Marvel vs Capcom Infinite

Marvel vs. Capcom Infinite – Test zum Crossover Beat’em Up

Aktuell gibt es eine große Auswahl an Beat’em Up Titeln. Angefangen mit Street Fighter über Injustice bis hin zu Tekken kann jeder einen Titel für sich finden. Nachdem das DC Universum mit Injustice 2 Nachschub erhalten hatten, bekommen jetzt auch Marvel Fans neues Material mit Marvel vs Capcom Infinite. Ob es sich bei dem Titel um den erhofften Fortschritt für die Reihe handelt, erfahrt ihr jetzt in meinem Test.

 

So eine schwache Story hätte jeden Infinity Stone gebrauchen können

Ultron Sigma hat die Welt Asgard unter seine Kontrolle gebracht und verwandelt nach und nach jeden in eine seiner Marionetten. Um ihn aufzuhalten, schließen sich die Charaktere aus dem Marvel Universum mit einer bunten Auswahl an Capcom Charakteren zusammen. Ultron hat sich zusätzlich noch die Infinity Stones geschnappt. Unter der Führung von Captain America und Chris Redfield versucht der Trupp den Einzigen zu befreien, der ihnen jetzt noch helfen kann. Thanos, der Vater von Gamora, soll dabei helfen Tony Starks Schöpfung in die Schranken zu verweisen. Auf dem Weg zu diesem Ziel foltert euch das Spiel leider mit extrem klischeebehafteten Gesprächen, selbst für eine Beat’em Up Story. Tekken bietet auch keine wirklich sinnvolle Story, aber weiß zumindest innerhalb seiner Grenzen glaubhaft zu wirken. Bei Infinite hat man leider oft den Eindruck, dass das Spiel sich selbst parodiert. Noch viel störender ist aber der Ablauf im Story Mode. Ihr bekommt einen kurzen Videoschnipsel gefolgt von einer Ladepause, dann einen Fight gefolgt von einer weiteren Ladepause und immer so weiter. Dieses Stop and Go Gameplay ist schon nach kurzer Zeit sehr schwer zu ertragen.

Marvel vs Capcom Infinite

Einige der Stages und Charaktermodelle sind sehr gut gelungen.

 

Solides Fighting auch für Neulinge

Was Marvel vs Capcom Infinite wirklich gut macht, ist die Einführung der Easy Combos. Mit diesem Feature können auch Anfänger ein Combo Feuerwerk abfeuern. Im Grunde erlaubt euch diese Funktion konstant zum Beispiel die Viereck-Taste zu drücken, bis euer Charakter automatisch eine stylishe Combo ausführt. Puristen rümpfen hier vielleicht die Nase, aber diese dürfen beruhigt sein, denn dieses Feature kann auch einfach abgeschaltet werden. Im Kern bekommt ihr hier aber solides Beat’em Up Gameplay geliefert. Punches, Kicks, Blocks und Spezialattacken sind eure Grundlage und die Einführung der Infinity Stones sorgt für ein bisschen Würze. Die Infinity Stones haben dabei unterschiedliche Fähigkeiten, die ihr aktivieren könnt, wenn sich eine entsprechende Anzeige am unteren Bildrand gefüllt hat. Der Time Stone erlaubt euch zum Beispiel hin und her zu beamen. Andere Boni umfassen mehr Schaden oder die Fähigkeit, Gegner in einem Energiefeld einzuschließen. Mit den Stones zu experimentieren macht dabei wirklich Spaß und die richtige Auswahl erweist sich in vielen Situationen als entscheidend. Wie in den Vorgängern könnt ihr in den Kämpfen euren Teampartner einwechseln und kurz auch Teammanöver aktivieren. Leider hat Infinite hier einen Schritt zurück gemacht und erlaubt jetzt nur noch Zweierteams, was den Kämpfen etwas an Dynamik nimmt. Die Charakterauswahl gibt euch dabei 30 Charaktere aus beiden Welten zur Auswahl. Dabei ist es besonders auf der Marvel Seite extrem schade, dass man im Grunde nur Charaktere findet, die bald Filme erhalten. Von den Avengers, Guardians of the Galaxy, Doctor Strange und Captain Marvel sind alle künftigen Filme abgedeckt. Leider bedeutet das aber auch das ihr auf Fanlieblinge wie Deadpool oder die X-Men verzichten müsst. Capcom punktet dagegen mit Nemesis, Mega Man und anderen bekannten Gesichtern aus Resident Evil, DMC oder Street Fighter, weniger aber mit obskuren Kandidaten wie Spencer aus Bionic Commando. Es gibt daher zwar für fast jeden Spielertyp einen passenden Charakter, aber gerade Fans dürften viel vermissen. Die Kämpfer könnt ihr dabei aber nicht nur im Story Mode erleben, sondern auch in den zu erwartenden On-/Offline Varianten des Arcade Modes, einem lokalen PvP, Ranked Mode sowie Training Mode. Durch die Story und den Arcade Mode schaltet ihr zudem neue Farbvarianten für die Fighter sowie Szenen und Videos frei, die ihr in der Galerie anschauen könnt.

Marvel vs Capcom Infinite

Das Crossover zwischen Marvel und Capcom bringt interessante Teams zusammen.

 

Wer hat diese Designs abgesegnet

Um es gleich zu sagen, die Charaktere sehen nicht alle schlecht aus. Nemesis oder Rocket Raccoon sehen toll aus, leider kann man das nicht von Charakteren wie Captain America, Chun Lie oder Thor behaupten. Thors Gesicht sieht ein wenig aus, als wäre es eingefroren, als er zu Weihnachten Socken statt Spielzeug bekommen hat. Chun Lie und Cap haben anscheinend im Fitnessstudio bei den Steroiden ordentlich zugelangt. In den Kämpfen selber überzeugen dann wenigstens die flüssigen Animationen und Effekte und auch einige der Stages wurden gut gestaltet. Die Sprecher haben mich allerdings nach kurzer Zeit schon genervt. Die mehr als übertriebene Darbietung, die hier abgeliefert wird, erinnert an die schlimmsten B-Movies der 80er Jahre.

Positiv:

Solider Fighter mit Easy Combo Mechanik für Einsteiger
Infinity Stones bringen ein interessantes Feature in die Kämpfe
Viele Modi für On- und Offline Spaß zur Auswahl

Negativ:

Story Modus bietet eine peinliche Story mit übertrieben Dialogen
Teamgröße wurde auf 2 reduziert, was Fights etwas von der Dynamik nimmt
Viele Fanlieblinge wie Wolverine oder Deadpool fehlen
Einige der Charakterdesigns sehen einfach schlecht aus
  • Marvel vs Capcom Infinite

    “In der breiten Auswahl an Beat’em Ups, die aktuell verfügbar sind, hatte Marvel vs Capcom eine gute Chance herauszustechen. Die Reihe hat schließlich eine sehr große Fangemeinde über die Jahre gewinnen können. Statt einer echten Weiterentwicklung hat Infinite aber leider einen Schritt nach vorn und einige mehr zurückgemacht. Die Einführung von Easy Combos macht diesen Teil zum Einsteigerfreundlichsten der Reiche. Wer kein Combo Gott ist, kann hier somit einige coole Moves abfeuern. Combo Meister deaktivieren die Hilfe einfach und haben so den puren Kampfspaß. Leider macht der Wechsel zurück zu einem 2v2 Kampfsystem die Fights etwas weniger dynamisch. An den eigentlichen Fights hat sich nicht viel geändert. Lediglich die Infinity Stones geben euch ein paar nette Optionen, die manchmal auch wirklich entscheidend sein können. Im Vergleich zu aktuellen Fightern auf dem Markt wirkt das System zwar solide, aber etwas flach. Der Story Mode kann das leider auch nicht wirklich retten, jeder, der schon einmal den Konkurrenten Injustice gespielt hat, wird hier nicht annähernd die gleiche Qualität vorfinden. Die Charaktermodelle sind teilweise lachhaft designt und auf Dialoge hätte man in der peinlichen Story am besten ganz verzichten sollen. Wer einen soliden Fighter sucht, kann absolut zugreifen, wer aber auf die nächste Evolution in der Marvel vs Capcom Reihe gehofft hat, wird wohl eher enttäuscht.”

    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Ein solider Fighter, der leider einige Favoriten bei den Charakteren vermissen lässt. Fans der Crossover Reihe dürfen aber durchaus zugreifen.

Marco Schmandt
räumt im Moment ordentlich in Destiny auf.
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