Angespielt: Anna’s Quest (Preview)

Als Kind bekommt jeder das ein oder andere Märchen vorgelesen. Und weil bei Kindern die Fantasie deutlich geprägter ist als bei Erwachsenen, stellen sie sich auch oft vor, in jener Märchenwelt zu sein. Für Anna wird dies nur allzu unschön zur Realität. Wir haben die Preview-Version von Anna’s Quest für euch angespielt und sagen euch, ob Daedalic mal wieder einen Point’n’Click-Hit gelandet hat.

 

Zeit für ein Märchen

Anna’s Quest präsentiert sich wie ein Märchenbuch. Die allumfassende Geschichte wird wie in einem Buch präsentiert, schön gezeichnet und animiert. Anna lebt mit ihrem Großvater am Rande eines dunklen Waldes und hilft ihm auf den Feldern. Als er jedoch schwer krank wird, ist sie auf einmal auf sich alleine gestellt. Mutig macht sie sich auf den Weg durch den dunklen Wald, um im naheliegenden Dorf Medizin zu holen. Doch Großvater hatte sie vor dem Gang in den Wald gewarnt, denn es lauern viele Gefahren in diesem Wald. Und eine dieser Gefahren lernt Anna auch direkt kennen. Doch die böse Hexe (Spoileralarm?!) ist nicht der einzige Charakter aus einem Märchen, der Anna begegnet. Märchenfiguren wie Jorinde und Joringel, der magische Spiegel und die Bremer Stadtmusikanten gehören unter anderem auch dazu.

Anna's kleines Gefängnis

Anna’s kleines Gefängnis

 

Daedalic halt

Bei Anna’s Quest handelt es sich um ein Point and Click Adventure von Daedalic, wie es im Buche steht. Versteht ihr? Wegen Märchen …okay, auch egal, jedenfalls werden Kenner der deutschen Spieleschmiede sich direkt heimisch fühlen. Denn was die Steuerung angeht, so wurde hier nicht experimentiert. Ihr bewegt Anna mit Klicks durch die Räume und lasst sie mit verschiedenen Gegenständen interagieren. Sachen aufheben, sie im Inventar miteinander kombinieren und sie auch andere Sachen anwenden, das alte Lied halt. Ein Spezialfeature gibt es aber immer in Deadalic-Spielen, so auch in Anna’s Quest. Anna besitzt nämlich die Gabe der Telepathie, das bedeutet, sie kann Gegenstände auf Entfernung bewegen. Hier mal eine Wand mittels Gedankenkraft aufreißen, da mal einen unerreichbaren Gegenstand in die Tasche schweben lassen mit Annas Fähigkeiten kein Problem. Das hört sich alles ein wenig eindrucksvoller an, als es im Endeffekt ist. Annas Telekinese ist im Grunde ein dauerhaft vorhandener Gegenstand, den man mit allen möglichen Sachen kombinieren kann, genau wie mit allen anderen Gegenständen auch. Alles in allem ist Anna’s Quest, das merkt man direkt, eher ein Spiel für die jüngere Generation. Die Rätsel sind nicht allzu schwer zu lösen, und die Erkenntnis, wo welcher Gegenstand benutzt werden muss, kommt relativ schnell. Aufgrund der schönen Geschichte ist es jedoch auch von Erwachsenen spielbar, vielleicht am besten mit der kleinen Schwester/Bruder, dem eigenen Kind oder irgendwelchen anderen 5- bis 10-jährigen Kindern.

Spieglein, Spieglein an der Wand, taugt Annas Quest was?

Spieglein, Spieglein an der Wand, taugt Annas Quest was?

 

Stichwort Bilderbuch

Wie man Daedalic kennt, so präsentiert es sich hier auch. Die Hintergründe und Charaktere sind alle liebevoll gezeichnet, auch wenn Annas Design jetzt nicht wirklich herausragend ist. Muss wohl an diesen leblosen Augen liegen. Nichtsdestotrotz ist Anna’s Quest schön anzuschauen, auch wenn sich die Qualität der Zeichnungen nicht mit Spielen wie Deponia messen lässt. Was allerdings genauso gut gelungen ist wie in allen anderen Daedalic-Spielen ist die Musik. Der Soundtrack ist mal wieder schön stimmungsvoll und passt sich jeder Situation stimmungstechnisch an. Auch die Soundkulisse tut ihr Übriges. Gruselige Geräusche in unterirdischen Kellern sind halt normal, das gehört zu so einem Gruselkeller nun mal dazu. Einer der wichtigsten Aspekte in einem Adventure ist und bleibt die Vertonung. Die Synchronisation ist sehr gut gelungen, leider gab es in unserer Preview-Version nur eine englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Da Daedalic aber eine deutsche Firma ist, wird man wohl mit einer deutschen Vertonung rechnen können.

Märchenfiguren wie Joringel sind auch am Start

Märchenfiguren wie Joringel sind auch am Start

 

Fazit:

Anna’s Quest ist quasi ein spielbares Märchenbuch. Dabei setzt es nicht so groß auf den Humor, den Daedalic sonst so gerne verwendet. Anna ist ein kleines, ängstliches Mädchen und kein Sprüche klopfender Held. Dabei orientiert sich Anna’s Quest eher an Daedalics Vorgängerwerk The Night of the Rabbit, welches auch einen Hauch Märchen innehatte. Den Adventurekracher schlechthin sollte man hier nicht erwarten, Daedalic liefert hier leichte Point’n’Click-Kost für jüngere Spieler, bleibt jedoch auf gewohnt hohem Niveau.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!
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