Rodea: The Sky Soldier – Test zum Flugversuch auf der Wii U

Bei der Entwicklung eines Spiels kann es immer mal zu Problemen kommen. Sind diese Probleme zu groß, um sie überwinden zu können, kommt das Spiel in die Tonne, und sieht nie das Tageslicht. Wenn ein solch in die Tonne geworfenes Spiel dann letztendlich doch noch erscheint, scheint alles gut zu sein. Die harte Entwicklungsarbeit war nicht umsonst, die lange Entwicklungszeit nicht verschwendet. Ebendieses Schicksal teilt „Rodea the Sky Soldier“, das neue Baby von Sonic-Erfinder Yuji Naka. Ursprünglich für die Wii und den 3DS entwickelt, war es 2011 eigentlich für die Wii komplett fertiggestellt, die 3DS Version zu 70% entwickelt. Doch es erschien nie. Nun schafft es das Spiel doch auf den Markt, statt der Wii-Version wurde die 3DS-Version auf die Wii U portiert. Ob sich das bemerkbar macht, und ob uns das Spiel Flügel verleiht, erfahrt ihr in diesem Test.

Roboter rettet Reich

Rodea steht auf dem Schlachtfeld, auf der Suche nach seiner Prinzessin. Hat er sie eingeholt, geraten sie jedoch ins Kreuzfeuer, Rodea verliert das Bewusstsein. 1000 Jahre später erwacht er und blickt in das Gesicht eines Mädchens. Sie hat ihn repariert, denn er ist ein Roboter, kann sich jedoch zunächst nicht daran erinnern, was geschehen ist. Das Mädchen, eine Mechanikerin namens Ion, klärt in auf. Das Königreich Naga befindet sich mit dem Himmelskönigreich Garuda im Krieg, hat dieses fast komplett erobert. Schließlich dämmert es Rodea auch wieder: Er hat von seiner Prinzessin den Befehl erhalten, Garuda zu beschützen. Dass er dabei eigentlich nur einer von vielen Robotern aus der Armee von Naga ist, macht die Sache nicht leichter. Vertrauen aufbauen ist für die Bewohner Garudas da verständlicherweise nicht einfach. Doch Rodea hegt keinen Gedanken daran, für Naga Eroberungen zu tätigen, sondern hilft in Begleitung von Ion allen Bewohnern Garudas, die in Not sind. Sicher, solche oder so ähnliche Geschichten gibt es natürlich zuhauf, doch Rodea macht mit seiner Erzählweise viel richtig. Die Motivation, Naga und dessen Imperator zu Fall zu bringen, entsteht schnell.

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Nein, ich will dahin…nein daaaaa hin, man Kamera, da will ich hin!

 

Fliegen…oder Abstürzen?

Nicht so schnell wird man allerdings mit der Steuerung warm werden. Man merkt hier deutlich, dass man eine warm gekochte Version spielt. Die originale Wii-Steuerung mit Wiimote und Nunchuck ist übrigens in der Downloadversion nicht vorhanden, ihr könnt sie aber in der Disc-Variante auswählen. So sollte es allemal besser klappen als der Weg, der hier eingeschlagen wurde. Mit einem Knopfdruck springt Rodea in die Luft. Dann sucht ihr mit einem Fadenkreuz ein Ziel aus und Rodea fliegt dorthin. Während des Fluges könnt ihr immer wieder neue Ziele auswählen, die Richtung wechseln, ausweichen oder angreifen. Dabei gilt es auf die Fluganzeige zu achten, denn ist sie leer, stürzt Rodea ab und ihr verliert ein Leben. Bei einer Landung oder beim Abstoßen von der Wand füllt sich die Anzeige wieder auf. Die größten Probleme bei euren Flügen wird euch leider die Kamera bereiten. Ihr könnt sie zwar frei bewegen, doch sie ist dabei so hakelig, rechnet Rodeas Richtungsänderungen nicht mit ein und es kommt allzu oft vor, dass ihr schlichtweg nichts sehen könnt. Da erfordert es wirklich eine richtig lange Eingewöhnungszeit, bis man Rodea fließend durch die Lüfte bewegen kann. Selbst wenn man die Steuerung drauf hat, die Kamera macht einem immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Gegner besiegt ihr, indem ihr sie rammt, während ihr sie anvisiert. Alternativ habt ihr auch eine Waffe, mit der ihr schießen könnt, da ist nach fünf Schüssen aber erst mal Schluss und ihr müsst warten, bis sie sich wieder auflädt. Das Besiegen durch Rammattacken ist aber auch meistens völlig ausreichend, wenn auch stupide, selbst kolossale Titanendgegner sind, einfach zu besiegen, erwartet also keine ausgeklügelten Kampfsequenzen, die werdet ihr nicht finden.

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Nimm das, du Roboterfisch…oh, das wars schon? Das war ja einfach!

 

Auf Medalliensuche

Und so fliegt ihr also von Level zu Level, am Ende werdet ihr immer wieder bewertet, je nachdem wie schnell ihr das Level geschafft habt, wie viele Gegner ihr besiegt habt etc. Durch die Level rushen solltet ihr jedoch nicht, denn sonst verpasst ihr die Medaillen, die überall im Level versteckt sind. Damit schaltet ihr zusätzliche Bonusinhalte frei, zum Beispiel zusätzliche Maps, durch die ihr fliegen könnt. Besiegte Gegner bringen euch Schrott in euer Inventar, welches ihr zwischen den Missionen für Upgrades an Rodea verwenden könnt. So wird er immer mal wieder etwas stärker und schneller. Was das Suchen der Medaillen etwas abschwächt, ist dabei die Tatsache, dass bestimmte wichtige Items wie Checkpoints, Heilblöcke und Schalter auf einer Minimap angezeigt werden. Die Medaillen gehören leider dazu, das schmälert den Drang zum Suchen nach Verstecken deutlich.

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Ab zum Schalter!

 

Argh…Meine Augen brennen!

Oh man, wo fange ich am besten an, wenn ich über die Grafik sprechen will? Wenn man über Wiispiele im Bezug auf Grafik redet, kommt man früher oder später immer auf Mario Galaxy zu sprechen. Auch hier fliegt eine Spielfigur von Insel zu Insel oder in dem Fall von Planet zu Planet, und es sah einfach unglaublich gut aus. Rodea the Sky Soldier sieht dagegen wie hingekotzte Scheiße aus, entschuldigt diesen Ausdruck. Selbst für ein Wii-Spiel sind die Texturen einfach nur matschig und kantig, der Fakt dass es eine Wii U-Version sein soll macht das ganze noch schlimmer. Alle „Spiele auf der Wii U sehen scheiße aus“-Hater werden hier ihren Beweis finden. So ein Spiel gehört, was die Technik angeht, weder auf die Wii U, noch ins Jahr 2015. Es hätte diesbezüglich schön in 2011 bleiben können.Da kann es auch der atmosphärisch klingende Soundtrack nicht mehr retten.

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Sind das nicht schöne, eckige Tannenbäume?

 

Fazit:

Mannomann, Herr Naka, das ist wohl in die Hose gegangen. Die guten Ansätze von Rodea sind durchaus zu erkennen, das Spiel hätte viel Spaß machen können, wenn alles richtig funktioniert hätte. Doch die schlimme Kameraführung, simple Kampfsequenzen und absolut grottige Grafik zeigen, dass Rodea the Sky Soldier ein Spiel aus der Vergangenheit ist. Wenn ich einen kleinen Tipp für den nächsten Versuch geben darf: Einfach mal alles besser machen. Das hat doch bei Sonic auch teilweise geklappt.

Good
  • Gutes Konzept ist zu erkennen und macht MANCHMAL auch Spaß
  • Guter Soundtrack
Bad
  • Schlechte Kameraführung
  • Sehr veraltete Grafik
  • Steuerung schwammig
  • Versteckte Fundsachen werden auf der Karte angezeigt
55
Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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