Bulletstorm: Full Clip Edition – Test zur verrückt spaßigen Shooter-Rache

Wir schreiben das Jahr 2011, nehmen Electronic Arts als Publisher und lassen Entwickler People Can Fly den verrückten, brutalen und zugleich spaßigen Shooter Bulletstorm entwickeln. Damals wurde der Titel auf PC, PS3 und Xbox 360 in einer stark zensierten Fassung veröffentlicht. Es wurde so stark geschnitten, dass einige Tester eine schlechtere Wertung für den sonst recht guten Titel vergaben. Nun erschien das Spiel in seiner ursprünglichen Fassung mit einer frischen Optik und dem guten alten Duke Nukem. Wie die Full Clip Edition wirklich geworden ist, lest ihr in unserem Test.

 

Rachefeldzug mit Humor

An der Story wurde nichts geändert: Wir schlüpfen in die Rolle von Grayson Hunt, der mit seiner Elitetruppe Dead Echo im Auftrag von General Sarrano Morde für die Regierung ausführte. Als Weltraumpirat hat man eine Menge zu tun und deshalb fiel es dem Trupp nicht auf, dass sie statt Massenmördern und Sklavenhändlern Reporter töteten. Diese hatten nämlich Beweise für Sarranos Korruption. Doch wie es der Zufall nun mal so will, findet Grayson bei einem seiner Aufträge heraus, was er über Jahre getan hat und schwört Rache. Etliche Jahre später trifft die Crew zufälligerweise auf das Raumschiff von Sarrano. Kurzerhand entscheidet Grayson anzugreifen, was für beide Parteien in einer Bruchlandung auf dem Planeten Stygia endet. Früher war der Ort ein Urlaubsparadies für Familien, was man während des Spielverlaufes anhand der zahlreichen Resorts und Gebäude erkennen kann. Die damaligen Arbeiter sind mittlerweile verstrahlt, irre Mutanten und waffengeile Bewohner herrschen über das Land. Die Story ist keine Stärke des Spieles und bietet kaum interessante Überraschungen, stattdessen ist sie voller Klischees und bahnbrechender Witze mit teils sehr schwarzem Humor. Einzig ein kleiner Cliffhanger am Ende des Spieles bringt Hoffnung auf einen zweiten Teil. Grayson hat immer einen Spruch auf Lager und lässt es, ähnlich wie Duke Nukem, einfach raushängen. Stichwort Duke Nukem: Für alle Vorbesteller gab es die Duke Nukem Bulletstorm Tour kostenfrei als Download. Alle anderen müssen diesen Inhalt für etwa 5€ im Store nachkaufen – dämlich! Hierbei wird Grayson durch Duke ersetzt, inklusive originaler Vertonung von Jon St. John. Blöde ist allerdings, dass es vermehrt vorkommt, dass der Duke beispielsweise als Grayson angesprochen wird. Immerhin ist es eine nette Dreingabe für Fans, auf ein neues Dukespiel hoffen wir trotzdem.

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Ruhige Momente sucht man in Bulletstorm vergebens.

 

Skill Baby, Skill!

Das spannendste und wichtigste Gameplayelement in Bulletstorm ist das Skillshot-System. Dies war zugleich auch der Hauptgrund für die damalige Indizierung. Denn je spektakulärer man seine Gegner zu Brei matscht – ja so kann man es durchaus auch im Spiel erledigen – desto mehr Punkte erhält man. Ein durchaus motivierendes Belohnungssystem, welches sich auch auf die Trophäen auswirkt. Mehr Punkte bringen auch mehr Waffen, bessere Munition und Upgrades. Diese können an verschiedenen Standorten in den jeweiligen Arealen über ein Terminal gekauft werden. Mit Hilfe der Gravitations-Peitsche können die Gegner herangezogen werden, was sie gleichzeitig verlangsamt. Alternativ können sie dadurch auch in bestimmte, gleichzeitig tödliche Gegenstände geschleudert werden. Denn wie eingangs erwähnt spielt die Kreativität eine große Rolle. Eine Übersicht im Menü zeigt einem dabei, welche Möglichkeiten man hat, um gut Punkte zu bekommen. Einfaches Abschießen ist dabei eher nicht hilfreich. Stattdessen schleudern wir die Gegner lieber in stachelige Kakteen, in Stromkästen oder in Minen. Letztere ist besonders für ganze Truppen oder Horden sinnvoll, denn auch die Anzahl der Gegner mit einem Abschuss wird belohnt. Dabei fließt natürlich ordentlich Blut und die Gewalt wird ebenfalls sehr detailliert dargestellt. Optional lässt sich dies aber im Menü ausschalten. Jede Waffe im Spiel bietet zudem eigene Skills, welche wiederum neue Killmöglichkeiten ins Geschehen bringen.

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Die schönen Landschaften aus dem ehemaligen Urlaubsparadies sind noch immer leicht erkennbar.

 

Ordentliche Umsetzung

Bulletstorm sieht auch heute noch richtig gut aus. Besonders das Leveldesign ist richtiger Wahnsinn. Immer wieder stoßen wir auf neue Orte, die abwechslungsreicher nicht sein könnten. Da der ehemalige Ferienplanet natürlich vieles für die Gäste zu bieten haben musste, stoßen wir während unserer Suche nach Sarrano auf zahlreiche touristische Plätze. Zum einen geht es in die Hafenstadt, dann erkunden wir einen Vergnügungspark und schießen uns durch Wolkenkratzer. Richtige Bosskämpfe gibt es zwar ab und an, diese kommen aber eindeutig zu selten und zu unspektakulär vor. Da bringt es auch nichts, dass der drei Meter große Mutant uns durch eine Miniaturwelt jagt. Immerhin gibt es solche kleinen Momente im Spiel. In der Überarbeitung für die aktuelle Konsolengeneration haben die Macher gute Arbeit geleistet. Für die PlayStation 4 Pro gibt es eine 4K Auflösung, für alle anderen gelten neuere Texturen, bessere Soundeffekte, die nun deutlich breiter und kräftiger klingen und hier und da ein paar optische Verbesserungen. Die stets flüssigen Ballereien können aber mit aktuelleren Titeln nicht mithalten. Das Spiel ist nicht zu stark gealtert. Neben der verbesserten Technik gibt es auch noch einen neuen Spielmodus, der bereits zu Beginn alle Waffen und Skills freigeschaltet hat. Außerdem wurden alle DLCs in die Full Clip Edition integriert und der Multiplayer zurückgeholt.

 

Positiv:

Frisches Gameplay mit Skillsystem, welches man individuell nutzen kann
Abwechslungsreiche Umgebungen und tolles Leveldesign
Humorvolle Charaktere, die immer einen Spruch auf den Lippen haben und so die sonst recht öde Story lebendiger machen
Noch immer eine tolle Optik und ein krasser Soundtrack

Negativ:

Extrem hoher Anschaffungspreis für ein Remaster und ohne den Duke (dieser kostet 5€ extra!!)
Das Spiel endet mit einem Cliffhanger
Der Multiplayer ist erneut eher Nebensache und bietet nur einen Spielmodus
  • Gearbox Bulletstorm Full Clip Edition
    “Bulletstorm ist ein brachialer Shooter, den man unbedingt als Genre-Fan gespielt haben muss. Das Skillsystem macht das Gameplay auf die eigene Art und Weise spannend und dank des grandiosen Leveldesigns gibt es eine krasse Abwechslung. Doch auch wenn das Spiel eine Menge Spaß macht und frischen Wind ins Genre brachte, sind 60€ für ein Remaster extrem viel. Die Tatsache, dass es nur ein paar neue Grafiken gibt und alle Inhalte zusammengefasst wurden, reichen meiner Meinung nicht dafür aus, erneut so viel Geld auf den Tresen zu legen. Dazu kommt, dass man den Duke extra bezahlen muss und die Story nach etwa zehn Stunden auch schon wieder vorbei ist. Hier hätten es maximal 40€ auch getan – dann aber mit Duke Nukem! Ich hoffe noch immer auf einen Nachfolger, der mit neuen Skillideen erneut für Aufsehen sorgen könnte.”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur

Ab in die Sammlung?

Ein richtig cooler Shooter, der dank des eigenen Skillsystems neue Maßstäbe setzt. Wegen des hohen Preises eher etwas für Spieler, die den Titel noch nicht kennen.

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
hofft stillgeheim, dass er als "neuer Stefan Raab" eine Show wie TV Total zurückbringt und moderiert.

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