Exclusives und was sie für Gamer bedeuten

Wir als Gamer sind mit dem Prinzip exklusiver Spiele vertraut. Sie sind es schließlich die uns zu Fans machen und uns an eine Plattform binden. In jeder Konsolen-Generation wollen wir uns wieder in die neuesten Abenteuer unserer lieb gewonnenen Helden stürzen. Das System der exklusiven Spiele, der First Party Entwickler, hat sich in all der Zeit nicht geändert. Gespannt verfolgen Fans die großen Pressekonferenzen um die kommenden Ableger ihrer Lieblingsspiele zu sehen. Sei es nun ein The Last of Us oder ein Halo. Diese First Party Marken lassen uns einer Plattform die Treue schwören. So wünschen wir Gamer uns das. In den vergangenen Jahren jedoch, hat sich der Bereich der Third Party sehr stark gewandelt. Bis auf wenige Ausnahmen, war es in der Vergangenheit egal, welche Plattform man bevorzugte, jedes Franchise konnte auf allen Systemen genossen werden und das in vollem Umfang. Heute befinden wir uns allerdings zunehmend in einer anderen Situation. Ich will dabei gleich zu Beginn sagen, dass mir durchaus bewusst ist, warum Sony und Microsoft so viel investieren, um Inhalte von Drittherstellern für ihr System allein zu sichern. Doch stellen wir uns doch einmal die Frage, was alles an Konsequenzen daran hängen.

 

DLCs als Druckmittel

Mit zunehmender Beliebtheit der Assassins Creed Reihe stieg die Anzahl der Editionen und Vorbesteller-Boni. Inzwischen hat sich dies soweit gesteigert, dass jeder mögliche Händler seinen eigenen exklusiven DLC erhält. Ebenso bekommen manche Händler sogar ihre eigenen Versionen des Spiels, wie zum Beispiel das aktuelle Taschenuhr Bundle von Assassins Creed Unity, welches nur bei Amazon erhältlich ist. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der man lediglich die Wahl zwischen der normalen Version eines Spiels oder der Special Edition hatte und die einzig wichtige Frage war, welche Version man sich leisten kann. Heute kommen für Gamer zu der finanziellen Frage auch häufig noch andere Probleme hinzu. Hat beispielsweise der Händler in der Nähe den DLC oder die Version des Spiels, die man sich wünscht. Erscheinen die Inhalte überhaupt in dem Land in dem man lebt, denn selbst Länder spezifische Inhalte, sind inzwischen normal. Als Sammler von Spielen und dazugehörigem Merchandise, beschwere ich mich nicht über eine größere Auswahl an Editionen mit echten physischen Inhalten, das eigentliche Problem mit Exklusivität sehe ich dann, wenn Spielern Inhalte verwehrt bleiben nur, weil sie die falsche Konsole haben. Obwohl ich in Bezug auf Assassin’s Creed auf der Seite der Gewinner war und mehr Inhalt zum Spielen bekam, als nicht Playstation Besitzer, fand ich dies nie wirklich fair. Gleiches gilt für die Call of Duty Deals mit den Multiplayer-Inhalten. Ich selbst bin kein Fan, aber ich denke jedem Fan ist bewusst wie es sein muss, wenn andere den neusten DLC spielen können und man selbst bleibt außen vor. Viele haben sich jedoch bereits mit diesem Modell angefreundet und können damit leben, dennoch bleibt dies ein Makel. Beleuchten wir doch mal meine private Situation. Im Jahr 2007 brachte Ubisoft Montreal eine neue IP auf den Markt, von der niemand wusste, wie erfolgreich sie werden würde. Ich meine natürlich Assassin’s Creed. Vom ersten Trailer an war ich von diesem Spiel begeistert und nachdem ich mit dem ersten Teil fertig war, konnte ich den Zweiten kaum mehr erwarten. Ein Problem, wenn man Fan von etwas ist, ist die Tatsache, dass man gerne alles zu einem Spiel sehen möchte. Aber was das Problem des Einen ist, ist der Gehaltsscheck des Anderen.

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Diese ist nur eine von vielen Editionen des kommenden Assassins Creed Unity.

 

 

Kommunikation ist alles

Häufig gehen solche Bekanntmachungen von Exklusiv-Deals nicht mit dem Unmut der Spielergemeinde einher. Dabei gilt dies eher selten für neue IPs, denn hier stehen noch keine Fangemeinden bereit. Bei etablierten Marken geschieht dies jedoch immer wieder. Dabei haben es die Vertreter von Sony und Microsoft selbst in der Hand für Klarheit zu sorgen. Zu oft hörte man Sätze wie “exklusiv auf Xbox” oder “exklusiv auf Playstation”, nur um einen Tag später in einem Gewirr aus exklusiv, nicht-exklusiv oder zeitexklusiv gefangen zu sein. Sony hat hier schnell gelernt. Wer die Konferenzen im vergangenen Jahr und dem davor verfolgt hat, konnte diese Entwicklung verfolgen. Sony steckte immer wieder Kritik dafür ein, wenn sich ein als exklusiv angekündigtes Spiel auf einmal als nicht ganz so exklusiv herausstellte. So änderte Sony die Art der Kommunikation und machte es damit einfacher die echten Exclusives zu erkennen. Auf der Gamescom-Pressekonferenz beschrieb Sony alle Spiele mit zeitlicher Exklusivität mit “kommt zuerst für Playstation”, hier ist der interessierte Spieler sofort informiert, dass dieses Spiel auch für andere Plattformen erscheinen kann. Das schlechteste Beispiel für eine solche Ankündigung kam von Phil Spencer, dem Chef von Xbox, auf der diesjährigen Gamescom. Er kündigte Rise of the Tomb Raider als Xbox-exklusiv an und beschwor damit den gesammelten Unmut der Fangemeinde herauf. Dies zeigt das eingangs beschriebene Phänomen der Bindung von Fans an eine Spieleserie. In den folgenden Tagen mussten sowohl Phil Spencer, als auch Square Enix, extrem viel in Bezug auf Schadensbegrenzung leisten. Dies allem voran durch die Klarstellung, dass Rise of the Tomb Raider nicht dauerhaft exklusiv sein wird.

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Am Ende doch nicht so exklusiv wie angekündigt.

 

Das solche Exklusiv-Deals heutzutage normal und notwendig sind, ist uns wohl allen klar. Jedoch wurde in den vergangenen Jahren immer deutlicher wie sehr sich diese Abkommen, speziell im Bereich der DLCs, negativ auf die Stimmung der Gamer auswirken. Wenn für mein Lieblingsspiel nach Veröffentlichung bezahlte Erweiterungen angeboten werden, mit denen ich erneut Spaß in dieser Spielwelt haben kann, dann zahle ich gerne dafür. Warum allerdings mehrere Vorbestellungen bei unterschiedlichen Händlern nötig sind, um offensichtlich fertige Inhalte für ein Spiel zu erwerben, das erst noch erscheint, ist eine sehr nervige Angelegenheit für Fans. Als Gamer und Fans müssen wir uns in Zukunft wohl weiter mit dieser Art von Vermarktung abfinden. Alles was bleibt, ist mit dem Geldbeutel zu entscheiden, wie viel man in sein Hobby investieren will.

 

Das meint die Redaktion dazu:

Kevin: Exklusivdeals sind im Prinzip eine gute Sache, denn einige der besten Games sind exklusiv für eine Konsole erschienen. Wenn man an Mario, Zelda oder Pokemon denkt, kommt man unweigerlich auch auf Nintendo zu sprechen. Ebenso verhält es sich mit Gran Turismo oder God of War für die Playstation und mit Halo und Gears of War für die Xbox. Diese Spiele sind der Grund, warum wir uns für eine Konsole entscheiden. Diesen Konkurrenzkampf gibt es seit es Konsolen gibt und wird es auch weiterhin geben. Was mich aber in der Vergangenheit stetig genervt hat, sind die Exklusivdeals, die in Form von Vorbesteller- oder anderen Boni getätigt werden. Denn damit werden zahlreiche Spielelemente den anderen Gamern vorenthalten, nur damit der Publisher mehr Geld verdienen kann. Damit sich dieser Trend nicht weiter fortsetzt, sollten Spieler dies nicht unterstützten.

 

David: Wenn ein paar Spiele, für bestimmte Konsolen bzw. Plattformen, exklusiv sind, habe ich damit kein großes Problem. Diese Spiele sind dann für mich auch kein direkter Kaufgrund für die eine oder andere Konsole. Generell finde ich es schon besser, wenn ich mich für eine Plattform entscheide und dort alle Spiele genießen kann, die es so auf dem Markt gibt. Denn Spiele nicht spielen zu können, nur weil ich diese Konsole gekauft habe und nicht die andere, empfinde ich als nervend. Vor allem bei den Preisen der Konsolen. So muss ich mir eine Playstation und eine Xbox zulegen und am besten noch einen PC. Da kommt einiges zusammen. Wenn dann eine neue Generation kommt, muss ich das wieder tun. Dass Spiele für einen gewissen Zeitraum exklusiv sind, finde ich allerdings sehr in Ordnung. Die Konsolen-Hersteller möchten ihr Gerät ja auch verkaufen und so geht das eben etwas besser und ohne den direkten Kaufzwang. Das manche Inhalte aber auch länderexklusiv sind verstehe ich ganz und gar nicht. Natürlich kommt nicht auf jedem Markt das Gleiche gut an, aber dann vergrößere ich den Umfang, habe in jedem Land dasselbe drin und jedes Land lebt damit etwas Ungewolltes dabei zu haben, anstatt doppelt kaufen zu müssen, um einen Gegenstand zu bekommen. Eine selbst zusammenstellbare Special-Edition wäre dabei genial.

 

Maarten: Ich bin nicht so der große Figurensammler. Insofern stört es mich nicht, wenn bei zwei verschiedenen Collectors Editions verschiedene Statuen dabei sind. Das stört mich nicht, ich will nur das Spiel. Wenn aber das Spiel auseinander geschnitten und auf verschiedene Konsolen und Versionen verteilt wird, hört der Spaß bei mir auf. Ich muss mir doch nicht ein Spiel 20-mal kaufen müssen, um alle Missionen spielen zu können. Oder ein Story-DLC, der nur für eine Konsole veröffentlicht wird. Am deutlichsten war das bei Prince of Persia 2008. Ich habe es auf dem PC gespielt und geliebt. Die Story endete in einem Cliffhanger, doch die Fortsetzung kam in Form eines DLC für die Playstation 3. Dumm nur, dass ich die PC-Version hatte und dabei leer ausging. So etwas geht, meiner Meinung nach, gar nicht. Jeder der ein Spiel kauft, sollte auch in der Lage sein, die komplette Geschichte zu erleben, wie sie am Anfang auf dem Storyboard steht. Der am Anfang angesprochene Sammel-Aspekt mag auch andere Spieler trotz meines Desinteresses stören. Wenn ein Spiel exklusiv für eine Konsole erscheint, dann ist das halt so, aber dann ist auch ALLES in dieser Version drin und so sollte es sein. Doch Spiele sollten nicht nur wegen Geldmacherei in Fetzen gerissen und überall auf dem Spielemarkt verteilt werden.

 

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe
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