Schlag den Star

Schlag den Star – Test zur neuen Spielesammlung

Nach drei erfolgreichen Spielen zur Show Schlag den Raab aus den Jahren 2010 bis 2012 geht es wieder zurück in die Cape Cross Studios nach Köln Mühlheim zu Schlag den Star. Aktuell ist das Spiel zeitexklusiv für die Nintendo Switch erschienen, wird im November aber noch für weitere Plattformen nachgereicht. Dank der Technologie der Switch können bis zu vier Spieler an einer Konsole 25 bekannte Minispiele aus der Show gegen- und miteinander auch unterwegs spielen. So witzig die Spiele auch sind, technisch hat sich leider kaum etwas im Vergleich zu den Vorgängern getan. Ob der Titel dennoch Spaß macht, lest ihr jetzt im Test.

 

Schlag den… was auch immer

Das Spielprinzip einer Schlag den Star Sendung kennen wahrscheinlich schon alle von euch, dennoch für unsere Neulinge eine kurze Erklärung. Ziel des Spieles / der Show ist es, als Erster mehr als 60 Punkte zu erzielen, um den Sieg für sich zu entscheiden. Diese Punkte erlangt man, indem verschiedene Minispiele gegeneinander gespielt werden. Die Punktevergabe erfolgt dabei nach einem einfachen Prinzip: Das erste Spiel bringt einen Punkt, der Zweite zwei, das Dritte drei usw.. Demnach gibt es pro Show mindestens elf Spiele, die gespielt werden müssen, um mindestens die 61 zu erreichen. Das bekannte Schlag den Raab-Prinzip wurde also vollständig in Schlag den Star integriert, eben wie es auch schon in der TV Show so war. Richtig gelesen: „war“. Seit letzter Woche gibt es die Sendung nämlich schon gar nicht mehr und stattdessen läuft mit Schlag den Henssler ein Nachfolger über die Flimmerkiste. Verwunderlich ist es also, warum man sich bewusst für ein Spiel zu einer eingestellten Show entschieden hat. Hätte doch so gut zur neuen Sendung gepasst, würde man statt unbekannte Namen Steffen Henssler im neuen Spiel sehen. Aber gut, so kann es durchaus sein, dass wir 2018 einen weiteren Ableger der Titel erhalten. Die Minispiele unterscheiden sich in Geschicklichkeit, Action, Sport und Wissen, wobei Letzteres häufiger und fast abwechselnd drankommt. Fast alle Spiele aus dem Bereich Wissen und Quiz ähneln sich zwar stark, bieten aber einen reichlichen Fragenkatalog. Auch der Schwierigkeitsgrad ist der Originalshow nachempfunden. Wahlweise sind harte Brocken dabei, dann wiederum ist es so einfach, dass es quasi nur darum geht, wer als erstes den Buzzer zum Antworten drückt. Das bekannte „Wo liegt was?“, „Blamieren oder Kassieren“ oder „Marienkäfer zählen“ zählen mit zu den Duellen. Auf Seite der Action hat man ebenfalls bekannte Spiele aus der Show integriert.

 

Lasset die Show beginnen

Insgesamt bietet das Spiel vier Spielmodi. Darunter der bekannte maximal 15-Runden andauernde Showmodus und die freie Auswahl zwischen allen 25 Minispielen. Dabei stehen alle Minispiele bereits zum Start zur Verfügung. Neu dabei ist die Halbe-Show, in der nur sieben Spiele gespielt werden. Außerdem reiht sich ein Best-of-Three-Modus ein. Gespielt wird auf der Nintendo Switch entweder 1 gegen 1 oder 2 gegen 2. Sollten nicht genügend Spieler vorhanden sein, ersetzt die CPU die fehlende Person. Moderator der Show ist Elton, der sich selbst auch vertont (das hätte er mal lieber lassen sollen, dazu später mehr). Richtige Stars wurden in das Spiel leider nicht implementiert, man muss sich entweder aus den vorgegebenen Charakteren einen aussuchen oder selbst einen erstellen. Die Gestaltungsmöglichkeiten halten sich dabei allerdings sehr stark in Grenzen. Man sucht quasi aus vorgefertigten Persönlichkeiten, Klamotten und Hobby etwas aus und gibt dem „Star“ einen Namen. Hier hätten wir deutlich mehr erwartet. Reicht doch schon, vergangene Stars aus den Shows zu nehmen und diese wie Elton zu integrieren. Aber wahrscheinlich wollte keiner der Personen (wahrscheinlich nicht mal Joey Kelly) so derart optisch entstellt werden, weshalb man es lieber sein lassen hat. Wer sich noch an den Mii-Maker erinnert, wird hier stark enttäuscht. Aber hey: Wir können mit Taucherflosse allen die Show stehlen.

Die Präsentation von Schlag den Star ist sehr eigen.

 

Technischer Müll

Soweit hört sich das alles nach einem ziemlich amüsanten Abend mit Freunden an. Das könnte es auch werden, spätestens, wenn das Intro vorbei ist und wir Elton sehen. Wie schon bei Schlag den Raab: Das Spiel wurde eine Art Comic-Shader als Vorlage für alle Charaktere und Objekte verwendet. Alle Figuren werden in einem eigenartigen Stil inszeniert. Aber das wäre ja nicht gleich ein Grund unsanft zu meckern. Die Animationen sind derartig abgehackt, dass es einem Daumenkino gleicht. Die Texturen stammen wohl noch aus Zeiten der Wii und das Publikum wurde wahrscheinlich dafür bezahlt, um bei jeder Kleinigkeit stur aufzuspringen und in der immer gleichen Mimik sowie Gestik zu applaudieren. Kommen wir aber mal zurück zu Elton, denn der spricht sich als einzige Figur selbst. Es mag nicht unbedingt an ihm liegen, dass die Sprüche so derartig unpassend betont eingespielt werden und kaum auf das Geschehen passen. Dennoch wirken viele Sprüche aber auch nicht gerade motivierend. Das Lustige daran ist, dass sämtliche Sätze zwischen den Runden oder Spielen zwar von ihm eingesprochen sind, alle Quizfragen oder sonstigen Hinweise wiederum nicht. Dafür ist eine unbekannte, nicht näher erläuternde Stimme aus dem Off zuständig und spricht ihm zusätzlich permanent dazwischen. Die Lippen aller Figuren bewegen sich zudem wild, wie sie gerade lustig sind. Richtig passen tut es nie. Ach und die Steuerung mit den Joy-Cons ist in vielerlei Hinsicht ziemlich ungenau oder funktioniert manchmal auch einfach gar nicht. Hier muss unbedingt nachgesteuert werden, ansonsten lassen sich viele Minispiele nicht ordentlich spielen.

 

Positiv:

25 verschiedene Minispiele aus verschiedenen Bereichen
Die neuen Spielmodi machen Spaß und sind vor allem für den kurzen mobilen Einsatz gedacht
Ein Spiel für einen lustigen Partyabend mit Freunden

Negativ:

Steuerung in vielen Action-Spielen miserabel und ungenau
Animationen sind ein schlechter Witz
Vollpreistitel
Charaktere sehen eigenartig aus und lassen sich nur sehr sehr spärlich individualisieren, obwohl ein Editor vorhanden ist
Die Sprecher wirken lustlos und sind nicht synchron mit den Charakteren
  • Schlag den Star

    „Schlag den Star wurde angekündigt und innerhalb von vier Wochen veröffentlicht. Wenn man sich nun die technische Umsetzung der Nintendo Switch-Version ansieht, könnte man denken, dass mehr Entwicklungszeit gar nicht da war. Man nehme einfach die alte Wii-Version, spielt ein wenig mit den Joy-Cons herum und bringt alles auf eine neue Plattform. Die Minispiele machen Spaß, der Tabletmodus funktioniert besonders auf einem Partyabend ziemlich gut und die neuen Spielmodi machen durchaus Sinn für den portablen Einsatz. Dennoch fehlt es überall an Liebe zum Detail. Die Animationen sind ein schlechter Witz, die Charaktere (leider auch Elton) sehen eigenartig aus und der insgesamt schwache Umfang (der Titel kostet wahrlich 50€) machen Schlag den Star einfach nicht zu einem guten Titel, was sehr schade ist. Hier wäre durchaus mehr drin gewesen.“

    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur

Ab in die Sammlung?

Wer auf Minispiele steht, der kann sich den Titel gerne mal für 20€ anschauen, aktuell ist durch technische Probleme und ein zu hoher Preis leider abzuraten.

Tobias Liesenhoff
ist froh, dass die Switch langsam mit Spielen zugeschmissen wird.
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