EA Sports UFC 3 – Test zur ultimativen Kampfsportsimulation

Mit UFC 3 schickt Publisher Electronic Arts seinen bereits dritten Ableger zur populären Mix Martial Arts Kampfsportliga in den Handel. Der zweite Ableger ist bereits vor zwei Jahren erschienen und seitdem hat sich der Sport verändert. Viele neue Stars kämpften sich nach oben, neue Champions wurden gekrönt und Legenden traten ab. Das macht sich auch auf den Cover bereits bemerkbar, denn nun ist nur noch der wohl bekannteste UFC Star Conor McGregor abgebildet. Eben jener dürfte mittlerweile auch Leuten bekannt sein, denen UFC sonst kein Begriff ist. Doch nicht nur der Sport hat sich seit dem letztem UFC Ableger verändert. Nein, auch das Spiel kommt mit einer Vielzahl an Änderungen daher. Ob die Änderungen und Neuerungen sinnvoll sind und ob UFC 3 ein gutes Spiel geworden ist, erfahrt ihr in unserem Test zu UFC 3.

 

Der steinige Weg in die UFC

Wie bereits im letzten Ableger gibt es auch im neuen UFC Teil wieder einen Karrieremodus. Bei diesem kann man sich wie gewohnt entweder einen eigenen Kämpfer erstellen oder einen vorgefertigten auswählen. Will man sich einen neuen UFC Star erstellen, kann man eine Vielzahl an Möglichkeiten einstellen. Angefangen beim Aussehen, bei dem man etliche Einstellungen wie Kopf, Körperbau, Haare, Körperbehaarung, Gesichtsform etc. bis ins kleinste Detail einstellen kann. Auch ob man eine Frau oder einen Mann spielen möchte, kann man hier festlegen. Doch die wohl wichtigste Sache ist die Gewichtsklasse, in der man antreten möchte. Denn es gibt mit (Strohgewicht Frauen, Bantamgewicht Frauen, Fliegengewicht, Bantamgewicht Männer, Federgewicht, Leichtgewicht, Weltergewicht, Mittelgewicht, Halbschwergewicht und Schwergewicht) alle Gewichtsklassen, die man auch aus der Realität kennt. Zusätzlich wählt man noch seinen präferierten Kampfstil aus. Gerade hier sollte man sich genau überlegen, welchen man auswählt, da jeder Kampfstil andere Stärken und Schwächen besitzt und sich deshalb auch anders spielt. Bei den Kampfstilen hat man die Wahl zwischen Striker, Schläger, Ausgewogen, Grappler und Submissionspezialist. Hat man seinen künftigen UFC Star erstellt geht die Karriere auch sofort los. Dabei startet man nicht direkt in der UFC, sondern in einer unteren Liga. In dieser muss man sich erst einmal  die Sporen verdienen und die Aufmerksamkeit von UFC Präsident Dana White auf sich ziehen. So wählt man zu Beginn seinen erstes Kampfangebot, welches allerdings einige Wochen später stattfindet, aus. Denn nun kommt ein Aspekt ins Spiel, dem in den vorherigen Teilen keine große Aufmerksamkeit geschenkt wurde: das Training und Social Media Leben. Denn je nachdem in wie vielen Wochen der Kampf stattfindet, kann man diese Zeit für Training nutzen oder mit seinen Fans verbringen. Jede Woche hat man dabei 100 Wochenpunkte, die man verbrauchen kann. Nun kann ich entscheiden, ob ich diese ins Training investiere und die Werte des Kämpfers steigere, einen Sparringkampf wähle und so die mögliche Taktik des kommenden Gegners erlerne, mich mit einem Trainingspartner in den Ring stelle und so neue Perks und Moves erlerne oder verschiedene Promo und Social Media Aktivitäten veranstalte und so den Kampfhype und meine Fananzahl steigere. Denn beides ist wichtig, denn je höher der Kampfhype und die Anzahl der Fans, desto mehr Einnahmen generiert man. Und Geld ist auch in UFC 3 wichtig, denn je mehr Geld ich verdiene umso besser die Fitnessclubs, denen man beitreten kann.  Eben diese sind extrem wichtig, denn diese sind zum Teil auf einen Kampfstil spezialisiert und man lernt deshalb, nur bei bestimmten die passenden Moves für seinen Kampfstil. So steigt man immer weiter in der UFC auf und wird allmählich zum Champion. Insgesamt ist die Karriere für ein Sportspiel überaus gelungen und ein Fortschritt zum letzten Ableger. Denn gerade mit dem Training und den Social Media Aktivitäten kann man viel herumexperimentieren und sich seinen Kämpfer so basteln, wie man es möchte.

UFC 3

In der Karriere kann man eigene Kämpfer erstellen oder wie hier vorgefertigte wie Bruce Lee übernehmen.

 

Abwechslung und Gameplay

Neben dem Karrieremodus gibt es den, aus anderen EA Sports Spielen bekannten, Ultimate Team Modus. Jedoch passt dieser überhaupt nicht ins Spiel und wirkt ziemlich aufgesetzt. In diesem Modus kann man durch Kartenpacks verschiedene Objekte wie Kämpfer, Moves, Verträge etc. erwerben und sie miteinander kombinieren. Wer einmal ein Ultimate Team Modus in einem der anderen EA Sports Spiele gesehen hat, wird auch hier sofort zurechtkommen. Jedoch macht solch ein Modus in einem Teamsport mehr Sinn, als in einem Kampfspiel. Neben dem Karrieremodus und dem Ultimate Team Modus gibt es noch diverse Kampfmodi. Neben dem zu erwarteten “Jetzt Kämpfen, bei dem man einfach zwei Kämpfer auswählt und gegeneinander antritt gibt es mit Knockout, Stand and Bag und Submission Showdown noch weitere. Bei Knockout hat jeder der beiden Kämpfer eine Leiste, die mit Kopftreffern stetig weiter sinkt. Ist die Leiste des Gegners komplett leer, hat man eine Runde gewonnen. Den Kampf gewinnt man, indem man drei Runden gewinnt. Bei Stand and Bag sind Ringen und Bodenkampf verboten und man kann lediglich Schläge und Tritte verwenden. Bei Submission Showdown ist es genau anders herum. Da sind Schläge und Tritte verboten und man muss durch Aufgabegriffe gewinnen. Da jeder Modus andere Aspekte des Spiels vertritt, eignen diese sich besonders um die Kernelemente zu trainieren. Bei der Steuerung hat sich im Vergleich zum Vorgänger recht wenig verändert. Noch immer ist jede Taste einem Körperteil zugeordnet. Bei der Playstation 4 sind es zum Beispiel X und Viereck für die Tritte mit jeweils dem linken und rechten Fuß, Kreis und Dreieck für Schläge mit der jeweils rechten und linken Faust. Mit den Schultertasten kann man seine Schläge variieren und so gnadenlose Kombos ausführen. Vollkommen überarbeitet wurde der defensive Aspekt des Spiels. Denn nun kann man seine Kopfneigung besser kontrollieren und so gegnerischen Angriffen besser ausweichen, blocken und kontern. Im Stand machen die Kämpfe ordentlich Laune und fühlen sich dank des Feedbacks und der Präsentation überaus gelungen an. Geht der Kampf jedoch zum Boden, verliert das Spiel an Punkte. Der Bodenkampf war bereits in den letzten beiden Ablegern ein negativer Punkt, den EA in diesem nicht verbessert hat. So weiß man auch hier, trotz der umfangreichen Tutorials, nie genau, was zu tun ist.  Denn man erhält nie ein vernünftiges Feedback vom Spiel und die verschiedenen Begriffe wie Sprawl oder Full Mount werden unzureichend erklärt. Auch das der Gegner auf dem Boden deutlich weniger Ausdauer, als man selbst verliert, ist nicht gerade ausgewogen. Wer jedoch bisher kein UFC Spiel gespielt und auch sonst recht wenig Erfahrung in diesem Genre hat, dürfte sich zu Beginn etwas überfordert fühlen. Denn obwohl die Steuerung recht einfach ist, sind die verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten überaus komplex. So erfordert es erst mal, einiges an Übung sich an die Möglichkeiten zu gewöhnen und sich eine Taktik im Ring zu erarbeiten. Denn wer einfach dauerhaft Schläge und Tritte austeilt und nicht auf seine Ausdauer achtet, wird zwar nicht in der ersten Runde verlieren aber spätestens, wenn dann in der dritten Runde die Ausdauer ausgeht. So muss jeder Schlag und Tritt wohl überlegt sein und wenn man ihn ausführt, sollte dieser auch am besten treffen. Denn jeder Konter des Gegners kann zum KO führen.

UFC 3

UFC Stars wie hier Conor McGregor lassen sich auf den ersten Blick erkennen.

 

Kämpfe wie aus dem TV

Eine der größten Stärken eines jeden EA Sports Spiel ist die Präsentation des Sports. Sei es in FIFA, NBA, Madden oder hier in UFC. Die Kämpfe werden nahezu TV reif präsentiert und wirken somit wie eine TV-Übertragung. Angefangen bei den Einmärschen der Kämpfer über die Atmosphäre in der Arena oder die Soundkulisse bei den Kämpfen. Selten wurde ein UFC Kampf so atmosphärisch und authentisch in ein Spiel übertragen. Dazu trägt auch die überaus authentische Darstellung der Kämpfer bei. Das Roster des Spiels umfasst über 100 verschiedene Kämpfer aus der UFC. Dabei sind neben den aktuellen Stars wie Conor McGregor, Ronda Rousey oder Daniel Cormier auch Legenden wie Bruce Lee vertreten. Egal um welchen Kämpfer es sich handelt, im Spiel kann man die Kämpfer nicht nur an der originalgetreuen Darstellung erkennen, sondern auch an den markanten Bewegungen oder Moves, die sie im Ring einsetzen. Des Weiteren sieht UFC 3 grafisch verdammt gut aus. Während des Kampfes hat man gar nicht die Zeit alle Details anzuschauen. Doch gerade in den Wiederholungen kann man die ganzen kleinen Schweiß- und Blutstropfen die sich während des Kampfes bilden erkennen. Wie sich die Muskeln bei einem Schlag anspannen oder wie das Gesicht bei einem Treffer deformiert wird, lässt sich ebenfalls sehr gut erkennen. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Kommentatoren verbessert. So sorgt der UFC Kommentator Joe Rogan für eine gelungene Atmosphäre. Eine Atmosphäre, welche die deutschen Kommentatoren nicht ganz erzeugen können. Wer dem Englischen mächtig ist, sollte deshalb im Optionsmenü auf die amerikanischen Originalstimmen wechseln.

 

Positiv:

Gelungene Präsentation die keine Wünsche offen lässt
Umfangreiche Kämpferauswahl mit etlichen UFC Stars
Komplexe Steuerung mit etlichen Schlag- , Wurf-, Tritt- und Griffvariationen
Gelungener Karrieremodus mit starkem Trainings und Social Media Aspekt.

Negativ:

Bodenkampf unnötig kompliziert und unverständlich
Ultimate Team Modus passt nicht zum Spiel und wirkt somit aufgesetzt
Deutsche Kommentatoren etwas zu unmotiviert, amerikanische deutlich stimmiger
  • EA Sports UFC 3 – Test zur ultimativen Kampfsportsimulation
    “Mit UFC 3 ist EA wohl der beste Ableger der Reihe geglückt. Selten sahen und fühlten sich die Kämpfe so atmosphärisch und spaßig an wie in diesem. Herzstück des Spiels ist zweifelsohne der Karrieremodus. Es macht einfach Spaß mit seinem eigenen oder realen Star die UFC Stück für Stück zu erobern. Besonders der Trainingsaspekt sorgt für eine Menge Abwechslung, da man immer am Überlegen ist, worauf man diese Woche setzen soll. Will ich lieber weiter trainieren oder den Kampfhype und meine Fananzahl steigern? Insgesamt ist allein der Karrieremodus der Beste aus den mittlerweile drei Ablegern. Jedoch hat das Spiel immer noch die gleichen Schwächen wie die letzten Teile. So wirkt der Ultimate Team Modus weiterhin aufgesetzt und zum anderen ist der Bodenkampf immer noch zu kompliziert. Auch könnten Einsteiger mit der komplexen Steuerung zu Beginn etwas überfordert sein. Wer damit jedoch kein Problem hat und UFC Fan ist, sollte definitiv mal einen Blick wagen. “
    Kevin Kreisel, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Fans von UFC die schon immer ein Spiel haben wollten indem sie die Kämpfe um Conor McGregor un Ronda Rousey nachspielen wollten. Kommen um UFC 3 wohl nicht herum. Ein schwieriger Einstieg und eine zunächst komplexe Steuerung könnten Einsteiger zu Beginn jedoch überfordern.

Kevin Kreisel
Geschrieben von
Ehemaliger Redakteur von NAT-Games.de

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