Constance im Überblick
Online Multiplayer
Couch-Koop / Splitscreen
Mikrotransaktionen
Lootboxen
Onlinezwang
Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs
Releasedatum: 24. November 2025
Genre: Metroidvania
USK: Ab 12 Jahren freigegeben
Publisher: btf
Plattformen: PC
Die Bild- und Tonfabrik, kurz btf, ist ein deutsches Produktionsunternehmen, welches hauptsächlich im TV-Bereich aktiv ist. Doch auch in die Videospielbranche haben sie ihre Zehn bereits getunkt, etwa 2019 in das Point’n’Click-Adventure Trüberbrook oder das kürzliche erschienene The Berlin Apartement. Laut eigener Aussage will man künftig auch weiter gute deutsche Videospiele erschaffen und mit Constance ist dies auch gelungen. Das handgezeichnete Metroidvania mit ernster Thematik habe ich mir als der Metroidvania-Typ von NAT-Games mal genauer angeschaut.
Die Flucht in eine imaginäre Welt
Wir erleben die Geschichte von Constance, die als Grafikdesignerin arbeitet. Sie ist künstlerisch begabt, doch von Job und Alltag gestresst und von Burnout und Depressionen geplagt. Eines Tages wacht sie in einer magischen Welt mit kleinen Robotern und Tierwesen auf und wir als Spieler*in ahnen direkt, dass es hier in Richtung Alice im Wunderland und Zauberer von Oz geht. Eine eingebildete Welt, in welcher sich Ängste und Elemente der echten Welt anders darstellen. Constance sucht also einen Weg nach Hause und hilft dabei den Einwohnern dieser Welt, eine böse Entität zu vertreiben.
Das Spiel behandelt die ernsten Themen mit dem nötigen Respekt. An bestimmten Abschnitten im Spiel erfahren wir mehr über die Vergangenheit unserer Protagonistin und einige Abschnitte in ihrem Leben, an denen sich vor allem ein großer Druck und Stress bildet. In kleinen Minispielen wird uns dieser Stress und auch die Verzweiflung in den Situationen nahe gebracht. Etwa wenn Constance noch Überstunden macht, da ihr Chef noch ein Projekt an diesem Tag fertigstellen möchte. Doch es kommen unzählige Anfragen gleichzeitig an, sodass man gar nicht hinterherkommt. Oder der Stress, im Musikunterricht vor der gesamten Klasse ein Geigensolo performen zu müssen. Und auch starke Selbtszweifel, wenn sie ihrem eigentlich geliebten Hobby der Kunst nachgeht, mit ihrem gemalten Bild aber gar nicht zufrieden wird. Das Spiel schafft es in seiner Erzählweise, an genau den richtigen Schrauben zu drehen, um auch bei den Spieler*innen den Stress und das Unwohlsein zu vermitteln, den Constance durchlebt. Und das findet sich auch im Gameplay des Spiels wieder.
Eine gute Map macht ein gutes Metroidvania
Constance ist ein Metroidvania und damit ist eigentlich auch alles gesagt. Alle Elemente, die wir von Metroidvanias kennen, sind hier vorhanden. Eine relativ offene Spielwelt mit einigen Passagen, an denen wir nur mit Fähigkeiten weiterkommen, die wir woanders finden. Eine Map, die etliche Abkürzungen zu bereits besuchten Gebieten bietet, allerdings ist diese Map hier leider ein klein wenig unübersichtlich. Die Räume werden nur als Vierecke und nicht detailliert dargestellt, sodass uns die Orientierung teilweise etwas schwer fällt. Auch Symbole, die uns Händler und Speicherpunkte anzeigen, sind nicht an dem Ort, wo sie sich im Raum befinden, sondern alle nur an der unteren Leiste des jeweiligen Raumes dargestellt. Und wir können Constances Position nur erahnen, da ihr Symbol immer am oberen Rand des aktuellen Raums angezeigt wird. Die Spielwelt ist zwar nicht besonders groß und so hat man nach einiger Zeit selbst das Layout der Welt verinnerlicht, trotzdem ist ein Objekt, welches uns bei der Orientierung helfen soll, unnötig sporadisch und etwas nervend.
Es stresst, wenn man sich so richtig leer fühlt
Natürlich dürfen auch Fähigkeiten nicht fehlen, die wir im Laufe des Spiels finden und die uns neue Möglichkeiten zur Bewegung und im Kampf ermöglichen. Der Kniff von Constance ist der Verbrauch von Farbe, den diese Fähigkeiten erfordern. Haben wir unsere Farbe komplett aufgebraucht, wechseln wir in einen korrumpierten Status. Das bedeutet, dass wir nun beim Einsatz der Fähigkeiten Lebensenergie verbrauchen, bis unsere Farbleiste sich automatisch aufgefüllt hat. Dies kreiert einige stressige Situationen, in denen wir die Lage gut einschätzen müssen. Vor allem bei schwierigen Platformingpassagen, bei denen wir mehrere Bewegungsfähigkeiten aneinanderreihen müssen, kann es schnell kritisch werden.
Springen, Dashen, Farbe schleudern
Wenn wir hier über Metroidvanias reden, dann können wir eigentlich eine Checkliste von Sachen abhaken, die wir erwarten. Und ja, auch in Constance ist das Sammeln von neuen Fähigkeiten und diversen Items ein wichtiger Bestandteil. Bei den Fähigkeiten sind natürlich die Klassiker wie ein Doppelsprung und ein Dash mit von der Partie, doch durch die Thematik der Kunst kommen auch andere Aspekte ins Spiel. Constance kann sich in einen Farbklecks verwandeln, als welcher sie in Wände springen kann. Sie schwingt ihren großen Pinsel umher, mit welchem sie mit Farbe schwarze Anomalien wegmalen kann. Oder sie kann bestimmte Objekte und Gegner als Punkt nutzen, von dem aus sie sich umherschleudern kann. Mit diesem Skillset erkunden wir die Welt und finden etlichen Sammelkram, darunter Farbfläschchen für eine erweiterte Farbleiste, Herzteile für mehr Lebensenergie und verschiedene Währungen in Form von Kristallen. Mit diesen können wir Verbesserungen für unsere Inspirationen kaufen.
Die richtige Inspiration kann Welten bewegen
Inspirationen sind hilfreiche Tools, die wir in unserem Journal ausrüsten können. Sie werden in Form von Kritzeleien dargestellt und nehmen einen gewissen Platz ein. Mithilfe von Radiergummis können wir den Platz in unserem Buch vergrößern, um mehr Inspirationen auszurüsten. Diese sorgen dann u.a. dafür, dass Treffer an Gegnern uns ein wenig heilen, unser Dash im korrumpierten Modus uns keinen Schaden zufügt oder Gegner mehr Loot fallen lassen.
Als weiteres Objekt gibt es Fotos, die wir zur Markierung der Karte nutzen können. Denn während diese wie bereits erwähnt nicht die übersichtlichste ist, so ist die Fotofunktion sehr hilfreich. Anders als in den meisten Metroidvanias, in denen wir nur Markierungen setzen können, können wir hier mithilfe von Fotos Orte auf der Karte markieren, an denen wir vielleicht erst später weiterkommen. Hier hat sich ein kleiner Glitch eingeschlichen, der dafür sorgt, dass Constance einfriert, wenn ich durch die Fotos gescrollt bin, um das Richtige zu finden. Da half nur eine Rückkehr ins Menü und zum letzten Speicherpunkt.

Passend zur künstlerischen Thematik des Spiels sammelt ihr neue Fähigkeiten, indem ihr Inspirationen auf eine Leinwand malt. | Bild: 2025 © btf
Hier werdet ihr gefordert
Constance ist allgemein schon ein recht forderndes Spiel. Wie bereits erwähnt muss man bei Platforming-Abschnitten auf seinen Farbverbrauch achten, wenn man diverse Bewegungsfähigkeiten hintereinander verwenden möchte. Viele Challenges im Spiel sind optional, führen sie euch doch meist zu irgendwelchen Sammelobjekten. Sie sind schön knackig und erfordern ein gewisses Maß an Konzentration.
Gleiches gilt auch für viele Bosse im Spiel. Hier ist auswendig lernen an der Tagesordnung, denn bei vielen Bossen kann man die Angriffsmuster nicht immer auf Anhieb erkennen. Auch manche Ausweichmanöver reichen nicht aus und man wird in jedem Fall getroffen. Einige Bosse sind schlichtweg nicht perfekt designed, es ist eine gewisse Prise Zufall im Spiel und bei einigen Gegnern ist nicht immer direkt ersichtlich, was man zu tun hat. Sie sind nicht unschaffbar, doch bei manchen Bossen sorgen einige unnötige Elemente für Rage.
No Risk, No Fun, das ist mein Motto
Und so kommen wir zum eingangs erwähnten Punkt zurück: Ja, Constance ist an einigen Stellen recht schwer, mal aus den richtigen Gründen, ab und zu aber auch aus den falschen. Sollte euch das Spiel immer noch zu leicht sein, dann lasst euch einfach von Gegnern besiegen. Ihr habt dann nämlich die Option, zum letzten Speicherpunkt zurückzukehren oder an Ort und Stelle weiterzumachen, doch dann werden die Gegner aber stärker. Ein Risk-Reward-System, falls ihr an einem Ort sterbt, den ihr weiter erkunden wollt. Denn stärkere Gegner lassen natürlich auch mehr Geld fallen, es hat also auch seine Vorteile, einen schwierigeren Pfad einzuschlagen.

Es gibt viele Bosse im Spiel, einige davon clever, andere eher random und unvorhersehbar. | Bild: 2025 © btf
Ein wahrlich malerisches Abenteuer
Da ein Aspekt von Constance ja ihre Liebe für Kunst und Malerei ist, dürfte es sich auch auf die Grafik des Spiels übertragen und genau das tut es auch. Das Spiel präsentiert sich in einer wunderschönen, handgezeichneten Optik mit im wahrsten Sinne des Wortes malerischen Hintergründen. Jeder Abschnitt der Welt ist einer bestimmten Farbe zugeordnet, die jeweils passend in Szene gesetzt wird. Generell arbeitet das Spiel mit knalligen Farben, die im Kontrast zu einigen düsteren Abschnitten und auch den allgemein sehr düsteren Themen der Story gegenüberstehen. Es ist ohne Frage, Constance ist auf jeden Fall eines der am besten aussehenden Spiele des Jahres.
Titelbild: 2025 © btf
Fazit zu Constance
Constance ist ein wunderschön gezeichnetes Metroidvania, welches all die Elemente bietet, die wir am Genre so lieben. Spaßiges Platforming, Erkundung der Spielwelt mit Geheimnissen und Sammelobjekten und kreativen Fähigkeiten. Lediglich eine etwas unübersichtliche Karte, ein paar Bugs und merkwürdige Designentscheidungen bei einigen Bossen sorgen für Abzüge, ansonsten ist Constance ein sehr gutes deutsches Metroidvania, welchem Genrefans auf jeden Fall die verdiente Aufmerksamkeit schenken sollten.Maarten Cherek (Redakteuer)
Positiv:
Negativ:
Constance erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?
Wenn ihr euch im Genre der Metroidvania nach einem neuen Spiel umschaut, dann ist Constance definitiv eine gute Anlaufstelle.





