Digimon Story: Cyber Sleuth Hackers Memory – Test zum Digimon Déjà-vu

Im Jahr 2015 kam Digimon Story Cyber Sleuth für PS4 und PS Vita auf den Markt und brachte die Digimon Marke wieder in den Blick der Gamergemeinde. Das JRPG konnte uns damals auch im Test überzeugen, nicht zuletzt dank der guten Story und Langzeitmotivation. Mit Digimon Story Cyber Sleuth Hackers Memory gibt es jetzt ein Sequel mit einem neuen Charakter. Aber genau hier liegt ein Problem, denn dieses “Sequel” benutzt viele Elemente seines Vorgängers und spielt sogar während dessen Handlung. Wir haben uns Hackers Memory angeschaut und verraten euch jetzt, wie viel Sequel hier tatsächlich drin steckt.

 

Die andere Seite der Geschichte

Ihr schlüpft in die Rolle des jungen Keisuke Amazawa, dessen digitale Identität gestohlen und für kriminelle Zwecke missbraucht wurde. Da die digitale Identität in dieser Zeit extrem wichtig ist und Keisukes Freunde ihn für einen Hacker halten, wenden sich diese von ihm ab. Geschlagen geben will sich Keisuke aber nicht und so beginnt er im Cyberspace auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Hier macht er dann auch Bekanntschaft mit den Mitgliedern der Hackergruppe Hudie, die ihn bei sich aufnehmen und zu einem von ihnen machen wollen. Mit jedem Auftrag, den die Gruppe annimmt, werden die seltsamen Vorgänge in der digitalen Welt von EDEN immer deutlicher. Seltsame Kreaturen erscheinen und fressen die Accounts von Usern und unbekannte Hacker scheinen ebenso ihr Unwesen zu treiben. Immer wieder kreuzt ihr dabei die Wege mit Charakteren aus dem Vorgänger, die gerade auf ihrer Seite der Handlung die seltsamen Vorgänge untersuchen. Für Spieler des Vorgängers sind insbesondere diese Momente recht spaßig. Die neuen Charaktere wie Keisukes Begleiterin Erika sind dabei unterhaltsam und haben alle ihre eigenen Hintergründe und Motivationen. Auch in Sachen Umfang gibt es nichts zu meckern, denn die Story unterhält euch wieder etwa 60 bis 70 Stunden lang.

Digimon Story Cyber Sleuth Hackers Memory

Neben vielen Orten aus dem Vorgänger, erwarten euch auch jede Menge bekannte Gesichter.

 

Solide (kopierte) Basis ohne viel Neues

In Sachen Gameplay hat sich fast gar nichts getan im Vergleich zum Vorgänger. Ihr folgt in jedem der achtzehn Kapitel dem gleichen Fluss von kurzem Storysetup, gefolgt von Fetchquests und anderen Nebenmissionen, bevor man wieder die Story aufgreift. Manche der Aufträge bieten euch witzige Momente oder bringen neue Verknüpfungen mit der Handlung des Vorgängers. Viel öfter jedoch wirken die Aufträge repetitiv und strecken die Spielzeit eher unnötig, wer Cyber Sleuth gespielt hat, kennt dieses Problem. Am Kampfsystem hat sich ebenso wenig geändert. Auf euren Streifzügen durch die digitale Welt von EDEN und Kowloon trefft ihr auf zufällige Digimon, die ihr dann in Runden basierten Kämpfen besiegen müsst. Jedes Mal scannt ihr eure Gegner zu Beginn und ab 100% Scanfortschritt könnt ihr diese Digimon dann selbst für eure Sammlung generieren. Zwischendurch stattet ihr dem Digi Lab einen Besuch ab, wo euch ein bekanntes Gesicht erwartet und euch Zugang zu einigen wichtigen Funktionen bereitstellt. Hier könnt ihr eure Digimon heilen, auf Inseln trainieren lassen, neue Digimon generieren oder digitieren sowie Online Matches starten oder in bekannten Dungeons leveln. Diesmal könnt ihr 340 Digimon sammeln statt der 249 zuvor. Das einzige neue Feature sind die Domination Battles, in denen ihr euch auf einem Grid befindet und um Dominanz auf dem Feld kämpfen müsst. Jedes eroberte Feld gibt euch einen Punkt und habt ihr die Punktevorgabe erreicht habt ihr gewonnen. Leider bedienen sich die Kämpfe hier auch der üblichen Formel. Eine neue Mechanik hätte hier für frischen Wind sorgen können.

Digimon Story Cyber Sleuth Hackers Memory

Am soliden Kampfsystem hat sich nichts geändert. Ein paar neue Kniffe wären nett gewesen.

 

Das habe ich wirklich alles schon gesehen

Wenn man Sequel hört, sollte man eigentlich annehmen, dass sich die Entwickler ein neues Spiel von Grund auf gebaut haben. Nicht so hier. Von der ersten Minute an fühlt es sich so an, als würde man den Vorgänger spielen. Im Verlauf ändert sich das auch nicht sondern verstärkt sich noch weiter. Insbesondere im Fall von EDEN ist das ein echtes Problem, denn besonders abwechslungsreich war dieses Levelset nie wirklich mit seinem charakteristischen Blau. Man hat sich keinerlei Mühe gegeben neue Areale zu erstellen und so besucht ihr die exakt gleichen Maps. Wenn Hackers Memory euer erstes Digimon Story ist, ist das vielleicht kein Problem, für alle anderen ist es das gleiche Spiel, in dem sie schon 70 Stunden verbracht haben. Wie zuvor gibt es auch nur den japanischen Originalton mit Untertiteln. Puristen (wie ich) werden diese Option bevorzugen, viele andere Spieler hätten eine Lokalisierung aber mit Sicherheit begrüßt.

 

Positiv:

Sehr umfangreiche Story mit etwa 60 - 70 Stunden Spielzeit und 340 Digimon zum Sammeln
Die neuen Charaktere sind unterhaltsam und haben eigene Persönlichkeiten
Das Kampfsystem ist überaus solide und auch gut für Einsteiger geeignet

Negativ:

Extrem viele Orte und Assets wurden recycelt
Bis auf Domination Battles gibt es keine neuen Mechaniken
Wer nicht auf japanische Vertonung steht, wird hier keine Wahl haben und muss Untertitel lesen
  • Digimon Story Cyber Sleuth Hackers Memory nat-games-wallpaper-logo
    “Es ist etwas schwer, in Digimon Story Cyber Sleuth Hackers Memory ein echtes Sequel zu sehen. Im Grunde spielt ihr das gleiche Spiel nur aus einer anderen Perspektive und mit einem anderen Protagonisten. Mal abgesehen von den neuen Digimon und den neuen Charakteren, recycelt man hier fast 100% der Assests des Vorgängers. Dadurch, dass man schon im Vorgänger mehr als 70 Stunden lang diese Assets gesehen hat und diese jetzt wieder sieht, fühlt es sich etwas zu vertraut an für ein “Sequel”. Immerhin bedient sich das Sequel aber bei einem wirklich guten Vorgänger, was bedeutet, dass ihr ein solides Runden basiertes Rollenspiel mit unterhaltsamer Story bekommt. Noch immer motiviert die Jagd nach den digitalen Monstern und die Story treibt euch immer weiter voran. Wer also über das recycelte Setting und nervige kleine Fetchquests hinwegsehen kann, bekommt ein wirklich sehr gutes JRPG im Digimon Universum. Spieler des Vorgängers bekommen sogar immer wieder, bekannt Gesichter zu sehen.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wer ein solides und spaßiges JRPG sucht ist auch mit dem “Sequel” wieder gut bedient. Allerdings gibt es nicht viel Neues.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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