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Blackwood Crossing – Test zur narrativen Zugreise

Bereits zur gamescom und auch zur Betaphase war es uns vergönnt, das aus dem Studio PaperSeven stammende Spiel Blackwood Crossing zu testen. Das Spiel dreht sich um ein verwaistes Geschwisterpaar, deren Beziehung näher beleuchtet wird. Allerdings fielen uns hierbei diverse Spielefehler sowohl mit Tastatur als auch mit dem Controller auf. Ob die Spielefehler zum Release behoben sind und was uns für Abenteuer in Finnland erwarteten, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Die Zugreise beginnt

Für alle, die unsere Angespielts zu Blackwood Crossing nicht gelesen haben, gibt es hier noch mal eine kurze Zusammenfassung der Story. Das Spiel handelt vom Geschwisterpaar Scarlett und Finn. Während der kleine Finn noch in seiner kindlichen Phase steckt, reift Scarlett langsam zu einem Teenager heran. Somit verändert sich die Beziehung der beiden zueinander, denn Scarlett lernt beispielsweise ihren aktuellen Freund kennen und beschäftigt sich dementsprechend nicht mehr so intensiv mit ihrem Bruder. Für Spielen bleibt keine Zeit mehr und so fühlt sich Finn alleine gelassen, denn auch die Eltern der beiden sind so früh verstorben, dass Finn sich nicht einmal mehr an ihre Gesichter erinnern kann. Ein zentrales Element im Spiel ist die Zugreise, die sich als Ausgeburt von Finns Fantasie entpuppt. Plötzlich wächst das ehemalige Baumhaus der beiden aus dem Nichts empor und Scarlett muss nach einem Passwort suchen, um Zutritt zum Baumhaus zu bekommen. An anderer Stelle strandet Scarlett auf einer Insel, die Finn liebevoll Finnland getauft hat und einem idyllischen Paradies ähnelt. Auch die Großeltern und wichtige Personen aus Finns Alltag sind mit an Bord, allerdings ist jeder mit einer Maske versehen, die die Person aus Sicht von Finn zeigt. Die Eltern beispielsweise haben starke Löwenmasken, während Finns Klassenkamerad, der sich als Mobber von Finn entpuppt, mit einer Schweinemaske ausgestattet ist. Das ganze Geschehen erlebt ihr aus der Sicht von Scarlett, die ihr durch Finns Fantasien steuern müsst. Dabei könnt ihr in Dialogen mit eurem Bruder bestimmen, ob ihr in einem herrischen, sanften oder sarkastischen Ton mit eurem Bruder reden wollt. Wirkliche Auswirkungen auf das Spiel hat dies jedoch nicht.

Wer sich wohl hinter den Masken verbirgt?

 

Emotional ein Genuss

Das Gameplay von Blackwood Crossing ist ziemlich simpel. Ihr könnt euch via Tastatur oder Controller lediglich bewegen und Gegenstände anklicken, um mit ihnen zu interagieren. Dabei führen euch simple Rätsel durch das Spiel, die allerdings nicht immer direkt durchschaubar sind. Oft musste ich wie wild hin- und herklicken, bis ich den richtigen Punkt zum Interagieren gefunden habe. Auch die Rätsel als solche boten kaum Abwechslung: Ihr müsst die wichtigen Personen aus Finns Leben in der richtigen Reihenfolge ansprechen, da sie wohl miteinander zu reden scheinen. Tut ihr das, lösen sich Barrieren auf und ihr könnt zum nächsten Abschnitt vordringen. Insgesamt seid ihr dabei nur 2-3 Stunden beschäftigt, je nachdem, wie schnell ihr den nächsten Interaktionspunkt findet. Doch diese Spielstunden lohnen sich! Es geht bei Blackwood Crossing nicht um das Gameplay, sondern um die Geschichte. Mit bedrückender Musik und stimmigen Lichteffekten wird die tragische Geschichte um das Geschwisterpaar erzählt. Die beklemmende und traurige Atmosphäre im Spiel sorgt auch bei einem Selbst für eine depressive Stimmung. Dabei gibt es einige Höhepunkte im Spiel, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde. Doch gerade das Ende kommt unerwartet und trifft einen mitten ins Herz. Bei mir sind zum Schluss sogar ein paar Tränchen gekullert, da das Geschwisterpaar einem wirklich ans Herz wächst. Das Spiel belohnt die emotionale Zugreise sogar mit einem eigenen Song, der wirklich zu Tränen rührt. Allerdings lässt das Spiel einige Fragen offen und bietet generell viel Platz für Interpretationsmöglichkeiten. Was hat es mit dem weißen Hasen zu tun? Wieso kann man, wenn man das Spiel nach dem ersten Durchspielen fortsetzt, eine Löwenmaske im Zug betrachten?

Mit Feuer spielt man nicht! Doch in diesem Falle machen wir eine Ausnahme.

 

Viele Verbesserungen gegenüber der Beta-Phase

Zur Betaphase sind uns besonders die vielen Spielefehler aufgefallen. Egal, ob ich mit Tastatur oder Controller gespielt habe, im finalen Spiel sind mir diesmal überhaupt keine Bugs mehr aufgefallen! Es scheint, als wurden alle merkbaren Spielefehler behoben. Zudem sind mir mehr Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung aufgefallen, generell wirkt das Spiel im Gegensatz zur Betaphase überarbeitet. Die Barrieren bestehen nicht mehr aus einem schwarzen Klumpen, sondern sind gefüllt mit Luftblasen und Schmetterlingen. Die Körper, die den Angehörigen von Finn gehören, zittern nun auch mehr und wirken verschwommen. Eben so, wie man sich eine Erinnerung aus der Vergangenheit vorstellt. Auch die Animationen wirken flüssiger und die langen Ladezeiten gehören der Vergangenheit an. Hier sieht man, was Entwickler in kürzester Zeit aus einem Spiel zaubern können. Allerdings gibt es trotzdem kleine Kritikpunkte, die bleiben. Ihr habt nur einen Speicherstand, den ihr entweder fortsetzen oder neu starten könnt. Im Spiel selbst gibt es nur Autosaves, manuelles Speichern sucht ihr hier vergebens. Falls ihr ein Spiel neu laden müsst, verliert ihr alle Items aus dem Inventar. Somit gehen euch mögliche Interaktionen verloren. Ob dieser Verlust Einfluss auf das Achievement hat, dass ihr alle weißen Plüschhasen im Spiel sammeln müsst, kann ich euch nicht sagen. Vielleicht ist mir doch der eine oder andere Hase entgangen. Allerdings sind dies nur kleine Mängel, die das Spielgeschehen nicht beeinflussen.

 

Positiv:

Wunderschön erzählte Geschichte um das Geschwisterpaar Scarlett und Finn
Dramatisches Ende, bei dem ein paar Tränchen gekullert sind
Tolle Effekte durch Licht und Musik
Viele Spielefehler aus der Beta sind behoben worden

Negativ:

Viel zu leichte Rätsel, die nicht fordern
Leider mit 2-3 Stunden Spielzeit knapp bemessen
Nur ein Spielstand mit festgelegten Autosaves
  • blackwood crossing

    „Blackwood Crossing hat uns auf eine emotionale Zugreise mitgenommen, deren Endstation ein tragisches Ende war. Gameplay technisch ist das Spiel zwar kein Highlight, doch die zwei Stunden sind gefüllt mit erzählerischen Stilmitteln und passender Musik und Lichtstimmung, die das Spiel zu einer Geschichte machen, deren Ausgang man nicht verpassen darf. Für das kleine Geld lohnt sich der Indie-Titel allemal, doch Action-Fans und Gamer, die ein Herz aus Stein haben, sollten hier besser die Finger davon lassen. Alle anderen, die sich gerne in Geschichten eintauchen und auch die Beziehung zwischen dem Geschwisterpaar nachvollziehen können oder erleben wollen, sind mit dem Spiel bestens beraten.“

    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Lohnt sich die Zugreise?

Gamer, die nicht auf Schnulzen stehen und einen Indie-Titel erleben wolle, der eine dramatische Geschichte schön präsentieren kann, sind hiermit gut bedient. Alle Action-Fans und Rätselfüchse sollten sich den Kauf zweimal überlegen.

Jasmin Paskuda
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!
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