Life is Strange Before the Storm: Episode 3 (Die Hölle ist Leer) – Test zum Finale der Vorgeschichte

Die Geschichte von Life is Strange ist bereits schon lange erzählt, nun neigt sich auch die Vorgeschichte Before the Storm dem Ende zu. Mit der dritten und letzten Episode von Chloes Abenteuer, betitelt „Die Hölle ist leer“, wird die Geschichte von Chloes und Rachels gemeinsamen Erlebnissen zu Ende erzählt. Die letzten Fragen werden geklärt, die ganzen Emotionen werden herausgelassen und der Anschluss an Life is Strange wird geknüpft. Wir haben die letzte Episode von Before the Storm für euch getestet und klären nun, wie das Prequel als Gesamtwerk gelungen ist.

 

Alles dreht sich um Rachel Amber

Wie auch in meinem Test zu Episode 2 muss ich hier eine kleine Warnung aussprechen: Um den Inhalt von Episode 3 zu beurteilen, muss ich ein wenig auf die Geschehnisse der vorherigen beiden Episoden eingehen. Soll heißen: Eine Spoilerwarnung wird hiermit ausgesprochen an alle, die Life is Strange: Before the Storm bislang noch nicht angefangen haben. Am Ende von Episode 2 wurden wir mit einer schockierenden Wahrheit zurückgelassen. Die seltsame Frau, die Rachel und Chloe Rachels Vater haben küssen sehen, ist in Wirklichkeit Rachels biologische Mutter. Aufgrund von Drogenproblemen hat ihr Vater jedoch entschieden, sich alleine um Rachel zu kümmern. Nun möchte Sera, so der Name der Frau, ihre Tochter kennenlernen. Und auch Rachel ist nicht abgeneigt, ihre leibliche Mutter kennenzulernen, sehr zum Unmut ihres Vaters. Und so dreht sich Episode 3 größtenteils darum, die Frau ausfindig zu machen und ein Treffen zu arrangieren. Doch auch ein Drogenboss, dem Chloe und Rachel bereits in die Quere gekommen sind, hat Interesse an der Dame und ist zudem nicht so gut auf die beiden Mädchen zu sprechen. Episode 3 von Life is Strange: Before the Storm ist ein sehr emotionales, wenn auch nicht sonderlich episches Finale. Es fokussiert sich nicht so sehr auf krasse Zeitreisegeschehnisse und spannende Plot Twists wie Life is Strange, vielmehr geht es um die Beziehung der Mädchen, Rachels echt verkorkste Situation und natürlich das kriminelle Gewirr, in das sie hineinstürzen. Auch wenn die Story gut erzählt wird, so ist sie doch manchmal nicht so ganz mitreißend wie noch in den vorherigen Episoden. So entscheidet sich Chloe manchmal für Dinge, die einfach nur unverständlich sind. Zu erklären ist dies natürlich jedoch mit dem Fakt, dass es sich hier um Teenager handelt. Sie treffen nun mal oft irrationale Entscheidungen, das gehört halt dazu, nervig ist es jedoch dennoch. Alles in allem erreicht die Geschichte des Prequels nicht die Qualität von Life is Strange selbst, ist aber trotzdem mitreißend und emotional und vor allem gut erzählt. Die Qualität, die der geneigte Life is Strange-Fan erwartet, wird durchaus erreicht.

Rachel und Chloe stehen sich sehr nahe und leisten sich gegenseitig emotionalen Beistand.

 

Abwechslungsreichste Episode

Bereits zu Beginn der Episode gibt es eine etwas andere Sequenz, die wir so noch nicht gesehen haben. Wir beobachten einige Momente durch ein Fernglas, da es sich jedoch um eine Erzählung von Rachels Vater handelt, sehen wir alles etwas abstrakt. Die wichtigen Szenen sind mit Scheinwerfern beleuchtet, der Rest ist schwarz. Diese Sequenz bereitet uns darauf vor, dass es diverse Abschnitte gibt, in denen etwas neues probiert wird oder in denen wir eine Art Minispiel spielen. So reparieren wir ein Auto mit verschiedenen Werkzeugen, basteln eine improvisierte Sternentaschenlampe und spielen eine Runde D&D, wie wir es schon in der ersten Episode getan haben. Episode 3 ist sehr abwechslungsreich in seiner Erzählweise, leider gerät das sehr spaßige Widerworte-Feature damit ein wenig in den Hintergrund. Lediglich in zwei Instanzen muss Chloe sich in einem Wortgefecht durchsetzen, was schade ist, da es ein sehr interessantes und spaßiges Feature ist. Der Rest des Spiels ist altbekannt, wir erkunden die Gebiete, können uns alles genau anschauen und mit bestimmten Sachen interagieren. Ein Feature, welches in allen Episoden verfügbar ist, lässt uns übrigens vergangene Gebiete erneut besuchen. Jedoch werden Entscheidungen, die wir dort treffen, keine Auswirkungen auf unseren Spielstand haben. Es geht lediglich darum, Sachen zu finden, die man eventuell beim ersten Durchspielen nicht gefunden hat, wie die Graffiti, die Chloe mit ihrem Stift malt. So könnt ihr auch nach dem Durchspielen noch euer Tagebuch vervollständigen. Ein netter Gedanke für Sammler.

So langsam scheint die Chloe, die wir kennen und lieben, in der Prequel-Chloe durch.

 

Viele verheulte Gesichter

Wie bereits erwähnt ist Episode 3 von Life is Strange: Before the Storm eine sehr emotionale Episode, vermutlich die emotionalste von allen Dreien. Aus diesem Grund gibt es viele verheulte Gesichter zu sehen. Auch Chloes Charakter wandelt sich langsam zu der Chloe, die wir aus dem Hauptspiel kennen. So färbt sie sich einen Teil ihrer Haare blau, am Ende des Spiels ist der gesamte Schopf gefärbt. Die Story des Prequels selbst ist in sich abgeschlossen, so kann es auch von denjenigen gespielt werden, die nicht das Hauptspiel gespielt haben. Lediglich eine kleine, spoilerfreie Sequenz ganz am Ende knüpft an Life is Strange an. So hält sich Life is Strange: Before the Storm einen Platz als Standalone-Titel frei.

 

Positiv:

Gelungener Abschluss des Prequel
Szene am Ende knüpft an Hauptspiel an
Abwechslungsreiche Szenarien
Viele Emotionen

Negativ:

Widerwortfeature kommt zu selten zum Vorschein
Manche von Chloes Entscheidungen fragwürdig
Storytechnisch nicht die volle Tragweite des Hauptspiels
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    “Life is Strange: Before the Storm ist alleinstehend ein sehr gutes Spiel, als Prequel für Life is Strange ist es jedoch besonders herausragend. Niemand dachte, dass ein Prequel notwendig sei, doch Before the Storm erzählt Chloes Geschichte so glaubwürdig und emotional und das alles ohne Zeitreisefirlefanz. Es hat einige Schwächen, zum einen, dass man bei einem Prequel das endgültige Schicksal der Charaktere bereits kennt, zum anderen manche Entscheidungen seitens Chloe, die nicht sehr nachvollziehbar sind. Doch als Gesamtpaket kann Before the Storm durchaus begeistern und ist sowohl ein toller Zusatz für Fans als auch ein spielenswerter Titel für Neulinge.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Für Fans von Life is Strange ist das Prequel Before the Storm ein Muss, aber auch Neulinge können sich das Spiel mal anschauen. Vielleicht findet sich ja der Reiz, dannach auch das Hauptspiel zu spielen.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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