Pokémon UltraSonne & UltraMond – Test zu den Sonne & Mond-Spezialeditionen

Pokémon UltraSonne & UltraMond – Test zu den Sonne & Mond-Spezialeditionen

Zu Beginn ihrer Vorherrschaft über den Handheldmarkt hat die Pokémon-Reihe zwei Regeln klargestellt: Es kommen immer zwei Editionen heraus, die zwar nahezu identisch sind, aber andere Taschenmonster zum Fangen bieten, um auch das Tauschen mit Freunden schmackhaft zu machen. Die zweite Regel bildet eine dritte Spezialedition, welche die Story ein wenig erweitert/verändert und einige zusätzliche Features bietet. Auf die rote und blaue Edition folgte Gelb, Gold und Silber bekamen Kristall, Rubin und Saphir hatte Smaragd und Diamant und Perl wurde zu Platin. Ab der fünften Generation wurde diese Tradition jedoch gebrochen und so bekamen Schwarz und Weiß einen direkten Nachfolger, X und Y gingen sogar komplett leer aus und erhielten nicht wie von Fans spekuliert eine Z-Edition. Auch Pokémon Sonne und Mond wagen einen neuen Ansatz und bringen mit Pokémon UltraSonne & UltraMond gleich zwei Spezialeditionen heraus. Ob das wirklich notwendig war, haben wir für euch getestet.

 

Ich habe ein Déjà-vu

Bei Pokémon UltraSonne & UltraMond handelt es sich nicht wie bei Schwarz und Weiß 2 um direkte Fortsetzungen und erzählt somit keine komplett neue Geschichte, sondern eine etwas veränderte Version der Sonne & Mond-Story. Die Änderungen finden aber auch wirklich nur am Ende der Story statt, bis auf die vereinzelten Begegnungen mit Mitgliedern eines Ultraforschungsteams und einzelnen Miniszenen sind die Geschehnisse aus Pokémon UltraSonne & UltraMond identisch mit denen aus Sonne und Mond. Ihr begebt euch in der an Hawaii angelehnten Alola-Region auf Inselwanderschaft, bei der ihr diverse Inselprüfungen bestehen müsst, um die jeweiligen Inselkönige herauszufordern und Inselwanderschaftschamp zu werden. Hier ist eigentlich alles beim Alten geblieben, nur manche Prüfungen haben sich leicht verändert und es ist sogar eine Neue dazugekommen. Neben eurem Prüfungsalltag kommt ihr der Æther Foundation auf die Schliche, die entgegen ihrer Präsenz in der Öffentlichkeit nichts Gutes plant. Wenn man Sonne und Mond bereits gespielt hat, dann durchläuft man zum Großteil das gleiche Spiel noch einmal, doch die Storyänderungen am Ende sind dennoch spannend und cineastisch in Szene gesetzt. Das finstere Pokémon Necrozma droht nämlich, das Licht aus Alola komplett zu stehlen und für totale Finsternis zu sorgen. Dass die Story im Vergleich zu Sonne und Mond fast identisch erzählt wird, kann man Pokémon UltraSonne & UltraMond nicht vorwerfen, andere Spezialeditionen haben dies auch bereits getan. Einen kleinen Vorteil hat diese Neuerzählung der Geschichte: Die Story von Sonne und Mond war in der Pokémon-Community dafür verpönt, dass die Dialoge ellenlang waren und sich andauernde Zwischensequenzen, die den Spielfluss unterbrachen, zu sehr in die Länge zogen. Pokémon UltraSonne & UltraMond hat die Dialoge ein wenig verkürzt, auch wenn es immer noch sehr viele Cutscenes sind.

Mantax-Surfen ist einfach nur das beste Minispiel, welches Pokémon je hervorgebracht hat.

 

Das ist neu

Pokémon UltraSonne & UltraMond erinnert ein wenig an ein Addon oder einen DLC, denn neben den altbekannten Inhalten gibt es auch einige zusätzliche Neuerungen. Zunächst einmal die Enttäuschung: Es gibt keine neuen Alola-Formen. Diese waren in Sonne und Mond eine tolle Ergänzung, die einige alte Pokémon in neuem Gewand und mit neuen Typen und Attacken einführte. In UltraSonne und UltraMond hätte es eine wirklich tolle Gelegenheit gegeben, weitere Formen von alten Monstern zu finden. Stattdessen gibt es, was neue Pokémon angeht, „nur“ drei neue Ultrabestien, eine neue Entwicklung von Wuffels und ein neues, noch nicht veröffentlichtes, mystisches Pokémon. Doch der Mangel an neuen Pokémon wird ausgeglichen durch einige neue Features, manche unterhaltsamer als andere. Da gibt es einen Fotoclub, wo ihr euch mit euren Taschenmonstern ablichten und die Fotos anschließen dekorieren könnt. Euer Rotom-Pokedex ist dabei nicht nur Fotoapparat, diesmal könnt ihr euch auch mit ihm unterhalten und mit einem kleinen Roulette-Minispiel hilfreiche Items erspielen. Abseits der Story gibt es auf dem Festival-Plaza auch etwas Neues. Die Kampfagentur lässt euch ganz im Motto der Kampffabrik aus Pokémon Smaragd ein Pokémon ausleihen, mit dem ihr zum Kampf antretet. Die beiden anderen Monster in eurem Team stellen Besucher eures Festival-Plazas, die ihr per Streetpass getroffen habt. Je mehr Kämpfe ihr gewinnt, desto höher wird euer Rang und desto stärkere Pokémon könnt ihr euch ausleihen. Das motiviert schon, in der Agentur aufzusteigen. Der Modus ist eine nette Abwechslung zu den normalen Onlinekämpfen und es hätte gerne mehr davon geben können. Die Kampfzone aus Smaragd wurde schon lange von Fans herbeigesehnt, hier haben wir immerhin einen Bruchteil davon bekommen. Der wohl spaßigste Zusatz in Pokémon UltraSonne & UltraMond ist das Mantax-Surfen. Auf dem Rücken des Mantarochen-Pokémons surft ihr eine riesige Welle entlang, führt Sprünge aus und macht dabei Tricks, um Punkte zu sammeln. Je erfolgreicher ihr werdet, desto mehr neue Tricks lernt ihr dazu. Ein hoher Highscore bringt euch Gewinnpunkte, oder in diesem Fall Gischtpunkte, ein, mit denen ihr Preise kaufen oder euren Pokémon neue Attacken beibringen könnt. Das Mantax-Surfen macht extrem viel Spaß, trotz einiger Hindernisse, die euch beim Aufbauen der Geschwindigkeit stören. Da schwimmen Tentacha, Wailmer und Tohaido durch das Wasser, die euch anrempeln und euer Momentum abschwächen. Der Song, der im Hintergrund spielt, ist einer der besten im neuen UltraSonne und UltraMond-Soundtrack. Es gibt noch ein zweites Minispiel, bei dem ihr auf dem Rücken eines Pokémon reitet, doch dieses ist nicht ganz so spaßig. Es nutzt die Neigungssteuerung des 3DS und fühlt sich zuweilen recht schwammig an. Mantax zu steuern und mit ihm Tricks auszuführen klappt da direkter und macht infolgedessen mehr Spaß.

Giovanni führt nach langer Zeit mal wieder Übles im Schilde.

 

Team Rocket ist zurück

Eine Neuerung von Pokémon UltraSonne & UltraMond haben wir bisher ja ausgelassen. Mit ihr wurde das Spiel groß beworben und dies nicht zu Unrecht. Denn Team Rocket, die OGs, sind wieder da, wenn auch unter dem neuen Namen Team Rainbow Rocket. Im Postgame, nach dem Besiegen der Top 4, übernehmen sie die Räumlichkeiten der Æther Foundation und planen, was auch sonst, die Weltherrschaft. Warum heißen sie eigentlich Team Rainbow Rocket? Ganz einfach, sie vereinen die Anführer aller bislang aufgetretenen bösen Organisationen unter einem Banner. Und so kämpft ihr euch in der Postgame-Episode durch ihr Schloss, besiegt Rüpel und stellt euch den bekannten Rätseln wie Teleportern und Laufbänder. Am Ende eines Ganges wartet dann immer ein Anführer von euch, wie zum Beispiel Adrian von Team Aqua oder Cyrus von Team Galaktik. Diese Gegner sind nicht ohne, denn sie haben nicht nur extrem starke Pokémon, sondern auch legendäre Wesen entsprechend ihrer jeweiligen Spiele im Team. Episode RR, wie diese Bonusepisode heißt, ist ein netter, wenn auch kurzweiliger Zusatz. Insgesamt sind alle neuen Features nette Zusätze und wenn es hier ein Spiel gewesen wäre, wie es die damaligen Spezialeditionen waren, hätte man nichts sagen können. Die Frage erübrigt sich jedoch, warum wirklich zwei Titel erschienen sind und ob dies wirklich nötig war.

 

Positiv:

Die Neuerungen am Ende der Story sind spannend
Team Rocket ist wieder da
Mantax-Surfen is love, Mantax-Surfen is life
Die Kampfagentur lässt goldene alte Zeiten der Kampfzone durchscheinen
Das derzeit beste verfügbare Pokémon-Erlebnis

Negativ:

Die Spezialedition in zwei Spiele aufteilen war unnötig
Keine neuen Alola-Formen
  • Pokémon UltraSonne & UltraMond – Test zu den Sonne & Mond-Spezialeditionen

    Pokémon UltraSonne & UltraMond sind gute Pokémonspiele, wahrscheinlich die Besten auf dem 3DS, aber zwei Versionen hätten es nicht sein müssen. Hier gibt es gefühlt einen faden Beigeschmack, dass hier nur Geld gescheffelt werden sollte, aber die Frage, warum es immer noch zwei Editionen von Pokémonspielen gibt, wird schon lange gestellt. Fakt ist: Die Neuerungen sind toll und machen Spaß, manche mehr, manche weniger. Alleine das Mantax-Surfen ist sein Geld wert und die Team RR Episode ist ein sehr herausfordernder Postgame-Inhalt. Schön wären noch ein paar neue Alola-Formen, weitere Kampfzonen-ähnliche Elemente und mehr neue Gebiete gewesen, aber im Großen und Ganzen handelt es sich bei Pokémon UltraSonne & UltraMond als solches um eine gute Spezialedition zu Sonne und Mond.

    Maarten Cherek, Redakteur

Alle schnappen?

Wenn ihr euch bei Pokémonspielen immer die dritte Spezialeditionen geholt habt, kommt ihr auch um UltraSonne und/oder UltraMond nicht herum. Ob ihr beide haben wollt, müsst ihr wie bei eigentlich jeder Pokémon-Edition selbst abwägen. Die editionsspezifischen Unterschiede sind mal wieder nicht so groß, dass zwei Versionen gerechtfertigt sind. Wenn ihr schon lange keinen Pokémonteil mehr in der Hand hattet, sind UltraSonne und UltraMond der perfekte Wiedereinstieg.

Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!
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