Darksiders: Warmastered Edition – Test zum aufpolierten Spiel mit Krieg

Vor knapp sechs Jahren erschien mit Darksiders ein kleiner Überraschungshit. Mit Krieg zog damals der erste Apokalyptische Reiter los. Nach zwei Jahren folgte ihm sein Bruder Tod mit der Fortsetzung. Doch für den damaligen Publisher THQ kam der Erfolg von Darksiders zu spät. Denn etwa ein halbes Jahr nachdem der zweite Teil erschien, schloss der Publisher seine Pforten. Mittlerweile liegen die Rechte bei THQ Nordic. Nun erschien mit der Warmastered Edition von Darksiders eine Remaster Edition des beliebten Action Adventure. Wir haben uns die Playstation 4 Fassung genauer angeschaut und verraten euch, ob sich ein zweiter Blick lohnt.

 

Krieg zieht in die Schlacht!

Als einer der vier Apokalyptischen Reiter hat Krieg genug zu tun. Die Welt von Darksiders ist ein Schauplatz, in der ein Kampf zwischen Gut und Böse herrscht. Auf der einen Seite sind die bis auf die Zähne bewaffneten Engel auf der anderen die finsteren Dämonen der Hölle. In diesem Konflikt werden die vier Apokalyptischen Reiter nur gerufen, wenn die Kacke ordentlich am Dampfen ist. Normal gibt es zwei Wege einen der Apokalyptischen Ritter zu rufen. Entweder man bricht das ominöse „Siebte Siegel“ oder die Dämonen und Engel halten sich nicht an den Pakt, worauf der Feurige Rat einen der Reiter losschickt. Doch eines Tages wird Krieg gerufen.  Schnell wird klar, dass keiner der beiden Fälle eingetreten ist. Umso überraschter ist Krieg als er sich ohne sein apokalyptisches Pferd  Ruin und seine drei Mitstreiter in einer amerikanischen Metropole der Gegenwart wiederfindet.  Noch fragwürdiger wird es, als Krieg feststellt, dass ihm alle seinen Fähigkeiten abhandengekommen sind. Schließlich steht der ratlose Krieg dem Erzdämon Straga gegenüber. In diesem Kampf verliert Krieg sein Leben. Der Feurige Rat belebt ihn nach 100 Jahren wieder und beschuldigt ihn, anstatt die Apokalypse abzuwenden, sie eingeleitet zu haben. Doch Krieg kann diese Beschuldigung nicht auf sich sitzen lassen. Er will den Schuldigen finden und dieses Komplott gegen ihn aufklären. Entweder das oder er stirbt bei dem Versuch. Mit dieser Prämisse beginnt eine abenteuerliche Reise. Bei dem, der Krieg zwischen den Dämonen und Engel thematisiert wird. Dabei versteht es das Spiel die verschiedenen Parteien gut zu beleuchten und spielt mit den Erwartungen. Denn im Spiel gibt es keine Schwarz Weiß Zeichnungen. Beide Seiten haben Dreck am Stecken und Geheimnisse, die es aufzudecken gilt. Durch die religiösen Themen baut das Spiel Erwartungen auf und spielt mit den Assoziationen, die man hat. Denn weder sind die Engel die gutmütigen Wesen, für die man sie auf den ersten Blick hält, noch sind die Dämonen die bösen finsteren Gestalten. So erzeugt Darksiders eine spannende Situation, bei der man nie weiß, wem man trauen kann.

In Darksiders begeistern vor allem die gelungenen Bosskämpfe.

 

Krieg kriegt nicht genug!

Aus spielerische Sicht erinnert Darksiders an eine Mischung aus Hack’n Slay Titel wie God of War und Action Adventure Titel wie Zelda. Die ersten Stunden des Spiels bringen einem wie gewohnt die Grundlagen des Spieles bei.  Zu Beginn gibt es geradlinige Action mit einem anspruchslosen Schwierigkeitsgrad.  Dabei geht das Kampfsystem leicht von der Hand. Mit simplen Kombos reiht man Angriff an Angriff aneinander. Dabei gibt es lediglich eine Taste für einen Schwertangriff und einen für die sehenswerten Finisher. Die Schwertangriffe reichen dabei, um leichte Gegner zu eliminieren. Stärkere Gegner müssen erst durch Angriffe geschwächt werden und können dann mit einem Finisher ausgelöscht werden. Jedoch wirkt das Kampfsystem nach über sechs Jahren ein wenig anspruchslos. Da haben in der jüngeren Vergangenheit etliche Spiele den Standard in dem Genre höher gelegt. Daher wirkt das Kampfsystem mittlerweile etwas altbacken.  Im Laufe der Spielstunden wird das Spiel offener und der Action-Adventure Anteil des Spiels wird stärker. So nimmt Darksiders ab dem ersten Bosskampf immer mehr an Fahrt auf und ein Höhepunkt folgt dem anderen. Dabei kommen im Spiel stets in den richtigen Momenten neue Elemente hinzu.  Nach und nach erhält man zum Beispiel mit der Sense und dem Nahkampfhandschuhe sinnvolle Sekundärwaffen hinzu.  Allerdings machen diese Waffen das Kampfsystem nicht anspruchsvoller. Die neuen Waffen gestalten viel mehr die zahlreichen Kämpfe abwechslungsreicher. Erfreulich dabei ist, dass jede Waffe über ein eigenes Erfahrungssystem verfügt. Die Waffen verbessert man, indem man Gegner besiegt. Je öfter man im Kampf eine der Waffen einsetzt, desto stärker wird sie. Dabei werden die Waffen nicht nur mächtiger, sondern werden auch mit neuen Angriffen erweitert. Im Laufe des Spiels erhält Krieg immer mehr von seinen alten Fähigkeiten zurück.  So erhält er im Verlauf seinen Klingenbumerang und seinen Wurfhaken, mit dem er über Abgründe schwingen oder entfernte Objekte zu sich heran ziehen kann, hinzu.  Diese Fähigkeiten sind jetzt nicht gerade innovativ, lockern aber das Gameplay ungemein auf. Ab der Hälfte des Spiels erhält Krieg sein Pferd Ruin zurück. Mit diesem kann er weite Strecken zurücklegen und Gegner bekämpfen. Allerdings ist hier die Steuerung etwas nervig. So ist der Kampf vom Rücken des Pferdes aus etwas fummelig geraten. Dadurch, dass Ruin nicht springen kann, sind selbst kleinste Stufen ein ärgerliches Hindernis. In diesen Fällen muss man erst vom Pferd absteigen, selbst über die Stufe oder das Hindernis springen und Ruin neu beschwören.  Mit jeder neuen Fähigkeit, die Krieg im Spielverkauf erhält, werden neue Gebiete in den verschiedenen Arealen freigeschaltet.  So erkundet man freudig alle Gebiete und schaut sich nach neuen Wegen und Geheimnissen um.

Das Kampfsystem bietet einfache Kost.

 

Leichte technische Verbesserungen.

Darksiders setzte, als es vor knapp sechs Jahren erschien auf einen zeitlos wirkenden Comicstil. Diese Entscheidung kommt heute in der Warmaster Edition gut zur Geltung. Denn optisch sieht man das Spiel zwar die sechs Jahre an.  Dennoch punktet das Spiel mit knalligen kräftigen Farben und durch schöne Kontraste. Wodurch Darksiders auch heute noch sehenswert wirkt.  Bei der Deathinitive Edition von Darksiders 2 hat THQ Nordic, das deutsche Studio von Kaiko für die Restaurierung angeheuert.  Dieses Studio wurde ebenfalls bei der Überarbeitung von Darksiders beauftragt, wovon das Spiel profitiert. Wie schon bei der Überarbeitung der Fortsetzung ist auch die Remaster Edition sehr gelungen. Neben einer besseren Auflösung, die im Vergleich zur Ursprungsfassung verdoppelt wurde, läuft Darksiders nun mit stabilen 60 FPS. Zusätzlich wurden die Effekte überarbeitet, wodurch unter anderem die feiner aufgelösten Schatten profitieren. Die Ursprungsfassung von Darksiders litt vor sechs Jahren unter auffallendem Tearing. In der Warmaster Edition ist davon nix mehr festzustellen. Des Weiteren läuft das Spiel nun in einer nativen 1080p Auflösung. Auf der Playstation 4 Pro ist zudem eine 4K Auflösung möglich.  Lobenswert ist auch die deutsche Vertonung. Die Synchronsprecher passen zu den Charakteren und klingen stets emotional und authentisch. Ein Tick besser hingegen ist die englische Synchro. Diese punktet vor allem mit namhaften Sprechern wie Mark Hamill. Ebenfalls gelungen ist der Soundtrack. Der gelungene orchestrale Soundtrack kommt aus der Feder des God of War Komponisten Cris Velasco und Mike Reagan.  So kommt es nicht von ungefähr, dass der Soundtrack von Darksiders öfters auch an diese Spielereihe erinnert.

Positiv:

Spielwelt lädt zum Entdecken ein
Viele technische Verbesserungen (60FPS, 1080p, bessere Texturen etc.)
Spannende Geschichte mit religiösem Setting
Zeitloser Comicstil
Orchestraler Soundtrack
Waffen mit Erfahrungssystem laden zum Experimentieren ein
Spannende Bosskämpfe
Viele Rätsel

Negativ:

Schwacher Einstieg
Anspruchsloses Kampfsystem
Steuerung auf dem Pferd
Finisher nutzen sich mit der Zeit ab
  • Darksiders: Warmastered Edition – Test zum aufpolierten Spiel mit Krieg
    “Sechs Jahre ist es her, seitdem Darksiders das Licht der Welt erblickte. Sechs Jahre in denen, in der Gaming Branche viele Innovationen und Features hervor gingen. So lässt es sich nicht vermeiden, dass sich Darksiders in dem einen oder anderen Punkt etwas altbacken anfühlt. Zwar liefert das Spiel einen eher schwachen Einstieg, steigert sich aber mit jeder Spielstunde umso mehr. Auch das Kampfsystem ist etwas anspruchslos und wenig fordernd. Die Finisher, die anfangs noch hübsch anzuschauen sind, nutzen sich mit der Zeit stark ab. Nichtsdestotrotz bietet die Warmaster Edition eine perfekte Gelegenheit, das Spiel wieder oder neu zu erleben. Denn das Spiel hat viele Punkte, die auch heute auf der Playstation 4 und Xbox One begeistern. Sei es das gelungene Leveldesign oder der zeitlose Comiclook. Darksiders bietet eine gelungene Alternative im Action Adventure Genre. Wer an Spielen wie der Zelda Reihen oder God of War findet und mit dem religiösen Setting Gefallen findet, der sollte ein Blick riskieren. Zumal das Spiel mit ca. 20 Euro ein gutes Preis Leistungs Verhältnis bietet. Zwar lässt sich generell über den Sinn und Unsinn einer Remaster Edition streiten.  Die Warmaster Edition von Darksiders bietet viele technische Verbesserungen, die für eine gelungene Umsetzung sprechen.”
    Kevin Kreisel, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wem das Action-Adventure Genre gefällt und mit Remaster Editionen anfangen kann, der sollte definitiv die Darksiders – Warmastered Edition in Betracht ziehen. Wer allerdings mit dem Genre nix am Hut hat oder bereits Darksiders auf der letzten Konsolengeneration gespielt hat, der kann diese Remaster Edition links liegen lassen.

Kevin Kreisel
Geschrieben von
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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