Carcassonne – Test zur Versoftung des Brettspiels auf Nintendo Switch

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Hans im Glück Schmidt Spiele 48279 Carcassonne, Big Box 2017
  • Carcassonne Spiel des Jahres 2001
  • Einsteigerset
  • Grundspiel und 11 Erweiterungen
  • Ab 7 Jahre
  • 2 bis 6 Spieler

Releasedatum: 06. Dezember 2018

Genre: Brettspiel

USK: ab 0 Jahren freigegeben

Publisher: Asmodee Digital

Plattformen: PC, Nintendo Switch 

Wir hier bei NAT-Games mögen nicht nur Videospiele, sondern auch ganz klassische, analoge Brettspiele. Nicht umsonst waren Jasmin und ich auf der Spiel’17 in Essen, von der wir für euch berichtet haben. Natürlich ist es klar, dass es einige Brettspiele auch als Videospiele auf die Konsolen und den PC schaffen, erst kürzlich haben wir für euch Monopoly für die Switch getestet. In diesem Test schauen wir uns einen anderen Klassiker der Brettspielszene an: Carcassonne.

 

Ihr baut die Spielwelt

In Carcassonne geht es darum, mit Kärtchen das Spielfeld nach und nach aufzubauen und mit dem Platzieren von Männchen Punkte zu machen. Auf einer Karte sind Wiesen, Straßen, Klöster, Gärten, Flüsse und Städte abgebildet, Variationen und Mischungen gibt es viele unterschiedliche. Man kann eine Karte nur so anlegen, wie sie passt, sprich Straße an Straße, Stadtteil an Stadtteil usw. Wenn eine Straße oder eine Stadt abgeschlossen ist, erhält der Spieler, der dort Männchen platziert hat, Punkte in Höhe der Länge der Straße oder der Größe der Stadt. Klöster bringen Punkte, wenn sie von 8 Karten umringt sind, Gärten ebenso. Hat ein Männchen Punkte erzielt, bekommt sein Spieler es auf die Hand zurück. Männchen, die auf einer Wiese platziert werden, bleiben das Spiel über dort und machen erst am Ende Punkte, je nachdem, wie viele fertige Städte an die Wiese angrenzen. Das Spiel geht so lange, bis alle Karten aufgebraucht sind. Dann werden noch unfertige Objekte berechnet, die eben erwähnten Wiesen bringen noch ihre Punkte und dann gewinnt der Spiele mit den meisten Punkten. Carcassonne ist einfach zu erlernen, simpel zu spielen und macht doch eine Menge Spaß.

Das Spielfeld ist immer recht übersichtlich.

 

Unrealistische Hilfsmittel

Die Versoftung von Carcassonne macht alles richtig, was das Spielgefühl und die Umsetzung der Brettspielversion angeht. Der Ablauf einer Partie funktioniert einwandfrei, die Punkte werden in Echtzeit automatisch mitgezählt und auch die Abläufe laufen genauso ab wie in der echten Version des Spiels. Allerdings ist dennoch etwas anders: Es gibt viele Hilfsmittel, die so nicht möglich wären. Da könnt ihr euch zum Beispiel immer anschauen, welche Karten noch nicht gespielt worden und wenn ihr mögt, dementsprechend planen. Wenn man nicht gerade ein fotografisches Gedächtnis hat, dann kann man sich so etwas beim Spielen des Brettspiels nicht merken. Zusätzlich werden euch tote Felder angezeigt, also Felder, für die keine passenden Karten mehr verfügbar sind. Alles in allem bietet die Switch-Version Vorteile und Hilfsmittel, die zwar in einer echten Partie unrealistisch sind, aber dennoch das Spielgefühl nicht schmälern, sondern eher erweitern. Apropos erweitern, zwei Erweiterungen von Carcassonne sind auch mit dabei. Da gibt es zum Einen den Abt, der in Klöstern und Gärten platziert werden kann. Diesen könnt ihr bei eurem nächsten Zug zurück auf die Hand nehmen und seine Punkte sofort kassieren, wenn ihr stattdessen kein Männchen spielt. Die zweite Erweiterung ist der Fluss. Hier werden zuerst Karten gespielt, auf dem auch ein Fluss fließt. Dieser trennt das Spielfeld schon zu Beginn ein wenig auf und macht den Anfang des Spiels ein wenig linearer. Anders als auf dem PC sind die beiden Erweiterungen bereits im Preis von 19,99€ enthalten und freigeschaltet. Einzig der DLC “Wirtshäuser und Kathedrahlen” muss mit 6,99€ noch einmal nachgekauft werden.

Liefert euch spannende Partien mit Spielern aus aller Welt.

 

Echter Tisch oder virtueller Tisch?

Wenn man Carcassonne schon als Videospiel umsetzt, dann hätte man auch durchaus ein wenig an der Präsentation arbeiten können. Es gibt keine Abwechslung, ihr spielt immer auf einem Holztisch, die Karten sehen so aus, wie sie auch in echt aussehen. Das mag den ein oder anderen vielleicht nicht stören, aber eine etwas aufgepeppte Optik wäre doch ganz nett gewesen. Ein gutes Beispiel ist hier wieder Monopoly für die Switch, auf der es lebendige Spielbretter gab. Die Spielfläche von Carcassonne wirkt dagegen öde. Öde ist für manche vielleicht genau richtig, denn eine Partie Carcassonne auf der Switch zu spielen ist echt beruhigend, nicht zuletzt durch den Soundtrack. Hier klingen euch sanfte Töne ins Ohr, man kann es aber auch eher ausschalten und etwas nebenher laufen lassen wie Musik, Youtubevideos etc.. Für die Nintendo Switch wurde der Online-Multiplayer gestrichen. Warum die Entwickler dies taten kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wer will denn mit seinen Freunden lokal ein Brettspiel auf einer Spielekonsole spielen? Eine extrem enttäuschende Entscheidung. Nach ersten Angaben der Entwickler will dieser den Online-Modus aber 2019 plattformübergreifend nachreichen. Naja. Immerhin können an einer Konsole 4 Personen dank der Joy-Cons gegeneinander antreten. Dies ist für eine Zugfahrt mit Freunden sicherlich ganz nett, für den Spieleabend greift man dann aber doch eher auf die klassische Brettspiel-Variante. Alternativ steht natürlich auch die Computer-KI zur Verfügung. Beide Varianten sind im Handheld- und TV-Modus spielbar. Per Pass-and-Play sind sogar bis zu sechs Spieler gleichzeitig möglich.

 

Positiv:

Ein Klassiker der Brettspielszene
Viele zusätzliche Spielhilfen
Zwei Erweiterungen bereits im Preis enthalten
Beruhigende Wirkung

Negativ:

Kein Online-Multiplayer
Zu wenig zu tun
Keine abwechslungsreiche Optik
Hätte mehr Erweiterungen geben können
  • Carcassonne
    “Carcassonne ist simpel, vielleicht etwas zu simpel gestaltet, aber funktioniert genauso wie das echte Spiel und macht Spaß (was aber eher an den Regeln von Carcassonne liegt). Warum man sich dagegen entschied, die Switch-Version mit Online-Multiplayer ins Rennen zu schicken, ist richtig schade. Immerhin haben es im Vergleich zum PC die beiden Erweiterungen direkt ins Spiel geschafft und müssen nicht mehr umständlich freigeschaltet oder erworben werden. Somit ist die Versoftung von Carcassonne für den Offlinebereich gelungen, es wäre aber auch einen Ticken mehr drin gewesen.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Anmerkung zum Test: Da sich im Vergleich zur PC-Version nicht allzu viel geändert hat, haben wir unseren Test aus dem Dezember 2017 erneut als Textgrundlage genommen.

Ab in die Sammlung?

Wenn ihr schon Brettspiele auf den Konsolen spielen wollt, greift bei Carcassonne bitte nur zur PC-Version. Diese bietet euch wenigstens einen Online-Modus.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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