Dokomi 2018 vom 19.-20. Mai 2018 in Düsseldorf

Die Dokomi feierte in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, sodass unsere Redaktion es sich nicht nehmen lassen konnte, die Messe rund um das Thema Japan zu besuchen. An einem sonnigen Wochenende öffneten die Pforten und wir konnten zahlreiche Cosplays und Stände bestaunen. Allerdings blieb ein bitterer Nachgeschmack, denn gerade im letzten Jahr wurde die chaotische Situation am Einlass sowie das nicht mehr ganz so familiäre Ambiente bemängelt. Ob sich die Veranstalter die Kritik zu Herzen genommen haben und wie uns der Besuch gefallen hat, das verraten wir euch im folgenden Text.

 

Der neuste Schrei aus Japan

Um es direkt vorwegzunehmen: Nein, die Situation am Einlass war dieses Mal viel entspannter als im Jahr zuvor. Von Anfang an wurde geregelt, welcher Besucher sich an welche Schlange anzustellen hatte. Fauxpas wie Dutzenden Messebesuchern, denen der Kopf in der Sonne weggebrutzelt wurde durch zu langes Anstehen, konnte so vermieden werden. Somit war es uns bereits nach wenigen Minuten vergönnt, die Messehallen betreten zu können. In der Eingangshalle befand sich auch direkt das Herzstück der Messe: Die zahlreichen Verkaufsstände! Hauptsächlich vertreten war der Anime- und Manga-Sektor, doch auch Gebrauchsgegenstände aus Japan fanden ihren Weg auf die Messe. Neben zahlreichen Süßigkeiten von Übersee fanden sich auch Verkaufsstände, an denen man Kimonos oder Porzellanschüsseln erwerben konnte. Auffällig war, dass die Preise bestimmt dreimal so hoch waren, als wenn man die Sachen direkt in Japan erwerben würde. Dementsprechend musste man sich oft überlegen, ob einem das Andenken aus Japan den Preis wert war, der zugegebenermaßen aber gerechtfertigt war, wenn man sich den Versandweg mal näher betrachtet. Aus den zahlreichen japanischen Ständen stachen in diesem Jahr allerdings viele Stände aus Korea hervor. Neben Bekleidung gab es auch K-Pop Stände, an denen man sich Poster oder CDs der liebsten Stars sichern konnte. Natürlich gab es wie immer diverse Figuren, DVDs und Blu Rays, Plüschtiere und vieles mehr zu erwerben. Was ich allerdings ein wenig vermisst habe, sind Infostände über die japanische Kultur. Es gab lediglich zwei Stände, die aus dem Raster fielen: Eine Agentur, die Reisen nach Japan anbietet und eine Agentur, die Dolmetscher anwerben wollte. Ich hätte so gerne viel mehr zur Kultur Japans erfahren oder Bücher/Filme etc. über das Land erworben, dafür fehlte allerdings der passende Stand.

Viele Spiele konnten in der Gaming-Halle getestet werden.

 

Die Gamer expandierten

Im letzten Jahr sah die Videospiel-Abteilung jämmerlich aus: Lediglich ein paar Retro-Games auf Holztischen verteilt und einige Anspielstationen von Nintendo schmückten eine Ecke der Halle. Doch dieses Jahr war das Zeitalter der Gamer angebrochen! Denn extra für unsere heiß geliebten Videospiele wurde eine ganze Halle freigemacht! Mit dabei waren unter anderem namenhafte Publisher wie Square Enix, Capcom, Bandai Namco oder auch Nintendo. Am Stand von Nintendo gab es einige Turniere, an denen Messebesucher teilnehmen konnten. Aber auch an einer anderen Bühne konnten Besucher in Spielen wie Just Dance ihr Können beweisen. Auch die Retro-Ecke wurde immens ausgedehnt: Im Stile von Retro-Arcade-Automaten konnte man alte Klassiker wie Monkey Island spielen oder sich in älteren Teilen der Street Fighter verprügeln. Hatte man keine Lust, selbst den Controller in die Hand zu nehmen, konnte man zahlreichen Gamern beim Zocken zusehen. Egal ob beim Speedrun oder in E-Sports Turnieren, für jeden Besucher war etwas zum Staunen dabei. Doch auch Besuchern, die sich aktiv bewegen wollten, wurde etwas geboten. Natürlich gab es die Möglichkeit, sich am VR-Stand zu betätigen, zudem wurden viele Aktivitäten zu Creamy’s Castle geboten, welches auch schon im letzten Jahr angeboten wurde. Mit dabei war ein riesengroßer Hindernisparcours, Laser-Tag, Bubbleball oder auch eine Hüpfburg-Arena, in der man sich mit überdimensionalen Fäusten auf die Mappe hauen konnte. Hatte man genug vom Schwitzen, ließ es sich gut im Bring & Buy aushalten, bei dem Messebesucher ihren gebrauchten Kram von zu Hause verhökern konnten.

Würdet ihr alle Hindernisse von Creamy’s Castle bewältigen?

 

Programm ohne Ende

Eine extra Halle bekamen zudem die Black Stage und die White Stage, an denen man zahlreiche Programmpunkte bestaunen konnte. Neben Auftritten von Berühmtheiten aus Japan durften auch andere ihr Können in Cosplaywettbewerben oder Ähnlichem zeigen. Besonders interessant war für mich der Dance Off Contest, bei denen Anfänger sowie auch professionelle Tänzer sehr gerne gesehen waren. Auch die Charakterversteigerung war spannend mit anzusehen, besonders die Maids brachten erstaunlicherweise über 1000 € ein. Apropos Maids, diese standen leider nicht allen Gästen zur Verfügung. Denn um den riesigen Andrang auf das Maid-Café zu bewältigen, wurden die Einlassbons im Vorfeld verlost. Schade, dass nicht jeder Besucher in den Genuss der Süßigkeiten kommen konnte. Allerdings bot auch der Host-Club leckere Speisen und viel Entertainment. Auch die restlichen Speisen, die auf der Dokomi geboten wurden, konnten sich sehen lassen. Denn im Vorfeld wurde das meiste Geld, was für die Dokomi gespendet wurde, in den Bereich “japanisches Essen” investiert. Dies machte sich durch viele Food-Trucks bemerkbar, an denen man typisch japanische Gerichte wie Okonomiyaki kaufen konnte. Aber auch die kleineren Stände innerhalb der Messehallen boten leckere Gerichte wie Takoyaki oder Dorayaki, die mein europäischer Magen als sehr gut bewertet hat. Doch auch für Liebhaber der deutschen Küche wurden Speisen wie Pommes oder Currywurst geboten, auch ein Pulled Pork Burger Laden ließ sich zwischen den anderen Food-Trucks blicken. Natürlich durfte auch der berühmte Bubble Tea nicht fehlen, den zahlreiche Besucher genießen konnten. Die meisten Essensstände befanden sich zwar draußen, doch zum Glück spielte an diesem Wochenende das Wetter mit, sodass man sich draußen entweder auf die spärliche Wiese oder den Steinboden setzen konnte. Ein paar mehr gemütliche Sitzgelegenheiten wären hier nicht schlecht gewesen, generell fiel auf, dass viele Messebesucher den Boden als gemütlich empfanden und sich oft auch in Gänge niederpflanzten.

In Duellen konnte man sich in Spielen wie beispielsweise Just Dance messen.

 

Den Künstlern bei der Arbeit zusehen

Ebenfalls eine eigene Halle erhielt in diesem Jahr die Zeichner-Allee. Hier konnten Anfänger den Messebesuchern zeigen, was sie künstlerisch auf dem Kasten hatten. Außerdem konnte man die Künstler unterstützen und ihnen Kleinigkeiten wie Postkarten oder Poster abkaufen. Doch nicht nur Zeichner waren hier vertreten, auch selbst genähte Kleidung oder selbst gebastelter Schmuck konnte hier bestaunt werden. Neben den Ständen befanden sich zudem getunte Autos, die im Look der Anime-Charaktere erstrahlten. Doch wer nicht von Anfängern, sondern von Profis lernen wollte, der konnte einen der zahlreichen Workshops besuchen, die es auf der Messe zu entdecken galt. Das Programm war sehr vielfältig und hat mich wirklich beeindruckt. Neben Tipps fürs Cosplayern, wie sie Perücken vernünftig anfertigen können oder ihr Hobby neben dem Beruf zeitlich gemanagt bekommen, wurde auch vieles für Japan-Interessierte geboten. Neben der Kampfkunst Naginata konnte man auch einiges zu den einzelnen Schriftarten der japanischen Sprache lernen. Besonders beeindruckt hat mich der Kurs “Bento” von Angelina Paustian, in dem in einer Präsentation Schritt für Schritt die Welt der kleinen Lunchboxen aus Japan erklärt wurde. Zudem wurden viele Spar-Tipps gegeben, die das Nachmachen einer Bento-Box erschwinglich machten. Als nette Zugabe fand im Anschluss ein Praxis-Teil statt, in welchem Obst und Gemüse schön dekoriert wurde.

 

  • Dokomi 2018
    “Die Dokomi 2018 bot für jeden Japan-Fan den passenden Programmpunkt. Innerhalb von nur zehn Jahren hat sich die Messe zu einem großen Treff für Fans gemausert, an dem man seine zwei Tage ordentlich füllen kann. Auch der Einlass hat in diesem Jahr besonders gut funktioniert, allerdings blieb das Lagerhallen-Flair vom letzten Jahr etwas bestehen. Die Workshop-Container waren nicht schön anzusehen, auch die platzierten Teppiche, Pflanzen und Dekoobjekte konnten nicht mit dem familiären Flair mithalten, die die Dokomi am Anfang bot. Andererseits können die Videospiel-Fans in diesem Jahr wirklich nicht klagen, denn die Halle nur für Videospiele war der Knaller. Ich hoffe, dass sich der Trend weiterhin zum Positiven entwickelt, und kann jetzt schon auf eine wunderschöne Dokomi zurückblicken, die mir bei allen Messen, die ich so besuche, doch stark in Erinnerung bleiben wird.”
    Jasmin Paskuda, Redakteurin
Jasmin Paskuda
Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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