vorteil gegenüber anderen Spielern bietet, wirkt sich das komplette System negativ auf die Balance aus. Dies wiederum führt zum Pay-to-Win. Mal von den ganzen rechtlichen Dingen abgesehen, sollten solche Inhalte irgendwann wirklich als Glücksspiel deklariert werden. Frustrierend also für die Spieler, die einmal das Spiel kaufen und sämtliche Inhalte eigenständig freischalten und erspielen möchten. Durch den konkreten Einsatz von Lootboxen ist es also möglich, den Spielverlauf komplett zu verändern. Ich bin wahrlich auch kein großer Freund von DLCs, da dies meistens Inhalte sind, die auch gut im eigentlichen Spiel hätten integriert sein dürfen. Doch ich würde mein Geld bei einem guten Spiel eher in größere Erweiterungen mit neuen Missionen stecken, als in die von Glück abhängigen Inhalte aus den Boxen.

 

Jasmins Meinung

Lootboxen sind eine tolle Alternative für Spieler, die viele Stunden in ihrem Lieblingsspiel verbringen und das Spielerlebnis mit kosmetischen Gegenständen verbessern möchten. Allerdings sehe ich das Thema skeptisch bei Gegenständen, die einen Vorteil gegenüber anderen Spielern verschaffen. Es ist kein Problem, sich Erfahrungsboni oder temporär verbesserte Statuswerte im PvE erkaufen zu können, allerdings frustriert es Spieler, die im PvP das Nachsehen haben. Vor allem, wenn man schon 60 € für einen Vollpreistitel ausgibt, sollte man keine Hunderte von Euro ins Spiel investieren müssen, nur um dann im Schlachtfeld die Oberhand zu haben. Zudem sollte die Chance auf bestimmte Gegenstände für alle offen ersichtlich sein, damit man sich selbst eine Chance ausrechnen kann, seinen heißgeliebten Loot zu erhalten.

In der Origin Access Phase waren die Lootboxen in Star Wars: Battlefront 2 noch aktiv.

 

Pantens Meinung

Meiner Meinung nach wird es mit den Lootboxen mittlerweile übertrieben. Nicht jedes Spiel ist für solch eine Loot-Mechanik ausgelegt. Ich persönlich finde es besser, wenn man vorher weiß, was man bekommt und was man dafür alles machen muss. Dadurch wird das Spiel etwas mehr ergebnisorientiert. Das motiviert mich mehr als die Aussicht auf eine mysteriöse Kiste, in der alles mögliche drin sein kann. Wenn die Lootbox dann aber als kleine Dreingabe fungiert und nur Gegenstände enthält, welche lediglich kosmetischer Natur sind, dann hätte sie wesentlich mehr Reiz. Kurzum sollten Lootboxen nur als kleiner Bonus zu dem erspielten Ziel beigefügt werden.

 

Kevins Meinung

An Lootboxen in Videospielen kommt man derzeit ja kaum herum, da fast jedes Triple A Spiel dieses Feature bietet. Daher hab ich schon etliche Spiele im letztem Jahr gespielt, in denen welche vorgekommen sind. Eines der Spiele ist zum Beispiel Battlefield 1 gewesen. Bei diesem sind in so genannten Battlepacks, die es in drei Seltenheitsstufen gibt, verschiedene Skins für die zahlreichen Waffen drin. Diese Battlepacks kann man im Spiel selbst erspielen oder auch durch Kauf erhalten. Jedoch hatte ich im Spiel noch nie das Bedürfnis Geld für ein Battlepack auszugeben, da man erstens durch das Spielen genug von diesen erhält und zweitens die seltenen und epischen Skins eher in den Packs erhält, die man nicht durch Echtgeld erwerben kann. Zudem sind es nur Skins, die auf das Gameplay keinerlei Auswirkungen haben und am Ende nur gut aussehen. Daher habe ich lieber eine Runde länger gespielt, um ein Pack zu erhalten, anstatt es im Store zu kaufen. Wenn Lootboxen in allen Spielen so eingefügt wären, dann wäre die Welt in Ordnung. Einige Publisher scheint dies jedoch nicht gereicht zu haben und so wollen sie mehr vom Kuchen abhaben. Sei es nun, weil die Spiele in der Produktion immer teurer werden, wir immer weniger für unsere Spiele zahlen oder die Gier nach dem Geld, das sei mal dahin gestellt. Wenn Inhalte der Lootboxen Auswirkungen auf das Gameplay haben und das Spiel für das ich schon bezahlt habe zu einem Pay to Win Game wird, dann geht es zu weit. Auch dass Spielinhalte so designt werden, dass man um noch Spaß mit dem Spiel zu haben nochmal extra Geld in Lootboxen investieren muss und ich am Ende gar nicht weiß, ob mir der Inhalt irgendwas bringt, dann geht dies zu weit. Daher bin ich gespannt, wie sich das Feature um die Lootboxen in nächster Zeit entwickeln wird. Dass EA mit Star Wars Battlefront 2 den derzeit größten Shitstorm der Spielergemeinde auf sich gezogen hat, lässt mich zumindest etwas froh in die Zukunft blicken. Denn nun wissen EA und die anderen Publisher, dass wir Spieler uns nicht alles gefallen lassen. Aber die Lootboxen werden nicht die letzte Möglichkeit der Publisher gewesen sein, ein wenig Geld von den Spielern extra zu verlangen. Denn wenn es um das Thema geht, waren sie in den letzten Jahren meist kreativer als beim Entwickeln ihrer Spiele.

Optisch einer der besten Lootboxen ist das Pinata-Lama aus Fortnite.

 

Marcos Meinung

Wir als Gamer brauchen keine Lootboxen in Spielen. Dabei sind Lootboxen an sich nicht einmal das Problem, vielmehr ist es deren Implementierung in die Fortschrittssysteme von Spielen. Star Wars Battlefront war dafür das beste Beispiel im letzten Jahr. Nach dem Aufruhr um das Thema werden wir aber nicht das Ende der Boxen erleben. Stattdessen werden sich Publisher wie Activision/Blizzard oder EA darauf verlagern, die Inhalte ihrer Lootboxen als rein kosmetisch anzupreisen und sich als geläutert darzustellen. Eine so lukrative Einnahmequelle will man sich ja schließlich nicht entgehen lassen. Es gibt Wege für Entwickler, zusätzlich Bezahloptionen in ein Spiel zu integrieren, ohne Spieler zu benachteiligen oder gar auszubeuten. Die Frage ist nur, ob die Entscheidungsträger ihre Gier im Zaum halten können.

 

Maartens Meinung

Wir Zocker lieben Loot, das ist nun einmal so und die Entwickler wissen dies auch. Deswegen werden Lootboxen auch nicht so schnell wieder verschwinden. Ich selbst darf mich ja eigentlich gar nicht so kritisch gegenüber dem System äußern, da ich in Overwatch und Hearthstone auch schon zahlreiche Boxen und Packs erworben habe. Dies ist aber im Vergleich zu manch anderen Spielen harmlos, da es zum einen um kosmetische Goodies, zum anderen um Karten in einem TCG geht, wo es Gang und Gebe ist, neue Boosterpacks zu kaufen (Pokémon, Yu-Gi-Oh!, Magic the Gathering, ihr wisst schon). In solchen Situationen finde ich solche Implementierungen nicht so schlimm, aber es sollte auch nicht Überhand nehmen und genau das tut es derzeit leider. Star Wars, Need for Speed, Schatten von Mordor, alles Negativbeispiele, die ich so bitte nie wieder sehen möchte, aber die wir garantiert weiterhin so sehen werden. Denn egal, wie groß das Gemecker werden wird, es würde diese Systeme nicht geben, wenn sie nicht funktionieren würden. Irgendwo auf dieser Welt gibt es Leute, die solche Lootboxen kaufen und die Entwickler und Publisher somit bestätigen, dass sie so an mehr Kohle gelangen können. Um es abschließend zu sagen: Ich stehe Lootboxsystemen gespalten gegenüber, in manchen Spielen macht es mir nichts aus, in anderen sind sie total fehl am Platz.

Auch reine Singleplayer-Titel wie Assassin’s Creed Origins bekommen mittlerweile Mikrotransaktionen.

 

Annas Meinung

Ob man Lootboxen wirklich braucht? Zuerst sollte man unterscheiden ob Spielern die Möglichkeit geboten wird Lootboxen zu erspielen oder ob diese ausschließlich nur durch Echtgeldkäufe erhältlich sind. Ein Kombiprinzip finde ich hier am fairsten, so wird Spielern die kein Geld ausgeben wollen, auch die Möglichkeit geboten sich an Lootboxen zu erfreuen. Denn ich finde Lootboxen im Grunde eine super Möglichkeit, sich als Spieler in seinem Lieblingsspiel ausdrücken zu können. Soweit es zumindest um kosmetische Inhalte geht. Skeptisch hingegen sehe ich gekaufte Lootboxen die direkt ins Spielgeschehen eingreifen – wie z. B. verstärkte Waffen oder verbesserte Ausrüstung. Sind doch dann Spieler, die kein zusätzliches Geld in die Hand nehmen wollen oder können automatisch im Nachteil. Bei solchen Upgrades sollten allen Spielern die gleichen Möglichkeiten geboten werden. Sonst geht der Spaß, welcher doch im Vordergrund stehen sollte, verloren.

 

Eure Meinung zu den Lootboxen und Mikrotransaktionen in Videospielen

Jetzt sind wir auf eure Meinung gespannt. Was ist eure Meinung zum Thema Lootboxen und Mikrotransaktionen? Hinterlasst uns gerne ein Feedback in den Kommentaren.

 

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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