Resident Evil 7 – Test zum neusten Teil der legendären Horrorspielreihe

Capcom folgt mit Resident Evil 7 dem weisen Spruch „Zurück zu den Wurzeln“ und geht mit dem neusten Ableger weg von Action und wieder zurück zum geliebten Horror. Ob Resident Evil 7 nach den eher enttäuschenden Vorgängern überzeugen kann und ob das Spiel einen wirklich das Fürchten lehrt, erfahrt ihr in diesem Test.

 

Videobotschaft

Direkt zu Beginn erhält der von uns gespielte Hauptcharakter Ethan Winters eine mysteriöse Videobotschaft von seiner Frau Mia, in der sie uns schon fast panisch mitteilt, dass wir sobald uns diese Nachricht erreicht nicht nach ihr suchen sollen. Doch Mia schreibt noch einen Brief, in dem sie Ethan mitteilt, sie sei auf einer verlassenen Farm, tief in den Sümpfen von Louisiana. Durch diese Nachrichten verwirrt, macht sich Ethan auf die Suche, schließlich ist Mia schon seit knapp 3 Jahren verwunden. An der Baker-Farm angekommen, wirkt das Anwesen verlassen und heruntergekommen und einem wird schnell bewusst, hier stimmt etwas nicht. Wir durchstreifen und durchsuchen also das Haus. Recht schnell finden wir Mia in einer Zelle eingesperrt und befreien sie. Mia scheint verängstig und verwirrt und sagt uns immer wieder, wir müssten schnell das Haus verlassen und sucht dementsprechend mit uns nach einem Ausgang. Plötzlich ist sie allerdings spurlos verschwunden und dann gerät die Situation vollends außer Kontrolle, denn wir werden von einem wild fremden Mann angegriffen und k.o geschlagen.

Resident Evil 7

Ethan findet Mia, doch diese hat Angst das er von jemanden im Haus gesehen wurde

 

Mittagsessen mit den Bakers

Wir wachen nach einiger Zeit an einem Esstisch sitzend auf, bei uns am Tisch sitzt Familie Baker, mit Vater Jack, Mutter Marguerite, Sohn Lucas und der Großmutter. Natürlich wollen unsere Gastgeber höflich sein und bieten uns ihre köstlichen Speisen an, zu unserem Glück klingelt das Telefon als Jack uns grade ein Stück Innereien in den Mund stopfen will. Die Familie verlässt das Esszimmer und wir nutzen die Gunst der Stunde und befreien uns. Panisch und verängstigt ergreifen wir die Flucht, doch Jack erfreut das alles ganz und gar nicht und er verfolgt uns. Jetzt ist unser spielerisches Geschick gefragt, denn wir müssen dem schaufelschwingenden Verrückten entkommen und das am besten ohne weitere große Blessuren davon zu tragen. Schnell stellen wir fest, dass alle entscheidenden Türen im Haus verschlossen sind und wir wohl erst durch das Finden bestimmter Gegenstände oder Schlüssel weiter kommen. Um das Haus verlassen zu können, müssen wir unter anderem 3 Hundeköpfe für den Türbeschlag Finden, diese sind irgendwo im Haus versteckt und wir müssen uns immer noch vor vom verrückten Jack in acht nehmen, denn dieser schleicht ja weiter durchs Haus und sucht nach uns. Schnell werden wir feststellen, dass Jack einfach kein normaler Mensch sein kann. Denn nachdem wir endlich eine anständige und brauchbare Waffe finden und uns für kurze Zeit in Sicherheit wissen, stellen wir bei der ersten Konfrontation mit Jack fest, dass ihn herkömmliche Waffen nicht töten können und auch der Kampf in der Garage des Hauses zeigt noch mal deutlich auf, das Jack einfach nicht totzukriegen ist, wie es dazu gekommen ist, erfahren wir noch im Verlauf des Spiels.

Übersicht des Rucksacks und unserer Aufgaben

 

Ego-Perspektive verstärkt Horror Erlebnis

Resident Evil 7 wird anders als die Vorgänger in der Ego-Perspektive gespielt, damit ist natürlich die Sicht etwas eingeschränkt, aber so weiß man als Spieler nie was alles hinter einem passiert und muss sich deutlich mehr auf die Umgebungsgeräusche verlassen. Das sorgt dann auch direkt für etwas bessere Schockmomente und führt dazu, dass man mit anhaltendem Atem vorsichtig Türen öffnet und sich bei unerwarteten Geräuschen erschreckt im Raum umschaut. All das wird natürlich durch den gelungenen Aufbau des heruntergekommenen Hauses verstärkt. Das verwinkelte Anwesen entpuppt sich schnell als kleine und vielseitige Meisterleistung, die für die Atmosphäre des Spiels ein wahrer Segen ist. Während man zum Lösen der zahlreichen Rätsel durch das Haus schleicht, sollte man vor allem immer die Augen nach Munition, Waffen und Arzneimitteln offen halten.  Arzneimittel wie auch Munition müssen aus mehreren Gegenständen hergestellt werden, dementsprechend muss man sich manchmal gut überlegen, ob einem die Gesundheit wichtiger als die Schusskraft ist. Aber glaubt mir, von der Munition kann, und will man einfach nie genug haben, besonders da man im Haus immer mal wieder auf die Molded trifft. Das sind modrige Wurzelwesen, die mit schwarzem Schleim überzogen sind und euch gerne den gar ausmachen wollen. Diese schleimigen Wesen bestätigen aber auch die Vermutung, dass unser Hauptcharakter Ethan es hier mit weit mehr als einer verrückten Kannibalenfamilie zu tun hat. Doch all das wird noch von den vielen offenen Fragen getoppt, die den Großteil der Spielzeit wie ein unheimliches Fragezeichen über unseren Kopf schweben. Im Verlauf des Spiels werden wir regelmäßig von Zoe, dem zweiten Kind der Familie angerufen. Immer wieder gibt sie uns Hinweise, doch was steckt wirklich dahinter? Aber das viel größere Mysterium scheint sich um das kleine Mädchen Eveline zu drehen. Wir finden überall im Haus Fotos, Zeichnungen und Spielsachen von dem kleinen Mädchen, doch was Eveline mit all dem zu tun hat, erfahren wir erst am Ende des Spiels.

Resident Evil 7

Welche Rolle spielt die kleine Eveline?

 

Videotape Instanzen als Highlight?

Ein wahres Highlight in Resident Evil 7 stellen die Videotapes dar, diese finden wir an den unterschiedlichsten Punkten im Spiel. Diese verstärken stark die gelungene Atmosphäre des Spiels und geben der Story die nötige Tiefe und viele Hintergrundinformationen. Denn bei den Video Tapes handelt es sich um Instanzen, bei denen man selbst in die Rolle eines beteiligten schlüpft und direkt am Geschehen beteiligt ist. In einem Video schlüpfen wir in die Rolle von Mia, die vor Marguerite davon läuft und sich geschickt verstecken muss, um nicht erwischt zu werden. Der Sinn dieser Videos liegt darin, dem Spieler die nötigen Informationen und Tipps zu geben, um im Spiel weiter zu kommen. Im Fall von Mias Video erfahren wir, wo wir einen Flammenwerfer finden, um im zweiten Haus besser oder gar überleben zukönnen. Resident Evil 7 spielt sich nämlich nicht nur im Haupthaus ab. Nachdem wir dieses verlassen haben, geht es weiter zum Nebenhaus und hier betreten wir das Reich von Mutter Marguerite. Hier ändert sich die Kulisse des Spiels stark und wir treffen an vielen Stellen auf eine neue Bedrohung durch aggressive Insekten und ihre Nester. Genau jetzt wird der Flammenwerfer überlebensnotwendig und essenziell. Daher ist es nun umso wichtiger, die Augen nach Brennmaterial offen zu halten und stets den Flammenwerfer geladen zu haben. Haben wir uns erfolgreich Marguerite und ihren Insekten gestellt, wartet nur noch Sohn Lucas auf uns. Dieser hat es aber auch Faust dick hinter den Ohren und stellt uns viele fiese Fallen. Hier sollte man stets auf die kleinsten Details achten, um nicht zu sterben. Vor allem aber sollte man mit Bedacht um die Ecke gehen oder nur viel Vorsicht neue Räume betreten.

Den Molded sollte man lieber nicht zu nahe kommen.

 

Molded Gegner statt klassischer Zombies

Munition ist in Resident Evil 7 schnell verbraucht, daher ist es wirklich ratsam, sich genau im Haus umzusehen und wirklich jede Schublade und Kiste zu öffnen. Bei den Molded müsst ihr zwei Arten unterscheiden, es gibt ein mal die langsamen und aufrecht laufenden Typen, diese halten etwas mehr aus, dürften euch aber nicht sonderlich viel abverlangen. Etwas kniffeliger wird es dann bei den krabbelnden Gesellen, die sind nämlich deutlich flinker und können euch anspringen, halten dafür aber auch weniger aus und dürften nach 2 gezielten Treffern am Boden liegen. Neben der Munition und der Arzneimittel solltet ihr die Augen auch nach allerlei anderem nützlichen Zeug offen halten. Mit Steroiden könnt ihr zum Beispiel eure Gesundheit dauerhaft erhöhen, Stabilisierer verringern die Nachladezeit und Psychotonikum Pillen zeigen euch für kurze Zeit alle interaktiven Gegenstände in eurer Nähe an. Achtet beim Sammeln der Gegenstände daher immer stets darauf ausreichend Platz in eurem Rucksack zu haben, da dieser Platz schnell ausgereizt sein dürfte. Daher ist es ratsam zwischen durch immer wieder mit der Tabulatortaste den Rucksack zu öffnen und durchzuschauen, ob man neue Gegenstände herstellen kann. Eine gute Alternative ist ein regelmäßiger Besuch bei der Lagerbox, vor allem die Videotapes, die ihr bereits durchgespielt habt, solltet ihr im Lager verstauen, um nicht unnötig Platz im Inventar zu verschwenden. Zum Ende des Spiels, genau genommen im letzten Drittel und beim finalen Bosskampf, schwächelt Resident Evil 7 zum ersten Mal. Die Gegner in den Videotape Instanzen können nicht mehr überzeugen, da die Molded Gegner in der neuen Kulisse fast schon unpassend wirken. Auch die Tatsache, dass die angebliche elementare Entscheidung, die wir treffen mussten, keine wirkliche Auswirkung auf das Ende des Spiels genommen hat, sondern einfach nur für eine andere Zwischensequenz sorgt, war etwas enttäuschend. Um den Endboss nicht vollkommen zu spoilern, kann man nur sagen, dass der Endboss im Vergleich zu der vorherigen starken Story und dem gelungenen Verlauf des Spiels einfach überzogen wirkte. Bei einem Endboss würde man logischerweise den schwersten und epischsten Kampf erwarten, doch diesen Titel erhält eindeutig ein früherer Kampf im Spiel.

Positiv:

Überzeugende Horror Atmosphäre
Gut gelungene Erschreck-Momente mit stimmigen Geräuscheffekten
Gelungene deutsche Vertonung
Starke und überzeugende Bosskämpfe die auch eine Herausforderung darstellen
Mitreißende Geschichte mit starken Charakteren, vorallem Familie Baker ist ein großes Highlight
Dank der Egoperspektive hat man ein verstärktes Gefühl mitten im Spiel zu sein
Ein wirklich guter Mix aus Erkunden, Rätseln und Kämpfen
Videotape-Instanzen, welche Teilweise als Rückblenden genutzt werden, sind überzeugend eingebunden und umgesetzt

Negativ:

Stellenweise sehr verwaschene Texturen
Zu wenig Taschenplätze, vorallem da man einige Dinge wie bereits durchgespielte Videotape-Instanzen nicht wegwerfen kann.
Gelegentlich eine leicht unpräzise Kampfmechanik
Der Endboss war schon fast etwas zu überzogen.
  • Resident Evil 7 – Test zum neusten Teil der legendären Horrorspielreihe
    “Danke Capcom! Endlich habt ihr gehalten, was ihr versprochen habt, und geht mit Resident Evil 7 wieder zurück zum guten Survival-Horror Game. Dank der neuen Egosicht erhält das Spiel deutlich mehr Atmosphäre, und da man nicht wirklich weiß, was gerade hinter einem passiert, gibt es auch mal wieder richtig viele schöne Momente zum Erschrecken. Das Spiel kommt mit einer überzeugenden Mischung aus Erkundung, Rätseln, Kämpfen und Bossgegnern, alles zusammen in der gelungenen und schaurigen Umgebung des Baker Anwesens. Auch die deutsche Vertonung ist von Beginn an gelungen und sehr gut platziert. Die Story weiß zu überzeugen und reißt einen recht schnell mit. Im Verlauf des Spiels möchte man immer mehr herausfinden, was zur Hölle mit Familie Baker passiert und was all dies mit der kleinen Eveline zu tun hat. Ab der Hälfte des Spiels finden wir immer mehr Hinweise zu dem kleinen Mädchen und wagen uns somit immer tiefer in die Abgründe des Hauses.”
    Anna Jahn, Redakteurin

Ab in die Sammlung?

Für Fans der früheren Resident Evil Spiele, welche wirklich als Horror Spiel durchgegangen sind, wird es eine wahre Freude sein, den neuen Teil zu spielen. Aber auch Fans von anderen Survival Horrorspielen, die bisher keine Erfahrungen mit Resident Evil gesammelt haben, werden hier durchaus einige Stunden Spaß und Horror erleben.

Geschrieben von
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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