2Dark – Test zum sehr, sehr dunklen Stealth-Adventure

2Dark – Test zum sehr, sehr dunklen Stealth-Adventure

Egal ob Ashley aus Resident Evil 4, Baby Mario aus Yoshis Island oder die meisten NPCs aus Gothic 3, eines haben all diese Videospielfiguren gemeinsam: Sie gehören zu den schlimmsten Eskortmissionen aller Zeiten und sind damit ein Dorn in den Augen eines jeden Gamers. Wer da auf die geniale Idee kommt, ein ganzes Spiel um Eskortmissionen zu stricken, dem gehört der Preis für die dümmste Entscheidung seines Lebens verliehen. 2Dark ist ein ebensolches Spiel, und somit ist seine Ausgangsposition nicht besonders gut. Ob sich dieses Spiel genauso spielt, wie man es beim Klang des Wortes „Eskort“ erwartet, das verraten wir euch in unserem Test.

 

Kinderrettung

Mr. Smith, Vorname unbekannt, will eigentlich einen ruhigen Campingausflug mit seiner Frau und seinen zwei Kindern genießen. Doch dann wird seine Frau ermordet und seine Kinder entführt. Da er danach sein Leben nicht mehr im Griff hat, wird der Ermittler auch schnell aus dem Dienst entlassen. Sieben Jahre später ist er dabei, auf eigene Faust Kinder aus den Fängen von Psychopathen zu retten, mit welchen Mitteln auch immer. Die Hoffnung, dass seine Sprösslinge noch am Leben sind, hat er dabei nicht gänzlich aufgegeben. Und so geht Smith den finsteren Geheimnissen des Vorstädtchens Gloomywood (So heißt übrigens auch das Entwicklerstudio, clever) nach, in der immer mehr Kinder auf mysteriöse Art und Weise verschwinden. Ihr begleitet ihn im Spiel dabei, wie er in die unterschiedlichsten Einrichtungen eindringt, die Psychopathen ausschaltet und so viele Kinder, wie nur möglich in Sicherheit bringt. Zwischen den einzelnen Missionen bereitet ihr euch in Smiths Häuschen auf den nächsten Einsatz vor. Dies besteht meist darin, in seinem Geheimzimmer hinter dem Bücherregal einen Hinweis zu entschlüsseln, um den nächsten Entführer und damit das nächste Reise- bzw. Missionsziel zu finden. Dieses wird auf der Stadtkarte an der Wand markiert, und diese füllt sich mit jeder abgeschlossenen Mission immer weiter mit Notizen und Fotos, die ihr bei euren Ermittlungen findet. Ein nettes Detail, welches diese Verkettung von Ereignissen immer gut darlegt, so wie man es aus vielen Krimiserien und -filmen kennt.

Schlafende Löwen, ein toter Clown und ein Ex-Polizist mit vier Kindern im Schlepptau…hier gibt es nichts zu sehen, bitte weitergehen!

 

Hier Kind, ein Bonbon für dich

Wie schon eingangs erwähnt ist der Hauptaspekt von 2Dark das Eskortieren von Kindern aus gefährlichen Umgebungen. Dabei müsst ihr natürlich auch darauf achten, nicht von Wachen gesehen zu werden oder in die eine oder andere Falle zu stolpern. Sterben kann man auf viele, unterschiedliche Arten. Ihr fallt in Löcher im Boden, werden von einem Killerclown niedergeschlagen oder bekommt von einer Tür einen Stromschlag verpasst. Leicht ist 2Dark auf keinen Fall, denn obwohl es einige NPCs gibt, die sich nicht an eurer Anwesenheit stören, wollen euch doch die meisten an den Kragen. Hinzu kommt noch, dass die meisten Räume in den Einrichtungen dunkel sind. Das Spiel heißt schließlich nicht umsonst 2Dark. Ihr könnt entweder eine Taschenlampe oder euer Feuerzeug benutzen, um euch ein wenig umzusehen, oder ihr nutzt die Dunkelheit zu eurem Vorteil. Natürlich müsst ihr eure Taschenlampe immer wieder mit Batterien versorgen, euer Feuerzeug hingegen bietet zwar nur wenig Licht, hält aber dauerhaft. Das größte Hindernis, mit dem sich 2Dark selbst im Weg steht, ist die Handhabung des Inventars. Ihr wählt mit dem Steuerkreuz ein Item aus, und müsst es dann mit Dreieck ausrüsten. Währenddessen müsst ihr euch aber noch mit dem linken Stick bewegen, denn das Spiel läuft konstant weiter. Wenn ihr euch also in einer brenzligen Situation befindet, ist das Wechseln von Inventargegenständen viel zu kompliziert. Auch der Schnellzugriff mit den R1- und L1-Tasten hilft nicht wirklich, da man auch hier durch die unzähligen Items scrollen muss. Verschiedene Schlüssel, Nah- und Fernkampfwaffen, Bonbons zum Beruhigen der Kinder oder Ablenkung der Gegner, es ist einfach alles nicht ausgeklügelt genug. Ziel der Missionen ist es, die entführten Kinder zu retten. Habt ihr entführte Kinder gefunden, könnt ihr sie entweder dazu bringen, euch hinterher zu laufen, oder ihr tragt sie zum Ziel. So oder so, ihr müsst natürlich darauf achten, dass ihnen nichts geschieht. Wenn ihr ein Kind aus Versehen sterben lasst, heißt es Game Over. Dann könnt ihr nur hoffen, dass ihr gespeichert habt, indem ihr euch eine Fluppe angezündet habt. Hier hält das Spiel übrigens auch nicht an, jede Aktion muss wohlüberlegt sein.

Auf der Abfuck-Skala ist das hier noch ganz unten auf der Liste

 

Planänderung

So schlimm, wie man die Eskortierung der Kinder vermutet, ist das alles nicht wirklich. Bei einem Spiel, wo dies das Kernfeature ist, sollte man das auch erwarten können. Ihr könnt die Kinder zu euch rufen, oder ihnen befehlen, zu warten. Stellt sie einfach in einem sicheren Raum ab und erledigt dann alles, damit ein Fluchtweg zum Ausgang frei ist. Die Level sind alle super designt. Von einem alten Rummelplatz über ein modernes Hochhaus bis hin zu einem Hospiz sind viele unterschiedliche Locations dabei. Wie ihr diese erkundet, bleibt euch überlassen. Ihr könnt Chaos stiften, oder schleichend durch die Gänge manövrieren, Letzteres ist eher zu empfehlen, da Mr. Smith nicht sonderlich kugelsicher ist. Neben der Eskorte der Kinder schaltet ihr außerdem die Psychopathen aus, in dem ihr ihnen z.B. einen vergifteten Kuchen serviert oder ihr nur zuseht, wenn ein Löwe ihren Körper verspeist. Die Kämpfe gegen Wachen können mit der bereits erwähnten Problematik des Inventars etwas hektisch werden, also sucht lieber einen leiseren Weg. Am Ende einer Mission werdet ihr bewertet, je nachdem wie viele Kinder ihr gerettet, wie viele Bonbons ihr gefunden und wie viele Gegner ihr verschont habt. Dann geht es wieder in Smiths Haus, von wo aus ihr zur nächsten Mission aufbrecht.

ICH SCHWEIN!

 

Alone in the Dark

Hinter 2Dark steckt Frédérick Raynal, Schöpfer von Alone in the Dark. Mit Dunkelheit kennt er sich also aus, und dies zeigt sich auch in 2Dark. Obwohl es sich bei diesem Stealth-Adventure um ein Spiel in Pixeloptik handelt, wird die düstere Atmosphäre dennoch super vermittelt. Die Hochburgen der Psychopathen sind alle schön gruselig und verstörend, und es gibt aufgrund der mangelnden Lichtquellen auch den ein oder anderen Schockmoment. Begleitet wird dies von einem sehr passenden Soundtrack. Zwar gibt es hier und da einen Raum, in dem ein CD-Player gerade einen lustigen Beat spielt, dies macht der Stimmung, die das Spiel erzeugen will, keinen Abbruch. Wenn eine in rosa gekleidete, übergewichtige Vettel zu einem Discobeat tanzt, nur um im Anschluss ein entführtes Kind mit Schlafmittel zu versetzen und sie als Puppe zu verkleiden, dann ist dies genauso gruselig wie ein Killerclown oder ein Metzger mit Schweinemaske. Nicht so gut ist die Präsentation der Dialoge. Während die Monologe von Smith in den Ladebildschirmen vertont wurden, wird der gesamte restliche Dialog der Charaktere ohne Ton in Textform auf dem Bildschirm angezeigt. Und dies, während man in Echtzeit das Level weiter erkundet. Bei größeren Textmassen ist die Textbox dann schon manchmal im Weg. Ansonsten stimmt die Präsentation von 2Dark aber. Immerhin ist die Gewaltdarstellung trotz Pixelgrafik so explizit, dass 2Dark erst ab 18 Jahren freigegeben wurde.

 

Positiv:

Düstere Atmosphäre
Ausnahmsweise gelungene Eskortmissionen
Vielfältige Möglichkeiten in den Leveln
Richtig kranke Psychopathen als Antagonisten

Negativ:

Handhabung des Inventars zu kompliziert
Störende Textboxen ohne Vertonung
Kleinere Glitches
  • 2Dark – Test zum sehr, sehr dunklen Stealth-Adventure

    „2Dark ist ein schön schummriges Horror-Survival-Stealth-Adventure. Kinder eskortieren ist nur halb so schlimm, wie es sich auf Anhieb anhört, vielmehr ist das Inventar und dessen Handling der größte Lapsus, den sich das Spiel hier leistet. Hier wurde ein schön düsteres und verstörendes Spiel geschaffen, und das mit bloßer Pixelgrafik. Es ist vielleicht keine 25€ wert, also würde es sich vielleicht lohnen, auf eine Preissenkung zu warten. Aber für Genrefans ist dieser Indietitel auf jeden Fall einen Blick wert.“

    Maarten Cherek, Redakteur

In die Dunkelheit?

Zum jetzigen Preis würde ich den normalen Käufer zur Vorsicht raten. 25€ für ein Indiespiel auszugeben muss wohlüberlegt sein. Aber Stealth- und Horrorfreunde können hier für eine kleine Zocksession zwischendurch ruhig zugreifen.

Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!
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