Tokyo Tattoo Girls

Tokyo Tattoo Girls – Test zum Strategie RPG mit Tinte

NIS America gehört zu den wenigen Supportern, die der Playstation Vita noch treu geblieben sind. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit bringt uns der Publisher so manchen schrägen Nischentitel aus Japan nach Europa. In genau diese Kategorie gehört auch Tokyo Tattoo Girls, in dem ihr mit Tattoos und Mädels Tokyo einnehmen müsst. Was genau euch bei dem Spiel erwartet und ob sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Mädels, Tattoos und ein Weg nach draußen

Nach einer nicht näher erklärten Katastrophe tauchen in Tokio Mädchen mit besonderen Fähigkeiten auf. Worin diese Fähigkeiten bestehen, ist mir auch nach mehreren Durchgängen nicht ganz klar geworden. Die Regierung erlaubt diesen aber in Frieden zu leben, solange sie in Tokio und dessen 23 Distrikten bleiben. Ziel der Hauptcharaktere ist es aber genau aus diesen Bereichen auszubrechen. Um das zu schaffen, müsst ihr aber alle Bezirke übernehmen. Ihr wählt also eine von fünf der jungen Damen aus, wobei jede davon ihre eigenen Beweggründe hat, ihrem Gefängnis entkommen zu wollen. Eure Rolle dabei ist die des Tattoo Meisters, denn nur ihr könnt die Mädchen mit speziellen Tattoos verzieren, die ihnen helfen ihr Ziel zu erreichen. Was sich schräg anhört, ist auch genau das und erklärt wird hier auch nicht viel. Die Beweggründe der einzelnen Mädchen sind zwar oft interessant, im Verlauf geht das Spiel aber nicht mehr wirklich darauf ein. Am Ende bekommt ihr nur einen kurzen Dialog, der ebenso keine Erkenntnis bringt.

Tokyo Tattoo Girls

Nacheinander müsst ihr die einzelnen Bezirke übernehmen.

 

Risiko ohne echtes Risiko, dafür mit Tattoos

Tokyo Tattoo Girls ist einfach erklärt ein Strategie RPG im Stil von Risiko. Das Spiel präsentiert euch die Map mit den 23 Bezirken und ihr wählt ein Startgebiet. Von dort aus startet ihr damit, Schutzgeld zu sammeln und somit Mitglieder für euren Klan oder Punks anzuwerben. Je mehr Leute ihr in einem Gebiet anwerbt, umso höher die Wahrscheinlichkeit für einen Reviewkampf. Gewinnt ihr diesen, bekommt ihr nicht nur mehr Geld, sondern verdient auch Ehre. Ehre bestimmt dabei über ein Game Over, ist eure Ehrenanzeige leer, ist das Spiel vorbei. Eurem Schützling stehen aber noch andere Kommandos zur Verfügung, wie zum Beispiel die Alarmstufe in einem Bezirk senken oder große Gruppen auf einmal anwerben. Sind genug Truppen in einem Bezirk angeworben, müsst ihr euch dem Boss stellen, einem anderen begabten Mädchen. Leider findet ihr auch hier keine Herausforderung, denn außer drei Antwortmöglichkeiten, die nur beeinflussen, ob ihr einen Ehrenbonus erhaltet, enden diese Situationen immer mit einem Sieg. Alle Aktionen, die euch zu diesen Konfrontationen bringen, verbrauchen Schutzgeld, was ihr allerdings auch für die Titel gebenden Tattoos braucht. Auf den Armen und dem Rücken stehen euch unterschiedliche Tattoos zur Verfügung, die unterschiedliche Boni liefern. Manche erhöhen euren Charme, andere erhöhen eure Bedrohlichkeit, wobei diese Attribute unterschiedlich hilfreich beim Anwerben in den jeweiligen Bezirken sind. Jede Tätowierung hat drei Level und sobald alle auf einer Körperseite vollständig aufgelevelt sind, wird ein Verbindungstattoo auf dem Rücken hinzugefügt. An sich könnte dieses System recht interessant sein, wenn es auch nur ein Mindestmaß an Herausforderung bieten würde. Man erklärt euch das eigentliche Gameplay zu keinem Zeitpunkt wirklich und so bleibt euch nichts übrig als alles auszuprobieren. Dabei lernt ihr schnell, dass ihr kaum Strategie braucht, um Tokio zu entkommen. Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad seid ihr nach etwa einer Stunde schon fertig und die höheren Stufen steigern nicht die Herausforderung, sondern ziehen alles nur mehr in die Länge. Dadurch wird das Gameplay extrem schnell langweilig und motiviert in keiner Weise, alles noch mal mit den anderen Charakteren durchzumachen.

Tokyo Tattoo Girls

Die Tattoos sind wirklich hübsch umso bedauerlicher, dass man sie kaum zu sehen bekommt.

 

Hübsche Tattoos, ansonsten recht eintönig

Tokyo Tattoo Girls ist kein optisches Highlight, so viel ist klar. Die meiste Zeit verbringt ihr auf der Übersichtskarte und dort gibt es nicht viel zu sehen. Es sieht nicht schlecht aus, aber mehr als zweckmäßig ist das Ganze nicht. Der hübscheste Aspekt des Spiels sind die Designs der Mädels und die Tattoos, die für alle fünf Mädchen unterschiedlich sein. Manche spiegeln klassische japanische Motive wieder, andere sind verspielt. Es ist eine Schande, dass ihr die ausgerechnet die Tattoos in dem Spiel am wenigsten zu sehen bekommt.

 

Positiv:

Sehr gut designte Tattoos für die Mädchen
Hintergrundgeschichten der Charaktere anfangs interessant

Negativ:

Gameplay bietet auf keinem Schwierigkeitsgrad eine Herausforderung
Kaum Erklärungen der eigentlichen Mechaniken
Die hübschesten Aspekte, die Tattoos, bekommt man kaum zu sehen
Keine Motivation für mehrere Durchgänge mit anderen Charakteren
  • Tokyo Tattoo Girls

    “Tokyo Tattoo Girls ist selbst für mich einer der seltsamsten Titel, die ich je gespielt habe. Das Spiel ist eine extreme Light Version von Risiko mit einer mehr als belanglosen Story und einer Tattoo Funktion. Die Story hätte dabei durchaus punkten können, wenn man sich die Mühe gemacht hätte, diese einmal genauer zu erklären. Beim Gameplay lässt Tokyo Tattoo Girls ebenso zu wünschen übrig, da man euch die Mechaniken nur unzureichend erklärt. Wirklich herausfordernd ist das Ganze dann leider auch nicht, egal, auf welchem Schwierigkeitsgrad ihr den Damen helfen wollt. Diese Schwächen sind schade, denn man hätte aus der Idee durchaus mehr machen können. Einige Motive der Hauptcharaktere sind interessant und sehr erwachsen in der Thematik, werden im Verlauf aber nie vertieft. Was bleibt, ist ein leider nur mittelmäßiges Strategie RPG mit dumpfer Story und schwachem Gameplay.”

    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wer ein Strategie RPG für die Vita sucht, findet deutlich bessere Vertreter auf Sonys Handheld. Solltet ihr aber unbedingt ein etwas anderes Spiel suchen und keine allzu großen Erwartungen haben, könnt ihr zumindest reinschauen.

Marco Schmandt
räumt im Moment ordentlich in Destiny auf.
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