Angespielt: Blackwood Crossing (Preview)

Angespielt: Blackwood Crossing (Preview)

Bereits zur gamescom 2016 war es uns vergönnt, das vom Entwicklerstudio Paper Seven stammende narrative Adventure-Spiel Blackwood Crossing testen zu dürfen. Das Spiel handelt vom Geschwisterpaar Scarlett und Finn, die ihre Eltern bereits in jungen Jahren verloren haben. Während des Spiels wird die Beziehung zwischen der älteren Schwester und ihrem jüngeren Bruder deutlich und die Probleme, die mit dem Erwachsenwerden einhergehen, näher beleuchtet. Damals gefielen uns besonders die Story und die Dramatik des Spiels, die allerdings von zahlreichen Bugs verhunzt wurden. Nun befindet sich das Spiel in der Preview-Phase und sollte viele dieser zahlreichen störenden Spielfehler behoben haben… oder etwa doch nicht? Lest es in unserem Angespielt nach!

 

Die Reise im Zug

Der von uns gespielte Abschnitt innerhalb der Preview ist ein bisschen länger als der, den wir auf der gamescom testen durften. Bereits zu Beginn des Spiels erleben wir andere Szenen als auf der Messe, unser kleiner Bruder ruft uns, erschreckt uns und spielt mit uns Simon sagt. Wir befinden uns trotzdem im gleichen menschenleeren Zug, den wir auch schon vor drei Monaten erkunden konnten. Im Verlaufe des Spiels erleben wir die gleichen Szenen, die wir schon einmal gespielt haben, allerdings erleben wir auch nach der uns bekannten Geschichte noch zahlreiche Ereignisse. Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht von Scarlett und können diese mittels Controller oder Tastatur steuern. Allerdings wurde uns seitens der Entwickler geraten, das Spiel mit einem Controller zu spielen, da mit der Steuerung der Tastatur viele Bugs auftreten können. Gesagt, getan. Ich schnappte mir voller Erwartung meinen Steam Controller und begann mich, innerhalb des Zuges umzusehen. Dabei habe ich gemerkt, dass das Spiel eindeutig für Controller ausgelegt ist, die sich mithilfe eines Analogsticks umsehen können. Mit dem Touchfeld war es mir nur schwer möglich, mich umzusehen und die Welt zu erkunden, da das Touchpad viel zu schwerfällig auf meine Aktionen reagiert hat. Besonders beim ersten Spielen von Simon sagt sollten wir ein Fenster in der näheren Umgebung findet. Dies war mir mit dem Touchfeld unmöglich, da ich mich zu langsam umsah und somit nicht das richtige Fenster innerhalb des Zeitrahmens fand. Nicht schlimm für den weiteren Verlauf der Story, aber dennoch nervtötend genug, dass ich zur Tastatur wechselte – ein schwerer Fehler, wie sich bald herausstellte. Allerdings waren die Hälfte der Aktionen, die mir gezeigt wurden, sowieso Tastenbezeichnungen der Tastatur, nicht meines Controllers.

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Was hat Scarletts Freund hier zu suchen?

 

Willkommen in Finns Geist

Innerhalb des Spielabschnittes wachen wir wiederholt im Zug auf und entdecken andere Rätsel, denen wir uns stellen müssen. Wir können mit allerlei Objekten interagieren und einige sogar aufsammeln. Untersuchen wir ein Objekt, erzählen Finn und Scarlett etwas darüber durch Schmankerl aus der Vergangenheit. Die Umgebung ist so gestaltet, wie man es sich in Finns Kopf vorstellt: Da sich Finn nicht mehr an seine Eltern erinnert, tragen diese im Zug Löwenmasken, was für starke und gute Eltern spricht. Auf einem anderen Poster entdeckt man Scarlett und ihren Freund, die Finn böse anschauen mit dem Filmtitel „Forgotten“, was eine Anspielung darauf ist, dass sich der Bruder von seiner Schwester alleine gelassen fühlt, da diese lieber etwas mit ihrem Freund unternimmt. Im ersten richtigen Rätsel des Spiels entdecken wir mehrere Personen, die aus Finns näherer Umgebung stammen: Der verhasste Freund von Scarlett mit einer Papiertüte, einen tyrannischen Klassenkameraden mit Schweinemaske, die liebevollen Eltern und Großeltern sowie die Klassenlehrerin von Finn. Da alles aus der Fantasie Finns stammt, fragt sich Scarlett immer wieder, was denn hier vor sich geht. Auch ein weißes Kaninchen können wir entdecken, was uns im Verlauf der Geschichte immer wieder begegnet. Als wir die Gruppe zum ersten Mal treffen, müssen wir mit diesen in einer bestimmten Art und Weise interagieren, damit das nächste Zugabteil betretbar wird. In kurzen Dialogen erzählen uns die Personen Sätze, die aus Finns Kopf entstammen und da die er sich wohl vage erinnern kann. Die Sätze im gesamten Spiel sind englisch vertont und relativ simpel gestaltet, sodass die deutschen Untertitel eigentlich nicht nötig wären, um dem Geschehen zu folgen.

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Die Welt im Zug verändert sich je nach Finns Fantasie

 

Detailreiche Umgebung mit vielen Rätseln

Eines muss man dem Entwicklerstudio Paper Seven lassen: Sie haben ein Auge fürs Detail. In Fenstern des Zuges sehe ich beispielsweise die gespiegelte Scarlett, wenn ich auf meine Finger schaue, sieht man abgeknibbelten Nagellack, wie er bei pubertierenden Mädchen so üblich ist. Bei richtigen Lichtverhältnissen ist sogar mein Schatten zu sehen. Auch die Umgebung ist mit zahlreichen Details und Geheimnissen gespickt. Am Zugende befinden wir uns beispielsweise in Opas Gewächshaus, in dem man manche Gegenstände untersuchen kann und Anekdoten zum Opa erzählt. Im Verlauf des Spiels erwarten uns kleine Herausforderungen, die allerdings kein großes Geschickt erfordern: In einem Rätsel müssen wir beispielsweise die Tasten A und D schnell hintereinander drücken, um einen Schmetterling zu basteln. Viel mehr als simples Drücken von Tasten werden uns nicht mehr erwarten, allerdings sollte man bedenken, dass der Fokus des Spiels eher auf dem Erzählen der tragischen Geschichte der Waisen liegt. Und diese wird wirklich dramatisch erzählt: Mit dunklen Lichtverhältnissen und trauriger Musik wird eine düstere Atmosphäre geschaffen, mit der man sich in die Situation des Geschwisterpaares versetzen kann und hautnah mitfühlt, wie verzweifelt der kleine Bruder doch ist.

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Was hat Finn nur vor?

 

Macken dämmen den Spielspaß

Natürlich finden sich in der Preview kleine Fehler wie nicht übersetzten Texten aus dem Englischen. Öde ist es auch, dass nach einem bestimmten Spielabschnitt dasselbe Rätsel mit den gleichen Personen aus dem ersten wiederholt wird, nur mit anderen Sätzen. Aber wirklich trübe Stimmung wird durch die Bugs erzeugt, die sich beim Spielen mit der Tastatur ergeben. Allerdings hatte ich manche Bugs auch mit dem Controller, zu dem ich zwischendurch gewechselt bin. Ab und an konnte ich beispielsweise nicht auf das umständliche Inventar zugreifen, um Gegenstände in die Hand zu nehmen.  Umständlich ist es deshalb, weil man die Gegenstände beim „Öffnen“ des Inventars in die Hand nimmt und durch Drücken einer Taste zum nächsten Objekt wechselt. Ab dem Zeitpunkt, der nicht mehr in der gamescom zu sehen war, begannen die schweren Kaliber der Bugs, die Laune zu trüben. Das Menü öffnete sich nicht mehr, sodass es mir nicht direkt möglich war, das Spiel zu verlassen. In Kombinationen mit Bugs, mit denen ich im Spiel nicht weiter voran kam, war das ein nerviger Aspekt, da das Spiel nicht mal eben neu gestartet werden konnte. Dazu gesellten sich die langen Ladezeiten zu Beginn des Spiels. An einer Stelle des Spieles musste man ein Element in sich aufnehmen, um es von dem geliebten Spielzeug Finns zu entfernen. Doch es war mir nicht möglich, dieses zu entfernen, da ich bereits einen Kuschelhasen in der Hand hatte! So kämpfte ich mich bis zum Ende der Preview durch mehrere Neustarts und viele Bugs. Das Ende hätte zudem liebloser nicht sein können: Nach der letzten Szene wird man aus dem Spiel geworfen und erhält lediglich die Möglichkeit, das Spiel von vorne zu beginnen. Keine Speicherplätze, keine Szenen die ich schnell erneut erleben kann, kein gar nichts.

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Die Herausforderungen sind wenig spektakulär

 

Fazit:

Nach etwa einer Stunde und 30 Minuten hatte ich 41 % der Trophäen erspielt und befand mich somit etwa in der Mitte des Spiels. Blackwood Crossing wird also kein Spiel sein, in dem ihr euch Jahrzehnte durch die Geschichte von Finn und Scarlett gräbt, sondern eine kleine Geschichte, die einige Facetten der traurigen Geschichte der beiden näher erzählt. Da sich an der Anzahl der Bugs seit der gamescom nichts geändert hat, sehe ich bislang allerdings schwarz für einen nahen Release. Die Fehler im Spiel sind so gravierend, dass sie den Spielspaß trüben und die Hintergrundgeschichte der Waisen immer mehr in der Hintergrund verschwindet. Wären die vielen Fehler nicht, würde ich Blackwood Crossing ohne Murren allen Spielern empfehlen, denen die Stimmung eines Spieles wichtiger ist als das ganze Drumherum. So allerdings bleibt nur abzuwarten, was uns Paper Seven zum Release des Spieles im kommenden Jahr bieten wird.

 

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Jasmin Paskuda
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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