My Hero One’s Justice – Test zum heldenhaften Anime-Prügler

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My Hero One's Justice - [PlayStation 4]
  • Bandai Namco Entertainment Germany
  • Videospiel

Releasedatum: 23. August 2018

Genre: Kampf

USK:  Ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Bandai Namco

Plattformen: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

Neben One Piece, welches es bereits schon seit 21 Jahren gibt und so schnell auch nicht wegzudenken ist, ist My Hero Academia derzeit die beliebteste Shonen-Manga- und Animeserie. Die Abenteuer von Izuku Midoriya auf seinem Weg zum mächtigsten Superheld der Welt erfreut sich derzeit weltweit größter Beliebtheit. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch ein Videospiel zur Serie gibt. Ein Titel auf dem 3DS schaffte es nicht in den Westen, der Konsolentitel My Hero One’s Justice hingegen schon. Wir haben den Arcade-Prügler ausgiebig getestet.

 

Nur die halbe Geschichte

Der Storymodus von My Hero One’s Justice setzt in der Mitte der 2. Staffel der Animeserie an und endet in der Mitte der 3. Staffel. Es wird also nicht der Anfang der Geschichte erzählt und auch das Turnier im Sportfestival, welches sich für ein Kampfspiel perfekt geeignet hätte, wird nicht aufgegriffen. Zudem wird die Geschichte die meiste Zeit relativ langweilig mit Standbildern erzählt, durch welche man sich durchklicken muss. Nur gelegentlich werden bestimmte Szenen aus der Serie in der Ingame-Engine als Bewegtbild dargestellt. Da wünscht man sich beim Spielen oft, dass der ganze Modus so präsentiert wird. Spielerisch reiht sich hier lediglich ein Kampf nach dem anderen aneinander, manchmal sogar Duelle, die es in der Serie nicht gab. Abwechslung ist hier aber nicht an der Tagesordnung, ihr bestreitet den Kampf, die nächste Cutscene oder Slideshow startet, der nächste Kampf beginnt. Die Geschichte konsumiert man besser im Manga oder im Anime, dazu dient das Spiel nicht allzu sehr, zudem es wie gesagt mitten in der Geschichte ansetzt.

Feurige Duelle sind garantiert, vor allem wenn Todoroki mitmischt.

 

Jeder hat so seine Macken

Mal abgesehen davon, dass die Präsentation der Story im Spiel eher fragwürdig ist, sollte das ohnehin nicht so sehr der Knackpunkt sein, schließlich richten sich Animeprügler meistens sowieso an die Fans der Serie, welche die Geschichte bereits kennen. Wie ist also das Gameplay, die Prügelei an sich? Nun, in My Hero One’s Justice leider nicht allzu gut. Mit 20 Charakteren könnt ihr euch gegenseitig die Rübe einschlagen, per DLC werden noch weitere dazustoßen. Dennoch sind 20 recht wenig, wenn man bedenkt, wie viele interessante Charaktere es in der Serie gibt. Allein in Klasse 1-A, in welcher sich Protagonist Deku befindet, gibt es 20 Schüler. Dann noch die Pro-Helden, die Lehrer, die Bösewichte, da kommt schon einiges zusammen. Eine Auswahl von lediglich 20 ist da recht mager. Dennoch muss man sagen, dass diese 20 Charaktere recht originalgetreu ins Spiel übernommen worden. Jeder von ihnen hat spezielle Fähigkeiten, ihre sogenannte „Macke“, mit welcher ihr im Kampf angreifen könnt. Dazu kommen, fast schon nach Schere-Stein-Papier-Prinzip, drei unterschiedliche Standardangriffe. Eine normale Kombo, mit der ihr zuschlagt, ein Konter, bei dem ihr erst einsteckt und dann zurückschlagt und einen Griffangriff, bei dem ihr den Konter kontern könnt. Gemixt mit den Macken geben sich hier einige Möglichkeiten, euren Gegnern zuzusetzen, doch um eigene Kombos durchzuführen, müsst ihr die Steuerung auf manuell stellen, ansonsten macht das Spiel fast alles selbst für euch. Doch auch wenn ihr manuelle Kombos ausprobieren wollt, viel Variation ist für einen Sieg nicht vonnöten, einfaches Tastenmashing reicht oft aus. Zumal die KI nicht sonderlich clever ist. Oft rennt sie nur ziellos im Kreis, bleibt an einer Wand hängen oder wehrt sich nicht gegen eure Angriffe. Doch es gibt auch positive Aspekte in der Kampfmechanik, so lassen sich die Maps nahezu komplett zerstören und manchmal könnt ihr euren Gegner mit voller Wucht in die Wand prügeln, so dass er dort feststeckt und ihr einen Schlag freihabt. Das Kampfsystem fühlt sich leider einfach nur klobig an, einziger Lichtblick ist die wunderbare Optik, welche die explosiven Angriffe detailreich auf eure Bildschirme zaubert.

Die Superattacken sehen fast so aus wie im Anime.

 

Das wär doch mal ne Mission

Die klobigen Kämpfe sind, das ist nun mal bei einem Arcade-Prügler so der Fall, der Hauptaspekt des Spiels und so spielt es keine Rolle, welchen Modus ihr spielt, es läuft immer auf die Kämpfe hinaus. Ihr steuert immer einen Charakter, habt aber oft auch zwei unterstützende Partner an eurer Seite, die euch manchmal mit zusätzlichen Angriffen beistehen können. Bei den spielbaren Modi haben wir die üblichen Verdächtigen, neben dem Storymodus gibt es da noch den lokalen Kampf, wo ihr euch mit Freunden messt, die Arcade, wo ihr einen Kampf nach dem anderen bestreitet, den Onlinemodus, wo die Server jedoch oft leider nicht allzu gut funktionieren und zu guter Letzt der Missionsmodus. Dieser ist womöglich das Highlight des Spiels, denn hier bekommt ihr zumindest die größte Abwechslung geboten. Ihr schlagt euch mit drei Charakteren durch sechs verschiedene Karten, auf denen ihr viele unterschiedliche Kämpfe auswählen könnt. Jedoch wird nach jedem Kampf eure Lebensenergie nicht aufgefüllt und eure Charaktere sammeln Erfahrungspunkte und leveln auf. Zudem könnt ihr Items einsammeln und diese vor jedem Kampf aktivieren. Dann wären da noch die Kämpfe selbst, die sich immer wieder unterscheiden. Da kann es mal sein, dass Spezialattacken mehr Schaden machen oder ihr in einem bestimmten Zeitlimit gewinnen müsst. Der Missionsmodus ist auf jeden Fall der interessanteste Aspekt von My Hero One’s Justice.

Der Missionsmodus ist das geheime Highlight des Spiels.

 

Fragwürdige Designentscheidungen

Wie bereits erwähnt gibt es an der grafischen Präsentation von My Hero One’s Justice nichts zu meckern. Der Rest des Spiels ist jedoch, um es nett auszudrücken, etwas fragwürdig. So könnt ihr eure Charaktere mit kosmetischen Items ausstatten, diese wirken jedoch so dermaßen Fehl am Platz, dass die Augen bluten und so lässt man es dann lieber. An anderen Stellen kommen viele kleine Faktoren zusammen, welche dem Gesamtbild des Spiels etwas schaden. Hier einige Beispiele: Die Sprachausgabe des Spiels ist in japanisch, es gibt jedoch deutsche Untertitel. So weit, so gut. Das ist allerdings nicht im Hauptmenü der Fall. Wenn ihr einen Modus auswählt, erklärt euch einer der Charaktere ein wenig darüber, allerdings ohne besagte Untertitel. Wenn ihr also kein japanisch könnt, seid ihr aufgeschmissen. An dieser Stelle also ein Fehler in der Lokalisierung. Dann gibt es da noch einige Glitches, welche der ohnehin schon nicht allzu intelligenten KI im Wege stehen, so dass sie ab und an einfach nur wild rumzappeln und nicht wissen wohin mit sich selbst. Und die etwas magere Darstellung im Storymodus haben wir ja bereits angesprochen.

 

Positiv:

Die beliebten Charaktere mit ihren Macken gut im Spiel implementiert
Der Missionsmodus bietet gute Abwechslung
Optisch echt ansprechend

Negativ:

Storymodus mangelhaft
KI grauenvoll
Kampfsystem klobig und uninnovativ
Wenig spielbare Charaktere
Ein paar Fehler in der Programmierung und der Lokalisierung
  • My Hero One’s Justice – Test zum heldenhaften Anime-Prügler
    “Alles in allem ist My Hero One’s Justice leider eher auf der enttäuschenden Seite. Das ist sehr schade, denn Potential ist hier durchaus vorhanden, was zum größten Teil der sehr guten Vorlage zu schulden ist. Das Charakterroster und die Welt von My Hero Academia bietet so viel, um daraus ein gutes Shonenspiel zu machen, doch hier wurde die Gelegenheit verpasst. Fans erfreuen sich auf der guten Darstellung einiger ihrer Lieblingscharaktere, das war es aber auch schon. Das Kampfsystem ist klobig, die Abwechslung bis auf den etwas gelungenen Missionsmodus etwas mager und das Gesamtbild des Spiels eher mager. Es ist mittlerweile vielleicht ein etwas langweiliges Beispiel, weil es immer wieder verwendet wird, aber ein perfektes Beispiel für ein gutes Shonen-Arcade-Kampfspiel ist und bleibt Dragon Ball FighterZ und daran muss sich nicht nur My Hero One’s Justice messen, sondern auch alle künftigen Shonen-Kampfspiele.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

My Hero One’s Justice ist leider nicht allzu sehr zu empfehlen. Allerhöchstens die größten My Hero Academia-Fans werden dem Spiel etwas abgewinnen können.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

1 Kommentar

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