Battleborn – Test zu Gearboxs MOBA-Hit

Das MOBA-Genre war lange Zeit nur ein PC Phänomen. Unzählige PC Spieler schlagen sich Stunden um Stunden die Nächte in League of Legends und Dota 2 um die Ohren. Konsolenbesitzer hatten zu der Zeit kaum die Gelegenheit in die taktischen Schlachten eines MOBAs einzutauchen. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses Genre auf den Konsolen Einzug hält. Denn mit Smite, Gigantic, Paragon und Battleborn sind schon oder erscheinen in nächster Zeit Shooter, mit starkem MOBA Anteil für die Xbox One oder die Playstation 4. Nun erscheint mit Battleborn das neue Werk von Gearbox, den Borderlands Entwicklern, für Playstation 4, Xbox One und dem PC. Ob das Spiel das Zeug dazu hat das League of Legends auf den Konsolen zu werden, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Irrwitzige Helden

Entwickler Gearbox konnte bereits mit Borderlands einen der beliebtesten Koop Shooter der letzten Jahre entwickeln. Einige der Punkte die Borderlands so beliebt machten, waren der Schwarze Humor, das witzige Charakterdesign, die bunte Cel-Shading Grafik und die schnelle Action. Das neue Werk Battleborn setzt genau wie Borderlands ebenfalls auf eben jene Punkte und packt diese in ein MOBA Gewand. Doch auch eine eigenständige Kampagne wurde dem Spiel spendiert. Diese kann man mit jedem der 25 verschiedenen Charaktere, sowohl einzeln als auch im Koop mit Freunden bestreiten. Jeder von den Helden spielt sich unterschiedlich und hat andere Fähigkeiten, die sie von den anderen Helden unterscheidet und eine Rolle im Team zuweist. Zum einen gibt es da den Soldaten Oscar Mike, der mit seinem vollautomatischen Gewehr die Gegnerreihen unter Beschuss nimmt. Dann gibt es noch den Adler Mike, der mit einem Raketenwerfer ausgestattet ist oder der laufende Pilz Mikko, der mit seinen Heilfähigkeit befreundete Helden heilen kann. Für jede Gelegenheit und Spielertyp lassen sich mehrere Helden finden. Man muss sich auch in mehrere Helden einspielen, da in den Fünfer Teams jeweils nur einmal derselbe Held ausgewählt werden kann. Nimmt ein Kollege zum Beispiel Oskar Mike, dann kann ich diesen nicht noch mal auswählen. Zu Beginn sind allerdings noch nicht alle 25 Helden freigeschaltet. Vielmehr schaltet man diese nach und nach frei, indem man bestimmte Challenges erfüllt. Diese Challenges, wie zum Beispiel 50 Assists, lassen sich allerdings schnell erfüllen. Andere Helden schaltet man frei, indem man im Kommandorang (der übergreifende Charakterlevel) aufsteigt oder die Kampagne bewältigt. Die Kampagne dient eher als langes Tutorial, in der man die Fähigkeiten der Helden testen kann. Die insgesamt acht, jeweils rund 40 Minuten langen Missionen, kann man wahlweise alleine oder mit bis zu vier Mitspielern auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen spielen. In den Missionen ballert man sich größtenteils durch diverse optisch abwechslungsreiche Schlauchlevels und muss in diesen verschiedene Aufgaben erfüllen. So muss man KI Begleiter eskortieren, ein Reaktorkern beschützen oder alle Gegner eliminieren. In den Missionen hat man nur eine bestimmte Anzahl an Leben, sind diese verbraucht muss man die Mission von vorne beginnen. Dies ist zum Teil recht frustrierend, da es keine Checkpoints gibt. Ist man dann zum Beispiel beim Endboss der Mission und verbraucht sein letztes Leben, muss man die letzten 40 Minuten von vorne beginnen. Spielt man die Kampagne Online, hat zum einen den Nachteil, dass man keine der Missionen direkt auswählen kann. Zu Beginn einer jeden Runde kann man aus drei Missionen eine auswählen. Immerhin stehen die Missionen storytechnisch für sich, wodurch man diese auch so gut verfolgen kann, auch wenn diese nicht in der gedachten Reihenfolge bewältigt werden. Wer die Missionen alleine spielen möchte, hat den Nachteil das diese als Einzelperson zu schwer sind. Das liegt zum einen an den Helden, da einige wie der Pilzling Miko nur in einer Gruppe funktioniert und zum anderen da die Missionen auf Koop ausgelegt sind. An sich mangelt es der Story jedoch an Höhepunkten und an packenden Inhalten. Vielmehr ballert man sich durch die Gebiete, während ein NPC den einen oder anderen witzigen Spruch lässt. Ein weiterer Grund die Kampagne, vor allem die höheren Schwierigkeitsgrade, zu spielen sind die Belohnungen. In den Missionen sammelt man Gegenstände und Credits. Ab Stufe drei kann man seine Helden mit Gegenständen ausrüsten, die einem wiederum mit besseren Boni ausstatten.

Jede Mission wird mit einer stylischen Comic Zwischensequenz eingeführt.

Jede Mission wird mit einer stylischen Comic Zwischensequenz eingeführt.

 

Taktische Duelle

Doch Kernstück von Battleborn ist der Onlinemodus. In drei verschiedenen Modi misst man sich mit gleich gesinnten in packenden 5 vs 5 Matches. Die drei Spielmodi sind “Capture”, “Überfall” und “Schmelze”. Capture ist hierbei für MOBA Neulinge der vertrauteste. Denn dieser ist eine Mischung aus den bekannten Modi “Domination” und “Deathmatch”. Auf der Karte sind drei Punkte verteilt, die das Team einnehmen muss. Je nachdem wie viele der drei Bereiche das Team besitzt, erhält man eine gewisse Anzahl an Punkten. Das Team, welches zuerst das Punktelimit erreicht gewinnt, die Runde. “Schmelze” ist von drei Modi der originellste. In diesem muss man seine KI Schergen möglichst ohne Verluste in eine Schrottpresse begleiten. Zeitgleich muss man jedoch die feindlichen KI Einheiten daran hindern, in die eigene Schrotpresse zu geraten. Das Team, welches zuerst eine gewisse Anzahl an Schergen verschrotten kann, hat die Runde gewonnen. Kernstück des Spiels ist jedoch der dritte Spielmode “Überfall”. Dieser Modus kommt dem bekannten MOBA Prinzip aus League of Legend oder DOTA 2 am nahesten. In diesem Modus muss man sich in die gegnerische Basis kämpfen und dort die zwei feindlichen Wächterbots eliminieren. Hier kommt es vor allem auf gute Teamarbeit an, denn die Wächterbots besitzen starke Schilde und können sich durch eine starke Bewaffnung auch recht gut selbst verteidigen. Jedoch halten sie einem kombinierten Angriff durch Helden und Schergen nicht lange stand. Wiederum muss man auch zeitgleich den Gegner daran hindern, die eigenen Wächterbots zu zerstören. So muss man im Team die koordinierten Angriffe gut timen und zusammen mit seinen Schergen den Wächterbot angreifen. Des Weiteren sind auf jeder der Karten Splitter verteilt. Diese Währung lässt sich einsammeln. Mit dieser kann man dann diverse Türme bauen, die Gegner angreifen oder befreundete Helden und Einheiten heilen können. Mit den Splittern lassen sich dann auch die Ausrüstungsgegenstände, die man im Laufe der Kampagne erhält oder durch Credits kaufen kann aktivieren. Die Boni, die man mit seiner Ausrüstung aktivieren lassen kann, können diverse Attribute wie schnellere Schildregeneration, mehr Leben etc beinhalten. Hier muss man auch schauen, das die Boni zu dem gespielten Helden passen. Im Laufe des Kampfes steigt zudem unser Held im Level auf. Mit jedem Level steigen nicht nur die Angriffskraft und das Leben des Helden, sondern man kann auch per Knopfdruck mit jedem Level aus zwei verschiedenen Skill-Verbesserungen wählen. Je nachdem, welche Verbesserung man wählt, desto unterschiedlich verändert sich auch die Spielweise des Helden. Oscar Mike zum Beispiel kann mit einem Zielfernrohr oder einer Zielvorrichtung für den näheren Bereich ausgestattet werden. Oder die Granaten von Mike kann man wahlweise so skillen, dass sich diese auf einen größeren Bereich verteilen und so einen größeren Flächenschaden verursachen oder man wählt lieber einen kleineren Radius und verwandelt die Granaten in Napalm, die auf einem kleineren Bereich mehr Schaden verursachen. Da sich jeder der 25 Helden nicht nur unterschiedlich spielt, sonder sich auch unterschiedlich skillen lässt, bietet das Spiel genügend Langzeitmotivation. Denn bis man sich mit allen 25 Helden genügend auseinandergesetzt hat, können schon unzählige Stunden vergehen.

25 Helden stehen zur Auswahl. Wobei man ein Großteil erst frei schalten muss.

25 Helden stehen zur Auswahl. Wobei man ein Großteil erst frei schalten muss.

 

Gelungene Präsentation

Aus technischer Sicht kommt Battleborn ebenfalls gut zur Geltung. Wie schon in Borderlands nutzt Battleborn den Cel Shading Look. Dies kommt vor allem bei den Helden gut zur Geltung, die optisch ebenfalls witzig und einfallsreich ausschauen. Im Spiel verliert man allerdings öfters mal den Überblick, weil man nie sonderlich gut erfährt, von wo ein Angriff kommt. Gerade im Laufe des Matches kommen so viele Explosionen und Effekte auf einen zu, dass man kaum noch etwas sieht. Jedoch mit der Zeit und nach einigen Stunden Spielzeit hat man sich an diesen Effekt gewöhnt. Wichtig für ein Onlinespiel wie Battleborn ist vor allem das Matchmaking. Das passt auch alles. Nach einer kurzen Wartezeit von ein bis zwei Minuten werden recht schnell passende Mitspieler gefunden, mit denen man dann eine Runde bestreitet. Da keine langen Ladezeiten oder Wartezeiten aufkommen, wird man nicht aus dem Spiel herausgerissen und kann den Loot und Level Trieb weiter fortsetzen. Auch der Sound erinnert an Gearbox früheres Werk Borderlands. Die Waffensounds und Fähigkeiten der Helden werden durch imposante und witzige Töne und Sprüche untermalt.

Optisch steht das Spiel Borderlands im Nichts nachh.

Optisch steht das Spiel Borderlands im Nichts nachh.

 

Fazit:

Alle für einen alle für einen! Battleborn ist frech, knallbunt und voller taktischer Action. Überall kann etwas freigeschaltet werden und stets will man noch eine Runde “Überfall” spielen und den nächsten Helden freispielen. Allein bis man mal alle Helden freigeschaltet hat und deren Potenzial realisiert hat können Stunden vergehen, in denen man einige andere Spiele locker durchspielen könnte. Die einfallslose Kampagne ist das größte Manko des Spiels. Aber der Kernpunkt ist der Onlinemodus und der ist gelungen. Mit jedem Helden hat man andere Möglichkeiten und Spielweisen, wodurch jeder mit ein wenig Übung punkten kann. Wenn man noch ein paar Freunde hat, mit denen man Battleborn spielen kann, entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Ob das Spiel allerdings das League of Legends der Konsolen wird, kann nur die Zukunft zeigen. Die Basis ist gelungen.

84

Good
  • 25 unterschiedliche Helden
  • Toller Gearbox Humor
  • Genügend Langzeitmotivation
  • Enorm viel zum Freischalten
  • Kampagne lädt zum Koop Zocken ein
  • Spannende und taktische Onlinematches
Bad
  • Ein Großteil der Helden muss man erst freischalten
  • Kampagne alleine zu schwer
  • Für MOBA Neulinge etwas schwieriger Einstieg
  • Kampagne ohne Höhepunkte
  • Stellenweise recht unübersichtlich
84
Geschrieben von
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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