Angespielt: Kingdom Come Deliverance (gamescom 2017)

Ein „realistisches“ Open World Rollenspiel, so wird Kingdom Come Deliverance seit seiner Ankündigung angepriesen. Es ist ein fast typisches Mittelalter RPG mit Rittern, Schwertkämpfen und Ausritten zu Pferd, doch es gibt keine Drachen, keine Zwerge, keine Elfen. Es spielt in der realen Welt, genauer gesagt im Böhmen des 15. Jahrhunderts. Wir waren bereits letztes Jahr in der Präsentation und haben uns auch auf der diesjährigen gamescom mal angeschaut, ob dieser Realismus dem Spiel gut tut oder ob der gemeine Rollenspieler seine Drachen vermissen wird.

 

Rache ist ein gutes Storymittel

Böhmen, das heutige Tschechien, hat seinen König verloren. Es tobt ein Machtkampf um den Thron, Game of Thrones-Fans werden sich schnell heimisch fühlen. Wo George R.R. Martins Fantasyserie jedoch auch magische Elemente mit einbindet, bleibt Kingdom Come Deliverance beim Realismus. Wir spielen den Sohn eines Schmieds, welcher seine Eltern verlor, als sie bei einer Invasion ermordet werden. Er sinnt auf Rache und so zieht er los und stellt sich in den Dienst eines Hofes, um dem rechtmäßigen Erben auf den Thron zu helfen. Alle Figuren im Machtkampf um den Thron sind reale historische Figuren wie Karl IV., Sigismund von Luxemburg und Wenzel von Luxemburg. Bevor es jedoch in diese hochbrisanten politischen Ereignisse geht, müssen wir uns erst einmal beweisen. Wir schließen uns einem Erkundungstrupp an, der auf einen Bauernhof entsandt wird. Dort gab es einen Überfall von Banditen und wir sollen dieses Verbrechen aufklären.

Ein sehr, sehr langer Ritt beginnt

 

Sind wir schon da?

Hier geraten wir auch gleich an den ersten Kritikpunkt des Realismusfaktors: Der Ritt zum Hof dauert unendlich lang und er wird auch nicht durch interessante Unterhaltungen oder spannendes Reitgameplay überbrückt. Wir Gamer haben oft eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne und so mussten wir aufpassen, nicht fast einzuschlafen. Das Pferd ließ sich nur bedingt steuern und so schlenderten wir langsam und behäbig zum Hof. Klar, es ist nun mal realistisch, dass Pferde keine Superwesen sind, die mit der Geschwindigkeit von Flash umhersprinten, aber an manchen Stellen hätte man den Realismus ruhig ein wenig eindämmen können. Nun ja, wir erreichen den Hof, finden ein grauenhaftes Bild von ermordeten Pferden und Menschen vor und nun müssen wir die Banditen ausfindig machen. Wie wir das machen, bleibt uns überlassen, ganz Open World typisch. Wir können Zeugen befragen oder die Blutspuren untersuchen. Wir können die Stelle im Zaun sehen, an denen die Banditen durchbrachen, und so erschließen, wohin sie geflüchtet sind. Wir verfolgen sie in den nördlichen Wald und dort kommt es zum Kampf. Schwertkämpfe fühlen sich wuchtig und brachial an und hier macht der Realismus wirklich was aus. Ihr müsst gut auf euren Gegner reagieren, um zu treffen. Er blockt intelligent, pures Buttonsmashing bringt euch hier nicht weiter. Ein, zwei parierte Schläge später ist er aber erledigt und wir tragen unseren ersten Sieg davon.

Die Spielwelt wurde der Realität echt gut angepasst

 

Viel zu tun

Anhand der ersten Mission, welche wir in der Demo spielen konnten, kann man noch nicht viel über die Möglichkeiten sagen, welche sich uns in der offenen Welt bieten. Aber man kann das Potential von Kingdom Come Deliverance einschätzen und diesbezüglich sieht es nicht schlecht aus. Grafisch ist das Spiel durchaus sehenswert, auch wenn manche Gesichter ein wenig befremdlich wirken. Der so hoch angepriesene Realismus ist mal ein Fluch und mal ein Segen, es bleibt abzuwarten, welches von beidem überwiegt. Spaß hat es gemacht, den „Kriminalfall“ auf eigene Faust zu lösen. Anhand der Umgebungsbeschreibungen auf die Suche zu gehen ist mal etwas anderes, als immer nur einem Questlog zu folgen. Mehr als die Info „nördlich des Hofes im Wald“ brauchte ich nicht, dann musste ich nur auf Stimmen achten, die ich hören konnte, und schon hatte ich die Banditen gefunden. Versprochen werden noch viel ausgeklügeltere Missionen dieser Art, bei der unsere Entscheidungen Einfluss auf den Ausgang haben werden.

 

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“Kingdom Come Deliverance ist wirklich mal was anderes. Die Entwickler haben definitiv Ambitionen, hier ein ganz neues Rollenspielerlebnis auf die Beine zu stellen und zum Teil gelingt es auch. Die Kämpfe und das Erkunden der Umgebung waren schon mal Highlights, der Weg zur Mission jedoch ein Tiefpunkt. Wie sich das alles am Ende in einem Open World Spiel einbindet, das wird man in einer 20-Minuten Demo nicht präsentieren können. Der erste Einblick macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr und Rollenspielfans sollten sich Kingdom Come Deliverance merken.”
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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!
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