Project Cars 2

Project Cars 2 – Test zur Rennsimulation aus der Rennspiel-Schmiede

Project Cars 2 ist das neuste Spiel der Rennspiel-Schmiede Slightly Mad Studios und des Publishers Bandai Namco Entertainment. Slightly Mad Studios hat vor allem Erfahrungen in dem Genre durch Spiele wie Need for Speed: Shift oder Red Bull Air Race: The Game. Das Rennspiel Project Cars 2 muss sich gegen Konkurrenten wie WRC 7 und Forza Motorsport behaupten und sich durch beeindruckende Grafik und realistische Rennsounds hervortun. Auch die unterschiedlichen Variationen, das Rennen zu bestreiten, macht jede Rennsimulation zu einem Spektakel. Ob es wieder eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Slightly Mad Studios und Bandai Namco Entertainment war und wie gut uns die Racersimulation gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

 

Formel 1, Gokart oder doch die Grand Prix-Klasse?

In Project Cars 2 habt ihr die Möglichkeit direkt ins Rennen einzusteigen und euren Boliden über eine der 60 originalgetreuen Pisten zu jagen, andernfalls könnt ihr eine Karriere beginnen. Wer wollte nicht auch schon mal ein erfolgreicher Rennfahrer werden? Deshalb entschieden wir uns dafür, eine Karriere als Rennfahrer zu starten. Nach der Erstellung eines Fahrerprofils kam die erste schwierige Entscheidung im Leben eines jeden Fahrers. Ein Tutorial gibt es leider nicht, neue Bereiche werden durch eine kurze englische Audiosequenz mit deutschen Untertiteln erläutert. Hier wäre vielleicht ein Video schöner gewesen, um auch visuell eine Anleitung zu erhalten. Zu Beginn der Karriere stehen uns diverse Klassen zur Auswahl, zum Beispiel Rallycross, Formel 1 oder der Porsche Cup. Eine Grafik zeigt euch dabei die möglichen Entwicklungen eurer Karriere. Dadurch wird der leider sehr geringe Wiederspielwert der Karriere etwas erhöht.  Habt Ihr euch entschieden, laufen die Rennen immer ähnlich ab. Zu Beginn wählt ihr aus, ob dem Rennen ein Freies Training und eine Qualifikation vorausgehen. Während des Freien Trainings könnt ihr euer Gefährt anpassen. Dazu könnt ihr einen Techniker engagieren, der euch Fragen stellt und sein Bestes gibt, eure Antworten sinnvoll umzusetzen. Außerdem könnt ihr euer eigenes Können benutzen und „schraubt“ wild am Racer herum. Hier stehen euch anfangs nur wenige Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, denn diese sind von Auto zu Auto unterschiedlich. Habt ihr das Freie Training hinter euch gebracht, fahrt ihr noch die Qualifikation und dann geht’s endlich an das richtige Rennen. Bis dahin seid ihr die jeweilige Strecke bereits gefühlte 100x gefahren und wisst genau, wo welches Steinchen und wo welche Bodenwelle ist. Denn solche Kleinigkeiten können später entscheidend sein. Project Cars 2 ist kein Arcade-Racer, den man mal eben anwirft, sich zwei Runden warm fährt und dann alle Gegner hinter sich lässt. Project Cars 2 ist eine waschechte Rennsimulation. Jeder Fahrfehler wird hart bestraft durch die aggressiv und trotzdem intelligent fahrende KI. Und Fahrfehler passieren sehr schnell. Einmal zu wenig gebremst oder einen Tick zu spät gelenkt und ihr hängt irgendwo im Kiesbett oder der Reifenwand. Um auch dem Casualgamer eine Chance zu geben, habt ihr die Möglichkeit unzählige Fahrhilfen einzuschalten, unter anderem einen Lenk- und Bremsassistenten, ESP oder ABS. Sind alle oder viele Hilfen aktiviert, fühlt es sich leider oft so an, als ob das Gefährt ein Eigenleben á la KIT aus Night Rider entwickelt hat. Habt ihr euch an den hohen Schwierigkeitsgrad gewöhnt, könnt ihr das Ganze noch spannender gestalten und an der Realismus-Schraube drehen. Ihr könnt den erhaltenen Schaden von optisch auf leistungsmindernd wechseln, den Benzinverbrauch auf realistisch stellen und plötzlich auftretende mechanische Schäden aktivieren. So sollte für jeden Fahrertyp etwas dabei sein.

Diesen Weg könnt ihr in eurer Karriere bestreiten.

 

Technisches Rundumpaket

Euer Fahrzeug könnt ihr mittels Tastatur, Maus + Tastatur, Lenkrad oder Xbox-Controller steuern, sodass hier die meisten Geschmäcker befriedigt sein sollten. Leider wird der Steam-Controller nicht unterstützt und auch die manuelle Tastenzuweisung erwies sich als nicht leicht. Denn einige Tasten des Eingabegerätes wurden gar nicht erkannt und waren somit unbrauchbar, beispielsweise die hintere linke Taste am Griff. Grafisch ist Project Cars 2 eine kleine Berg- und Talfahrt. Die gefühlt unendliche Anzahl an Luxusschlitten, Rennboliden oder Oldtimern ist oft kaum vom Original zu unterscheiden. Dagegen ist die Umgebung nicht immer die detailreichste und immer mal wieder erscheinen im Hintergrund Gegenstände. Alles in allem sind es aber keine grafisch schwerwiegenden Fehler. Und auch nur selten fallen sie überhaupt auf. Denn springt die Ampel auf grün, seid ihr meistens sowieso im Tunnel und bekommt von der Außenwelt nichts mit. Mit dem Fotomodus bietet euch die Slightly Mad Studios jedoch eine Möglichkeit, euch alle Details genau anzuschauen. Hier könnt ihr Fotos erstellen, Filter darüberlegen oder Effekte erzeugen. Das Foto wird dann auf eurem PC gespeichert und steht euch als Desktop-Hintergrund oder Ähnliches zur Verfügung. Hier ist auch noch das Wetter anzusprechen. Im Fotomodus fällt dabei leider auf, dass das Wetter zwar spielmechanisch viel zu bieten hat, aber grafisch nicht unbedingt. Der Regen fällt als einfache Striche vom Himmel und die Tropfen auf der Karosserie sehen zwar schön aus, wirken dabei nicht lebendig. Insgesamt gibt es 17 Wetterarten, von heiter über Nebel mit Regen bis hin zum Schneesturm. Die Wettereffekte sehen dabei auf dem PC sehr realistisch und detailliert aus. Hier kann die PlayStation 4 nicht ganz mithalten. Zwar sehen die Effekte auch auf der Konsole recht ordentlich, aber leider auch sehr plastisch aus. Generell wurde die PC-Version mit hochauflösenden Texturen, einer besseren Weitsicht und mehr Tiefenschärfe versehen, was im Vergleich zu der PlayStation 4-Version positiv auffällt. Die Fahrweise ändert sich dabei stark. Ihr könnt sogar einstellen, dass das Wetter sich im Laufe eines Rennens ändert. Beispielsweise von einem Gewitter zu wolkig und am Ende gibt es leichten Schneefall. Der Sound der Racer sollte auch nicht vergessen werden. Jedes Fahrzeug hört sich anders an und es entsteht nicht das Gefühl, dass sich die über 100 Autos gleich anhören. Solltet ihr in der Cockpit-Ansicht unterwegs sein, hört ihr alles etwas gedämpfter als in der Außenansicht. Als kleine Erweiterung der Cockpit-Ansicht gibt es diese noch aus der Helmansicht, die besonders für die VR-Ansicht interessant wäre. Dadurch wird das Sichtfeld minimal eingeschränkt und der Ton noch dumpfer.

Das NAT-Games Auto präsentiert sich in seinen prächtigsten Farben.

 

Auch ein Online eine Herausforderung

Habt ihr genug von der Karriere, könnt ihr offline um die Bestzeit fahren oder online gegen Gleichgesinnte antreten. Versucht ihr offline eure Fahrkünste zu verbessern, könnt ihr dies auf allen Strecken tun. Dazu stehen euch dann auch unabhängig von der jeweiligen Streckenart alle Fahrzeugtypen zur Verfügung, natürlich auch in verschiedenen Farben und Lackierungen. So kann es mal lustig sein, mit einem Oldtimer durchs verschneite Schweden zu rutschen oder einen nur so vor PS strotzenden Porsche 918 Spyder Weissach über Schotterpisten in Großbritannien zu prügeln. Habt ihr genug davon alleine oder gegen KI Gegner zu fahren, dann könnt ihr euch entweder einer von anderen erstellten Sitzung anschließen oder selbst eine erstellen. Erstellt ihr selber eine Sitzung, könnt ihr verschiedenste Parameter für euer Rennen festlegen. Sei es die Fahrzeugklasse, das Wetter, ob zuvor ein Training stattfindet, den Realismusgrad oder die Mindestlizenz. Die Mindestlizenz ist euer „Online-Level“. Lassen sich nicht genügend Mitstreiter finden, können die freien Plätze auch mit KI Gegner aufgefüllt werden.

 

Positiv:

Knapp 200 originalgetreue Fahrzeuge
Realismus bis ans Limit möglich
Lebendiger Sound (u.a. mit Boxenfunk)
Verschiedenste Rennklassen
Online-Lizenzen-System

Negativ:

Kein Steam-Controllersupport
Fahrhilfen teilweise zu „aktiv“
Kein Tutorial
Kampagne nicht interessant
  • Project Cars 2

    “Project Cars 2 ist nichts für Anfänger, auch mit aktivierten Fahrhilfen ist das Spiel mehr als eine harte Nuss. Für mich als Fan von Arcade-Racern war es quasi das Dark Souls der Rennspiele. Immer wieder bin ich in die Banden gefahren oder habe das Rennen aus Frust beendet. Nach einiger Zeit habe ich mich aber in das Spiel und seine Mechaniken reingefuchst und hatte echt Spaß. Die Grafik ist ansehnlich, der Sound top. Alles in allem ist es eine gelungene Rennsimulation, die Fans begeistern wird und auch Neulingen eine andere Seite des Rennspielgenres schmackhaft machen kann.”

    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Ab in die Sammlung?

Fans von Rennsimulationen sollten bei diesem Teil der noch jungen Reihe zugreifen. Rennanfänger und Sonntagsfahrer sollten sich lieber an den gängigen Spaß- und Arcade-Rennspielen versuchen.

Jasmin Paskuda
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!
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