Bugs in Videospielen

Bugs in Videospielen

Dass ein kleiner Käfer im PC herumkrabbelt und für Fehler sorgt, diese Vorstellung sorgte dafür, dass man mittlerweile bei jedem noch so kleinen Fehler in einem Game von einem „Bug“ spricht. Dabei gibt es viele verschiedene Arten von Bugs, sei es lustige Grafikfehler, das Spiel erleichternde Glitches oder aber komplett zum Absturz führende Fehler. Manche Bugs lacht man einfach weg, teilt Videos von diesen lustigen Fehlerchen, andere sorgen dafür, dass man das Spiel nicht mehr weiterspielen will, ja sogar manchmal kann. Wir wollen uns diese Arten von Bugs und ihre Auswirkungen mal in diesem Special anschauen.

 

Die lustigen Bugs

Fangen wir doch mal mit etwas Positivem an: Lustige Bugs. Sprich Bugs, bei denen wir nur lachen müssen, weil sie so verdammt witzig sind, das Spielerlebnis dadurch aber nicht schmälern. Wenn also ein unwichtiger NPC ein kleines Tänzchen aufführt oder euer Pferd mal kurz den Hintern anhebt. Oder ein Fußballspieler in FIFA, der bei einem Torjubel mal ein bisschen mehr ausrastet als sonst. Dies sind die am besten für Videos geeigneten Bugs, da man sich hier gemeinsam an den witzigen Situationen erfreuen kann, und das Spiel trotzdem spielbar bleibt. Wo hier die Grenze ist, da unterscheiden sich die Meinungen. Wenn in Assassins Creed Black Flag auf einmal ein Abgrund dort ist, wo euer Schiff sein sollte und die Besatzung in die Lüfte schwebt, dann ist das zwar ein witziger Anblick, trotzdem müsst ihr das Spiel neu laden. Oder ein Soundglitch in Heavy Rain lässt den Hauptcharakter für die komplette Endsequenz den Namen seines Sohnes rufen. Dies ist zwar unglaublich witzig, stört jedoch vielleicht so manchen bei der Atmosphäre des Spiels. Dies alles ist aber relativ harmlos und manche Zocker haben es sich sogar zur Aufgabe gemacht, solche witzigen Bugs zutage zu fördern und zu präsentieren. Wer auf Youtube nach Bugvideos sucht, der wird immer massenhaft fündig werden.

Da fliegen sie (Youtube-User: scootbgirl90)

 

SHAUN! (Youtube-User: ItsThaBus)

 

Die kaputten Bugs

Während man bei den lustigen Bugs noch über die Programmierfehler schmunzeln kann, sind andere fast schon spielzerstörend. Folgendes Szenario: Ihr spielt ein großes RPG a la Witcher oder Skyrim, ihr seid tief in der Spielewelt und habt schon seit einigen Stunden nicht gespeichert. Plötzlich bleibt euer Charakter in der Wand hängen oder lässt sich einfach nicht mehr bewegen. Naja, hat man halt Pech gehabt, einfach Spielstand neu laden und es sollte wieder gehen, nicht wahr? Tja, wenn du mehrere Stunden Spielfortschritt verlierst, ist der Spielspaß nicht mehr so gegeben. Und dies ist zwar zum Teil auch eure eigene Schuld, nicht ohne Grund gibt es den Spruch „Save early, save often“, nichtsdestotrotz kann man nicht anders, als auch auf die Programmierer wütend zu werden. Während sich solch ein Ereignis durch Abspeichern vermeiden lässt, gibt es noch die richtig üblen Game Breaking Bugs. Hier ist der vorhin genannte tanzende NPC nicht irgendein Niemand, sondern ein wichtiger Charakter, mit dem ihr reden müsst, um in der Story voranzukommen. Aber statt mit euch zu reden und euch weiter auf eure Quest zu schicken, tanzt er lieber weiter. Da wird ein Lachanfall mal schnell zum Wutanfall. Zum Glück gibt es bei fast jedem Spiel Patches, die solche Probleme beheben können. Und wenn es die Entwickler selbst nicht tun, dann machen es halt die Fans. Das bekannteste Beispiel ist hierzulande wohl Gothic 3. Das Spiel war zu Release unspielbar, die vielen Bugs brachten dem Spiel einen Ruf ein, den es nie wieder los wurde. Charaktere waren nicht ansprechbar, eskortieren war unmöglich, Gegner konnten einen töten, ohne dass man etwas dagegen unternehmen konnte, es war eine Katastrophe. Doch die Community brachte mit diversen Patches die Erlösung für Gothic-Fans und machte Gothic 3 zu einem spielbaren, ja sogar spaßigen Erlebnis.

nat games gothic 3 bug

Hui, wir können fliegen! Das war damals Alltag in Gothic 3

 

Die hilfreichen Bugs

Manche Bugs zerstören nicht das Spiel, ganz im Gegenteil, sie helfen dem Spieler. Dies ist zwar nie von den Entwicklern so gewollt, aber beschweren tun die Spieler sich nicht. So kann eine Waffe auch mal viel mehr Schaden als sonst austeilen, aus einem Heiltrank werden unendlich viele und ein schwerer Boss wird einfach mal aus dem Spiel geglitcht. Bei solchen unkonventionellen Hilfsmitteln kommt natürlich die moralische Frage: Ist es cheaten? Ja, im Grunde schon, schließlich nutzt man ein von den Entwicklern nicht eingeplantes Hilfsmittel, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Besonders wenn man in Onlinespielen gegen andere Spieler solche Bugs zu seinem Vorteil nutzt, darf man sich nicht beschweren, wenn man als Cheater diskreditiert wird. So konnte man zum Beispiel in Battlefield 2 einen der unfairsten Bugs aller Zeiten ausnutzen, um die Partie für sich zu entscheiden. Mittels einer Bombe konnte man sich in die Wand eines Gebäudes glitchen. So wurde man unsichtbar und unverwundbar, konnte aber trotzdem immer noch auf seine Gegner schießen. Sicher, alle Mittel, um diesen Bug hervorzurufen, sind im Spiel vorhanden und müssen nicht per Code eingegeben werden, aber dies ist sogenanntes Bug using und in Onlinepartien ebenso verboten. In Einzelspielen soll jeder machen, was er will, es ist zwar ein wenig feige, aber es stört ja niemanden. Aber im Spiel gegen Andere sollte man sich fair verhalten und Bugs nicht ausnutzen. Das gehört zum guten Ton in einem kompetitiven Match dazu.

So konnte man sich in Battlefield 2 Vorteile verschaffen (Youtube-User: 2BF2B0YS)

 

Holt das Insektenspray

Bugs wird es immer geben, ob man nun will oder nicht. Wenn man sich auch nur ein wenig für Videospiele interessiert, muss man sich mit diesem Fakt abfinden. Auch in einem Casualspielchen wie Candy Crush können Fehler auftreten, und da mittlerweile fast jeder mindestens ein Videospiel irgendeiner Art spielt / gespielt hat, ist auch jeder mit dem Thema Bugs in Berührung gekommen. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern, ganz im Gegenteil, je komplizierter und aufwendiger die Technik wird, desto größer ist die Gefahr, dass Bugs auftreten. Menschen machen Fehler, das ist nun mal so und auch wenn es manche Leute anders sehen: Auch Programmierer sind nur Menschen. Jeder kleinste Fehler im Code führt zu einem Bug im Spiel, und da können noch so viele Kontrolleure drüberschauen, ein zu 100% bugfreies Spiel ist in meinen Augen nahezu unmöglich. Da heißt es nur: Patchen, was das Zeug hält. Und am allerwichtigsten ist es, dass man den Entwicklern genug Zeit für ihr Spiel gibt, denn der größte Grund für das Auftreten vieler Bugs ist ein ungeduldiger Publisher, der den Release, zum Beispiel zum Weihnachtsgeschäft pusht. Leider ist auch hier wieder der Kunde gefragt, denn wenn ein großer Name auf dem Spiel steht, dann kaufen sich viele es einfach und ignorieren die Warnung von Kritikern, dass das Spiel verbuggt sei.

 

Community-Frage

Was für Erfahrungen habt ihr denn mit Bugs gemacht? Was ist der witzigste Bug, den ihr gesehen habt? Eure Geschichten interessieren uns, schreibt uns eure Erlebnisse mit Bugs in die Kommentare.

 

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Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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