Dungeons 3 – Test zum dämonischen Kerkerbau

Dungeons 3 – Test zum dämonischen Kerkerbau

Fast 20 Jahre nach dem Vorreiter für Dungeon Spiele “Dungeon Keeper 2” erscheint der neuste Teil der erfolgreichen Dungeon-Reihe “Dungeons 3”. Dungeons 3 vereint Fantasy-Echtzeit-Strategie mit dämonischen Aspekten und steht dem Klassiker aus den 90ern in nichts nach. Wir haben uns in die dämonischen Kerker gewagt und uns als das ultimative Böse versucht – ob und wie wir uns geschlagen haben, erfahrt ihr in diesem Test.

 

Im Anschluss an Dungeons 2

Wie schon in den Teilen davor, schlüpfen wir in die Rolle des Bösen schlecht hin und bauen unter der Erde den effektivsten Dungeon, den die Welt je gesehen hat. Wenn wir uns da nicht zu viel vorgenommen haben! In Dungeons 3 verkriechen wir uns allerdings nicht nur unter der Erde, wir steigen auch hinauf an die Oberfläche und verbreiten Angst unter den Lebenden. Zeitlich starten wir ca. am Ende von Dungeons 2 und da uns nach dem letzten Sieg über das Gute schrecklich langweilig ist, machen wir uns wieder an die Arbeit, um einem neuen Kontinent das Fürchten zu lehren. Leider leider leider, sind unsere Untergebenen nicht wirklich die Besten und versagen. Jetzt schenken wir unser Vertrauen der Dunkelelfin Thalya. Sie ist Tochter des Königs Thanos, der im Herzen zwar zu uns Bösen gehört, aber von seinem Stiefvater auf den “hellen” Weg geführt wurde. Immerhin ist uns Thalya treu ergeben, wird so zu unserer rechten Hand und führt unsere Truppen an. Unsere Dunkelelfin stellt in Dungeons 3 einen wichtigen Punkt dar und erhält auch einen großen Anteil an Kampagnen im Spiel. Insgesamt kämpfen wir uns mit Thalya durch zwanzig Missionen, die am Ende darin münden, dass wir Thanos das Zeitliche segnen lassen.

Kannst du den erfolgreichste Dungeon erbauen?

 

Baue den furchteinflössendsten Dungeon, den die Welt je gesehen hat

Dungeons 3 läuft im Grund wie sein Vorgänger ab, unsere Hauptarbeit zu Beginn des Spiel ist es, einen unterirdischen Dungeon aufzubauen. Dies passiert mittels Blockarbeit, das heißt unser Baubereich ist in ein Raster aufgeteilt und wir bauen unser Reich Block für Block auf. Haben wir einen Bereich markiert und diesem ein “Gebäude” zugewiesen, gehen unsere Diener, besser bekannt als Schnodderlinge, an die Arbeit. Unsere Schnodderlinge sind nicht nur für das Bauen unseres Dungeons zuständig, sie sammeln während des Bauens auch das gefundene Gold für uns auf. Was für fleißige Kerlchen. Gold und Bosheit sind die beiden wichtigsten Ressourcen im Spiel. Aber so fleißig unsere Diener auch sind, sie können nicht rund um die Uhr ackern, daher müssen wir auch Ruheräume für sie erbauen. Ebenfalls wollen die Diener verköstigt werden und so ist eine Guru Guru Farm eine perfekte Lösung, um alle Untergebenen zufrieden zu stellen. Glückliche Diener sind eben fleißige Diener und während unsere bösen kleinen Helferlein glücklich sind, haben wir unsere unglücklichen Gefangenen des Dungeons in den Kerkern. Warten wir lange genug, werden aus ihnen nach dem Tod willenlose Skelette. Aber die Menschen einfach zu verhungern lassen, wäre langweilig. Also bauen wir auch Folterkammern, in denen die Sukkuben die gefangenen Helden quälen, bis sie auf die Seite des Bösen wechseln. Im Großen und Ganzen läuft Dungeons 3 deutlich flüssiger als der Vorgänger, so erleichtert die überarbeitete Benutzeroberfläche den kompletten Spielablauf. Aber auch die Diener verrichten ihre Arbeit um einiges schneller, was vor allem beim Gold stark spürbar ist. Auch das nachträgliche überarbeiten der Räume empfand ich nun als deutlich besser. Man konnte die Schnodderlinge im Nachhinein anweisen, neue Gänge anzulegen oder Wände zu verschieben, sodass man falsch kalkulierte Räume beispielsweise vergrößern kann. Zusätzlich erhielt auch das Spiel-Interface ein Update, die entscheidenden Buttons für Fallen, Kreaturen und Räume finden sich schnell am linken Bildschirmrand. Wem die voreingestellten Schaltflächen nicht zusagen, kann diese natürlich umlegen und neu platzieren. Im Gesamten betrachtet wirkt der Aufbau für die Dungeonerstellung deutlich strukturierter und leichter zu verinnerlichen. Dadurch sind mir erstmals die liebevoll animierten Diener ins Auge gestochen. Es macht unglaublich Spaß, den kleinen Schnodderlingen beim Tragen der Kisten zuzusehen und sie ab und zu zu ärgern, indem man die ordentlich aufgetürmten Kisten umwirft. Wir müssen unserem Ruf als das ultimative Böse schließlich gerecht werden!

Nehme Punkte an der Oberfläche ein und erhöhe so deine Bosheit.

 

Segen und Fluch zugleich

Der neue Forschungsbaum ist sowohl Segen und Fluch zugleich. Er löst die alten und nervigen Forschungsmenüs ab, sorgt aber nach einiger Zeit durch stupide gleiche Gebäude und Einheiten für Langeweile. Hier wäre etwas mehr Abwechslung sehr wünschenswert. Allerdings werden die Forschungsaufträge nun automatisch erledigt und auch unsere Diener wurden in ihren Aufgaben etwas entlastet. Was bedeutet, dass wir sie – so böse wie wir eben sind – aber auch öfter für andere Aufgaben einsetzen können. Neben dem Bauen neuer Gebäude oder dem Vergrößern unseres Dungeons schicken wir einen Teil unserer Diener natürlich auch an die Oberfläche. Dort verbreiten sie in unserem Namen Chaos und Schrecken. Sollten die menschlichen Helden doch mal zu weit ins Innere unseres Dungeons vordringen, können wir unsere Monster mittels “Teleport” zurück in den Dungeon holen. An der Oberfläche tauchen wir in die Tiefen der Echtzeit Strategie ein, denn hier werden die Einheiten von uns kontrolliert und angewiesen. So können wir Dörfer abbrennen und wichtige Orte einnehmen und sie zu Abbildern unserer Unterwelt umwandeln. Je mehr Orte wir in unser Abbild verwandeln, umso mehr Bosheit sammeln wir an. Je mehr Bosheit wir ansammeln, umso höher unser Gruppenlimit – sprich: umso mehr Einheiten haben wir. Aber auch zum Erschließen neuer Räume für unseren Dungeon wird Bosheit benötigt, daher sollte man beim Ausgeben dieser Ressource vorsichtig sein und wohl überlegt handeln.

Kämpfe dich mit deinen Einheiten durch die Welt und hinterlasse Zerstörung.

 

Sind die Gags ausgelutscht?

Wir immer gibt es unglaublich viele – quasi schon pausenlose Kommentare – die man ins Ohr geflüstert bekommt. Der Humor der Dungeons-Reihe ist ganz speziell, entweder man liebt oder man hasst ihn. Ich für meinen Teil empfand die Gags in Dungeons 3 leider deutlich unlustiger als in den Teilen zuvor. Mit Monty Arnold gibt es eine alte Konstante zu den Vorgängern, doch leider wirken viele Monologe einfach nur aufgesetzt und erzwungen. Ob es an den teilweise zu langen Monologen geschuldet ist – oder ob es nach bereits zwei Vorgängern zu abgedroschen wirkt – kann ich nicht sagen. Zwar bringt der neue Charakter von Thalya im Spielablauf frischen Wind ins Spiel, aber vor allem ihre Dialoge empfand ich als sehr anstrengend. Immerhin sind die Missionen abwechslungsreich gestaltet, auch wenn der Fokus hier stehts auf Dunkelelfin Thalya liegt. Besonders spannend fand ich hier die Missionen, die man tatsächlich ohne Dungeon meistern musste. Der Großteil aller Missionen spielt sich natürlich an der Oberwelt ab, immerhin verbringen wir allein beim Aufbau und Betreuen unseres Dungeons unglaublich Zeit unter der Erde. Damit dem Spieler nichts von der schön gestalteten Menschenwelt entgeht, gibt es hier umso mehr zu tun. Besonders viel Spaß macht dabei zuzusehen, wie sich die schöne Welt nach und nach in ein Abbild des Bösen verwandelt. Während man unter der Erde seiner Kreativität beim Dungeonbau freien Lauf lassen kann, fehlt dieser Aspekt an der Oberfläche leider gänzlich. Ja, natürlich steuern wir hier unsere Einheiten und können Dörfer zerstören, aber unser volles Machtpotenzial können wir hier leider nicht demonstrieren. Das wäre eine schöne Alternative zum eigentlichen Dungeonbau, das nach der dritten “Runde” irgendwann eintönig wird.

 

Positiv:

Überarbeitetes Menü sorgt für reibungsloseren Spielablauf
Liebevoll gestaltete Spieleinheiten wie die Schnodderlinge
Abwechslung in der Story durch Dunkelelfe Thalya
Übersichtlicher Fähigkeiten-Baum
Eine 20 Missionen lange Kampagne
Ein gelungenes und farbenfrohes Design

Negativ:

Teilweise schwächelnde Story mit monotonen Abschnitten
Teilweise zu abgedroschene/ausgelutschte Sprüche
Im Duell-Modus kann man nicht gegen andere Dungeon-Bauer antreten
Kämpfe teilweise einfach zu unübersichtlich und hektisch
  • Dungeons 3 – Test zum dämonischen Kerkerbau

    “Durch das überarbeite System und Interface erleichtert Dungeons 3 besonders den Spieleinstieg im Vergleich zum Vorgänger. Der Spielablauf und das Bauen des Dungeons sind dadurch vereinfacht und verbessert worden. Auch bei der Story, vor allem aber bei den abwechslungsreichen Missionen, sammelt das Spiel Pluspunkte. Die Gestaltung und Animation der kleinen Kreaturen und das gelungene farbenfrohe Design sind in Dungeons 3 ein wahres Highlight. Doch leider stellt sich besonders beim Dungeonbau nach einiger Zeit Monotonie ein, hier fehlt es an abwechslungsreichen Herausforderungen.  Aber das alles wurde leider von den misslungenen und viel, viel zu langen Witzen übertroffen. Wie bereits erwähnt, ist dieser Humor Geschmacksache, doch wo ich in Dungeons 2 noch gut mitlachen konnte, umso anstrengender empfand ich den Humor in diesem Teil. “

    Anna Jahn, Redakteurin

Ab in die Sammlung?

Fans der Reihe werden beim Kauf von Dungeons 3 keinen Fehler machen. Auch Neueinsteiger haben durch die Überarbeitung einen guten Einstieg erhalten und dürften sehr schnell den Dreh raus haben. Wer den Humor der Dungeons-Reihe allerdings bisher nicht teilen konnte, dürfte sehr schnell unzufrieden bei Teil 3 sein. Im Ganzen betrachtet ist Dungeons 3 allerdings ein gelungenes Fantasy-Echtzeit-Strategie-Spiel, das zahlreiche Stunden Spielspaß mit sich bringt.

Anna Jahn
... auf der Suche nach Magie, Einhörnern und Co ;-)
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