Brauchen wir wirklich die Nintendo Switch?

Heute Morgen gegen 5:00 Uhr deutscher Zeit wurde in Tokio die neue Nintendo Konsole vorgestellt. Irgendwie war alles anders als sonst bei Nintendo. Kein vorher aufgenommener Livestream, der nur abgespielt wird, es war ein großes Studio, wie man es von den E3-Konferenzen der Konkurrenz gewohnt ist. Alles stand im Zeichen der Nintendo Switch. Die ganze Welt war gespannt, was uns mit der neuen Konsole wohl erwarten wird. Die Freunde und Enttäuschung war kurz nach der Präsentation im Netz merklich spürbar. Doch warum? Brauchen wir denn wirklich die Nintendo Switch oder hätte man mit der Vorstellung noch warten sollen? In unserem kleinen Meinungsspecial reden wir über das brandheiße Thema: Nintendo Switch.

 

Tobias Meinung:

Nintendo war mit der Wii U leider nicht erfolgreich, was an mehreren Dingen lag. Dies möchte man nun wieder wettmachen und mit der Nintendo Switch erneut auf ein revolutionäres Spielkonzept setzen. Revolutionär ist es auch, wenn man eine Heimkonsole entwickelt, die auch unterwegs als Handheld dient. An der grundlegenden Idee habe ich auch gar nichts auszusetzen. Die verschiedenen Controllermöglichkeiten sind ein Indiz für Nintendo´s Strategie, die Konsole erneut für die Familie zugänglich zu machen. Tolle Sache wäre da nicht der schlechteste Vorstellungszeitpunkt in der Videospielgeschichte dazwischen gekommen. Nachdem die PS4 und Xbox One bereits das vierte Jahr in Angriff nehmen, erscheint am 03. März eine Konsole von Nintendo, die die nächste Generation einläutet. Technisch weiß man aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht, was die Konsole wirklich drauf hat. Schade, denn genau das, wäre vor allem für die Core-Gamer interessant. Letztendlich wird man aber schon jetzt hinter einer PS4 Pro und einer Xbox Scorpio hängen, was die Konsole für genau diese Spieler erneut uninteressant macht. Da reicht es auch nicht, dass man ein neues 3D-Mario-Spiel für den Winter 2017 ankündigt. Moment Mal, werdet ihr nun sagen, die Switch erscheint doch aber im März? Genau das ist das zweite große Manko an der Vorstellung und Veröffentlichungstaktik von Nintendo. Denn außer einem The Legend of Zelda, welches übrigens am selben Tag auch für die Wii U erscheinen wird, gibt es keinen Titel, der für einen Launchkauf spricht. Mario Kart 8 zu remastern und mit mehr Inhalten zurückzubringen, mit Splatoon dasselbe tun, dies aber als zweiten Teil zu verkaufen, ist ebenso fragwürdig. Nintendo stand früher nicht für solch einen Schmarrn, den sie jetzt aber seit Wii U-Zeiten betreiben. Es soll nicht heißen, dass ich die Konsole verabscheue, im Gegenteil. Ich finde die Idee richtig klasse und werde auch beruhigt zugreifen, wenn die Spiele erst mal dafür erschienen sind. Vorher macht die Nintendo Switch absolut keinen Sinn. Brauchen tut man die Switch aber zumindest dann, wenn man auf Nintendo´s Exklusivtitel steht und gerne unterwegs weiterspielen möchte. Ansonsten kann man auch bei seiner PlayStation 4 bleiben.

 

Maartens Meinung:

Ach Nintendo, was macht ihr denn wieder mit mir? Auf der einen Seite liebe ich die Switch jetzt schon und werde sie mir definitiv zum Launch holen, dafür bin ich zu sehr Nintendo-Fanboy. Vor allem der Launch mitsamt Breath of the Wild ist ein Pro für mich. Klar, ich könnte mir auch die Wii U-Version von BotW holen, aber wenn ich früher oder später eh die Switch besitzen werde, warum dann nicht direkt am Launch mit einem Open World-Zelda? Auf der anderen Seite habe ich viel zu kritteln, das bleibt leider nicht aus. Leider ist das Launch Line-up nach Zelda auch schon spärlich gesät und im Grunde eine große Enttäuschung. Klar, es kommen Splattoon 2 und ein neues 3D-Mario, aber erst im Sommer respektive Winter 2017. Zum Launch gesellen sich zu BotW eine Minispielsammlung und ein komisches Arm-Kampfspiel, welches zwar lustig aussieht, aber doch bitte nicht alles sein kann. Klar, es kommen viele überarbeitete Titel und auch der 3rd-Party Support ist vorhanden, aber das wird nicht reichen. Auch habe ich ein bisschen das Gefühl, das Nintendo sich bewusst ist, das sie mit der Switch eher Fanboys und -girls wie Jasmin und mich abgreifen und somit kaum neue Kunden gewinnen werden. Von daher scheint es wohl der Plan gewesen zu sein, uns so viel Kohle wie möglich aus der Tasche zu ziehen. Ich meine…der Pro-Controller für 70 Euro??? Zwei Joy-Cons für 90??? Und ein kostenpflichtiger Online-Modus Ende des Jahres? Das ist meiner Meinung nach ein wenig zu viel Geldmacherei. Nichtsdestotrotz bin ich ein Fan der Switch, und wir WISSEN, das Nintendo gute Spiele rausbringen wird. Für eine Enthüllungspräsentation, die uns alle hooken soll, hat Nintendo allerdings viel zu wenig gemacht.

 

Kevins Meinung:

Da ist sie nun die Switch, in wenigen Wochen ist sie im Handel und will gekauft werden. Doch neben The Legend of Zelda: Breath of the Wild macht mich zum Launch kein Spiel so richtig an. Auch der Preis ist ein Punkt, der für mich, gegen einen Kauf zum Launch stimmt. Doch irgendwann wird die Switch auch in mein Haus wandern. Wenn erst mal das Spielelineup stimmt, spricht kaum etwas gegen die Switch. Denn gerade der mobile Aspekt und der Multiplayer Aspekt könnten ein neuer Gamechanger in der Branche sein. Ich seh mich schon auf langen Reisen in der Bahn oder im Flugzeug Skyrim zocken oder mit meinen Kumpels gegeneinander in Mario Kart battlen. Dass man leicht und ohne großen Aufwand miteinander oder gegeneinander an jedem Ort zocken kann, ist für mich der größte Pluspunkt der Switch. Dieses Feature bietet bisher keine Playstation 4, Xbox One oder PC und setzt sich damit enorm ab. Doch damit die Switch erfolgreich wird, müssen die passenden Spiele her. Und hier hat es Nintendo zum Launch vermasselt. Bis neben Zelda weitere Hochkaräter wie Splatton 2 oder das neue Mario erscheinen, vergehen wieder ein paar Monate. Und diese Monate werde ich abwarten.

 

Jasmins Meinung:

Da ist sie nun, die lang ersehnte Nintendo Switch, auf die wir uns am 3. März freuen können. Von vielen heiß erwartet, fand die Enthüllung um 5 Uhr morgens unserer Zeit statt. Ich hab die Präsentation nicht live mitverfolgt, da mein Interesse zwar groß war, ich aber die wenigen Stunden noch durchhalten und genüsslich schlafen konnte. Nachdem ich das Material durchgesehen habe, steht für mich fest: Die Switch wird gekauft. Warum? Nun, dafür gibt es viele Gründe: Zum einen aufgrund der Spieleauswahl. Ich kaufe meine Konsolen und Spiele nicht nach Leistung, Grafik und sonstigen Daten. Für mich zählen der Spielspaß, die Verbundenheit zu den Spielcharakteren und die Innovation der Spiele. Das bedeutet auch, dass ich mir Spiele á la Skyrim nicht für die Switch holen werde, denn diese Kategorie an Spielen bedienen für mich eher andere Konsolen. Und da zum anderen die Hardware nicht so bombastisch ist wie bei anderen Konsolen, erwartet uns sogar ein wirklich günstiger Preis im Vergleich zur Konkurrenz! Muss man wirklich 100 € mehr ausgeben, um alle Pickel von Ronaldo zu sehen? Nein! Dementsprechend freue ich mich auf die bisher angekündigten Spiele: Splatoon 2, Super Mario Odyssey und The Legend of Zelda sind nur einige der Titel, die mich für die Switch begeistern werden. Natürlich ist es frech, Mario Kart 8 mit wenigen neuen Inhalten zu versehen und als Vollpreistitel anzubieten – doch steht es jedem frei, das Spiel im Regal liegen zu lassen. Mich stört es ebenfalls nicht, dass der Online-Dienst ab jetzt Geld kosten wird. Schaut man sich bei der Konkurrenz um, ist dies gang und gäbe, zumal die Konsolen deutlich mehr gekostet haben. Alles in allem freue ich mich auf die Nintendo Switch. Klar hat sie auch ihre Macken und Schwächen wie jede andere Konsole auch, doch stehe ich jeder Konsole offen gegenüber und bin kein Fanboy oder Hater, welcher sich auf einige wenige Konsolen einschießt oder sich erfreut und ins Fäustchen lacht, wenn mal eine Präsentation einer Konsole nicht so toll gelaufen ist. Als Gamer sollte man für die gesamte Spielewelt offen sein und genug Empathie besitzen, um sich die Nintendo Switch näher anzusehen.

 

Gabriels Meinung:

Nintendo Switch klingt nach einer grandiosen Idee: Mobiles und Heim-Gaming in einem vereint. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Allerdings ist die Technik, wie für Nintendo üblich, weit hinter der Zeit zurück. Ein Bildschirm mit gerade einmal 6,2 Zoll Bildschirmdiagonale und 3 Stunden Akkulaufzeit im laufenden Spiel. Da bietet ein Tablet mehr und das für einen geringeren oder ähnlichen Preis. Nintendo macht auch im Bereich Third Party nicht alles richtig. Viele Partner, die wichtig sind für die Konsolenkonkurrenz, haben bereits bekannt gegeben, dass nur wenige Spiele zur Verfügung stehen werden. Im Grunde genommen hinkt Nintendo so der direkten Konkurrenz hinterher. Zumal Sony ja mit PlayStation 4 und PlayStation Vita bereits seit einiger Zeit ein funktionierendes Crossplay stattfindet. Mit der Idee ist Nintendo also auch nicht besonders früh dran. Hoffen wir aber, dass der Preis auf dem europäischen Markt noch einmal angepasst wird. Für € 329,99 ist die Konsole viel zu teuer für das, was sie leisten könnte. Auch das Zubehör wird zu einem fast schon frechen Preis verkauft. Wenn Nintendo einen großen Markt bedienen will, sollte man den Preis noch einmal deutlich absenken.

 

Marcos Meinung:

Mit der Switch Präsentation hat Nintendo, mal wieder einen echten Nintendo Move abgeliefert. Ich selbst hatte zwar von Beginn an kein Kaufinteresse, hatte mir aber durchaus für die Fans mehr erwünscht. Die Präsentation war dann aber leider genauso peinlich wie dünn. So nah vor dem Release nicht über die finalen Hardwarespezifikationen zu sprechen ist Selbstmord. Der Preis von hierzulande 329,99€ macht es zudem schwer den Kauf gegenüber einer PS4 oder Xbox One zu rechtfertigen. Das gilt insbesondere, wenn man bedenkt, dass einen PS4 Pro gerade einmal 70€ mehr kostet. Die nächste Enttäuschung ist dann das Lineup an Spielen. Hier findet man erstens nur sehr wenige Titel und viele von diesen sind teilweise schon mehr als ein Jahr alt. Im Fall von Rayman Legends sind es sogar dreieinhalb Jahre. Dass man als Spieler heutzutage für Online Multiplayer zahlen muss, ist nicht neu, das Nintendo aber erst mal bis Jahresende alle Käufer gratis anschnuppern, lässt um dann zur Kasse zu bitten ist dumm. Als Letztes haben wir dann noch die Preise für das Zubehör insbesondere die Joy-Cons. Controller sind teuer, das gilt für alle Konsolen. Dass ich aber für einen halben Controller das Gleiche bezahlen muss, wie bei der Konkurrenz für einen Ganzen ist im besten Fall fragwürdig. Vor allem beim Formfaktor, bei dem hohes Risiko bestehen dürfte, einen davon zu verlieren. Bei diesem Mangel an Informationen zur Leistungsfähigkeit und dem schwachen Lineup dann einen Preis von über 300€ aufzurufen, lässt mich wenig Hoffnung haben für die Zukunft der Switch.

 

 

 

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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