Angespielt: Past Cure

Als kleines Entwicklerstudio hat man manchmal Ambitionen, die aus einem neutralen Blickwinkel utopisch erscheinen. Auch das zehn-köpfige Team von Phantom 8 hatte einen Traum, bei dem wohl viele gesagt haben: „Mit zehn Leuten schafft ihr das niemals“. Einen spannenden, mitreißenden Psychothriller erschaffen, welches auch gleichzeitig ein Actionspiel mit viel Geballer wird. Und so ist Past Cure entstanden. Wir konnten für euch eine Preview-Version anspielen und schauen mal, ob sich der Traum von Phantom 8 erfüllt hat. Traum ist übrigens das passende Stichwort.

 

Mysteriöse Experimente und Wachsmenschen

Unser Protagonist heißt Ian, ist ein Ex-Elitesoldat und hat schwerwiegende Halluzinationen. Seine sehr real wirkenden Albträume plagen ihn jede Nacht, in ihnen wird er von schaurigen Wachsmenschen verfolgt. Ian ist kein Normalo, bei weitem nicht. An ihm wurden vor langer Zeit grausame Experimente durchgeführt. Zwar haben sie ihm die Albträume und Halluzinationen gebracht, verliehen ihm aber auch übernatürliche Fähigkeiten. Dennoch möchte er die Hintermänner seiner Leidenszeit ausfindig und ihnen den Garaus machen. Die Frage ist nur, ob es ihm gelingt, bevor er in seinen Träumen noch wahnsinnig wird. Die Story von Past Cure ist absolut wahnwitzig und abgefahren, jedoch fühlt es sich an vielen Stellen so an, als hätten sich die Entwickler ein wenig übernommen. Es ist so viel Verwirrung im Spiel, besonders im viel zu langen Prolog. Dieser lässt euch im langsamen Tempo ellenlange Gänge entlanglaufen, während Ian’s Vater und seine Freundin wortgewandte Monologe halten. Hier werden uns zwar viele Aspekte des Spiels erklärt, für ein Tutorial ist der erste Abschnitt aber viel zu lang und verworren. Hinzu kommt ein sehr ablenkender Fakt, welcher uns die Story manchmal einfach nur ausblenden lässt: Die schlechte Synchronisation. Phantom 8 ist ein deutsches Entwicklerstudio, Past Cure soll jedoch auf englisch erscheinen. Und so wurden von offensichtlich deutschen Sprechern englische Texte eingesprochen, die zudem auch nicht viel hermachen. Klischee tropft auf jeder Zeile, hinzu kommt ein nicht wegzudenkender deutscher Akzent. Abseits von den Problemen steckt hinter der Fassade jedoch mehr, als es beim ersten Blick den Anschein hat. Ian’s Gedankenwelt gepaart mit seinem Rachefeldzug sind ein interessanter Aufhänger.

Ian’s Albträume sind einfach nur verstörend.

 

Ballerei und Schleicherei

Das Gameplay von Past Cure teilt sich in zwei Kategorien auf. In der realen Welt geht Ian auf Missionen, um seine Peiniger zu finden. Hier spielt sich alles wie ein typischer 3rd-Person-Action-Shooter. Ihr könnt an euren Gegnern vorbei schleichen oder ihr zückt eure Waffe und ballert alles über den Haufen. Mit Ian’s übernatürlichen Kräften ist das kein Problem. Ihr könnt die Zeit verlangsamen, Matrix-Style, oder ihr verlasst euren Körper und schwebt als Geist umher, während ihr elektronische Geräte wie Sicherheitskameras ausschaltet. Das Action-Gameplay macht durchaus Spaß, allerdings ist die KI eurer Kontrahenten nicht allzu helle. Somit solltet ihr wenig Probleme haben, euch ihrer zu entledigen. Leider gibt es auch kleinere Probleme, wie zum Beispiel die Hitbox für Headshots. Oft treffen diese nicht, obwohl das Fadenkreuz direkt auf dem Kopf liegt. Dieses Problem ist beim Zielen leider sehr oft vorhanden. Eure Lebensenergie füllt ihr mit einer Adrenalinspritze wieder auf, eure Fähigkeiten haben jedoch auch einen Lebensbalken. Sie strapazieren Ian’s Geist sehr und so muss er starke Pillen nehmen, um wieder Kräfte zu sammeln. Diese Heilitems findet ihr ab und an in Medizinschränken versteckt. Abseits von wildem Rumgeschieße und gelegentlichen Schleicheinheiten gibt es in diesen Abschnitten jedoch nicht viel mehr zu tun.

Matrix und John Wick lassen grüßen.

 

Horror aus Wachs

Die anderen Abschnitte, die Ian heil überstehen muss, sind seine Albträume. Hier verwandelt sich Past Cure in ein absolut erschreckendes Horrorspiel, bei dem ihr den Wachsmenschen ausweichen müsst, die euch stetig verfolgen. Ihre starren Blicke, ihre sehr Stakkato-artige Gangart und ihre rot leuchtenden Augen werden euch immer auf Trab halten. Während ihr den Wachsmenschen ausweicht und an ihnen vorbei schleicht, müsst ihr hier und da kleinere Rätsel lösen. Waffen stehen euch nicht zur Verfügung, ihr werdet euch auf eure Kräfte verlassen müssen. Diese Abschnitte sind deutlich stärker als die Action-Segmente, der psychische Horror setzt einem deutlich zu. Atmosphärisch stimmt also alles in Past Cure, technisch jedoch leider nicht. Wir haben bereits über das eher problematische Gameplay bei Schießereien gesprochen, dies sind jedoch nicht alle technischen Lücken, die es zu finden gab. Tastenbelegungen, welche im Optionsmenü angezeigt werden, stimmen oft nicht, zumindest für die Tastatur. Hier müsst ihr ein wenig herumprobieren, bis ihr alle passenden Tasten gefunden habt. Mit einem Controller habt ihr diese Probleme zwar nicht, jedoch ist das Zielen mit diesem schier unmöglich. Entscheidet euch also für das kleinere Übel. Wenn man sich aber die Größe des Entwicklerteams immer wieder vor Augen ruft, kann man solche Fehler durchaus mal verzeihen.

 

  • Angespielt: Past Cure
    “Past Cure hat Potential, so lässt es sich schlicht am besten beschreiben. Die Action-Segmente machen Spaß und die Horror-Segmente sind sehr gut gelungen. Die Wachsmenschen sind als Monster einfach nur bedrohlich und erfüllen voll und ganz ihren Zweck. In der Preview-Version, die wir angespielt haben, sind uns zwar viele Fehler aufgefallen, aber mit manchen wird man wohl einfach leben müssen. Past Cure wird kein Spitzentitel, macht aber genug richtig, um einen Blick lohnenswert zu machen. Das Spiel wird am 02. Februar 2018 für PC und PS4 erscheinen.”
    Maarten Cherek, Redakteur
Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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