A Way Out – Test zum Koop Gefängnisausbruch

Auf den Game Awards sorgte Hazelight Boss Josef Fares für einen denkwürdigen Moment, als er sich zur damals aktuellen Lage um Publisher EA äußerte. Zu diesem Zeitpunkt hatten aber schon viele Gamer ein Auge auf das aktuelle Projekt des Studios geworfen. A Way Out versprach eine Vermischung von Film und Spiel und sollte den Koop Aspekt auf ein neues Level heben. Jetzt ist der Titel da und wir haben uns das Koopabenteuer angeschaut. Im Test verraten wir euch, ob Fares Versprechen eingehalten wurden und ob der Titel wirklich etwas zu bieten hat.

 

Nur gemeinsam seid ihr stark

Die Geschichte von A Way Out spielt im Kalifornien der 70er Jahre. Verurteilt wegen Mordes tritt Vincent Moretti seine Haftstrafe an. Leo Caruso hingegen sitzt bereits seit sechs Monaten im Gefängnis und beobachtet die Neuankömmlinge. Der impulsive Leo hat dabei die Handlanger seines ehemaligen Geschäftspartners Harvey im Genick, die ihn ausschalten wollen. Vincent wird schon bald in diesen Konflikt verstrickt und erfährt so, dass Leo einen Ausbruch plant. Leo traut dem Neuling jedoch nicht, zumindest solange nicht, bis dieser ihm gesteht, dass beide einen gemeinsamen Feind in Harvey haben. So rauft sich das ungleiche Duo zusammen und organisiert den Ausbruch. Immer im Fokus der beiden sind dabei deren Familien, die draußen auf sie warten. Die Geschichte um die beiden Männer fesselt von der ersten Minute an und bietet im Verlauf nicht nur viele spannende Passagen, sondern auch überraschende Wendungen und emotionale Momente. Josef Fares hat eine wirklich filmreife Story geschrieben und die wirklich innovative Erzählweise sorgt für interessante Perspektiven.

A Way Out

Die doppelte Perspektive ist wirklich gut ins Gameplay eingebunden.

 

Ein tolles Konzept für Koop Gameplay

A Way Out spielt sich ähnlich wie andere Adventure Games, in denen ihr frei umhergehen könnt und Interaktionsmöglichkeiten durch Einblendung des entsprechenden Buttons markiert werden. Was das Spiel von anderen unterscheidet, ist, dass beide Spieler jederzeit sehen können was passiert, auch wenn sie an unterschiedlichen Orten innerhalb des Spiels sind. Je nach Situation kann es auch vorkommen, dass sich der Fokus auf einen der Charaktere legt, wenn etwas Wichtiges passiert. Beide Spieler müssen sich dabei immer wieder unterstützen, indem Gegenstände ausgetauscht werden, Wachen im Auge behalten werden müssen etc.. Wirklich interessant ist auch die Gegenseitigkeit der Aktionen, denn es reicht zum Beispiel nicht, eurem Partner etwas zu reichen, dieser muss auch die entsprechende Taste drücken, um den Gegenstand entgegen zu nehmen. Diese Interaktionen erfordern immer wieder ein großes Maß an Koordination zwischen beiden Spielern, das gilt natürlich auch, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Was auf der Couch nebeneinandersitzend noch recht einfach sein mag, kann durch kleine Delay im Online Modus zu kleinen Unfällen führen. Egal ob lokal oder online, in den meisten Fällen bekommt man die Feinabstimmung dann aber trotzdem hin. Dieses dynamische Wechselspiel zwischen Leo und Vincent ist sehr unterhaltsam designt und entfaltet immer mehr Facetten. Etwas Feintuning hätte das Spiel aber bei Aspekten wie dem Schießen oder der Steuerung von Fahrzeugen gebrauchen können. Hier wirkt die Steuerung nämlich etwas schwammig, da diese Passagen aber nicht allzu häufig auftreten, kann man hier ein Auge zudrücken.

A Way Out

Das Spiel ist zwar kein optisches Highlight, bietet aber Atmosphäre pur.

 

Nicht perfekt, aber stimmungsvoll

Schon bei der ersten Kamerafahrt im Spiel merkt man, dass Fares aus dem Bereich Film stammt. Sieht man dann auch noch den Innenhof des Gefängnisses, kommen sofort Erinnerungen an Shawshank Redemption auf. Für ein Projekt dieser Größe kann A Way Out optisch durchaus überzeugen. Ein grafisches Highlight bekommt man zwar nicht, aber wie schon bei Brothers A Tale of Two Sons, ist es die Stimmung, die einfach passt. Einziges Problem ist die teilweise steife Mimik, was insbesondere bei Vincent auffällt. Aber auch viele der Nebencharaktere haben wenig Aufmerksamkeit von den Animatoren bekommen. Die Musik hingegen vermag es jede Situation perfekt zu unterstützen. Ob spannende Momente während des Ausbruchs oder melancholische Momente, alles wird filmreif durch die Musik unterstützt.

 

Positiv:

Erstklassige Story mit viel Spannung und überraschenden Wendungen
Sehr interessantes Spielkonzept, dass gut umgesetzt wurde
Kostenlose Mitspielfunktion ist ein wirklich toller Bonus
Tolle Musik unterstützt die Atmosphäre sehr gut

Negativ:

Fahren und Schießen fühlen sich etwas schwammig an
Fehlende Mimik drückt manchmal etwas den Gesamteindruck
  • A Way Out
    “A Way Out ist eine besondere Erfahrung im Gaming Bereich. Der Mix aus Film und Spiel funktioniert extrem gut und der fließende Wechsel zwischen Vincent und Leo erfordert zu jederzeit die Aufmerksamkeit beider Spieler. Besonders gut eingebunden sind die Interaktionen zwischen den beiden Hauptakteuren, wenn man sich gegenseitig warnen muss, Gegenstände austauschen muss oder Angriffe timen muss. Die Geschichte selbst ist dabei spannend in Szene gesetzt und fesselt von der ersten Minute an. Vorbilder wie Shawshank Redemption sind deutlich spürbar. Leider drückt die fehlende Mimik von Vincent häufig etwas den ansonsten tollen Eindruck. Das Konzept, das ihr einfach einen zweiten Spieler kostenlos mitspielen lassen könnt, ist darüber hinaus einfach klasse. So könnt ihr problemlos mit Freunden lokal oder online loslegen, ohne ein zweites Spiel kaufen zu müssen. Wer natürlich die Trophäen haben will, muss das Spiel dennoch kaufen. Insgesamt ist A Way Out ein richtig guter Titel geworden, der nur durch Kleinigkeiten ein wenig ausgebremst wird. Jeder, der aber auf packende und emotionale Stories steht, sollte hier auf jeden Fall zugreifen und den Ausbruch wagen.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Jeder sollte sich diesen Titel anschauen, denn hier wartet eine besondere Erfahrung.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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